Gangstarr, The Beatnuts, Eric B. & Rakim und jetzt endlich auch Jedi Mind Tricks. Eine gestandene Zwei-Mann-Kapelle hat sich rausgeputzt. Aus dem tiefsten Philly Underground stampften sie schon die Amber Probe (EP) und traten so Mitte der Neunziger einigen Premo-Beat-Anhängern auf die Füße. Dreckiger Sound, abgehobene und vor allem abstrakte Beats von Stoupe the Enemy und eine rauhe, wutentbrandte Stimme von Vinnie Paz ließen die Band nicht zu den anderen Big Names aufsteigen. Nein, sie besetzten eine ganz eigene Nische; und füllten diese aus. Zwar haben JMT nicht viel mit den sagenhaften Jedi aus Star Wars gemeinsam, vielmehr soll der Name wohl parabelhaft für deren Geist stehen.
Und jetzt ist es da, das dritte Album. Visions Of Ghandi. Aha, klingt ja interessant, mal hören. Und wirklich, visionär kann man es nennen. Immer noch die roughen und sphärischen Beats, pompös wie mit Canibus auf The Rage Of Angels, orchestral und bolerohaft wie A Storm Of Swords. The Wolf und Kublai Khan marschieren militärisch in die Gehörgänge. Und bis jetzt noch der, wenn auch fortgeschrittene, Sound von Jedi Mind Baby…. Doch wenn man als Produzent ganz oben in der Liga mitspielen will, muss sich da nicht mehr sehen lassen? Stoupe lässt mehr sehen: Lateinamerikanische Rhythmen, getragen von verspielten Gitarren und leichten Bläsern, arrangiert der gebürtige Puerto-Ricaner mit Frauenstimmen und erzeugt FLAIR. So zu hören bei Blood In, Blood Out, Nadia Cambia und dem wirklich guten Rise Of The Machines. Diese harmonischen Klänge und flüssige Beats fügen sich wirklich gut in das Gesamtbild ein. An Abwechslung mangelt es also wirklich nicht.
Auch die Liste gefeatureter Künstler kann sich sehen lassen: Canibus und Crypt the Warchild, Kool G Rap, Planetary, Non Phixion und Ras Kass, Tragedy Khadafi und und und. Bei beinahe jedem Lied bekommt man quasi gratis eine Kostprobe anderer Player dazu. Nicht etwa als Lückenfüller, nein, hier kann man hören, wie sich die Gäste in den Bann der überwiegend großen Produktionen ziehen lassen. Besonders stolz war man auf die Aufnahmen im Hause Chung King, NY, wo auch schon die Beastie Boys und Public Enemy arbeiteten.
Bei allem Lob über Stoupes Musik, ich finde Vinnie Paz kann bei dieser Entwicklung nicht immer ganz Schritt halten. Klar ist er ein rougher MC, doch selten kommt er über Battle Lyrics hinaus, und wenn, dann nur um George W. Bush und dessen Krieg in die Hölle zu schicken. Sehr viel Gehaltvolleres oder auch mal Positives ist nicht zu hören. Das darf man nicht falsch verstehen, er rockt immer noch. Doch eben ohne die Evolution, die die Beats vormachen.
Und ob Ghandi mit derart vielen Verwünschungen und bösen Flüchen einverstanden gewesen wäre, bezweifel ich…
Jedi Mind Tricks – Visions of Ghandi
R. Kelly – The R. In R&B – The Greatest Hits Video Collection
R. Kelly, mit diesem Namen verbindet man R&B-Musik vom Feinsten. Zwar steht das R. in R.Kelly für Robert, aber so ganz zu Unrecht trägt die Collection den Titel The R. In R&B nun auch wieder nicht. Wie es sich für einen Superstar seiner Kategorie gehört, musste nach 26 Platin-Auszeichnungen endlich mal eine Greatest Hits Collection her. Der 32-Jährige hat in seinem Leben schon so einiges mitgemacht inklusive einer Schussverletzung als Kind. Sicherlich hat er viele Erlebnisse mit seiner Musik bzw. seinen Videos verarbeitet. Logischer Vorteil der DVD gegenüber der CD ist eindeutig der, dass man nicht nur seine tolle Songs hört, sondern sich auch gleichzeitig die alten und neuen Videos anschauen kann.
