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Lasst Eure Klamotten veredeln!

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Das in Nürnberg ansässige Modelabel Soo Fly hat ein ganz spezielles Konzept. Zwar ist die Idee des Costumizings nicht neu, jedoch verwenden die Experten aus dem Hause Soo Fly spezielle Techniken, um bereits vorhandene T-Shirts, Longsleeves, Schuhe oder Caps zu verändern und aufzupimpen. Individualität ist dabei das maßgebliche Stichwort und so machen sie aus jedem blanken Kleidungsstück ein kleines abstraktes Kunstwerk.

Soo Fly hat seit seiner Gründung 2006 schon mehrere hundert Exemplare abgesetzt und diese exklusive Ware auch schon an namhafte HipHop Künstler wie Kool Savas, Moe Mitchell oder Sentino verkauft, die diese zum Beispiel bei MTV TRL zur Schau trugen.

Zu haben sind die edlen und einzigartige Stücke nur in ausgewählten Fachläden oder über das Internet.
 

Timbo kein „Baby Daddy“

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Letzte Woche gab es Gerüchte, Timbaland habe einer Frau ein Kind gemacht, um sie nun damit sitzen zu lassen, er sei also ein "Baby Daddy". Das hat nun der Rapper D.O.E., der bei Timbos eigenem Label gesignt ist und ein enger Vertrauter des Starproducers zu sein scheint, dementiert. Er stellt fest, dass Timbaland in Wahrheit mit der Frau verlobt sei und sie bald heiraten würden.
„Ich war dabei, als er ihr einen Antrag machte und ihr einen Ring mit einem Diamanten  so groß wie Scott Storchs Kopf gab! So glücklich hab ich ihn noch nie gesehn und ich freue mich für ihn und seine Verlobte,“ gab D.O.E. artig zu Protokoll.
Timbo hat auch sonst allen Grund zur Freude, hat er doch eine Vielzahl an Pophits für Nelly Furtado, Justin Timberlake und Björk produziert und dieses Jahr sein erfolgreiches Album „Shock Value“ rausgebracht.
Die Washington Post, die die Falschmeldung gebracht hatte, forderte D.O.E. auf:
„Nicht alle Schwarzen sind Baby Daddys, stellt das richtig!“

Rap erleichtert die Schule

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Wer benutzt sie nicht? Eselsbrücken. Diese Mnemotechnik wird schon seit Jahrzehnten benutzt, um mit Hilfe von Reimstrukturen und emotionalen Assoziationen die Merkbarkeit bestimmter Inhalte zu erleichtern. Robin Haefs, in der Rapszene bekannt als Mad Maks, und der Produzent Vincent Stein ernteten mit ihrem Projekt Rapucation, eine Mischung aus Rap und Education als moderne Form der Eselsbrücke, erste Erfolge.

An elf Berliner Grundschulen wurden den Schülern aus drei Klassen Songs des intellektuellen Raps zur Verfügung gestellt. Im Ergebnis konnten sich die Schüler, die nur die Musik hörten, die Lehrinhalte fast genau so gut merken, wie jene, die gleiche aber schriftliche Arbeitsmaterialien zur Verfügung hatten. Interessanterweise vergaben die Schüler der CD Schulnoten von 1 bis 2 und machten ihren Missmut gegenüber Schimpfwörtern und Texten, die nur von Drogen, Autos und Frauen handeln, in anonymen Kommentaren, deutlich: „Sie ist voll cool! Ich hab sie mir fast immer in der Freizeit angehört.",  „Ich fand die CD sehr schön! Und sie hat keine Ausdrücke wie bei anderen Raps!",  „Obwohl ich Rap und Hip Hop nicht so mag, hat es mir sehr gut gefallen."

„Fünfundvierzig wird Deutschland befreit, Schreckenszeit ist vorbei und Berlin wird geteilt. Der russische Sektor umgibt Westberlin, die Luftbrücke bringt ihnen Nahrung und Benzin… “ Für Alle, die sich von dem Konzept überzeugen wollen gibt es hier einige Hörproben.

Das erreichte Ziel war es etwas Authentisches zu schaffen, keine stupiden pädagogischen Inhalte, die den Kindern aufgezwungen werden sollten. „Die Kinder sind nicht blöd, die merken wenn etwas nicht authentisch ist.“ Zurzeit suchen Haefs und Stein nach einem Schulbuch-Verlag, bei dem sie das komplette Album herausbringen können, um dann auch alle Kids daran teilhaben zu lassen.

