Berlin, would you please pay attention! Heute Abend ist es wieder soweit: Ab 23 Uhr ist im Berliner Watergate an der Oberbaumbrücke erneut Einlass für den „Spitkingdom“-Clubabend, der von einem englischen Künstlerkollektiv um den Beatboxer Killa Kela in ´s Leben gerufen wurde. Die Veranstaltung findetaußer in Berlin monatlich in Paris, Stockholm, Warschau und München statt. Nachdem im Watergate bereits die Stereo MCs sowie vergangenen Monat DJ Vadimauflegten, wird das Haus heute Nacht vom Roots Manuva-DJ DJ MK gerockt. Roots Manuva selbst steht übrigens kurz vor dem Release seines dritten Albums „Awfully Deep“ über Big Dada. Supported wir MKs Set, dass um HipHop, Broken Beats und Drum&Bass kreisen wird, im Watergate durch einen Berliner Specialguest und einen Auftritt der Ohrboten im Vorprogramm.
ODB Nachlass
In einer privaten Zeremonie im Christian Cultural Centre, Brooklyn / New York, an der nur Familien-Mitglieder und enge Freunde teilnehmen werden, wird heute Russell Tyrone Jones a.k.a. Ol‘ Dirty Bastard beigesetzt. Im Anschloss soll es Trauerfeierlichkeiten geben – es werden dazu mehrere tausend Fans erwartet.
Zur genauen Todesursache Jones ist nach wie vor kein offizielles Statement abgegeben worden. Einige Quellen u.a. The New York Post berichteten jedoch, er habe weiterhin Kokain, als auch verschiedene, ärztlich verschriebene Medikamente zu sich genommen. Diese Vorwürfe wurden aber erneut, von Seiten des Managements, entscheiden zurück gewiesen.
Schwierigkeiten werden wohl in Kürze auf die Witwe des Verstorbenen – Icelene Jones – zukommen. Da ODB keinen letzten Willen, in Form einer testamentarischen Vereinbarung, zurück gelassen haben soll, werden verschiedene Rechtsstreitigkeiten um das Vermögen des Rappers erwartet, welches unter sieben seiner hinterbliebenen dreizehn Kinder aufgeteilt werden soll.
Einen weiteren Nachlass hinterlässt Dirt McGirt in Form eines fast zum Ende gebrachten Albums. Roc – a – Fella Records kündigte bereits an, dass das Werk „Sirius“ umgehend, vielleicht noch in diesem Jahr, spätestens aber Anfang nächsten Jahres veröffentlicht werden soll. ODB hatte für diese LP mit Leuten wie u.a. DJ Premier, K-Def, Heatmakers gearbeitet und wird u.a. Ghostface, Inspektah Deck, Baby Sham und Jae Mills featuren.
Schwieriger scheint hingegen die Realisierung der Reality-Show „Stuck On ODB“, welche in Zusammenarbeit mit dem TV-Sender Spike TV erarbeitet wurde. Auf Grund der äußerst tragischen Umstände, so ein Sprecher des Senders, liegt dieses Projekt im Moment natürlich auf Eis.
Sprachtot – Warum Nur Ein Tape
Sprachtot wird noch lange nicht sterben. Hoffentlich. Der Typ aus Mannheim kann flowen – und das auf jeden Fall sauber auf den Beat. Dies schafft er dann auch noch recht abwechslungsreich.
Zwischen Double-Time und von Reggae angehauchten Stücken ist auf „Warum Nur Ein Tape“ diesbezüglich alles dabei. Sprachtot hat dazu auch noch viel zu sagen. Auch wenn Battle auf dem Tape überwiegt, merkt man, dass selbst hinter diesen Tracks mehr steckt, als das Altbekannte „Ich bin der Beste“.
Die Beats basieren zum größten Teil auf Samples, was nicht bedeuten soll, dass sie standard wären. Durch extrem eigenwillige Klänge bekommen sie einen eigenen, unverwechselbaren Charakter. Es befindet sich allerdings nicht nur leichte Kost auf dem „Warum Nur Ein Tape“-Tape. Dadurch wird sich nicht jeder die neunzehn darauf vorhandenen Tracks mit durchgehender Geflashtheit anhören können.
Bemerkenswert ist vor allem auch, dass neben Studio-Takes auch Live-Mitschnitte zu hören sind. Für Underground-Freaks, die wissen möchten, wer morgen angesagt sein könnte, könnte das Tape ein Muss sein.