Dabei macht der Zuschauer eine Zeitreise durch die bunte Videoclip-Welt von R.Kelly. Angefangen von frühen Hits mit ihren anzüglichen Texten wie „Bump ’n Grind“ (1993) und „She’s Got That Vibe“ (1992), über weltbekannte Balladen wie If I Could Turn Back The Hands Of Time oder Gotham City. Natürlich dürfen auch die neuen Clubtracks wie Ignition Remix und das ganz aktuelle Thoia Thoing nicht fehlen.
Auf der DVD findet man wirklich die Creme de la Creme seines Schaffens, es kommt selten vor, dass man die Songs nicht schon einige Male im Radio gehört hat was natürlich für den Weltruhm dieser Lieder spricht. Zur kompletten Supercollection fehlen lediglich ein paar Songs wie z.B.: I Belive I Can Fly, Home Alone, Half On A Baby und Did You Ever Think. Vor allem ist es um den SpaceJam Soundtrack und Megahit I Belive I Can Fly schade, sicherlich einer der Songs, die man einfach mit R.Kelly verbindet. Doch das tut der Collection keinen Abbruch. Es gibt ja genügend andere Spitzensongs auf der DVD.
Insgesamt gibt es auf der DVD 18 Videos + 5 Remixe auf der Bonus-DVD (keine Videos).Auch eingefleischte R.Kelly Fans werden unter den Remixen evtl. den einen oder anderen unbekannten Track finden. Stimmekräftige Unterstützung bei den Remixen holt sich R.Kelly unter anderem von Busta Rhymes, Baby, Boo & Gotti und Camron.
Als Fazit kann man sagen, dass diese Greatest Hits Video Collection sehr gelungen ist. Die alten Videos schaut man sich einfach immer wieder gerne an. Dadurch, dass ein paar Songs fehlen, ist die Collection zwar nicht perfekt, aber trotzdem ist das Ganze vor allem für Fans von erstklassiger R&B-Musik bzw. von R.Kelly ein schönes Weihnachtsgeschenk.
‚Time Crisis 3‘
Reload! … Es darf wieder munter drauf los geballert werden. Ausgerüstet mit G-Con 2 und fester Entschlossenheit, schickt euch Namco mit Time Crisis 3 in neue Missionen, in denen ihr euch erneut gegen gemeine Schurken zur Wehr setzen müsst.
Story
Die friedliche Mitteleerinsel Astigos wird von der Zagoria Föderation terrorisiert und wurde bereits zu 80 Prozent besetzt. Die Zagoria Föderation hat an strategischen Punkten auf der Insel Raketen stationiert, die eine Bedrohung für Lukano sowie weitere Nachbarländer darstellt. Als Spieler schlüpft ihr in die Rolle eines der beiden Spezialagenten Alan Dunaway oder Wesley Lambert, mit der Mission, Raketen aufzuspüren, sie zu vernichten und somit dem Bösewicht Giorgio Zott das Handwerk zu legen.
Gameplay
In punkto Gameplay hat sich Namco gehörig ins Zeug gelegt und präsentiert uns in Time Crisis 3 jede Menge neue und interessante Features. Wie gewohnt ballert ihr euch aus der Ego-Perspektive durch Scharen von Söldnern. Time Crisis- like bekämpft ihr die Schurken zu zweit. Entweder ihr schnappt euch euren Kumpel, oder der Computer übernimmt den Part eures Kumpans. Insgesamt besteht das Spiel aus 3 Levels á 3 Abschnitte. Nach einer kurzen Zwischensequenz beginnt die geballte Ladung Action. Zu Beginn befindet ihr euch am Strand, wo euch bereits die erste Horde an Terroristen Paroli bieten möchte. Weitere Schauplätze sind ein Schiffswrack, ein idyllisches Waldgebiet, Lukanos Innenstadt, und im Grand Finale bekämpft ihr den berüchtigten Giorgio Zott in dessen geheimem Stützpunkt.
