Mit Herzklopfen habe ich die Hülle von Skate 2 geöffnet. Wahnsinn, was wird einen erwarten? Nachdem der erste Titel Skate alle anderen Skateboard Simulationen locker und mit Abstand hinter sich gelassen hat, habe ich bei Skate 2 nur eins erwartet: Die Trickvielfalt müsste zunehmen, die Spots ausgefallener und zahlreicher sein und das Gameplay, die Flickit-Steuerung, natürlich unverändert bleiben. Hat EA/Black Box doch gezeigt, dass seit dem ersten Titel eine Skateboard-Simulation nicht nur mit massenhaftem Knopfdruckeinsatz gesteuert werden kann. Die Möglichkeit, Ollie´s von Smooth bis Blasting Big zu machen, geben einen guten Eindruck davon, was mit den Analog-Sticks eures Gamepads möglich ist. Weil der Vorgänger von Skate 2 in Sachen Physik, individuellen Styles der Fahrer und Ausgestaltung der Areas schon sagenhaft gut ausgeprägt war,
Nun zum Spiel: Nach dem Intro geht es für euch aus dem Knast, wo unter anderem einige Skateboarder, wegen unerlaubtem Skaten sitzen. Die Obrigkeit hat nämlich sämtliche Skater zu Verbrechern erklärt. Kalter Wind kommt euch also entgegen. Zumal große Teile der Stadt nun auch noch von Sicherheitspersonal überwacht werden. Nachdem ihr diesen derben Rückschlag verdaut habt, könnt ihr euch euren Charakter zusammenstellen, indem ihr Klamotten, Aussehen und die Boardmarke auswählt. Aus dem Knast führt euch dann Danny Way zur Entlassungsstation, wo ihr euer letztes Hab und Gut ausgehändigt bekommt und dann erst einmal vor einer veränderten Stadt mit dem Board unter den Füßen steht. Nunja, go ahead. Schnell findet ihr wieder Anschluss und skatet als erstes im Park von Slappy´s.
San Vanelona hat sich gegenüber dem Vorgänger stark verändert, nur hier und da erkennt ihr das alte San Van wieder, aber es geht mehr in Richtung "Renovierung der kompletten Map". Skaten ist nun an vielen Plätzen wie erwähnt verboten und an diversen Spots hängen Schellen am Handrails oder Curbs sind verbaut. Überraschende Slams erwarten euch, nachdem ihr das Handrail geprüft habt, wisst ihr warum ihr gestürzt seit. Nunja, nach einer Weile im Knast ändert sich halt auch einiges. Die Skate 2 Map ist gut überarbeitet und ihr findet alles, was euer Herz höher schlagen lässt! Banks, Ramps, Pools, Downhill, Ledges, Handrails usw. Im Free Mode könnte ihr wieder Security und Passanten sowie den Verkehr auf 0 setzen, so dass hier genügend Zeit und Entspannung verbleibt um Spots durch zu skaten ohne gestört zu werden. Big Black, (Skate Bodyguard) der spätestens seit dem DC-Video jedem ein Begriff ist, steht euch auch zur Verfügung, so könnt ihr in manchen Spots, wo ihr eine Session fahren wollt, die Security von euch fernhalten, denn Skateboarding ist ein Verbrechen in San Van. Für manche schon, nicht für uns! Auch kleine Helfer laufen euch über den Weg, die die ein oder andere Schelle vom Handrails entfernt oder den ein oder anderen Pool leer pumpt, kleine Gimmicks zur Belustigung des Spielers.
Das ist allerding manchmal mühsam und nervig, weil die Steuerung schwerfällig ist und die Objekte sich nicht immer so leicht positionieren lassen wie ihr es gerne wollt, ein wenig Geduld müsst ihr hier schon mitbringen. Aber wenn ihr euch euren kleinen Spot zusammengestellt habt und dort eine Weile eure Jumpramp Airs to Handrail Grinds zieht, dann macht es schon Spaß, hier und da einige Zeit mit dem Spotbau zu verbringen. Objekte zu bewegen ist eine gute Idee, aber die Lenkung sollte besser werden. Ein Plus ist, dass die Spots gespeichert und auch online gestellt werden können, so dass ihr andere an eurer Arbeit teilhaben lassen könnt. Verschieden Aufgaben könnt und müsst ihr wieder lösen, um im Status voranzukommen, vom Rennen mit anderen bis zum Contest. Habt ihr diese absolviert steigen eure Möglichkeiten eines Sponsor zu bekommen, Fotosession inklusive. Ihr könnt nun auch in ganz San Van sofort von Punkt zu Punkt teleportiert werden, ohne auf die Bahnstationen zu verwiesen zu werden und von dort aus zum Spot zu kommen. Das macht es euch dem Vorgänger gegenüber ein wenig leichter, sich fort zu bewegen.
Der Sound eures Boards, beim Rollen, Grinden oder Sliden, auf Holz oder Metall lässt keine Wünsche offen, Realismus pur, einfach klasse! Musik zum Skaten gibt es auch, ihr könnt zwischen 51 Titel wählen, von Rap bis Metal, alles dabei, wobei wir sicher in Richtung Public Enemy die Playtaste drücken werden. Fast schon überzogen wirkt hingegen die Sprache eurer Mitstreiter, die ihr im Rennen oder auf Contests zu hören bekommt. Ich muss sagen, so sprechen die Leute nun wirklich nicht. Selbst wenn die Jüngeren wahrscheinlich noch annehmen, so müsste gesprochen werden.
Unser Test auf einer PS3 lief in Sachen Sound und Grafik ohne Fehler, keine Aussetzer oder Frame Einbrüche, hier punktet Skate 2 sehr gut, von der Xbox360-Version habe ich schon anderes gehört. Was mir extrem negativ auch schon in ersten Teil aufgefallen ist, ist das fortgeführte „Product Placement“ was einem durch die Synapsen getrieben wird. Was Mobilfunkanbieter im Spiel zu suchen haben, ist mir ein Rätsel. Mit Skateboard-Marken kann man leben, weil das Spiel nunmal im Skatebereich spielt, aber mehr?
Als Fazit können wir festhalten: Skate 2 ist ein gelungener Titel für eingefleischte Skateboarder und Gamer, die die Grenzen der Trickvielfalt des ersten Titels durchbrochen haben und mehr wollen. Skate 2 lebt vom erweiterten Repertoire und dem ausgebauten Möglichkeiten von San Van. Die kleinen Macken beim Laufen eurer SkateboarderInnen können verkraftet werden. Wer die Unterschiede des Nachfolgers nicht erkennt, kann auch keine Unterschiede feststellen und wird enttäuscht sein. Die Neuerungen des Titels fallen nicht jedem sofort auf. Für mich eine klare Kaufempfehlung, insbesondere für Skateboardvernarrte!




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