RZA, der am Wochenende das HipHop Open gerockt hat, stellte sich nach seinem furiosen Gig den Fragen seiner Fans. Auf die Frage, was in Zukunft von Ihm zu erwarten sei antwortete er, dass er den Soundtrack zum neuen Film des Hollywood Mega Regisseurs Quentin Tarantino produziert hat.
Das seine Musik einen Kinostreifen perfekt untermalen kann, hat er ja schon mit Ghost Dog bewiesen.
Wenn Ihr Euch mehr Info über den Martial Arts Streifen mit Uma Thurman in der Hauptrolle besorgen wollt sei euch ein Besuch der Seite www.kill-bill.com nahegelegt. Da gibts auch erste Loops zu hören.
Die RZA Saga geht weiter
Sunz of Man – Savior’s Day
Wu-Tang again? Yeah, again and again…
Nach ihrem in 1998 erschienenem Debütalbum “Last Shall Be First”, melden sich Hell Razah, Prodigal Sunn und 60 Second Assasin aka „Sunz of Man“ wieder zurück und präsentieren uns ihr neuestes Werk. Mit ihrem aktuellen Album „Saviorz Day“ versucht die bekannteste Formation aus dem Wu-Tang Clan Umfeld an ihren Erfolg des ersten Albums anzuknüpfen.
Was kann man von diesem Album erwarten? Mit „Saviorz Day“ bieten uns „Sunz of Man“ HipHop- Kunst vom Feinsten. Mit Einflüssen aus Gospel und Soul gemischt, mit tiefsinnigen, teils biblischen Botschaften und soliden Beats trumpfen die RZA– Schützlinge kräftig auf. Im Gegensatz zum vorigen Album, wo noch mit einem eher mysteriösen Image gespielt wurde, wird diesmal mehr Wert auf melodische und harmonische Klänge gelegt. Insgesamt wirkt das Album deutlich reifer und durchdachter. Vor allem die atmosphärischen Samples und die partiell auftauchenden Liveinstrumente sind adäquat in Szene gesetzt worden und überzeugen den HipHop Liebhaber vollends.
Für das aktuelle Album holte sich die Band kompetente Unterstützung aus der Wu-Tang Clan Familie. So sind diesmal Produzenten-Legende RZA sowie Ghostface Killah und Method Man mit von der Partie. Einziges Manko des Albums ist die relativ kurze Spielzeit von ca. 56 Minuten.
Fazit: Hervorragender Mix aus Gospel und Soul gepaart mit eindrucksvollen Reimen und atmosphärischem Gesang. Wer auf HipHop nach Wu-Tang Manier steht, wird den Kauf dieser Scheibe auf gar keinen Fall bereuen. Wer denkt das HipHop bereits tot sei, wird hier eines Besseren belehrt. Kauft euch diese Perle!!
MTV Video Music Awards 2003
Endlich wurden heute die verbindlichen Nominierungen für die MTV VIDEO MUSIC AWARDS 2003 bekannt gegeben. Die Veranstaltung findet am 28. August in der Radio City Music Hall in New York statt, und moderiert wird das ganze von Ulknudel Chris Rock. Die meisten Nominierungen gingen an die Kings of Rotation Missy Elliott, Eminem, 50 Cent und Justin Timberlake. Missy´s Video zu dem Song „Work it“ (Director: Dave Meyers) wurde in acht Kategorien nominiert: Video Of The Year, Best Female Video, Best HipHop Video, Best Direction In A Video, Best Art Direction In A Video, Best Special Effects In A Video, Best Editing In A Video und Best Cinematography In A Video. Nachdem wir kurz durchgeatmet haben, geht es weiter mit Eminem (Loose Yourself) und 50 Cent (In Da Club), die jeweils in fünf Kategorien nominiert sind. In vier Kategorien können sich die beiden um den Award prügeln: Video Of The Year, Best Male Video, Best Rap Video und Viewers Choice. In der fünften Kategorie steht Eminem dann bei Best Video From A Film in Konkurrenz mit Britney Spears, JC Chasez und Madonna. 50 Cent könnte sich dann noch den Award als Best New Artist In A Video in sein Vitrinenschränkchen stellen. Justin Timberlake, der zwar in sieben Kategorien nominiert ist stelle ich hier mal hinten an, denn mal abgesehen von seinen Produzenten, hat seine Musik ja nicht wirklich viel mit HipHop zu tun. Wer sich dennoch über seine Nominierungen, und die der anderen Künstler näher informieren möchte, der surfe doch über den angegebenen Link zur Seite von MTV. Schönes Wochenende!
