Ein seltsamer Vorfall ereignete sich am Mittwoch bei einem Konzert in San Francisco: Nachdem die Lokalmatadoren von Zion I die Show in Slims Nightclub eröffnet hatten, sollten eigentlich Kool Keith und seine Crew als Headliner des Abends folgen. Als es dann aber los ging, kam lediglich Kool Keiths Anhang, Mark Live, Jacky Jasper und Tim Dog, auf die Bühne. Noch schien es so, als wolle das Trio für den in Kürze erscheinenden Dr. Octacon (einer von Keiths zahlreichen Pseudonymen) einheizen: Tim Dog, der früher zusammen mit Keith als „The New Ultramagnetic MC“ aufgetreten war („Pimp Fiction“-LP), ´97) performte seinen bekanntesten Track „Fuck Compton“, welcher an der Westküste erwartungsgemäß weniger positiv aufgenommen wurde, als von Tims Homies in der Bronx. Jacky Jasper fing an, Keiths Auftritt anzukündigen, was für noch mehr Spannung beim erwartungsvollen Publikum sorgte. Die Stimmung der Zuschauer verschlechterter sich allerdings zusehends, als sie von Jasper, Live und Dog über eine angebliche Verhaftung Kool Keiths in der Mission Street informiert wurden. Etwa zu dieser Zeit begann einer seiner Angestellten damit, unauffällig Keiths Merchandise-Produkte von den in der Halle aufgestellten Ständen zu entfernen und alles in den vor der Tür wartenden Tourbus zu räumen. Wie erst später bekannt wurde, hatte ein weiterer Tour-Begleiter noch während des kurzen Auftritts von Tim Dog & Co beim Management des Nachtclubs den vollen Lohn für den Abend eingefordert. Doch es kam noch viel dicker: Mit den Worten „wir gucken mal, was da los ist“ verließ das Trio zunächst die Bühne, um dann eine Geldkasse zu entwenden und schließlich mit den gesamten Einnahmen des Clubs in die Nacht zu flüchten. Zurück blieb ein perplexes Publikum, das sogar noch beobachten musste, wie der Tourbus mit dem gesamten Eintrittsgeld des Abends (über 20 $ pro Person) an Bord im Dunkeln verschwand. Nach Angaben der Polizei gibt es übrigens keine Aufzeichnungen von Kool Keiths angeblicher Verhaftung in der fraglichen Nacht. Immerhin brachte Keiths Manager die komplette Summe einige Stunden später zum Club zurück, wahrscheinlich nachdem man erkannt hatte, dass ein Tourbus nicht gerade das ideale Fluchtvehikel abgibt. Außerdem entschuldigte Keith sich und kündigte an, dass er das Konzert nachholen werde.
Queen Latifah betrunken am Steuer
Schauspielerin und Female-MC Queen Latifah („Ladies first“, „U.N.I.T.Y.“) wurde am frühen Donnerstag Morgen in West Hollywood wegen Alkohol am Steuer vorübergehend festgenommen. Latifah fiel Officer Alex Delgadillo auf, als sie mit ihrem Cadillac Escalade die Spur wechselte, ohne sich vorher umgeguckt zu haben. Latifah musste sich daraufhin einem Alkoholtest unterziehen, der die Vermutung des Polizisten bestätigte: Die Chefin von Flavor Unit Records hatte getrunken und wurde deshalb in Gewahrsam genommen. Gegen eine Kaution in Höhe von 2.500 $ wurde Latifah wenig später entlassen, allerdings muss wird sie sich am 11. Dezember vor Gericht verantworten müssen. Als Schauspielerin machte Latifah zuletzt in dem in den USA äußerst erfolgreichen Streifen „Brown Sugar“ auf sich aufmerksam, außerdem ist eine Flavor-Unit-Compilation geplant, auf der es sicher auch den ein oder anderen Track der Queen höchstpersönlich zu hören geben wird.
Samy Deluxe und Afrob planen gemeinsames Projekt
Zwei der bekanntesten deutschen MCs arbeiten an einem gemeinsamen Album. Unter dem Namen ASD werden der Hamburger Samy Deluxe und Stuttgarts Afrob eine gemeinsame LP produzieren. Bereits im Frühjahr 2003 soll das bisher unbetitelte Album bei EMI erscheinen. Um die Beats kümmern sich Produzenten aus Zürich, Zagreb, Detroit, Philadelphia, New York und Deutschland, für internationalen Flair sollte also gesorgt sein.
Eminems altes Haus wird bei eBay versteigert
Das Haus, in dem Eminem aufgewachsen ist, wird derzeit beim Online-Auktionshaus eBay versteigert. Der Anbieter nennt sich Buster19865, angeblich verbirgt sich dahinter Ems Onkel. Die Immobilie bietet drei Schlaf- und zwei Badezimmer, wurde 1940 erbaut und ist seit 50 Jahren in den Händen von Ems Familie. Laut Angaben des Besitzers geht es um ein „cooles Haus in einer großartigen Nachbarschaft“ in der Timken Avenue in Warren, Michigan, unweit von Detroit. Wer von euch jetzt Lust bekommen hat, auf ein in den USA gelegenes Ferienhaus mit Tradition, der sollte sich beeilen: Der Preis für Ems altes Zuhause ist in sechs Tagen von 120.000 $ auf über eine Million gestiegen.
