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Vokalrunde

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Ein Song „von Berlin für Berlin“, das war die Motivation für insgesamt 19 HipHop- und Reggae-Künstler aus der Hauptstadt, sich zusammen zu finden und unter dem Projektnamen „Berliner Vokalrunde“ einen Massenkollabo-Song aufzunehmen, der seines Gleichen sucht. Was als eine fixe Idee von Produzent Greg Danielz und Dancehall-Artist Kimoe begann, wurde für viele Berliner und auch Nicht-Berliner letztendlich zum Kiez-Soundtrack dieses Sommers. Den Titel „Berlin Berlin“ kann man sich nun bei allen einschlägigen Downloadportalen (Musicload, Finetunes, etc.) runterladen und das Cover und einige Specials, wie eine limitierte Vinylauflage des Titels, bekommt man auf ihrer Internetpräsenz: www.vokalrunde.de.

rap.de: Wie kamt ihr darauf, noch eine Berlin-Hymne zu bauen?

Kimoe: Greg hatte ein lustiges Sample von den Schöneberger Sängerknaben gefunden und einen Beat dazu gebaut. Und dann kam die Idee, das Thema Berlin-Hymne – was ja in unserer Stadt nun schon Tradition hat – mal ordentlich auf die Spitze zu treiben und einen riesigen Haufen an Berliner Künstlern auf einem Track zu bannen.

rap.de: Wie habt ihr die Mitstreiter ausgewählt?

Greg Danielz: Es waren alles befreundete Künstler, mit denen wir eh viel in Kontakt sind. Wir haben alle angerufen und gefragt, ob sie Lust drauf hätten. Die meisten waren sofort begeistert.

rap.de: Habt ihr die Texte aufeinander abgestimmt?

Greg Danielz: Nicht im Voraus. Beim Arrangement haben wir dann darauf geachtet, dass die Parts zusammen passen. Jeder sollte das schreiben, was ihm wichtig war.  

rap.de: Kimoe, was war dir bei deinem Part wichtig, den du bekommen hast?

Kimoe: Dass er ehrlich ist und in wenigen Worten viel sagt. Es gibt ja auch durchaus kritische Aussagen zum Thema Berlin. Das finde ich sehr gut. Jeder, der in Berlin wohnt, weiß, wie das Leben hier ist. Ein reines Lobeslied wäre unauthentisch.

rap.de: Und was war euch wichtig bei euren Parts?

Jago: Am Wichtigsten war mir, eine für mich annehmbare Lösung zu finden, wie ich das, was ich über Berlin sagen möchte und das, was ich für Berlin empfinde, in vier Zeilen ausdrücken kann. Es hat mich etliche Versuche gekostet, bis ich einsah, dass das auf die normale Art und Weise nicht hinhaut. Ich entschied mich, das Ganze zu abstrahieren und auf eine emotionale Ebene zu bringen. Also überlegte ich, welche Empfindungen ich habe, wenn ich an Berlin denke, habe mir für die Wichtigsten ein Bild ausgedacht, was ich dann wiederum mit je einer Zeile beschrieb. Eigentlich ganz einfach…

Ganjaman: Erstmal grüß ich alle Leser und Besucher von Rap.de, Frieden sei mit euch und guter Wille allen. Auch mir war natürlich wichtig, in vier Takten möglichst genau wiederzugeben, was Berlin eigentlich ist. Es ist ein internationaler Schmelztiegel, der einen enorm hohen Anteil an Zuwanderern hat, aus Ost und West, Nord und Süd. Menschen gleich welcher Haut- und Augenfarbe, oder Herkunft haben hier ihre Heimat, und Berlin hat Platz und Raum für jede Kultur, für jeden Klang, für jeden Geschmack, oder Duft. „Diese Stadt ist international, woher du kommst ist wirklich ganz egal … und so gehen wir als gutes Beispiel voran.“


Dra-Q: Im Endeffekt ist der Track ja wie ein Gespräch zwischen vielen Teilnehmern und einem Zuhörer, wobei er der Einzige ist, mit dem bewusst gesprochen wird. Die einzelnen Künstler haben ja für sich und unabhängig voneinander geschrieben. Insofern war es eigentlich nur interessant, einige Informationen über sich und Berlin in wenigen Worten rüberzubringen.