12-Inch-Report-II – Wildchild, Aceyalone uvm
Zwei 12-Inches kämpfen diesmal ganz hart um Platz 1 der Charts: „Code Red“ von Wildchild (Stonesthrow) und „Lost Your Mind“ vom Freestyle Fellowship Member Aceyalone (Project Blowed) sind beide so dick, dass mehr als ein klares Unentschieden bei der Entscheidungsfindung leider nicht drin ist. Als ich vor einigen Wochen mit dem neuen Wildchild-Album bemustert wurde, hörte ich erst mal nicht so richtig hin, dabei aber immerhin noch, dass der Lootpack-MC irgendwas von wegen „Bounce With Us“ vor sich hinbrabbelte. Da meine persönlichen Erfahrungen mit „Bounce“-Platten eher derart sind, dass ich sie nicht machen möchte, war ich für kurze Zeit ein wenig besorgt. Natürlich hätte das nicht sein müssen, denn dass man bei Stonesthrow und den Jackson-Brüdern (Oh No und Madlib) unter bouncen etwas anderes versteht als andernorts, ist eigentlich klar. Kein Wunder daher auch, dass das von Oh No produzierte „Code Red“ mit den mächtigen dunklen Streichern, der pumpenden Kickdrum und den zersplitterten Claps ein Brett vor dem Herrn ist, auf dem Wildchild eigentlich rappen kann, was er will. Zu einer Hammer-12 gehört aber eben auch eine Hammer-B-Seite, und da kommt mit Madlib dann der Mann ins Spiel, der inzwischen ja so weit draußen ist, dass er auch ein paar Jahre Pause machen könnte, ohne eingeholt zu werden. Für „Party Up“, dessen Hook „Ms. Hook“ Vinia Mojica featuret, hat „The Beat Constructor“ mal wieder eine seiner legendären Basslines springen lassen und eine sommerlich flirrende Atmosphäre gezimmert, die bestens zu den aktuellen Temperaturen passt. Kann man übrigens prima in Erick Sermons „Music“ mixen und umgekehrt.
Doch nun zu Aceyalone: RJD2 liefert die A-Seite und ist für Madlib ja eh einer der wenigen würdigen Gegner überhaupt. Für die Funkbombe „Lost Your Mind“, eine Uptempo-Nummer, hat er auf den seinen Produktionen sonst anhaftenden Staub verzichtet und ein glasklares Stück Glück arrangiert. „Well here we go – it´s two-thousand-fo – and my flow ´s still tighter than what your ´s might have been … working this mike is nat-a-ral – for me to come weak is not a-lowed” – Ace One ist einfach The Voice und der Flowgott in einer Person, da reimen sich dann auch Dinge, die sich eigentlich nicht reimen. Ach ja – und die B-Seite… Hört sie euch einfach an. Seit DJ Vadims „Combustible/Ghetto Rebels“ war ich nicht mehr so froh, wie bei diesen beiden 12-Inches…
Jut, man muss sich ja auch wieder einkriegen, also anderes Thema: „Graffwriters/Ignorance“ heißt die aktuelle Auskopplung der Narcissists auf Pias. Kennt man diese Typen noch nicht und wirft man „Graffwriters“ an, ist man doch etwas irritiert. Zum Beat: Wie kann jemand auf die Idee kommen, einen Beat komplett auf dem weltbekannten Bass-Intro von Labi Siffres „I Got The Blues“ aufzubauen, aus dem auch Kollege Mathers (allerdings eine andere Stelle) schon ausgiebig gesamplet hat? Egal wie sich das Ergebnis anhört, bestimmte Dinge sind einfach ein wenig zu offensichtlich und gehen dann auch eher nach hause. Die Typen klingen wie Looptroop, rappen über das Looptroop-Lieblings-Thema „Graffiti“ und bringen anschließend im Oldschool-Remix einen Loop, der auf einem der abgegriffensten Breaks des HipHop-Sounduniversums aufbaut. Wenn Grandmaster Flash damit rumspielt, ist das o.k., aber was soll das bitte auf einer Scheibe aus 2003?