VIBE-Awards : Young Buck als Messerstecher identifiziert
Bei den VIBE-Awards am vergangenen Montag kam es zu einem verhängnisvollen Zwischenfall. Als Dr. Dre von Snoop Dogg und Quincy Jones den Award für sein Lebenswerk überreicht bekommen sollte, brach ein riesiger Tummult aus. Dre wurde von einem Fan ins Gesicht geschlagen. Dre, die G-Unit und mehrere andere Prominente und Fans wurden in eine Massenschläger verwickelt, aus welchem der schlagende Fan mit einer Stichwunde geborgen wurde. Der Messerstecher wurde auch schon erkannt. Es ist das G-Unit Mitglied Young Buck. Die Polizei fahndet jetzt nach selbigem. Dre blieb von der Sache jedoch relativ unangetan, nahm seinen Award kurze Zeit später in Empfang und verkündete, dass ihn solche Zwischenfälle nicht von seinem Weg abbringen werden.
Eminem spricht über Bush und M.J. in der XXL
Mr. Slim Shady glänzt vom Cover der November Ausgabe des amerikanischen HipHop Mag XXL. In diesem exklusiven Interview äußerte sich Em über sein kontroverses Video zu „Just Lose It“ und dem amtierenden US-Präsidenten George W.Bush. Shady gab zu Protokoll, dass er in seinem Video nicht vorgehabt hatte, Jackson persönlich anzugreifen. Die Line „That’s not a stab against Michael / it’s just a medaphor / I’m just psycho!“ sollte zeigen, dass Em selbst der Verrückte sei. Ausserdem gab er an, dass MJ selbst sagt, dass er mit Kindern im Bett gespielt habe. Zum Thema Bush zeigte sich Em ziemlich verbittert. Er habe für Kerry gestimmt und sei enttäuscht, dass sein Song „Mosh“ nicht die nötige Aufmerksamkeit bekam und das Wahlgeschehen nicht sonderlich beeinflussen konnte. Em sagte, dass er „Mosh“ vielleicht schon früher hätte rausbringen sollen. Positiv werden definitiv die Verkaufszahlen seines neuen Albums sein. „Encore“ soll, nachdem es am Freitag letzter Woche releast wurde, mit 700.000 verkauften Einheiten in die erste Woche starten und damit #1 der Billboard Charts sein.
Wortgewandt – Im Zeichen Der Gebrüder Grimm
Die aus dem hessischen Hanau stammende Crew Wortgewandt (Loudz, Nicksen, KonTakt) bringt mit „Im Zeichen Der Gebrüder Grimm“ ihr zweites Album an den Start. Durch ihre vielen Live-Auftritte konnte die Crew schon viel Bühnenerfahrung sammeln, was sich auch auf dem Album widerspiegelt. Vom Rap-Style her bauen die Jungs auf geshoutete Rhymes, was ja nicht undedingt schlecht, über die volle Albumlänge aber schon etwas nervig ist. In Sachen Beats benutzen die drei Hanauer zum Großteil schöne, orchestrale Melodien, die aber leider von schlechten Beatpatterns unterlegt sind. Die Melodien und die Beatpatterns harmonieren leider nur auf dem Beginner-Abklatsch „Für Euch“. Wirklich schade, denn aus diesen schönen Melodien hätte man wirklich Großes machen können!
Speziell „Im Zeichen Der Gebrüder Grimm“ und „Drei Plus Eins“, das durch die gedoppelte Snare leider arg verhunzt wurde, haben extrem nice Melodien. Vielleicht hätte man mehr als zwei Produzenten engagieren sollen, denn die Beiden gleichen sich von der Produktionsweise enorm. Die dumpfen Snares, die sich über das komplette Album erstrecken, harmonieren mit den Melodien in keiner Weise.
Wenn man den lyrischen Teil des Albums betrachtet, zeigt sich allerdings die Flexibilität der Crew. Von Sozialkritischem – „Im Zeichen Der Gebrüder Grimm“ über Pseudo-Partymusik – „Bootylicious“, Liebeslieder – „Herz Spricht“, Battle-Stuff – „Mund Auf Bier Rein“ bis hin zu Lobreden an die Fans – „Für Euch“ – ist hier alles vertreten, was das Album dann doch etwas interessanter macht. Die Jungs flowen durchschnittlich, betreten kein Neuland.
Störend finde ich die Kollabo mit Lil’J auf „Staffellauf“, in welchem er rappt: „Ich bin zwar erst neun doch ich rap schon seit zwanzig Jahren“. Es gibt ja viele Arten von Humor, aber ich finde das lächerlich! Mit Pseudo-Partymusik meinte ich das Dancehall-mässige „Bootylicious“, welches mich durch seine düstere Melodie nicht mal ansatzweise zum Booty-Shaken bewegt.
Man erkennt, dass die Crew gute Ansätze hat, lyrisch flexibel ist und sich nicht nur auf zwei Themen festlegt. Um aber in Deutschland als „guter Act“ durchzugehen, sollte an Rapstyle und Produktion noch Einiges verbessert werden.