Bezüglich der Neuerungen und Veränderungen im Gameplay-Bereich fällt in Time Crisis 3 sehr schnell der erhöhte Schwierigkeitsgrad auf. Selbst im einfachsten Schwierigkeitsgrad dauert es eine Weile, bis ihr euch die „Free Play-Option“ erspielt habt. Die ist absolut notwendig, denn ohne diese Option wird es äußerst schwer bzw. nahezu unmöglich, den Story Mode durchzuspielen. Je weiter ihr im Spiel avanciert, desto mehr anwendbare Goodies spielt ihr frei.
Time Crisis 3 zeichnet sich ebenfalls durch das neue Waffensystem aus. Ihr habt nun die Möglichkeit, zwischen Handfeuerwaffe, Maschinengewehr, Schrotflinte oder Granatenwerfer auszuwählen. Die einzelnen Waffen wählt ihr aus, während ihr euch in der Deckung befindet.
Durch das neue Waffensystem wird nun ein taktisches Vorgehen abverlangt. Während ihr Infanteristen eher mit der Handfeuerwaffe beseitigt, ist es bei Scharfschützen oder mit kugelsicherer Weste ausgestatteten Gegnern vorteilhafter, das Maschinengewehr oder gar die Schrotflinte zu zücken. Gegenüber Panzern, U-Booten oder Flugzeugen hilft nur der Granatenwerfer. Geht euch die Munition aus, solltet ihr besonders auf spezielle Gegner achten, die eine leicht gelbliche Uniform tragen. Je öfter ihr diese mit euren Kugeln „perforiert“, desto mehr Munition wird euch zugewiesen. Sollte es dennoch passieren, dass euch die Munition ausgeht, kein Panik, die Munition für die Handfeuerwaffe ist unbegrenzt.
Bewerkstelligt ihr es letzten Endes, euch bis zum Endgegner zu ballern, erwartet euch ein spannendes Finale in cineastischer Manier.
Habt ihr den Story Mode durchgespielt, erwartet euch mit dem neuen Rescue Mission Mode eine weitere spannende Herausforderung. Hier übernimmt ihr die Rolle von Alicia Winston, Daniel Winstons kleiner Schwester und Mitglied der Armee von Lukano. In diesem Modus erfährt ihr die Vorgeschichte zu Astigos Besetzung durch die Zagoria Föderation und Daniel Winstons Geiselnahme. Alicias Ziel ist nämlich, ihren Bruder zu befreien, der von der Zagoria Föderation als Geisel genommen wurde. Der Rescue Mission Mode bietet jede Menge Abwechslung. Hier wird dem Zocker in insgesamt 14 knallharten Missionen alles abverlangt. Entweder schießt ihr euch den Weg durch Massen von Gegnern, oder ihr eliminiert strategisch die Terroristen im Sniper-Modus. Habt ihr nach einiger Zeit auch diesen Modus gemeistert, solltet ihr euch und eurer G-Con 2 eine wohlverdiente Pause gönnen. Ihr solltet nicht allzu lange spielen, denn dieses Game beinhaltet jede Menge Suchpotenzial!
Technik
Die Grafik in Time Crisis 3 ist wohl der größte Schwachpunkt des Spiels. Obwohl optisch gesehen sicherlich der beste Time Crisis Teil, sind die Verbesserungen zum Vorgänger kaum erkennbar und können mit anderen aktuellen Spielen nicht mithalten. Auch die Lippensynchronisation lässt oftmals zu wünschen übrig. Die Animationen der Figuren sind jedoch vorzüglich gelungen und sehen sehr realistisch aus. Auch Explosionen und zertrümmerte Gegenstände sind makellos in Szene gesetzt. Die einzelnen Level sind zwar recht kurz ausgefallen, aber dafür sehr abwechslungsreich konzipiert.
Der Sound ist ein echtes Plus in diesem Game. Die tollen Soundeffekte bei zerschossenen Flaschen oder explodierenden Vehikeln können sich sehen lassen. Auch die Stimmen der jeweiligen Charaktere hören sich diesmal recht erträglich an. Die Stimmen sind zwar immer noch nicht hollywoodtauglich, aber im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen deutlich passender.