Bei Hum Drums setzt Madlib gemeinsam mit Declaime auf der Declaime 12-Inch „Enjoy your Stay/Life“ die Madlib-Invazion fort, wobei Declaime Backup von Dudley Perkins bekommt, der sich gelegentlich auch in die Aufnahmekabine geschlichen zu haben scheint. Message-mäßig kommen beide Tracks als positive Ansagen rüber (“It´s your life – live it”), Declaimes Stimme ist einzigartig, wie üblich. Wer ihn schon kennt, wird wissen, dass sein Flow manchmal etwas pausenlastig sein kann – so hätte ich mir auch auf der B-Seite („Life“) gelegentlich etwas mehr Zug zum Tor gewünscht, bei dem Beat hätte sich das jedenfalls angeboten. Genau letzterer ist es nämlich, der diese 12 beinahe unbezahlbar macht, der schon alleine Grund genug ist, das Teil zwei Mal zu kaufen. Was für ein Brett – die verwendeten Drumsounds äußerst analog, dazu ein stakkato-mäßiger Elektrobass, hier und da ein paar Soundsprengsel und Vokalfetzen eingestreut – der Lootpack-Produzent zeigt sich einmal mehr von seiner besten Seite, und so garantiert „Life“, dass trotz der Omnipräsenz des Mannes aus dem Stones Throw-Lager kein Madlib-Overkill eintritt.
Ebenfalls auf Hum Drums erscheint mit „Relax N´ Chill/A Fly Love Song“ gerade ein Ausschnitt des Pase Rock-Solo-Albums „Bullshit As Usual“, das dieser unter seinem Alias Vaughn La Rock veröffentlichte. Von dem nur in Japan und dort auch nur auf CD erschienenen Album hat sich Hum Drums mit „Relax N´ Chill“ und „A Fly Love Song“ zwei extrem entspannte Nummern für die Vinyl-Veröffentlichung gesichert. Während „Relax N´ Chill“ vor allem durch dem Titel geschuldete, super-gechillte Saxophon- und Piano-Samples besticht, dominiert in „A Fly Love Song“ ein leicht hypnotischer Piano-Triller, der durch ein smoothes Gitarren- und ein weibliches Vocalsample ergänzt wird. Beide Beats stammen von einem Typen namens Dem Boogie, der auch schon einige Fat Jon-Tracks gehört zu haben scheint, so dass man fast geneigt ist, mal wieder an eine Alter-Ego-Veröffentlichung zu glauben. Vaughn La Rock lässt darüber seinen von den Five Deez-Releases hinlänglich bekannten Flow gleiten, der sich bei „Relax N´ Chill“ vor allem an seine Angebetete richtet („I´m thinking about nothing but my hand on your thighs…“), über „A Fly Love Song“ muss diesbezüglich wohl nicht viel gesagt werden. Hingewiesen sei aber fairerweise noch darauf, dass dieses Musikschmuckstück gegenwärtig nur als Promo über Hum Drums/Grooveattack erhältlich ist. Doch keine Sorgen: Wer hier noch kein Glück hat, kann sich auf die in ein paar Monaten erscheinende offizielle Version freuen, die dann auch noch Remixe von 3582 (Fat Jon & J. Rawls) mitliefern wird.
Nachdem uns die gerade Genannten J. Rawls und Fat Jon unter ihrem gemeinsamen Alias 3582 dieses Jahr schon mit der sommerlichen 7-Inch „Vanessa From Venezuela/Late Night“ beglückt haben, kommt – ebenfalls auf Hum Drums – nun ein weiterer Release im 12-Inch-Format. Er enthält die Titel „The E“ (im Original von J. Rawls, im Remix von Fat Jon) und einen „Bad As They Come“-Remix (Fat Jon), beide Songs warten mit Raps von Fat Jon auf. Die Platte bildet die Lead-Off-Single für das für Oktober zu erwartende Album „Situational Ethics“ – wer auf J. Rawls und Fat Jon steht, wird hier nichts falsch machen. Schönes Ding.
Seit einigen Wochen auf Motor/Universal zu haben: „Fäule“ von den Beginnern. Keine normale Maxi, sondern eine EP (2-fach-Vinyl), die außer dem Titelsong noch die Tracks „Schiss“ und „Wer bistn Du?“ sowie diverse Remixe von Simon Vegas und Bubblez bereithält. Nachdem das Thema Deutschrap beinahe völlig in der Bedeutungslosigkeit versunken war, schicken sich die Hamburger an, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, und dafür kann man nur dankbar sein. „Fäule“ ist natürlich auf Hit produziert, und das funktioniert, auch wenn ich die Raps deutlich mehr als den Beat mag. Wenn Denyo mit „Nicht die Routine irgendeiner deutschen Rap-Kapelle – denn inhaltslos muss scheitern so wie Westerwelle – dann doch eher die Routine eines Willi Brandts – wir haben die Musik, die süß schmeckt, wie Philly Blunts“ daherkommt, klingt das tatsächlich locker aus dem Arm geschüttelt, und das würde man deutlich mehr deutschsprachigen MCs wünschen. „Schiss“ erklärt uns, dass Angst-Haben doch ganz normal ist – am amüsantesten dabei für mich, dass Eisi Eiz in den Hooks ein bisschen Ozzy Osborne-mäßig daherjammert. Unterm Strich ein positiver Vorbote des Albums.