Kronstädta: Ich wollte die Ambivalenz Berlins beschreiben. Die Saubermänner, die Berlin aufräumen und antiseptisch clean präsentieren wollen, kommen zum Glück nicht gegen das räudige Chaos an, das uns immer noch umgibt und Nährboden für Subkultur bleibt. Und ich wollte natürlich wie alle anderen Beteiligten in die Welt raustoasten: „Ick liebe Bärlin, Alta!“

Sirapanther: Eigentlich nur, dass er tight ist und widerspiegelt, wie Berlin im Grunde ist.
„Berlin is dark sometimes but stars unite…”

Sassion: Also mir war wichtig, kurz und bündig zu sagen, was Berlin für viele Nicht-Berliner ist und was Berlin mir bedeutet. Es gibt in Deutschland keine vergleichbare Stadt. Die einzige Alternative für mich wäre auszuwandern.

rap.de: Und bei dir, Yaneq? Ich finde ja deine Quasi-Zitate "Berlin, Berlin – große Stadt voller Träume" und "Berlin City ruled – wer behauptet was anderes?" eine interessante Wahl und wüsste echt gerne, was dir die Originale bedeuten oder ob das nur ein kleiner Gag ist!

Yaneq: Naja, in vier Zeilen kann man nicht so viel sagen, also müssen sie irgendwie punchen. Und da ich ja Wahlberliner bin, seit neun Jahren hier leb und nicht mit einem faken Lokalpatriotismus rumprollen will, gleichzeitig diese Stadt aber liebe, musste ich genau das transportieren. "Berlin, Berlin – große Stadt voller Träume" ist natürlich eine Abwandlung von „New York, New York – big city of dreams“. Im Moment ziehen ja unzählige New Yorker Künstler von der Stadt, die niemals schläft in die Stadt, die ständig im Wandel ist, Berlin. Die Line „Berlin City ruled, wer behauptet was anderes?“ ist natürlich ein Samy Zitat, der das mal vor Jahren über Hamburg gesagt hat, bloß dass er damals meinte, er „battled jeden MC, egal wie bekannt er ist.“ Und ick chill halt mit jedem. Na gut, fast jedem.

rap.de: Welche Zeilen gefallen euch am Besten?


Sookee: Es gibt keinen Lieblingspart an sich. Mir gefallen unterschiedliche Dinge an den jeweiligen Parts, zum Beispiel bin ich ein großer Fan der Stimmen von Dra-Q und Yaneq, ich mag die Bilder und Metaphern von Schichte, Kantate und Jago in ihren Parts und Kimoes und Ninjahs Dynamik ist einfach ganz groß. Letztlich ist aber die Hookline mein heimlicher Favorit des Tracks: Dieser Heinrich-Zille-Hinterhof-Flavour der Schöneberger Sängerknaben ist einfach wahrhaft Berlin!

Kronstädta: Uiuiui, Tiffy! Das ist aber schwer jetzt … Olle DJ Ilse alias Graf Vincent a.k.a. Illvibe performt mal wieder ausser Konkurrenz und lässt den Rest der Vinyl kratzenden Zunft ratlos hustend und im Straßenstaub kniend zurück! Geschmack und Stilsicherheit treffen auf technische Raffinesse, kreative Eleganz und innovative Geniestreiche! Die Wortbeiträge finde ich natürlich alle höchst sympathisch. Die Auswahl ist schön bunt und reicht von zuckersüß bis friesisch herb. Namentlich erwähnt sei an dieser Stelle vielleicht der Ganjaman. Den haben wir schon immer sehr geliebt und auf diesem Track mal wieder ganz besonders!

Gauner: Also mir geht es da wie vielen: Der Scratch-Part von Illvibe!

Kimoe: Bei mir ist es genau umgekehrt… Bei mir ist es von Illvibe der Scratch-Part! Sorry, wollte mal witzig sein. Aber mal wirklich, ich hab’s auch schon in der Juice gesagt, noch zwei Strophen mehr nur mit seinen Scratches! Nico von Jams Rapublik war auch voll angetan davon. Wer die Scratches von ihm mag, wird sein Lychee-Lassi-Album bestimmt lieben. Ansonsten mag ich Rebels Aussage „Deine raue Schönheit hat mich leben gelernt.“ besonders. Aber ich habe den Abstand auch nicht mehr zu dem Track. Ich gebe die Frage mal an unseren Live-Selecta weiter. Was sagst denn du, Dey?