Fazit
Mit Time Crisis 3 hat Namco erneut voll ins Schwarze getroffen. Der lang ersehnte dritte Teil derTime Crisis-Reihe ist mit noch mehr Action als die Vorgänger ausgestattet und versetzt dem Gamer endlose Adrenalinstöße. Durch Verbesserungen im Gameplaybereich und im Waffensystem werden dem Zocker diesmal mehr Möglichkeiten geboten. Durch die Auswahl von vier verschiedenen Waffen ist nun taktisches Vorgehen Trumpf. Auch der Sniper Modus im Rescue Mission Mode bietet eine nette Abwechslung. Leider wird das Gesamtbild durch mäßige Grafik, fortwährende Flimmern und Ruckler etwas beeinträchtigt. Auch der Zweispieler-Modus ist leider nicht verbessert worden. Besitzt man keinen überdurchschnittlich großen Fernseher, bringt einem dieser Modus wenig Freude. Trotz dieser Schwächen ist Time Crisis 3 derzeit der beste Action Shooter auf dem Videospielmarkt. Für Lightgun-Fetischisten definitiv ein absoluter Pflichtkauf!
Pro:
abwechslungsreiches Gameplay
reizvoller Rescue Mission Mode
neues Waffensystem
kurze Ladezeiten
massenhaft Extras
Contra
teilweise Ruckler
starkes Flimmern
mäßige Grafik
Entwickler: Namco
Hersteller: Sony
USK: ab 16 Jahre
Spieler: 1-2
Bewertung: 5 / Gelungen
System: Playstation 2
Mixery Raw Deluxe – Best Of
Die momentan erfolgreichste deutsche HipHop TV Show. Mixery Raw Deluxe bietet ihren Fans zum Ende des Jahres hin ein kleines Special an. Und zwar in Form einer Best Of Doppel CD.Hier haben die Verantwortlichen um den Moderator und Kopf von Mixery Raw Deluxe, Falk Schacht, keine Mühen gescheut, um uns ein gelungenes HipHop-Paket zu schnüren.
Zum einen Teil besteht es aus einer DVD, die voll gepackt ist mit diversen Highlights.Ein Teil besteht aus einer Auswahl von Interviews, die im Rahmen der Mixery Show gelaufen sind. Hier kann man sich noch mal einige ansehen, wie zum Beispiel die Old School Legenden Kurtis Blow, Lovebug Starski oder Doug E. Fresh. Natürlich fehlen aber auch nicht die heutigen Superstars wie der Jigga, 50 und die Roots. Insgesamt wurde bei der Auswahl des Materials viel Wert auf Abwechslung gelegt. Von der Old School bis zu deutschem Rap ist hier alles drauf zu finden. Aber wieder der Reihe nach.
Des Weiteren wurden einige Highlights von Mixery On Tour zusammengetragen. Herausgekommen sind Auszüge von Erykah Badu, Common, den Roots und Jay-Z.Als Extras gibt dann noch einige Höhepunkte der Shows zu sehen, wie das Kochen mit Toni-L, einen Scratch-Kurs mit DJ Hype und einen Blick hinter die Kulissen von Mixery.Als DVD-Bonbon wurden noch drei Videos ausgewählt, die man wohl fraglos als All Time Classics bezeichnen kann: We Want Easy von Eazy E, Jeru´s Come Clean und The Hiatus von Diamond.
Die zweite CD ist voll und ganz dem deutschen HipHop gewidmet. Hier wurden 19 Tracks ausgewählt, die sich kreuz und quer durch die hiesige Rap-Landschaft bewegen. Da wäre die Berliner Fraktion, vertreten durch Bushido, Die Sekte und Sido. Die Hamburger sind dabei mit den Beginnern, Doppelkopf, Ferris MC und ASD. Außerdem gibt es Curse, Creutzfeldt und Jakob, Plattenpapzt und Savas, Olli Banjo, Feinkost Paranoia u.a.Eine bunte Mischung aus neueren und älteren Tracks.
