Graffiti als politische Kommunikation

Weder durch legales noch durch illegales Hervorbringen von Kunstwerken entsteht der Gesellschaft oder dem Einzelnen Schädigung. Hingegen bedeutet deren willentliche Vernichtung Unterdrückung von Möglichkeiten zur Bewusstseinsbildung.“ (Joseph Beuys)

Graffiti ist nicht nur eine Form zum Erlangen von Fame, sondern auch eine politische Ausdrucksform. Besonders in Ländern mit Unterdrückungsregime fordern Künstler durch Musik, Texte oder eben Bilder nach Aufmerksamkeit und wollen auf Missstände in eben diesen hinweisen. Das Projekt "Wider der Müdigkeit" gibt Künstlern aus dem Nahen Osten, Mittel – und Osteuropa und aus Deutschland die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren und die mitteleuropäische "Müdigkeitsgesellschaft" endlich aufzuwecken und für die Ereignisse des Arabischen Frühling 2011 sowie die Erlebnisse aus Ländern Osteuropas seit 1989 zu sensibilisieren.

Eröffnet wird die Veranstaltung am Samstag den 2. Juni in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin. Themen sind unter anderem arabische Graffitis, Graphic Novels und Musik. Der Deutsche Writer Don Karl aka Stone stellt zusammen mit Basma Hamdy (Ägypten) und Ammar Abo (Ägypten) das gemeinsame Buch "Arabic Graffiti" vor und geht unter anderem auf die Entwicklung und Wandlung von Graffiti in arabischen Ländern ein. Weiterhin stellt die Autorin Magdy El-Shafee ihr Werk "Graphic Novels und Breakbeats" zusammen mit der Band Checkpoint 303 vor und läd zur Gesprächs – und Diskussionsrunde zu den Themen Ästhetiken und Perspektiven von Kunst im postrevolutionären Ägypten und Tunesien ein.

Am Sonntag wird unter dem Motto "Literarisches Aufwachen" eine vierstündige Austauschrunde zwischen Künstlern und Teilnehmern stattfinden, bei der unter anderem Streitschriften, Lyrics, Blogs und Songtexte präsentiert werden die Geschichten zur sozialen Umwälzung in Ländern wie Jemen oder Ägypten beleuchtet. Alle die Graffiti mal aus einer anderen Perspektive sehen wollen sollten sich das Festival nicht entgehen lassen, der Eintritt ist an beiden Tage frei.

 

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