DAM – Dedication

Der arabische Markt möchte jetzt auch Europa erreichen. DAM, HipHop-Pioniere in ihrem Heimatland Isreal, versuchen jetzt über das englische Label redcircle mit "Dedication" Europa zu erorbern. Da Arabian Mc`s, bestehend aus den drei Mc`s Tamer, Mahmoud und Suhell, sind in den "Slums" von Jerusalem aufgewachsen und dort mit HipHop in Kontakt gekommen. Aufgrund ihrem palästinischen Ursprung und der Situation in ihrem Lied ist ein politisch motiviertes Album enstanden, soweit ich das sagen kann. Denn: bis auf einen französischen Text sind alle Lieder in arabischer Sprache gehalten, was mir das Verständnis erschwert hat. Das Verständnis des Textes erfolgt also leider nur über die vom Label mitversandten Übersetzungen. Einige der Lieder finden sich mit ihren Übersetzungen auch im Booklet wieder.

DAM legen mit dem ersten Lied gleich gut los: "Mali Huriye", aufgefrischt mit arabischen Klängen, haut gleich voll rein. Es hat einen kräftigen Beat und bei allen Rappern einen durchgehend gelungenen Flow. Ein besonderer Reiz wird dadurch gegeben, dass die Hook am Ende am Ende nochmal von Kindern gesungen wird. Textlich gesehen dreht sich das Lied um das Bedürfnis nach Freiheit, die ihnen in Israel nicht zuteil kommt. Der Einstieg ist mehr als geglückt. Mit den Kinderstimmen wird auch im nächsten Lied gespielt: "Ng’ayer Bukra". Solider Beat, angenehmer Kinderchor im Refrain und guter Flow. Textlich geht es um eine bessere Welt, für die es sich zu kämpfen lohnt und die vor allem vonnöten ist. Das nächste Lied "Warde" hat leider einen auf der Dauer anstregenden Pfeif-Beat, der mich trotz eines bedeutend angenehmeren Refrains weiter skippen lässt. "Inkilab", der nächste Track, ist ein Bob-Marley-Wyclef-Jean-HipHop-Track, der mich nicht von den Sitzen reißt und textlich passend um das Thema Revolution geht. Ich bleibe lieber sitzen und höre mir das Liebeslied "Ya Sayidati" an, was sich durch einen schönen Refrain auszeichnet: "Take me, from my night, to the light in your eyes". Danach kommt  dann das nächste Highlight der Platte: das ruhige "Al Huriye Unt’a" feat. Safa Hathoot. Eingeleitet wird es von einem Text, in dem es im Allgemeinen um die Diskrimination von Minderheiten geht und in dem die Araber aufgerufen werden, sich nicht auch noch gegenseitig zu diskriminieren. Das Besondere an dem Lied ist für mich aber die arabische Gast-Rapperin, die einen gesunden Flow besitzt und das Lied so abrundet. Weiter geht es mit dem sehr schnellen "Da Dam", wobei der Refrain fast nur aus ihrem Namen DAM in Kinderversen (dadadadam) gesungen besteht. Das Wort ‚dam‚ steht im Hebräischen für Blut und im arabischen für ‚unsterblich‘. Ihr Name soll für das Herzblut stehen, was sie in ihre Musik sowie dieses Lied investieren. In dieses Stück ist auf jeden Fall genügend Herzblut geflossen, da durch den schnellen Rhythmus und Rap ein guter Track enstanden ist. "Hibuna Ishtruna", das Folgelied, beginnt mit einer opernartigen Sängerin und geht leider in eine vollkommene Reizüberflutung über, was die Stimmen und Beats angeht. Unter diesen vielen Reizen finden sich auch vereinzelt coole, die aber leider in der Menge untergehen. Nach dem französischen "Mes Endroits" und "Usset Hub" kommt dann mein persönliches Lieblingslied: "G’areeb Fi Bladi" feat. Amal Bsharat. Es wirft die immer aktuelle Frage auf, warum sie in Advanced Chemistry-Manier fremd im eigenen Land sind. Unterstützt wird das Ganze durch eine wunderschön-traurig gesungene Hook: "Where can i go, when my Land is occupied?". Nach den beiden mäßigen Liedern "Kalimat", eine Hommage an die Sprache, und "Sawa Al Zamari" folgt das Abschlusslied der CD "Ihda" bzw. "Dedication", der Albumtitel. Ein für das Album typisches Stück: ruhiger Beat, routinierte Raps und ein schöner Refrain.

Meine erste Berührung mit arabischem HipHop war erfolgreich. DAM und das Arabische haben einen guten Flow und vor allem ein Gespür für schöne Musik und Melodien, das Hauptplus dieser CD. Das ganze ist sicherlich noch steigerungsfähig und abwechslungsreicher zu gestalten, aber insgesamt ist das ein gelungener Anfang.

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