Hobnox Evolution Contest

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Die in Berlin ansässige Online-Entertainment-Plattform Hobnox organisiert zu ihrem offiziellen Start im Februar 2008 einen Kreativwettbewerb namens „Hobnox Evolution“. Dort gibt es in den drei Kategorien Film, Musik und Urban Culture ein mit jeweils 25.000 Euro dotiertes individuell zugeschnittenes Förderpaket zu gewinnen. Die Künstler dürfen dann zusammen mit einem Expertenteam entscheiden, wie sie dieses Förderpaket einsetzen. Die Hobnox-User wählen bis zum 31. Januar 2008 drei Finalisten in jeder Kategorie, die sich dann beim „Hobnox-Evolution-Festival“, das  vom 27. bis 28. Februar 2008 in Berlin stattfindet, jeweils mit ihren Live-Konzerten bzw. Filmevents oder ihrer Urban Culture Exhibition präsentieren dürfen. Eine Fachjury aus namhaften Vertretern der jeweiligen Genres entscheidet dann über die endgültigen Sieger in jeder Kategorie.
Aus verlässlicher Quelle haben wir erfahren, dass aus dem Bereich Hip Hop bislang wenig Beiträge eingegangen sind und es wäre doch jammerschade, wenn die urbane Kultur schlechthin, mit ihren drei Säulen Graffitti-Writing, Breakdancing und Rap bei diesem Contest unterrepräsentiert wäre.
Also Leute, keine falsche Scham, klemmt euch dahinter, und räumt gefälligst diese Preise ab! Wäre doch gelacht!

Anmelden ist easy, einfach hier klicken, registrieren und euer Projekt hochladen!

Luckyiam – Most Likely To Succeed

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Das Living Legends Mitglied ist für mich ein Paradebeispiel an WestCoast Rap. Weit weg von dem was man von Snoop Dogg und anderen gewohnt ist. Kein schnödes Gangstablah, achtlos dahingerotzte Synthiesounds oder ähnliches.

Schon das Coverartwork von „Most Likely To Succeed“ lässt Anderes vermuten. Mathematische Gleichungen, wie binde ich einen Krawattenknoten Anleitung, adrettes Foto im feinem Hosenanzug, hier möchte sich jemand ganz offensichtlich vom Rapstandard distanzieren und zeigen dass es auch anders geht. Mit „Most Likely To Succeed“ ist es dem Herrn aus Kalifornien auch direkt wieder gelungen.  „The Best I Can“, der an Michael Jacksons „I Can’t Help It“ erinnert, ist ein Track mit wunderbar eingesungener Hook, Groove- Faktor und gewährt intime Einblicke in Luckys Leben. So auch „Tear Him Down“, ein Track  indem er den Alltag mit all seinen Tücken beleuchtet und sein Bestreben nach ständiger Verbesserung, musikalischer als auch persönlicher Art bekräftigt. Allgemein ist „Most Likely To Succeed“ ein sehr persönliches Album, auch auf „Dynamics Of Duos“ geht er auf seine Beziehung zu The Mystik Journeymen heutzutage ein. Früher eng befreundet, sieht es heute eher so aus: “Journeymen used to be best friends, but now I only see them at a show or at tours and parties and recordings of various solo based material produced for your enjoyment. He ain’t been to my house in like a year, the communication breakdown is making it clear.” Keineswegs boshaft scheint dies ein klärendes Statement direkt an seine damals guten Freunde gerichtet zu sein. Auf „Borrowedtime“ mit Slug und Aesop Rock wird darauf hingewiesen, dass Drogen als Flucht aus dem Alltag und vor Problemen nicht unbedingt die Lösung sind. Auch „Memory Loss“ hat es mir angetan, ich könnte fast schwören der Bass ist live eingespielt, die Gitarre wimmert zum Rap, indem er sich bei seiner Tochter für die Zeit die er nicht mit ihr verbracht hat entschuldigt und sie um Verzeihung bittet, Gänsehautfaktor, wunderbar vom Beat untermalt.

Dieses Album ist vielleicht nicht revolutionär, jedoch kann sich jeder wieder finden in diesem atmosphärischen und auch melancholischen Werk. Hier und da ein Featurepart hätten das Gesamtwerk sicher noch ein wenig abgerundet. Living Legends und Luckyiam Fans jedoch werden die dunklen Wintertage versüßt,  zum Sinnieren als auch hier und da zum Mitsingen geeignet liefert Luckyiam mit seinen melodischen singsangstyle Raps und abwechslungsreichen Reimpattern definitiv eines der qualitativ hochwertigen Alben mit organischen, jazzy Sounds die einem Konzert mit Liveband nahe kommen. Definitiv ein Highlight des Jahres 2007.

