Musik-Szene im Iran

Die iranische Rap-Szene floriert in einem Käfig voller Zwänge. Amir Hamz, iranischer Abstammung, in Deutschland aufgewachsen, drehte einen Dokumentarfilm namens "Sounds Of Silence" über den Teheraner Untergrund-Musik, der letzte Woche auf dem Hamburger Filmfest Premiere feierte.

"Ich war erstaunt darüber, dass so viel Angst und Vorsicht gar nicht da war, mir gegenüber sich genügend zu äußern. Ich hatte eher das Gefühl, dass da ein Glücksgefühl vorhanden war: Endlich hört uns einer mal zu", verriet der Regisseur.

Hich-Kas sind Rap-Pioniere im iranischen Teheran, ihr erstes Album "The Asphalt Jungle" ist ausschließlich bei iTunes und anderen Onlineplattformen erhältlich. Harte Töne sind für sie Tabu: "Wir haben für unsere Texte nicht die Schriftsprache benutzt, sondern die Sprache, die auf der Straße gesprochen wird. Das verbietet die Zensur. Das ist unser Problem." Niemand nennt sich dort einen Rapper, an einem Ort, indem Sessions heimlich in Kellern abgehalten werden, die Künstler ein Schattendasein führen, ohne Publikum, ohne ihre CDs verkaufen zu dürfen.

"Einerseits bin ich glücklich, dass ich endlich auftreten kann. Andererseits wird mir heute umso klarer, dass ich in meiner Heimat keine Konzerte geben darf. Das macht mich traurig. Seit der Film gedreht wurde, ist in Iran die Situation für uns Musiker noch schlechter geworden", sagte Shahram Sharbaf, der Sänger der alternativen Band O-Hum, die ein Ausreisevisum nach Deutschland erhielt.

Der Film "Sounds Of Silence" hat Angebote aus den USA. Regisseur Hamz hofft, ihn auch in Europa ins Kino zu bringen.

Im Moment arbeitet die iranische Regierung  an einer Kampagne gegen „obszöne“ und „dekadente“ westliche Rap-Musik. Das Ministerium für Kultur und islamische Führung, unter Leitung von Mohammad Dashtgoli, setzte bereits die Schließung einiger Musik-Studios durch: "There is nothing wrong with this type of music in itself. But due to the use of obscene words by its singers, this music has been categorized as illegal.” Die iranische Regierung will verhindern, dass westliche Werte angenommen werden, die traditionelle islamische Moral soll hingegen geschürt und beibehalten werden. Doch verschärft sich die Situation zunehmend, tausende Frauen, die Make-Up und Hüte anstatt Kopftücher trugen, wurden in den letzten sechs Monaten verwarnt und sogar unter Arrest gestellt.

Irans religiöser Führer und oberster Rechtsgelehrter Ayatollah Ali Khamenei befürwortet die polizeilichen Maßnahmen.

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