Insgesamt eine gelungene Zusammenstellung, nicht nur für Leute, die die Sendung regelmäßig verfolgen, sondern für den HipHop-Fan an sich. Schaut und hört mal rein.
12-Inch-Reviews III – Doujah Raze, Apani B., Diverse, Soulspazm Records, Bomb Mitte, Meteosound
2003 nähert sich nach und nach seinem Ende, doch bevor wir uns in den Winterurlaub verabschieden, sollten noch mal einige 12-Inches Erwähnung finden, die über die letzten Wochen eingetrudelt sind. Allen voran ist dabei für meinen Geschmack ein Mann namens Doujah Raze zu nennen, der mir bis vor kurzem noch völlig unbekannt war. Auf seinem eigenen Label Trilogy Records veröffentlichte er gerade die 12 The Dedication b/w Ghosts Of Mars, auf der der erst 24-jährige MC aus Brooklyn New York so abgeklärt burnt, als wäre nichts leichter als das. Die A-Seite The Dedication featuret O.C. und Born Unique und wurde von einem Mann namens Danny Digger Frazitta produziert, den ich bisher genauso wenig kannte, wie den MC selbst. Das Instrumental pumpt in mäßigem Tempo vor sich hin und lebt von langen und kräftigen Bläsersamples. Mit Yeah it´s fort he streets, the hustlers, the ballers and the freaks you gotta hold that heat leitet die äußerst charismatische, dunkle und raue Stimme Doujahs die Representer-Hymne ein. Die B-Seite Ghosts Of Mars stammt vom Produzententeam The Double-J, die hier gerade im Hinblick auf die anstehende Weihnachtszeit mit Streichern und warmen Vibraphonsounds einen perfekten Job gemacht haben. Auch hier überzeugt Doujahs entspannter Flow auf ganzer Linie, an den Decks von Turntable-Legende Mista Sinista angemessen unterstützt. Schön, dass man immer wieder so angenehm überrascht wird! Definitives Muss, das Ding.
Die nächste Künstlerin dürfte den Meisten wohl besser bekannt sein: Apani B. Fly MC aus dem Umfeld von New Yorks Underground-Gott Mr. Complex bereichert uns im Vorfeld ihres bevorstehenden Solo-Longplayers mit der 12 Abracadabra b/w Say What Niggas. Standesgemäß wurde die A-Seite vom Ober-Symphaten DJ Spinna produziert, der uns einen seiner typisch-fluffigen, leicht synthie-angehauchten Gute-Laune-Beats liefert. Darauf erzählt Apani vom daily-business: It´s all the same killing time, making magic in the basement round the world recording …. Die B-Seite kommt von keinen Geringeren als den Beatminerz, die für Say What Niggas einen recht reduzierten Beat geschraubt haben, der auf einem eher unspektakulären Bläser-Sample basiert. Dafür lässt das Instrumental so dem nun etwas ernsteren Thema der Situation der Black-Community in den Staaten angemessen Raum, zu dem Apani in der ihr eigenen Art einen bereichernden Beitrag liefert. Passt.
Einen wahrhaften Traum auf Vinyl haben wir schließlich Diverse zu verdanken, der auf der zweiten Auskopplung aus seinem Album One A.M.den Kollegen Lyrics Born sowie die Produzenten-Überflieger RJD2 (auf der A-Seite Explosive) und Madlib (auf dem B-Seiten-Track Aint Right) versammelt. Natürlich hält das Line-Up, was es verspricht Explosive bewegt sich schon eher in Uptempo-Gefilden und zeigt DefJux-Artist RJD2 in bester Rock-Laune. Klare Ansage. Ebenso erwartungsgemäß zeigt sich Stonesthrow-Ikone Madlib auf Aint Right vergleichsweise etwas verhaltener und liefert ein warm-flirrendes Instrumental mit einem Soul-Vocal-Sample (I know for certain everything aint right), das nur auf diesen Beat gewartet zu haben scheint. Selbst das Cover der Scheibe ist größtes Tischtennis. Kaufen!