DJ Dey: Na ich finde ja den Part von Reedoo wie immer geil. Reedoo hat mich, glaube ich, noch nie enttäuscht.

Yaneq: Also einen finde ich besonders dicht und zwar den von Jago: „Berlin ist für mich der Funkturm, wenn ich von der Avus komm.“ Stimmt, obwohl, wenn man dann mal drin ist im Moloch, dann ist es doch der Fernsehturm.

rap.de: Was hat euch bewegt mitzumachen?

Gauner: Bei mir war es so, dass ich die, die zu dem Zeitpunkt schon feststanden, die dabei sind, mochte. Und außerdem: wenn Kimoe mich für so ein Projekt fragt, ist das für mich eine ziemlich klare Sache zuzusagen. Wir kennen uns schon lange genug und ich schätze ihn auch als Künstler.

Kimoe: Danke für die Blumen. Mir fällt aber noch was ein: Das Greg den Beat gemacht hat! Krasser Typ! Nein mal im Ernst, für mich ist er definitiv einer der besten Produzenten Deutschlands. Bei diesem Track, der ja vom Prinzip eine One-Tune-Selection ist, wird der Beat natürlich den Parts etwas untergeordnet, wie bei Riddims im Reggae, aber er hat schon so endkrasse Beats und Riddims produziert, dass andere Produzenten sofort ihr Equipment verkaufen würden, wenn sie die hören würden.

Greg Danielz: Danke … he he.

Sookee: Deswegen freue ich mich auch, dass Greg was für mein nächstes Album beisteuert. Bei mir war es so, dass ich mich einfach sehr darüber gefreut habe, als Kimoe mich angefragt hat. Er brauchte keine Sekunde Überzeugungsarbeit leisten. Das versteht sich doch von selbst, dass man ein so positives Projekt, das ganz ohne ghettoromantische „Auf-die-Fresse-Mentalität“ auskommt, nicht ablehnt.

rap.de: Mussten einige absagen?

Greg Danielz: Es haben leider nicht alle, die wir angefragt haben, die Zeit gefunden mitzuwirken. Es war bei denen, die drauf sind ja auch schon eine ganz schöne Aktion. Viele haben ja aktuelle Releases, Touren und Projekte in denen sie krass eingebunden sind. Ich muss auch immer wieder betonen, dass der Song überhaupt keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Berliner Szene hat, er gibt lediglich einen Einblick.

rap.de:  Wie schwer war es eigentlich, das Sample frei zu bekommen?

Kimoe: Glücklicherweise fast gar nicht. Wir konnten durch unsere erarbeiteten Kontakte zu anderen Labels und Verlagen durch frühere Releases schnell einen Draht mit „Empfehlung von…“ aufbauen.

rap.de: Warum gibt es das nur als Downloadsingle?

Kimoe: Das stimmt nicht ganz, es gibt auch eine Vinylauflage, als limitierte Edition in Zusammenarbeit mit Audiowerker, auf www.vokalrunde.de zu bekommen und bald auch über unseren Partner Rootdown und bestimmt auch über den rap.de-Shop. Aber sonst gibt es den Song nur als Download, das ist richtig.

Greg Danielz: Wir haben uns dazu entschieden, weil es preislich einfach Sinn macht. Singles kosten im Laden fast 5 Euro, als Download bezahlt man für diesen Song nur 99 Cent, mit Instrumental 1,79 Euro bei Finetunes, Musicload oder I-Tunes. Außerdem bekommt man ihn so überall, und das Cover kann man sich auf der vokalrunde.de neben Wallpapers etc. kostenfrei runterladen.

rap.de: Ist denn die Vokalrunde eine einmalige Sache?

Greg Danielz: Das ist eine Frage des Blickwinkels. Als Berliner Vokalrunde in der selben Konstellation wird es wohl nichts mehr geben, aber die einzelnen Künstler werden sicherlich noch öfter mit einander agieren. Das Ziel war ja, unter diesem Projektnamen unserer Heimatstadt eine dicke Hymne zu verpassen und das ist ja, denke ich, mehr als gelungen. Wir sind jetzt in den Hörercharts von Radio Fritz, ein ziemlich großer Radiosender in Berlin, auf Platz 7! Wir werden auf einer anderen Ebene weiter zusammenarbeiten. Ich steuere ja auch für einige noch ein paar Beats bei.

rap.de: Hat euch denn das Projekt auch persönlich etwas gebracht und was steht bei euch gerade an?

