Verwirrung um Cros angebliche Demaskierung

Heute mittag verbreitete sich im Internet eine sensationelle, oder sollte man lieber sagen sensationsgeile Nachricht: Cro, der junge Stuttgarter Rapper mit der Pandamaske, sei erstmals ohne Maske zu sehen. Verantwortlich für den Wirbel war ein süddeutscher Jugendradiosender namens Das Ding, der behauptete, ein Foto des unmaskierten Cro veröffentlicht zu haben. Für viele Fans wahrlich Breaking News, schließlich war landauf, landab über das Gesicht hinter der Pandamaske spekuliert worden.

Doch ist der junge Mann auf dem Foto wirklich Cro? Daran gibt es erhebliche Zweifel. Sein Label Chimperator wollte auf Anfrage keineswegs bestätigen, dass der junge Mann auf dem Bild tatsächlich Cro sei. Bei Cro könne man sich eben nie ganz sicher sein, wer er sei, wich man aus und stellte durchaus nachvollziehbare Mutmaßungen darüber an, dass es dem Radiosender mit der Aktion wohl nur um ein paar schnelle Klicks gehe.

Und wie es der Teufel will, plötzlich tauchten wie aus dem Nichts an allen Ecken und Enden des Internets angebliche Fotos von Cro auf. So entdeckten durch den scheinbaren Erfolg des Radiosenders angestachelte Schatzsucher plötzlich das angebliche private Facebook-Account von Cro, andere wiederum seinen angeblichen privaten Flickr-Account. Und wieder andere glaubten, in dem Kwick-Profil des Stuttgarter Rappers Carlos Wiewaswo den wahren Cro erkannt zu haben.

Verwirrung also allenthalben. Hat der Radiosender sich nur für eine Sensationsmeldung zu einer voreiligen Schlussfolgerung hinreißen lassen? Journalistisch sauber war die Aktion jedenfalls nicht, eher aus der Schublade, auf der "unterstes Niveau" steht. Denn im Grunde ist es doch völlig egal, wer hinter der Maske von Cro steckt. Was zählt, ist seine Musik. Es geht hier schließlich nicht darum, unlautere Machenschaften oder Intrigen von Politikern oder Wirtschaftskapitänen aufzudecken, wie es sich der investigative Journalismus auf die Fahnen geschrieben hat.

Ein weiteres Puzzleteil in diesem Versteck- und Suchspiel lieferten heute übrigens die Kollegen von der Juice. In einer auf juice.de publizierten, sehr lesenswerten Story deckten sie auf, dass bei der kürzlich in Berlin zelebrierten Echo-Verleihung gar nicht der echte Cro, sondern ein Juice-Praktikant unter der Maske gesteckt habe. Niemand habe den Schwindel bemerkt. Ein genialer Schachzug, der zeigt, dass es beim Spiel mit der Maske nicht darum geht, wer darunter steckt. Denn auch unter einer Maske kann unter Umständen nichts als eine weitere Maske versteckt sein…

Cro selbst hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Mithilfe seiner neuen Facebook-App kann jeder Facebook-User sich ein Profilbild mit Pandamaske erstellen.

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