Missy Elliott – Under Construction

Missy Elliott hat definitiv hart gearbeitet in letzter Zeit. Über 20 Kilo soll die Dame abgespeckt haben, um der Gesundheit willen. Sie verbringe jede freie Minute im Gym, sagte Missy in einem Interview. Aber auch musikalisch hat sich etwas getan. Missy kommt mit einem sehr frischen, old schooligen Album daher.Wer dachte, dass es hier wieder ein neues Gewitter an plastischem Stakkatogewitter à la Timbaland gibt, hat die Rechnung ohne die beiden Protagonisten gemacht. Ihr Stil scheint zwar immer noch durch, die Drumprogrammings und das Einbauen der Samples sind unverkennbar, aber der Anzug ist ein neuer. Wie gesagt, es wird wieder mehr mit Samples gearbeitet, und diese dürfen auch sehr gerne an die alten Zeiten des HipHop erinnern. Back to Pumas, Lees & Casells – na ja, fast jedenfalls.

Produziert haben, wie schon angedeutet, Missy selbst und ihr kongenialer Partner Timbaland. Das Ergebnis klingt recht roh und ungeschminkt und konzentriert sich auf das Wesentliche: „Wir wollen euch rocken, wie damals zu Zeiten der Block Parties.“Die einzige Ausnahme in dieser Hinsicht bietet „Under Construction“ auf „Can You Hear Me“, einem Song, den Missy ihrer verstorbenen Freundin Aaliyah, die ihr immer noch sehr viel bedeutet und die sie nach wie vor schwer vermisst, gewidmet hat.Auch im Intro erwähnt Ms. Elliott, dass sich ihr Leben seit dem Tod von Aaliyah verändert habe und sie sich jetzt auf die positiven Seiten im Leben konzentrieren wolle.Zusammen mit Method Man gibt es zu Beginn des Albums ein Remake von Meths Klassiker „Bring the Pain“. Und der weibliche Einfluss gibt dem Track einen angenehmen souligen Touch, während der Beat gewohnt hart losrollt – reißt die Boombox auf und genießt!“Work It“, die erste Auskopplung, sollte wohl jeder schon gehört haben, und hier kommt der Produktionsstil von Timbaland sehr deutlich zum Tragen. Beim ersten Hören ein ziemlich simpler, trockener Beat, der aber bei mehrmaligem Hören viele kleine Details freigibt, auf die man mal achten sollte – das zeichnet Timbaland von jeher aus.

Missy und Jay-Z rocken frisch und frei auf „Back in the Day“, während Missy auf „Pussy Cat“ dem männlichen Geschlecht klarmacht, dass die Definition vom „starken Geschlecht“ keineswegs automatisch auf das Männliche fallen muss. „Hot“ erreicht problemlos die gleiche Power wie KRS Ones „Boom Bap“ und bringt die Boxen zum qualmen. Mit dem Album „Under Construction“ hat Missy es tatsächlich wieder geschafft, einen Schritt weiter zu kommen, neuen Schwung reinzubringen, mit Soul, Rock und Old School Beats, und das ganze trotzdem (oder gerade deshalb) unverwechselbar wie ein Missy Elliott Album klingen zu lassen. This construction is worth it!

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