Kimoe: Also mir brachte das zwar alles eine ganze Menge Arbeit und somit auch die Umstände, dass ich kaum Zeit fürs Studio oder für Auftritte hatte, aber auch sehr viel Spaß! Ich arbeite aber ab jetzt wieder auf Hochtouren mit Greg an meinem Album „Highlights“, dass zu 90 Prozent fertig ist. Es klingt sicherlich hochgestochen, aber ich denke, wenn wir die Chance haben, das zu releasen, können sich viele Artists warm anziehen. Alleine Gregs Produktionen sind schon Sprengstoff.

Dra-Q: Also, was es dem Einzelnen bringt werden wir sehen, ich denke einigen bringt es Aufmerksamkeit – gerade durch den Radio-Airplay, den manche der Teilnehmer vorher nicht hatten. Und bei mir steht ja mein Debüt-Album „Hoffnung“ schon in den Startlö(s)chern, was viele Leute gut überraschen wird.

Yaneq: Mir brachte es, einen Track mit einer Menge guter Leute gemacht zu haben, eine Grillparty im Mauerpark mit all den guten Leuten und eine gemeinsame Top-Ten-Platzierung in den Fritz-Hörercharts. Ich hab sonst gerade mein Album „Widersprüche“ released.

Gauner: Es ist immer gut, mit vielen anderen Künstlern zusammenzuarbeiten. Sind auch sehr viele dabei, die ich seit Jahren kenne, aber mit denen ich noch nie gearbeitet habe, oft kennt man nicht einmal so richtig gegenseitig das Zeug, was man macht. Und das ist das Mindeste, was bei herausgekommen ist: Man hört was von den anderen und die von einem. Ansonsten ist das Projekt für mich natürlich auch ein guter Startschuss für mein neues Album "In Wirklichkeit Träumer", was auch dieses Jahr noch erscheint.

Sookee: Haufenweise Props und vor allem gute Laune. Viel wichtiger ist aber das Netzwerk, das sich daran anschließt. Nichts ist wichtiger als gute Menschen in seinem Umfeld zu wissen, insbesondere wenn man an seinem zweiten Album bastelt und der wunderbare Greg Danielz eine handvoll Beats streut und Kimoe ein Feature zusagt…

Sassion: Mir brachte es in erster Linie einen schönen Track und positives Feedback von verschiedenen Seiten. Was noch damit passiert ist abzuwarten! Ich arbeite sonst ständig an neuem Material und bin mit DJ Quest live zu sehen.

Sirapanther: Abgesehen von einer Chart-Platzierung, natürlich an erster Stelle Spaß.
Andererseits schweißen derartige Projekte auch die Banden untereinander stärker zusammen. Viele Künstler kannte man vorher, andere lernte man durch den Tune erst kennen. Ich bin auch viel am Arbeiten mit Kinetic-Records. Eigene Songs, Produktionen und Remixe für Optik und Hitmen-Music. Über Hitmen Music habe ich auch für das Janeez-Album mit Ninjah Beats beigesteuert. Sehr tighte Sachen, die die Ladies da machen, checkt auf jeden Fall Hitmen Music oder Janeez direkt – „female-Rap at its best!“

Jago: In einem Wort: Einiges! In mehreren Worten: Mir hat der Track die Möglichkeit gegeben mit Künstlern, die ich schon lange kenne endlich mal zusammenzuarbeiten, mit Künstlern zu arbeiten, die ich noch nicht kannte, und mit Künstlern zusammen zu arbeiten (sowohl bekannt wie unbekannt), mit denen es ohne diesen Track wahrscheinlich nie eine Zusammenarbeit gegeben hätte. Das ganze Ding ist einfach eine schöne runde Sache, die eine Menge Spaß macht! Ansonsten habe ich gerade ein paar Kollaborationen mit Freunden wie Skize One oder Schichtemann gemacht.