Mit DJ Sat-One und der 12-Inch Aftermidnite meldet sich auf Soulspazm Records schließlich einer der Schüler aus der A Touch Of Jazz-Schule aus Philadelphia. Schnell wird dabei deutlich, dass Mentor und Meister Jazzy Jeff auch im Falle von Sat-One einen guten Job gemacht hat. Zugegeben konnte man sich davon natürlich auch schon in der Vergangenheit auf den Sat-One-Beiträgen zu Jazzy Jeffs Producer-Album in der BBE-Serie oder zum Baby Blak-Album Once You Go Blak (ebenfalls auf BBE/Rapster) überzeugen. Nun heißt der Recording-Artist aber eben schon auf dem Cover Sat-One, und mit Aftermidnite gibt der producing DJ mehr als nur eine nette Visitenkarte ab. Schon der Titeltrack wartet mit den angemessen jazzigen Vibraphon-Samples und schnellen Cuts des Erzeugers auf. Auf The Popoff feat. Kamachi und Baby Blak wird der Vibe im Vergleich zu Aftermidnite noch etwas heller und fröhlicher. Skratch Makaniks stellt dem Titel gerecht werdend schließlich das von Gos moderierte Cut-Festival der Herren Jay Ski, Kweston, Excel und Jay Ski selbst dar. Sehr schön und hörenswert.
Nur auf 7-Inch kommt ein weiteres Highlight namens Pure Luck daher. Ein kleines neues Label mit der Firmenbezeichnung Bomb Mitte hat es sich zur Aufgabe gemacht, uns im 45-Format in regelmäßigen Abständen mit dem einen oder anderen ausgefalleneren Schmankerl aus der Welt des HipHop zu versorgen. Für einen der ersten Releases hat man sich dazu Kinderzimmer-MC Textor eingeladen, der auf einem mehr als eckigen Beat eines gewissen Sir Positive zwei- oder zweieinhalbsprachig rappt. Ich bin im selben Universum, aber weit hinterm Berg nur weil du da bist, heißt es nicht, dass man das merkt sach ich da nur. Dazu dann noch die im Outro schräg reingehängten Piano-Fetzen, das muss man sich erst mal trauen.
Genau wie Bomb Mitte kommt auch Meteosound aus Berlin. Grundsätzlich versteht man sich dort als Dub-Electronic-Label, doch mit der 12-Inch Monkeytribe Mixes hat man sich eines hiphop-orientierten Projekts (eben Monkeytribe) aus dem UK (Schottland) angenommen. Dessen female vocal-artist MC Soom-T glänzt zur Zeit gerade auch auf dem genialen Bus-Release auf Scape und lässt auch auf den beiden Tracks Delaware und Tribal Vibe, die auf den Monkeytribe Mixes zu hören sind, keine Wünsche offen. Delaware wurde sowohl von Thomas Fehlmann (the orb, oceanclub) als auch vom Shitkatapult-Künstler Phon.O geremixt. Des weiteren gibt es noch einen eigenen Monkeytribe Edit. Der über 7-minütige Fehlmann-Mix steigt warm-jazzig mit einem klassischeren Vibes-Sample ein und geht dann in eine synthetischere Atmosphäre über, die besonders in der Hook bestens zum leicht melancholischen Gesang von MC Soom-T passt. Auch danach entwickelt sich das Instrumental mit leichten Dub-Einflüssen interessant. Sehr gelungen das. Der Phon.O RMX liefert dann die deutlich elektronischere Variante, die in Abhängigkeit von der persönlichen Stimmung gerade richtig, aber auch mal etwas anstrengend wirken kann. Das Herz geht einem dann jedoch spätestens bei Tribal Vibe auf, in dem Soom-T singend über einem Gitarren-Loop in bester Galliano-Tradition zu hören ist. Fett.