Böse groovy und soulig kommt Larry Gold mit der Auskopplung „Feel So Good/Ain´t No Stopping Us Now“ (BBE/Rapster Records) – ein erstes Lebenszeichen seiner demnächst zu erwartenden „Larry Gold Presents Don Cello And Friends/Classic Philly Soul“ in der mittlerweile legendären „Beat Generation“-Produzenten-Serie auf BBE, in der bereits Pete Rock, Jay Dee, Marley Marl, DJ Spinna, Jazzy Jeff und King Britt ihre Produzenten-Scheiben veröffentlichten. Während die A-Seite „Feel So Good“ feat. Nanda für mich etwas zu rund, nett und nicht so zwingend wirkt, hält die Album-Version von „Ain´t No Stopping US Now“, auf der Black Thought von den Roots ein Gastspiel gibt, einen halben Klassiker bereit. Zunächst macht Black Thought die streicherbedingt geschmeidige Sache natürlich etwas rauer, und dann ist der Beat einfach killer – dick, wie die Kick-Drum verdampft, großes Dance-Floor-Potential.
Immer umtriebiger wird auch B9000 Records aus Belgien, wo beispielsweise schon Mr. Complex´ „Rhapsody“ oder L Fudges „Love Letters“ erschienen. Vor einigen Wochen kam dort nun eine 12 von Rasheed aka Maylay Sparks („leisure/3mc´s“), deren melancholische A-Seite „leisure“ Grand Agent featured. Das Sample hat Kollege Wiz von der RAG natürlich schon viel früher gefunden, weil da atmo-mäßig ja auch einfach RAG draufsteht, so dass man die Jungs um Galla und Aphroe aus Bochum automatisch ein wenig vermisst. Unterm Strich ein solider Track mit ansprechenden Scratches von DJ „The White Shadow Of Norway“. Der B-Seiten-Titel „3mc´s“ featuret Malik B und Louis Logic und dümpelt auf einem Bass-Sample angenehm vor sich hin. Den Vocal-Scratch „Just The Man That ´s On The Mike“ kennt man spätestens seit DJ Honda (II), und so wird die 12-Inch denjenigen, die die angesprochenen anderen Platten bereits besitzen, doch ein wenig wie ein Zitat-Mix bereits bekannter HipHop-Zutaten vorkommen. Allen anderen sei sie ans Herz gelegt, natürlich auch denen, die gerne Samples wiedererkennen, was ja durchaus Spaß machen kann, solange sie nicht völlig offensichtlich, überstrapaziert und durch sind.
Etwas Angenehmes noch zum Schluss: Mobb Deep haben auf Landspeed mit „Double Shots/Favourite Rapper“ v.a. mit der A-Seite „Double Shots“ mal wirklich absolut partytaugliches Material an Land gespült, was natürlich auf dem streichersample-dominierten Dance-Beat, aber auch auf den passenden Raps beruht. So heißt es in der Hook: „Just party – don´t get yourself shot – leave all the drama back home at the block – get the bar double shots going down straight chillin – while the dj playin what i´m feelin“. Das macht Spaß, und man fühlt sich auch zu hause im Club.
Hip Hop Kemp 2003
Das Hip Hop Kemp, eine kostengünstige Alternative zu Splash, Flash und Hip Hop Open wurde letztes Jahr in der Tschechischen Republik geboren. Dies soll aber keinesfalls abwertend klingen, im Gegenteil, denn für echte HipHop-Heads lässt dieses Festival keine Wünsche offen. Das Festival findet in der Stadt Pardubice statt. Auf dem Gelände des Schwimmbads Cihelna tummelten sich bereits letztes Jahr um die 3.500 HipHop-Begeisterte und genossen Sonne, kühles Bier, Swimming Pools und natürlich jede Menge feinsten Live-HipHop von insgesamt 25 Bands aus 11 Ländern. In diesem Jahr erwartet euch vom 15. bis zum 17. August ein noch größeres Festival mit einem exquisiten Lineup. U.a. konnten die Veranstalter Mr. Lif, Edan, die K-Otix, Akrobatik, DJ Vadim, DCS, die Waxolutionists und Looptroop für Live-Sets gewinnen. Natürlich fehlt es auch nicht an lokalen HipHop-Bands, Crews aus Polen, Ungarn und der Slowakei. Die Preise für die Tickets können sich wirklich sehen lassen, und wurden für Frühbucher extra gestaffelt. Bestellt man sich die Tickets zwischen dem 01.06.03 und dem 31.07.03 kosten sie ca. 20 Euro. Zwischen dem 01.08.03 und dem 18.08.03 kosten die Tickets dann ca. 24 Euro, was aber für drei Tage HipHop-nonstop definitiv nicht zu hoch gegriffen ist. Tageskarten sind ebenfalls für ca. 12 Euro erhältlich, allerdings nur direkt am Eingang des Festivals. Zu bestellen sind die Karten unter dem angegebenen Link. Diese Seite ist auf Tschechisch sowie auf Englisch abrufbar, wenn es mit eurem Tschechisch auch nicht so gut steht wie bei mir. Insgesamt bleibt zu sagen, dass es sich hierbei um eine wirklich gut durchorganisierte Veranstaltung handelt, die qualitätsmäßig unseren lokalen Events in nichts nachsteht Das Hip Hop Kemp 2003 besitzt auch eine sehr schöne Website (ebenfalls bei Bedarf auf Englisch abrufbar), auf der ihr alle nötigen Informationen bekommt, wie z.B. aktuelles Lineup, Lageplan usw.. Also Sachen gepackt und ab nach Tschechien, denn ihr wisst ja, Reisen bildet. Hier ein kleiner Nachtrag: An das Festivalgelände ist natürlich ein Campingplatz angeschlossen, auf dem ihr für ca. 3 Euro euer Zelt platzieren könnt. Tickets könnt ihr übrigens auch über eventim.de ordern.