Ganjaman: Mir hat es die Möglichkeit gegeben zu sagen, was ich zu sagen habe. Ansonsten bin ich sehr produktiv zur Zeit, was man aber auch alles auf meiner neuen Webseite www.ganjaman.eu nachlesen kann.

Kimoe: Und um mal für die zu sprechen, die beim Interview nicht dabei sein konnten, P.R.Kantate hat sein Album „Andere Seite“ kürzlich released. Pyranja hat ihre Scheibe „Laut & Leise“ draußen. Sehr gutes Album! Ninjah arbeitet, wie Sira schon erwähnt hat, mit ihrer Gruppe an neuem Material und Mr. Reedoo ist auf Tour mit Culcha Candela. Rebel arbeitet wohl auch am Album, wo ich sehr gespannt bin und Illvibe hat mir erzählt, dass er gerade in der heißen Produktionphase für das Lychee-Lassi-Album steckt. Ich hoffe, dass er meinem Album aber trotzdem noch ein paar heiße Cuts verpassen kann. Aber die beste Produktion hat wohl Schichtemann gerade abgeliefert, er wird nämlich Papa! Wortwörtlich die beste „Release“ des Jahres!

rap.de Wird es das ganze denn jemals live geben?

DJ Dey: Ja! Wir spielen am 1.September beim [030]-Festival in Berlin. Ich werde für die Meute mit ein paar DJ-Kollegen auflegen.

rap.de: Das letzte Wort gehört euch.

Kimoe: Besucht uns auf unserer Page www.vokalrunde.de, holt euch den Song auf Vinyl oder in den einschlägigen Downloadportalen und habt viel Spaß an unserem kleinen Werk.

Wade Waters – Return of the Kings

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Wade Waters – wem das nichts sagt, der braucht sich (noch) nicht zu schämen. Denn ‚Return of the Kings’ ist das erste Album des Duos unter diesem Namen. Eine gemeinsame Single mit dem Namen ‚Rock Solid’ könnte der eine oder andere aber schon kennen. Die schlug nämlich weltweit ein, und zwar so gut, dass SoulStice und Haysoos beschlossen, weiter zusammen zu arbeiten.

SoulStice ist aus Chicago und droppte 2003 sein Debüt ‚North By Northwest‚ bei seinem kurzerhand selber eröffneten Label Bananar Records, welches vor allem in Japan gefeiert wurde. 2005 wurde das Album dann neu abgemischt und für den internationalen Markt re-releast. Haysoos kommt aus Washington DC, wo die beiden gemeinsam arbeiten.

Sechs der 14 Beats des Albums kommen aus dem kreativen Kopf von Oddisee, in dessen Produzentenhände sich schon Talib Kweli, J-Live oder Little Brother begeben haben. Zwei der Beats stammen vom deutschen Produzenten Shuko, den man vor allem von nationalen Produktionen für Nico Suave oder Franky Kubrik kennen sollte. Er beweist hier aber eindeutig, dass er auf internationalen Standart mithalten kann.

Die verarbeiteten Themen sind menschlicher und zwischenmenschlicher Natur und halten Abstand von amerikanischen Gangster-Attitüden. Auf ‚Ellis Freestyle’ wird über einen verstorbenen Freund gerappt und in ‚The Conversation’ wird die aktuelle US-Politik diskutiert und vor allem kritisiert. Natürlich darf auch ein bißchen Gepose wie in ‚Return of the Kings‚ nicht fehlen, was hier charmant auf einen recht oldschooligen Beat gemacht wird. Man kann sich die intelligenten Texte definitiv gut anhören und dieses Mixtape aber einfach nebenbei laufen lassen.

Zwei nicht ganz neue aber hier sehr sauber umgesetzte Ideen sind das Rappen auf einer Beatbox in ‚Streetbox’ und die Konversation zwischen zwei MCs in ‚The Conversation’. Diese beiden Tracks befinden sich auf der meiner Meinung nach sowieso stärkeren zweiten Hälfte des Mixtapes mit meinem absoluten Liebling ‚The Melody’. Der Song kommt mit mehreren Samples in 20er Jahre-Flavour daher und  ‚let the melody move you’ ist vielleicht keine kreative Line für eine Hook, aber verdammt diese Melodie moved einen einfach! Ein weiteres Highlight ist der von Analogic produzierte Track ‚Beautiful Sight’. Tolle Samples, netter Beat und ein schöner Text darüber warum und für wen die beiden eigentlich Musik machen. Auf dem von Shuko produzierten ‚Rock Solid’ ist das ehemaligen Terror Squad Mitglied Cuban Link, der einzige Feature-Gast des Albums, zu hören. Das macht aber gar nichts, denn SoulStice und Haysoos kommen abwechslungsreich genug daher. Hier ist ein wirklich angenehm souliges Rapalbum entstanden, dass sich perfekt dazu eignet einen Nachmittag zu verchillen und einfach mal gute Musik zu hören!