Jay-Z – American Gangster

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Was macht man als Musiker, Multimillionär, CEO eines großen Plattenlabels und Chef einer Bekleidungsmarke, wenn man eigentlich schon alles erreicht hat? Klar, man macht noch ein Album, versucht sich als Künstler weiter zu entwickeln und neue Wege zu beschreiten. Der Begriff Konzeptalbum ist seit den Beatles ein goldenes Kalb, um das immer wieder eifrigst getanzt wird, nun ist einer der bekanntesten, profiliertesten und etabliertesten Rapper auf die Idee gekommen, das auch mal mit einem Hip Hop Album zu probieren. Den Rahmen dafür gibt die eben erst in die Kinos gekommene Gangster-Schmonzette „American Gangster“, die das Leben des in den 70ern in Harlem herrschenden Drogenbarons Frank Lucas beleuchtet, vor. Jigga sagt dazu, dass das Album seine eigene Version, seine musikalische Interpretation des Werkes sei. WIr werden im Folgenden untersuchen, wieviel Konzept in „American Gangster“ steckt.

Das Album beginnt auf jeden Fall cineastisch, mit einigen Zitaten aus dem Film und einer dramatisch gesprochenen Definition des Wortes Gangster zu ebenso dramatischer Musik. Die Verklärung, ja Bewunderung dieses „Gangstertums“ von Rappern oder der  Hip Hop Bewegung allgemein ist schon Thema eines ausführlichen Beitrags in der aktuellen Juice (12/07) und soll hier nicht weiter ausgeführt werden. Denn es geht um die Musik. Nach dem Intro kommt „Pray“ und führt die Dramatik des Intros fort, der Beat geht sehr nach vorne (mit „four to the bar“ Kickdrum).  Verzerrte Gitarren und ein melancholisches Ostinato treiben Hova an, der spittet sich hier schon mal warm, stellt sich als Gangsta vor und beschreibt die Härten dieses Lebens – nicht nötig zu erwähnen, dass die Glaubwürdigkeit dessen, auf Grund seiner oben genannten Positionen, erheblich leidet, aber darum geht es nicht, denn das hier ist allerfeinste Street Poetry, wie man sie von ihm gewöhnt ist.
Aus großen Teilen des Albums kann man eigentlich nur folgendes lernen: Dass ein Marvin Gaye-Sample etwas verdammt Schönes sein kann, wenn es allein in einem Intro steht und einen an die wahre Meisterschaft dieses Soul-Giganten erinnert, aber dass man eben auch Songs kaputt machen kann, indem man erstens zu viele Vocal Samples verwendet (wie bei „Party Life“) oder indem man dann noch zu viel eigenes Material – besonders wenn es sich um fette Streicher, die viel Platz einnehmen, handelt – hinzufügt und dadurch einen Song zu beliebig, zu wenig integriert klingen lassen kann („American Dreamin’“). Des weiteren braucht ein Track nicht zwingend eine Hook, was Hova bei „No Hook“ eindrucksvoll beweist, und außerdem sollte er niemals über einen schwachsinnigen, durch Melodienarmut bestechenden, unterirdischen Crunk-Beat rappen („Hello Brooklyn 2.0“) – das bringt ihn in Verruf und droht fast die ganze Platte in Frage zu stellen. Ich stelle außerdem fest, dass das Album immer dann interessant wird, wenn die 70er Jahre Samples-Schiene verlassen wird und ein origineller 80er-Neptunes-Beat erklingt („I Know“) oder Just Blaze Jigga Man zu wahren Höchstleistungen anstachelt („Ignorant Shit“ mit einem ausgeschlafenen Beanie Sigel). Fast schon schrullig, nerdy ist der Track, auf dem auch Nas zu hören ist („Success“), mit einer nervtötend schrillen Orgel und verzerrten Drums. Immerhin originell und irgendwie fast schon sublim. Das ist auch der zweite Beitrag der Neptunes, gleichzeitig die erste Single („Blue Magic“), typisch für das Produzenten-Duo und doch wieder neu; sehr sparsam treffen hier Sounds der beliebten 808-Drum Machine auf ruppige Synthies und übertrieben vordergründige Percussion, alles sehr im Einklang mit dem Flow des Meisters.