Böse im Uptempo-Bereich bewegen sich schließlich Five Deez (K7!) auf Funky etxended, einem Party-Track mit deutlich über 120 BPM. Wie üblich kommt die freshe Produktion vom Wahl-Berliner Fat John, der selbstredend auch als MC auf dem Track zu hören ist. Die schmeichelnden Vocals in der Hook stammen von einer Lady namens Amleset Solomon, die das geschmeidige Club-Brett leicht-lasziv abrundet. Auf der AA-Seite erwartet einen der Titel B-Girl extended, der zwar deutlich langsamer daher kommt als die A-Seite, aber für HipHop-Verhältnisse immer noch reichlich Zug hat. Auch dieser Song verlässt die klassischen HipHop-Klanggefilde eindeutig und ist für den Dancefloor produziert. Geprägt wird das ganze von durchgehender, pumpender Kickdrum und einem melancholischen Trompeten-Sample. Nichts für HipHop-Puristen, viel für Open-Minder. Frohes Fest.
Jay-Z – The Black Album
In einer Review über das letzte Album eines Künstlers zu sprechen, mutet zunächst etwas eigenartig an. Aber auch in diesem Fall betritt Shawn Corey Carter aka Jay-Z neues Terrain.
Mit seinem nunmehr zehnten offiziellen Album (inklusive MTV Unplugged), hat der „Reim-Gott“ gleichzeitig seinen Rücktritt vom aktiven Rap-Geschäft in der ersten Reihe verkündet. Trotzdem erweitert er mit The Black Album einmal mehr sein Spektrum.
Das schwarze Album kann sozusagen als Meilenstein aufgefasst werden, als eine Art Status Quo des HipHop aus der Sichtweise des Jiggaman. Dies lässt sich schon aufgrund des Sammelsuriums an Top-Produzenten vermuten. Neptunes, Just Blaze, Eminem, DJ Quick, Timbaland, 9th Wonder, allesamt Vertreter eines durch Jay Z geprägten Stils und Wegbegleiter. Alle Tracks des Albums sind sehr gängig, gute Produktionen in Verbindung mit den Roc-A-Fella-typischen Lyrics.
Bestes Beispiel: die erste Auskopplung Change Clothes mit HipHop-Hookline-Dauergast Pharrell. Alles eben groovend, rund und ganz Jay-Z. Innovationen in Bezug auf HipHop-Musik sucht man auf The Black Album allerdings vergeblich. Stellt sich allerdings die Frage, ob das nach zehn Alben und zahlreichen Levelerweiterungen, die Shawn Corey Carter der Rap-Kultur geschenkt hat, auch zwingend notwendig ist.
Dies sollte keineswegs falsch verstanden werden. The Black Album ist ein durchweg perfektes Album, es sollte definitiv in keiner Sammlung fehlen. Ecken und Kanten, gänzlich neue Klänge werden von nun an aber wohl von Jay-Zs Schützlingen, den Roc-A-Fella Jungs Beanie Sigel, Memphis Bleek und Amil zu erwarten sein.
Erlaubt sein sollte an dieser Stelle allerdings auch ein Ausblick auf die neuen Betätigungsfelder des Ausnahmekünstlers. Roc-A-Fella Records, Armandale Vodka, Roc-A-Wear, Roc-A-Fella Films, Stipendien für mittellose High School-Abgänger& Genug Arbeit und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch genug Potential für die eine oder andere Erfolgsstory von Seiten Shawn Corey Carters.
Gang Starr-Konzert heute Abend verlegt!
Das Gang Starr-Konzert, das normalerweise um 20:30 Uhr im Huxley’s Neue Welt stattfinden sollte, wurde vom Veranstalter verlegt. Neuer Veranstaltungsort ist das ColumbiaFritz am Platz der Luftbrücke. Einlass und Beginn des Konzertes bleiben unverändert.
Wu Tang-Clan Reunion 2004!
Es geht was, so Ghostface. Im Moment stehen einer Veröffenlichung eines neuen Wu Tang-Albums im nächsten Jahr nichts mehr im Wege. Auch eine Tournee ist mehr als wahrscheinlich! Nach der Veröffentlichungswelle in diesem Jahr verschiedener Solo-Alben von Inspectah Deck, RZA, Cappadonna und Method Man seien alle heiß auf einen gemeinsamen Joint, so das Mitglied des Clans. Also, gute Nachrichten!