Der X-Clan feiert seine Auferstehung

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Nachdem im März dieses Jahres schon das zweite Mitglied der ursprünglich vierköpfigen X-Clan Crew aus New York verstarb, hat Mitbegründer und Sprecher der Gruppe BrotherJ nun neue Leute angeheuert, um ein Album herauszubringen.

Der X-Clan wurde 1990 gegründet und hatte seinen ersten Release noch im gleichen Jahr mit ‚To the East. Blackwards‚. Zwei Jahre später folgte das Erfolgsalbum ‚Xodus‚. Die Gruppe ging getrennte Wege, Soloalben und Alben in anderen Konstellationen wie den Dark Sun Riders, folgten.  1995  verstarb Gründungsmitglied Sugar Shaft an AIDS. Der X-Clan veruschte sich in den späten 90ern zu reformieren, releaste jedoch nichts mehr. Im März dieses Jahres verstarb Professor X an den Folgen einer Meningitis. Die neue Formation des X-Clans setzt sich aus BrotherJ, Master China, ACL, Ultraman Ra Hanna, DJ FatJack und Kumu M. Hayes zusammen. Bekannt war der X-Clan unter anderem für seine kontroverse Musik, die Rassismus und Diskriminierung thematisierte, aber auch für seine Mitglieschaft bei Blackwatch und seinen militanten Aktivismus.

Das Album ‚Return from Mecca‚ soll am 31. Oktober erscheinen und wurde von DJ Quik und DJ Khalil produziert. Die Features kommen unter anderem von Damian Marley, KRS-One und Chali2na (Jurassic5). Mit Jurassic5 werden die Herren dann auch in den USA auf Tour gehen.

Lil‘ Wayne im Knast

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Lil‘ Wayne ist Berichten zur Folge am frühen Morgen des 14.08.06 in Atlanta wegen Drogenbesitzes festgenommen worden. Die Polizei entdeckte bei einer Kontrolle, dass er diverse Drogen bei sich trug. Wayne’s Label Universal Rec. war bis jetzt noch zu keinem Kommentar über den Arrest und den Prozess bereit.

Als hätte er nicht schon genug Probleme. Im April wurde er von seiner ehemaligen Managerin, Wide Tides Ent. Präsidentin Melissa Philipian, verklagt, er sei noch rückwirkend 500.000$ Kommision schuldig. Außerdem hat er noch, laut eines Vertrages, den er 2005 unterzeichnete, für zwei Jahre 15 Prozent seines Einkommens an Wide Tide Ent. zu zahlen. Entsprechend dieses Prozesses suchte er natürlich einen Grund Philipian zu feuern. Den fand er dann aber, als er unzufrieden mit seinem Hotelzimmer war, welches sie für ihn gebucht hatte.

Verlassen oder verlassen werden?

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Schon länger kursieren die Gerüchte, Atlantic Records wolle Lil’Kim fallen lassen. Warum blieb immer unklar, es gab auch keine offiziellen Stellungnahmen. Scheint auch sowieso alles nicht so ganz richtig gewesen zu sein, denn wie sowohl Lil’Kims Anwalt, als auch ihre Pressesprecherin jetzt verlauten ließen, will die Queen Bitch den Vertrag selber lösen. Die Verhandlungen laufen, Lil’Kim würde sich angeblich nur wünschen, unkompliziert aus dem Vertrag entlassen zu werden, so ihre Sprecher.

Warum sie sich von Atlantic Records trennen will, die auch Sean Paul, T.I. und Paul Wall unter ihrem Dach vereinen, ist nicht bekannt. Zu welchem Label sie danach möchte, auch nicht. Sicher ist nur, dass die frisch aus dem Gefängnis entlassene Madame schon jede Menge Pläne für neue Projekte hat, unter anderem für eine Reality Show.