Splash 2003 Mixtape
Seit gestern steht nun das offizielle Splash 2003 Doppel-Mixtape in den Läden und wartet darauf, als Futter für eure Walkmen und Tapedecks zu dienen. Auf zweimal 90 Minuten, gemixt von Phlatline Sound, DJ Shusta und DJ Kenny D, erwarten euch Exclusive Tracks, Dubplates, brandneue Songs und Classics der diesjährigen Headliner. Gehostet wird das ganze von Sentence, einem Berliner MC, der ebenfalls exklusives Material beigesteuert hat. Also kaufen und schon mal aufwärmen, in zehn Tagen ist es soweit! Hier nochmal ein paar Fakten. Dancehall/ Reggae-Tape u.a. mit: Degree, Sizzla, Seeed, Buju Banton, T.O.K., Beenie Man, Bounty Killer. HipHop-Tape u.a. mit: Gang Starr, Massive Töne, De La Soul, Beginner, Redman, Tefla & Jaleel, Brand Nubian.
Puppetmastaz
Das Marionettenhafte in der Musikindustrie ist wahrlich keine Neuentdeckung, auch wenn hier immer wieder neue Standards gesetzt werden. Sei es durch Fernsehsendungen, die zur öffentlichen Selbsterniedrigung der Untalentierten einladen oder vermeintlich "glaubwürdige" Musiker, denen jede Form von außermusikalischer Schlammschlacht recht ist, um die eigenen Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben. Höchste Zeit also, dass mal Fachleute zu Wort kommen und uns erklären, wie das so als "echte" Puppe zwischen all den humanoiden Laiendarstellern mit unsichtbaren Fäden dran ist. Die Abordnung der Puppetmastaz, Mr. Maloke, Pit und Croucholina, haben sich lange genug zwischen den Menschen getummelt, um uns im Gespräch anlässlich der Veröffentlichung ihres ersten Longplayers Einblicke in Kung-Fu, den Mittelpunkt der Erde, Polen und die Rolle der "Creature" im Rap-Biz zu geben. Netterweise bleiben dabei ihre "Schatten", wie sie die marionettenspielenden Menschen nennen, da, wo sie hingehören, nämlich im Hintergrund. Und was bleibt, ist das unzensierte Wort der Creatures.
rap.de: Ihr seid also die Verkörperung des Begriffs "Pet Sound", die kleinen Tiere, die den Menschen den Sound bringen?
Mr. Maloke: Ja, klar, wir sind gekommen, um den Planeten ins Schwingen zu bringen und eine Atmosphäre zu erzeugen, die die Menschen aus ihrem gewohnten Trott raus- und zu ihren Roots zurückbringt.
rap.de: Müssen wir also von Außerirdischen gerettet werden?
Croucholina: Sie sind schon da, in den Köpfen der Menschen.
Mr. Maloke: Ja, sie sind schon da, denn die Menschen stellen immer das Eine und das Andere in Frage.
rap.de: Bringt ihr also das Außerirdische in die Musik wie Sun Ra?
Pit: Es geht hier nicht um Aliens.
Mr. Maloke: Weißt du, wir bringen die Creature zurück zu den Aliens. Die Creature kommt nicht aus dem Weltall, sondern lebt im Sumpf, unter der Erde, zwischen deinen Haaren…
Croucholina:… oder in deinen Turnschuhen.