LPs von Biz Markie und der Cash Money Click lassen auf sich warten
Biz Markies langerwartete „Weekend Warrior“-LP wird nun doch erst im April 2003 in den USA erscheinen.
Der Grund für die Verschiebung des Veröffentlichungstermins ist jedoch angenehmer, als bei den meisten den meisten Verspätungen. In diesem Fall dürfen wir uns nämlich auf eine kreative und künstlerische Bereicherung freuen: Beat-Genius DJ Jazzy Jeff wird einige Tracks auf „Weekend Warrior“ remastern, außerdem ist der ein oder andere zusätzliche Gastauftritt geplant.
Veröffentlicht wird das Album des HipHop-Allrounders möglicherweise auf Sean „P. Diddy“ Combs´ Bad Boy Label.
Ja Rules Wiedervereinigung mit seiner alten Posse Cash Money Click, „Established since ´93“, wird nun doch erst im Sommer 2003 in den Läden stehen. Eigentlich hätte das Album des Trios zusammen mit Ja Rules Solo-LP „The Last Temptation“ erscheinen sollen.
Polizei stürmt „Tha Row“
Ein Polizei-Sondereinsatzkommando stürmte am Donnerstag die Büroräume von Suge Knights Tha Row Records. Die Polizei hatte zunächst die angrenzenden Straßen abgesperrt und sich dann Eintritt in das Gebäude verschafft.
Anlass für den Zugriff war die Fahndung nach insgesamt 17 Personen aus Südkalifornien, denen Mord oder Verschwörung zum Mord angelastet wird. Offensichtlich vermuteten die zuständigen Behörden wenigstens einen Verdächtigen in dem Bürogebäude, in welchem Verhältnis dieser allerdings zu Tha Row steht, ist bisher nicht bekannt.
Die Polizei betonte ausdrücklich, dass Label-Chef Suge Knight derzeit weder gesucht, noch verdächtigt wird, gleichzeitig wies man aber darauf hin, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind. Laut Angaben der Polizei ist es möglich, dass einige der festgenommenen Personen in Verbindung mit der Ermordung von 2Pac und The Notorious B.I.G. stehen.
Die Art der Durchführung und die Beteiligung einer Sondereinsatztruppe begründete die Polizei mit der Größe des zu durchkämmenden Gebäudes und der potentiellen Gefahr, die von der gesuchten Person ausging.
In den Neunzigern war Tha Row, damals noch bekannt als Death Row, durch Acts wie 2Pac, Dr Dre und Snoop Dogg weltberühmt geworden. Nach dem Tod Tupacs, dem Abgang von Dre und Snopp sowie der Inhaftierung von Suge Knight war das bis dahin bekannteste HipHop-Label der Westküste erst einmal in der Versenkung verschwunden, bis Knight, der mit seinen äußerst fragwürdigen Geschäftspraktiken entscheidend zum Niedergang des Labels beigetragen hatte, vor einer Weile mit dem „Nachfolge-Imprint“ Tha Row an den Start ging.
Crooked I und Rückkehrer Kurupt sind momentan die bekanntesten Acts, die Tha Row vorzuweisen hat.
WEA dealt mit Eimsbush
Das Hamburger HipHop-Label Eimbush hat einen Deal mit dem Majorlabel WEA Records unter Dach und Fach gebracht. Geplant ist eine langfristige und umfassende Zusammenarbeit, wobei uns momentan keine weiteren Angaben, wie das im Einzelnen ausschauen soll, vorliegen. Aber laut Markus Hartmann, Senior A&R, war Eimsbush die erste Wahl für eine Partnerschaft, da dies auch dem Musikstandort Hamburg weiterhin eine große Relevanz in der HipHop-Szene garantiert.
Popdiven schlagen zurück
Irgendwann musste es ja so kommen. Dank Eminem müssen wir uns wohl demnächst auf Battle-Lyrics von Britney Spears und Diss-Tracks von Justin Timberlake gefasst machen, denn zwei Popsternchen haben jetzt erstmals auf Ems Verbal-Verrisse mit eigenen Songs geantwortet.
Mariah Carey und Christina Aguilera haben wohl inzwischen mitbekommen, dass aus so einem auf Tonträgern ausgetragenen „Beef“ eine Menge Kohle zu schlagen ist, nachdem Nas` und Jay-Z`s Wort-Schlacht die USA über mehrere Monate in Atem gehalten hatte. Also schrieben die beiden kurzerhand eigene Songs, in denen kräftigst gegen Em gewettert wird, Carey nannte ihr Stück „Clown“, Aguileras Machwerk heißt „Can´t hold us down“.
Hoffentlich ist der zu erwartende Hohn aus der HipHop-Community, ob der plötzlichen Reaktion der beiden Popsternchen, Em eine Lehre, sich künftig mit Gleichgesinnten anzulegen und Pop Pop und HipHop HipHop sein zu lassen.
Ansonsten könnte es für Em derzeit gar nicht besser laufen: Der Soundtrack zu seinem ersten Film „8 Mile“ hat sich in der ersten Woche nach der Veröffentlichung bereits über 700.000 Mal verkauft, der dazugehörige Streifen hat bis jetzt 54 Millionen Dollar eingespielt.