E-40 – DVD Release

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E-40, ‚Botschafter der Bay-Area‘, wird Ende des Monats eine DVD über das Hyphy Movement der Bay Area droppen. Die DVD, mit dem Titel ‚E-40 And The Hype On Hyphy‘, untersucht die Musik- und Tanz-Stile, die sich in letzter Zeit in der Bay-Area kreiert wurden und sich jetzt wie ein Flächenbrand über das ganze Land ausbreiten. Diese Musik ist an den Crunk des Südens angelehnt und Lowrider-tauglich gemacht.

Sie enthält auch E-40’s Videos, der als einer der treibenden Kräfte dieser Bewegung bekannt ist, zu den Tracks ‚U And Dat‘ und ‚Tell Me When To Go‘ und das Making-Of der beiden Videodrehs. Es werden detaillierte Einblicke in die ‚Hyphy-Bewegung‘ gewährt und außerdem bekommt er Unterstützung von diversen Künstlern, wie Lil Jon, The Federation, B-Legit und ein paar anderen Leuten. (pssst… Überraschung!)

Jay-Z wird verklagt

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Jay-Z‘s Innenarchitekt verklagt den Rapper auf 600.00$. Die Firma Studio Gaia hat den 2003 in New York eröffneten The 40/40 Club designed und Jay-Z ist einer der Besitzer. Das 40/40 ist eine exklusive Sportsbar mit VIP-Räumen. Nun ist die Eröffung von drei weiteren Clubs nach dem gleichen Konzept geplant.

Das Design der Bar in New York wurde für den 2005 eröffneten 40/40 Club in Atlantic City übernommen und angeblich soll die Gestaltung der Einrichtung auch für die Pendants in Las Vegas, Los Angeles und Singapur sehr ähnlich gehalten werden. Durch die schlichte Übernahme des Innendesings verletzt Jay-Z ein Abkommen mit Studio Gaia, welches nicht mehr in die Neueröffnungen involviert ist. Deswegen die Klage.

L.A. Boyz-Mitglied Jeff Huang verhaftet

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L.A. Boyz war eine taiwanesische Rapgruppe, die von Jeff Huang, dessen Bruder Stanley Huang und dessen Cousin Steven Lin gegründet wurde. Jeff Huang ist als einziger der drei in Taiwan geboren. Die anderen beiden sind in L.A. geboren, wo sie zu dritt aufwuchsen. Nach ihrer Bandgründung versuchten sie traditionelle taiwanesische Musikelemente mit amerikanischem Pop zu vereinen und waren in dem Bereich jahrelang die Nummer eins. Nach ihrer Auflösung ging Jeff Huang als Computerspezialist in die Staaten, um später wieder zurückzukehren und die Rapgruppe Machi zu gründen.

Diese Woche, am 11. August, wurde Jeff Huang wegen der Kritik an den taiwanesichen Gesetzgebern in mehreren Songs verhaftet. Diese Songs bezogen sich auf eine Gestzesverabschiedung aus dem Jahre 2003, die den Künstlern ihre ihnen zustehenden Abfindungen von den legalen Download-Portalen nicht gewährt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Huang vor 43 Abgeordnete bedroht zu haben. Die Vorwürfe Huangs lauteten: Die Abgeordneten ruinierten die Musikindustrie Taiwans und seien von den Portal-Betreibern geschmiert worden. Als Konsequenz warnte Huang vor unerwarteten, plötzlichen Toden verschiedener Gestzesvertreter. Diese Art der Kritik wurde von der Politik als unangebracht gerügt.

Dies ist schon das zweite Mal, dass Huang derart zugesetzt wird. Der sieht darin schon ein Verschwörung gegen ihn, die er aber als letztendlich wirkungslos darstellt. Die politische Führung verlangt nun eine Entschuldigung und Zurücknahme der Vorwürfe, doch Huang sagte dazu nur: Ich freue mich immer wenn mich jemand kritisiert. Die politische Führung fühlt sich aufgrund meiner Kritik angegriffen und auf dieser Basis bin ich nicht bereit für einen Kompromiss. In Taiwan hat sich mittlerweile eine große Schar an Musikern und Fans zur Unterstüzung des Künstlers organisiert.

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