Mr. Maloke: Die Creature ist etwas, was in dir ist, und wir bringen sie zum Vorschein.
Pit: Es ist ein bisschen, als würde man den Toten Leben einhauchen.
Croucholina: Ja, als würde man Elvis wiederbeleben.
Mr. Maloke: Yeah, wir haben Elvis Presley, wir haben Elvis Costello. Sie sind beide in unserer Crew, und sie warten nur darauf, dass ihr ihnen zuhört. Also was die ganze Alien-Geschichte angeht: Manche Menschen fühlen sich entfremdet, weil sie immer das Eine mit dem Anderen vergleichen. Aber wenn du dich an das Eine hältst, wirst du immer da sein, wo du hingehörst.
rap.de: Also geht es eher um Unity?
Mr. Maloke: Es geht darum, es roh und ungeschliffen auf Street Level zu halten.
Croucholina: Yeah, keep it real and stick to the one.
rap.de: Stehen Creatures deshalb auf HipHop?
Mr. Maloke: Wir machen eigentlich nur HipHop, weil wir nicht die richtigen Instrumente für Country-Music haben. Wir wollten einen Kontrabass und so haben.
rap.de: Wenn man euch ein Banjo gäbe, würdet ihr dann wie Johnny Cash spielen?
Mr. Maloke: Ja, könnte sein.
rap.de: Was war zuerst da, die Creature oder die Musik?
Mr. Maloke: Zuerst war da die Creature. Wir fluchten und schimpften auf der Straße, bis so etwas wie ein Rhythmus dabei rauskam, eine Art Beatbox. Und als wir aufhörten zu reden, prasselte der Regen aufs Dach und machte diesen Krach, der auf einmal wie HipHop klang, bis dann schließlich die Prosetti Brüder vorbeikamen und sagten, dass sie uns produzieren würden.
Pit: Freestyle kommt auch von den Straßen Rumäniens. Für einen Penny freestylen kleine Zigeunerkinder auf der Straße. Eigentlich geht es bloß darum, der Sache einen Namen zu geben. Mr Maloke zum Beispiel kommt aus Crooklyn, New York, und vor etwa 140 Jahren hat er schon den HipHop erfunden. Da wusste er schon, dass HipHop existiert.
Mr. Maloke: HipHop war sogar schon da, lange bevor ich Kung-Fu erfand.
Croucholina: Weil Musik die Nahrung der Liebe ist, muss man einfach immer weiter machen.
rap.de: Wie bringt ihr denn auf eurer Platte rüber, dass Creatures am Werk sind und nicht etwa Menschen, die vorgeben, Puppen zu sein.
Mr. Maloke: Unsere Haltung ist wie der Geruch, der von einem Stück du-weißt-schon ausgeht. Es ist dieser neue Gestank, den wir über die Welt bringen und der ehrlich ist. Nicht wie diese Politiker, wie Bush oder Westerwelle, die tun, als wären sie Marionetten der Medien, und in Wirklichkeit sind sie Menschen. Das ist nicht fair.
rap.de: Wie können Menschen denn den Creature Funk verstehen, haben sie selber so was wie Funk oder Groove?
Mr.Maloke: Wir stellen die animalische Seite des Menschen dar. Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Das ist typisch für die Menschen, sie haben zwei Seiten, das ist das ganze Drama ihres Lebens. Dr. Jekyll, der immer kontrolliert ist, und Dr. Hyde, der ständig den kranken Scheiß startet. Wir lassen den Doktor direkt weg, wir sind der ill shit.
rap.de: Ihr bringt also das Tier im Menschen zum Vorschein?
Croucholina: Jeder Mensch hat den Creature Funk in sich. Du musst dich an das Eine halten und es in deinem Goldenen Zentrum finden.
Mr.Maloke: Wer suchet, der findet.
Pit: Und wenn du es nicht findest, dann schau in unsere Augen. Da wirst du es finden.
rap.de: Könnt ihr also zwischen euren verschiedenen Identitäten hin und her wechseln?
Pit: Einmal wachte Mr. Maloke auf und war Dracula.
Croucholina: Oder Frankenstein. Kennst du Frank Stone?
Mr.Maloke: Manchmal liege ich in meiner Metallkiste rum und frage mich, wann dieser Schatten endlich auftaucht, um mich loszulassen. Doch wenn sie ihren Arsch hochkriegen, sind wir bereit loszulegen.
Pit: Manchmal treiben wir uns auch im Mittelalter rum, da sind unsere Wurzeln. Wir stehen ziemlich auf Schwerter, Mann-gegen-Mann-Gefechte. Leute wie Bush sollten ihre Truppen minimieren und Duelle austragen. Präsident gegen Präsident. Saddam vs. Gerorge W.
