Mauli – Spielverderber [Review]

Über ein Jahr ist es her, dass DirtyMaulwurf, heute unter dem Namen Mauli bekannt, seine erste EP „Trap braucht kein Abitur“ veröffentlichte. Nun macht Mauli den nächsten Schritt und kommt – nach einigen Verwirrungen rund ums Releasedate – mit seinem ersten Langspieler um die Ecke.

Der Opener „Alles gut“ schlägt gleich in dieselbe Kerbe wie „TBKA“ , schon, weil das Sample von „Sorry“ nochmal verwendet wurde. Dass Maulis Weggefährte Morten ein begabter Producer ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Er hat es auch tatsächlich geschafft, ein zweites Brett aus dem Sample zu schnitzen, der Sound klingt diesmal düsterer und Mauli lässt es sich nicht nehmen, wieder mal Sprüche gegen die Szene zu klopfen, Namen zu nennen und allgemein alles und jeden ins Lächerliche zu ziehen.

Diese Schiene behält er die ganze Spieldauer über bei. Auf eRRdeKa scheint er es dabei besonders abgesehen zu haben, gleich acht Mal wird sein Name auf dem Album genannt.

„Ich geh zu Edeka mit eRRdeKa, mach‘ etwas kaputt und sag‘, dass er das war.“(„Ewig“ )

Wer unterhalten werden möchte und mit Trap etwas anfangen kann, der lässt sich von „Spielverderber“ nichts verderben. Mauli hat seit der letzten EP einen Style gefunden und ausdefiniert, mit dem er sich hörbar wohlfühlt. Dazu gehören auch komplett gecroonte Strophen und ordentlich aufgedrehtes Autotune. Wer jedoch auf deepe, ernste Tracks und eine große Themenvielfalt hofft, der ist bei „Spielverderber“ fehl am Platz. Jeder Track auf dem Album dreht sich um ein Thema: Er und seine Jungs sind besser als die Anderen und deren Jungs -vor allem wie gesagt eRRdeKa und dessen Jungs. Punkt.

Doch ist es verwerflich, nur auf anderen rumzuhacken? Nein. Ich hätte mir zwar mehr Lieder wie „Zupati“ gewünscht, andere Themen hätten das Album vielleicht abgerundet. Aber Mauli verpackt sein Thema auf immer wieder neue Art und man hört ihm immer wieder gerne dabei zu. „Spielverderber“ wird seinem Namen gerecht, denn das Album hat nur ein Ziel: Anderen Rappern das Spiel zu verderben. Mission accomplished.

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