Destiny’s Child – Destiny Fulfilled
Da stockt nicht nur Destiny’s Child der Atem: Mit „Lose My Breath“ als Vorreiter-Auskopplung schicken sie ihr viertes Studio-Album „Destiny Fulfilled“ ins Rennen. Die Kinder des Schicksals melden sich zurück – mit neuem Look und neuem Sound. Die dreijährige Pause nach Erscheinen des Albums „Survivor“ hatten alle drei Damen genutzt, um sich erfolgreich als Solo-Künstlerinnen zu behaupten. Allen Trennungsgerüchten zum Trotz fanden sie nun wieder zueinander und zogen sich Top-Producer Rodney „Dark Child“ Jerkins (u.a. für Mary J. Blige) an Land.
Die Up-Tempo Nummer „Lose My Breath“ ist explosionsartig mit tighten Drum-Beats unterlegt, was die Single zu einem garantierten Dancefloor-Füller macht!Bis auf diese hörbare Ausnahme und später auch der Mid-Tempo Jam „Through With Love“, welches melodisch ziemlich unter die Haut geht, und durch Piano-Begleitung ein vibrierendes Feeling aufkommen lässt, schleppt sich durch den kompletten Rest der LP ein völlig slower Beat, der nicht wirklich neu oder gar erfrischend ist und auf Dauer eher langweilt.
In „If“ überraschen die drei Grammy-Gewinnerinnen dann doch einmal und sorgen mit ungewohnt rauchigen Stimmen für sexy, verruchte Jazzclub-Atmosphäre. „Destiny Fulfilled“ erzählt eine Love-Story von Beyoncé Giselle Knowles, Kelendria „Kelly“ Rowland und Michelle Williams, die hier Gefühle verarbeiten, die wahrscheinlich jede Frau nachempfinden kann. Der Song handelt vom anfänglichen verliebt sein, der anschließenden Enttäuschung – und dem letztendlichen Versuch, über die Geschichte hinwegzukommen.
Insgesamt ist der Destiny-Sound ruhiger, persönlicher und reifer geworden – wie Destiny’s Child eben. Die Platte ist nicht wirklich ein Party-Reißer, hat aber auf jeden Fall einen hohen Chill-Faktor!
Yellowman – Yellow Fever
Reggae-Musik ist, das dürfte wohl spätestens seit letztem Sommer klar sein, ein für Europäer ob seiner Exotik äußerst interessantes, wenngleich recht schwer zugängliches und ergründbares Phänomen. Zumindest dann, wenn es sich um richtigen Yard-Style, fernab von Lumidee- oder Beyonce-Combis, handelt. Fakt! Noch schwieriger wird es, wenn „Outyarders“ versuchen, den künstlerischen Status eines Yellowman einzuschätzen, denn bei diesem Künstler handelt es sich um die Potenzierung des genannten Phänomens, er ist sozusagen der Exot unter den Exoten.
Yellowman ist der King im Deejay-Business. Und genau das wird einem jeder halbwegs kompetente Reggae-Halb-Scientist sagen. Yellow sieht nicht nur anders aus als alle anderen (Er ist ein „schwarzer“ Albino, was ihm wohl lebenslang zu einem „Kuck mal – das ist ER!“ verhilft), er hat außerdem wie kaum ein anderer textliche und stilistische Fundamente für Dancehall-Music, wie wir sie heute kennen, gelegt. Allein diese Tatsache macht ihn unumstößlich zum King.
Shabba wäre ohne Yellow nicht Shabba und Josey Wales, Lone Ranger, Supercat, Beenie Man und viele andere könnten ohne diesen „Revolutionär“ auf ein deutlich weniger kurzweiliges Werk zurückzublicken. Und auch das ein oder andere Soundsystem wäre ohne ihn nichts wert, in der jamaikanischen Sound-History. „Who can make the dance ram? Who can make the duplate – night & day? Yellowman – Ripp it!”
Dieser Mann hat einen Ruf, den man nur schwer nachvollziehen kann, hört man jüngere Aufnahmen oder sieht man ihn heutzutage performen. Da Yellow schlimmer Weise an einer Krankheit leidet, die ihm bereits eine Gesichtshälfte gelähmt hat, ist er für Reggae-Neueinsteiger inzwischen nicht mehr als ein Clown. Für alle, die am Künstler Yellowman und dessen Tun interessiert sind, ist jetzt über Trojan eine History-CD – „Yellow Fever“ – erschienen, die dies bezüglich alle offenen Fragen klären dürfte. Ich möchte jetzt nichts über die einzelnen Titel sagen, denn ich bin der Meinung, dass der geneigte Hörer die Größe dieses Mannes auch ohne meine Anleitung zu begreifen vermag, welche sich vor allem in Yellow-Man Tunes der Achtziger und Neunziger Jahre manifestiert.
Wer also nach Songs wie „Blueberry Hill“, „Sometime A Lie“, „Divorced“ oder „Letter To Rosie“ mit Yellow immer noch nicht warm geworden ist, dem kann ich nur eine andere Lieblingsmusik empfehlen.
Allen anderen sei gesagt: Stand In Line And Salute The King!