Mr. Maloke: Ja, eine große Arena drum herum, reichlich Popcorn und jede Menge Geld verdienen.
Croucholina: Und dann können wir wetten, wer gewinnt.
rap.de: Was haltet ihr von anderen Puppen wie den Muppets?
Croucholina: Miss Piggy ist gefickt. Ich muss sie immer und immer wieder dissen. Sie ist immer voll auf Alkohol und Drogen. Ich glaub, sie kriegt ihre Drogen von Kermit oder irgendwelchen Medien-Typen-Dealern, die um sie rumlungern. Ich meine: Der älteste Erfolg ist der von gestern, wie Freddy Quinn mal gesagt hat.
Mr. Maloke: Ich glaube, bei den Muppets lief eine zwiespältige Geschichte ab. Die Puppen wurden in New York gemacht, aber die Show wurde in London aufgezeichnet. Ich glaube nicht, dass das gut für die Puppen war. Die Schatten der Puppen sollten immer mit den Puppen abhängen, damit sie präsent sein können.
Pit: Wenn die Muppets auf einer Pepsidose durch die Gegend fliegen, dann ist das traurig. Es gibt einige gute und witzige Puppen, doch es ist, als gehörten die Puppen jemandem, als würde sie jemand kontrollieren. Sie benehmen sich nicht wie Puppen. Doch wir Puppen von den Puppetmastaz sind unsere eigenen Herren und Meister.
Pit: Wir glauben nicht an Gott, wir glauben an die Goldene Mitte.
rap.de: Und was ist die Goldene Mitte?
Pit: Es ist ein warmer, leuchtender Ort.
Croucholina: Es ist wie eine einzelne Schüssel Reis.
Mr. Maloke: Es ist der Mittelpunkt der Erde.
Croucholina: Manchmal machen wir ein Picknick da.
rap. de: Gibt’s da Radio, und was spielen sie?
Mr. Maloke: Sie spielen eine Menge indischer Musik.
Pit: Aber auch alles Mögliche, wie Barock.
Mr. Maloke: Es ist irgendwo zwischen Indien und Kreuzberg. Und sie haben sogar blauen Himmel. Aber es führt auch ein anderer Weg direkt in die Hölle. Ich ging dahin, hatte ne Menge Spaß, kam zurück und ging direkt ins Aufnahmestudio. Und da hab ich mir die Lunge rausgeschrieen.
rap.de: Ihr wart im Goldenen Zentrum und in der Hölle. Wie ist es denn, danach in Berlin in einem Club aufzutreten?
Pit: Wie Helloween.
Mr. Maloke: Berlin ist immer noch ein Ort, der die Mädels zum Tanzen bringt. Und wenn die Mädels tanzen, dann bin ich fasziniert vom Glanz der Nylonstrümpfe. Wenn du den Lesern irgendetwas sagen willst, dann, dass sie Nylonstrümpfe tragen sollen.
Croucholina: Ja, auch die Jungs.
Mr. Maloke: Wenn du so klein bist wie wir, siehst du immer nur die Beine und die sollten dann bitte glänzend und hypnotisierend sein.
Pit: Sie könnten auch mehr rumhüpfen. Die Leute sind meiner Meinung nach überinformiert durch die Kultur, sie sind überfüttert. Jeder kennt schon alles, hat alle möglichen Fotos und Filme gesehen und so weiter. Deshalb bewegen sie sich nicht, wenn sie ausgehen. Weil sie den Topact jeden Abend sehen können. Schau dir da lieber mal die Leute auf dem Dorf an.
Mr. Maloke: Ja, wir waren in Polen. Ich glaube, dass nicht viele Menschen in Polen Fernsehen oder tolles Entertainment haben. Aber die Leute sind abgegangen wie nirgendwo sonst auf der Welt. Poland is the shit! Es gibt einen polnischen Schriftsteller, der sagt: Wir sind das Alltägliche, Gewöhnliche, das einen Einbruch macht in das hermetische Abstrakte.
rap.de: Glaubt ihr, dass die Menschen über euch lachen oder dass sie euch auslachen?
Croucholina: Sie lachen mit uns.
Pit: Hoffentlich.
Mr. Maloke: Ich mache eine Aussage und die Leute lachen? Hallo? Warum lacht ihr. Ich mag das nicht, schließlich bin ich der Typ, der Kung Fu erfunden hat. Dafür will ich Respekt.
rap.de: Einerseits seid ihr politisch engagiert als Wesen, aber auf der anderen Seite seid ihr lustig. Wie funktioniert das?
Pit: Das fehlt doch in der Politik.
Mr. Maloke: Guck dir doch die Tagesschau an. Ich kann mir das nicht mehr ansehen. Die Art und Weise, wie sie sprechen, macht mich krank.
rap.de: Könntet ihr euch vorstellen, die Tagesschau zu moderieren, als Creature-Variante von Ulrich Wickert?
Mr. Maloke: Ja. Wenn sie mir einen Beat und Informationen geben und mich freestylen lassen über das, was geschieht, sicher. Ich glaube, eine Menge Leute würden das mögen, das ist wirklich direkt. Doch ich fürchte die Reporter in ihren lächerlichen Trenchcoats wollen Objektivität.
Croucholina: Ich vermisse den Hofnarr. Das war der beste Job überhaupt, denn der Hofnarr stirbt nie, außer wenn er schlechte Witze macht.
rap.de: Ihr seid also eine moderne Variante der Hofnarren?
Mr. Maloke: Es ist unsere Position in der Gesellschaft. Und für dich ist es doch dasselbe. Die ganzen Medien-Typen sind doch nur Hofnarren in diesem Spiel.
Croucholina: Der Hofnarr ist der Einzige, der Witze über den König machen darf. Und der König hört gerne Witze über sich selbst, da er dann über sich lachen kann.
Mr. Maloke: In Amerika macht niemand außer vielleicht Eminem und Xzibit Witze über Bush, oder? Ich höre zumindest kaum was. Es ist eine kritische Zeit. Und wenn der Narr seinen Mund hält, geschieht vielleicht etwas Schlimmes und Krankes.
rap.de: Der Narr ist also eine Figur, die Entertainer und politische Person zugleich sein kann?
Mr. Maloke: Ja. Und feiern. Das ist das, was wir gelernt haben.
rap.de: Könnt ihr nicht eure eigene Partei gründen?
Mr.Maloke: Wir haben es mehrmals versucht, aber sie wollten uns nicht. Im Reichstag haben sie gesagt: Haut ab und geht in den Zoo, oder so was!
rap.de: Was macht ihr als nächstes, wenn ihr das Album draußen habt?
Mr. Maloke: Wir werden einen eigenen Fernsehkanal eröffnen und diese Hologramm-Dinger überall in Deutschland aufstellen.
Croucholina: Und es wird gratis Turnschuhe für alle geben.
Mr. Maloke: Yeah, das waren die Puppetmastaz. Vielen Dank.
Ol’ Dirty Bastard – „The Trials and Tribulations of Russell Jones“
Brooklyn… Zoo!
Russell Tyrone Jones aka Ol’ Dirty Bastard, das wohl exzentrischste und verrückteste Mitglied des Wu Tang Clan, meldet sich nach seinen endlosen Drogen- und Gefängniseskapaden massiv zurück und beweist allen Kritikern, dass noch mit dem alten dreckigen Bastard gerechnet werden muß.
Nach seinen vorherigen Alben „Return of the 36 Chambers: The Dirty Version“ und „N**** Please“ holte sich der Rapper diesmal famose Unterstützung von renommierten Rappern wie Mack 10, Big Syke, C-Murder, Too Short, Sunz of Man und E-40, um erneut die Hip Hop Welt ins Staunen zu versetzen.
Was bereits bei seinem zweiten Album zu erkennen war, wird auf diesem Album fortgesetzt. Ol’ dirty Bastard oder „Dirt McGirt“, wie er sich zur Zeit nennt, entfernt sich immer mehr von dem Wu Tang- style und tendiert nunmehr zum eher melodiösen und innovativen Sound. Bereits bei seinen ersten von 18 Tracks, bemerkt man den leicht angehauchten R’n’B Touch, was dem Ganzen eine interessante Note verleiht und auch nicht unbedingt in die Mainstream Richtung geht.
Mit seiner sehr extravaganten Art und Weise Wortakrobatik und fette Beats zu vereinen, begeistert er langjährige Ol’ Dirty Fans aufs neue. Auch seine notorischen humoristischen Einlagen sind uns zum Glück erhalten geblieben. Einziges Manko des Albums ist die verhältnismäßig kurze Spielzeit von ca. 49 Minuten.
Fazit: Wer kann dem alten dreckigen Bastard schon wiederstehen? Mit seinem frischen melodiösen Style und seiner bewährten direkten Art, ist der Verzicht der Wu Tang Familie und vor allem der Entsagung von einzigartigen Einflüssen und Producer- Fähigkeiten eines RZA auf diesem Album durchaus verschmerzbar. Holt euch diese Scheibe!!