Ich will nicht übertrieben nostalgisch sein, aber wenn man nach diesem Album mal ältere Aufnahmen Jay-Zs zum Beispiel über einen Primo-Beat hört, weiß man, wo der Unterschied liegt. Dieses Gerüst scheint seine Raps um ein hundertfaches besser zu tragen. Auf „American Gangsta“ hingegen, das sich musikalisch viel zu sehr vom „neuen“ Gangsta-Pop-Style verführen lässt, ist diese Magie leider nur noch punktuell zu spüren. Unter dem Strich wird mir das Konzept, von dem die Rede ist, absolut nicht ersichtlich. Unter Konzept verstehe ich, wenn das Album von vorne bis hinten einen roten Faden, nicht nur thematisch oder textlich, sondern auch musikalisch, hat. Das ist schon auf Grund der Diversität der Producer nicht möglich, was aber auch ein Glück ist, denn wäre Hova nur bei dem Producer geblieben, der den Großteil des Albums musikalisch unter seinen Fittichen hatte, nämlich Diddy und sein Team LV & Sean C, wäre das wohl eine mittlere Katastrophe geworden. Deren Produktionen haben ganz klar ihre starken Momente, aber sie langweilen einfach doch ziemlich oft (und scheinbar auch sich selbst) durch das stetige Durchkauen dieser schon erwähnten 70er-Jahre Soul Samples – und manchmal scheint es, als würde einfach nur Zeit totgeschlagen (wieder: „Party Life“), und das ist schon fast eine Unverschämtheit. Einigies auf diesem Album ist zwar recht hörenswert, ein Meilenstein jedoch ist „American Gangster“ nicht – eher gepflegtes und dem Geist der heutigen Zeit angepasstes Mittelmaß.

Atari – Naruto Ultimate Ninja 2

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Was wissen wir so über Füchse? Sie stammen von Hunden ab, sollen sehr intelligent sein und es gibt Mythen über Fuchsgeister, deren List Menschen ins Verderben stürzen soll. Genau so einer steckt in Naruto Uzumaki, einem kleinen und frechen Blondschopf, der der Hauptprotagonist einer weltweit erfolgreichen Animé-Serie ist. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit der Handlung. Denn hier geht es um Ninjas. Die sind ja meist listig, gut getarnt und haben eine Menge Tricks auf Lager. Naruto selber scheint auf den ersten Blick diese Beschreibung nicht zu erfüllen, doch wer die Handlung kennt, weiß, dass in dieser Serie der erste Blick und viele weitere oft täuschen können. Lest selbst, ob Naruto Ultimate Ninja 2 von Atari die Atmosphäre und Spannung der Serie widerspiegeln kann.

In erster Linie ist Naruto Ultimate Ninja 2 für die betagte Playstation 2 ein Kampfspiel vom Schlage eines Soul Calibur oder Tekken. Doch es besitzt etliche Unterschiede. So spiel sich das Spiel wesentlich schneller und baut mehr auf Spezialtechniken auf als auf puren Nahkampf. Wer den Animé kennt, weiß auch, warum. Durch Chakra, eine Art innere magische Energie, kann eine Vielzahl furioser Techniken (Jutsu) ausgelöst werden. Aufmerksame Fans erkennen viele bekannte Jutsu wieder, so zum Beispiel das Rasengan von Naruto. Für Storyneulinge sollte jedoch eine Einweisung stattfinden, da die Handlung von Ultimate Ninja 2 zwar auf der TV-Serie aufbaut, jedoch nicht am selben Punkt startet.

Die Handlung: Naruto Uzumaki ist ein Waisenjunge aus dem Dorf Konoha-Gakure, welcher ein dunkles Geheimnis in sich trägt, dessen er sich selber anfangs nicht bewusst ist. In ihm wurde ein mächtiger, neunschwänziger Fuchsdämon versiegelt, der das Dorf zu vernichten drohte und viele Menschenleben opfert. Unklar über seine Situation, ist Naruto viel Verachtung und gar Furcht ausgesetzt. Psychologen erahnen, wie sich solche Menschen entwickeln: Frech, respektlos, unkontrollierbar. Doch er schließt durch die Ninjaausbildung langsam Freundschaft mit Meistern und Mitschülern. Und sein Talent kommt langsam zum Vorschein. Meistens handeln die Folgen über Missionen und Prüfungen der Ninjateams, aber diverse bösartige Fraktionen schmieden grausame Pläne. Das Spiel setzt bei der Chu-Nin-Auswahlprüfung (Chu-Nin ist ein Rang unter Ninjas) an, dessen Verlauf durch eine Invasion doch recht beeinträchtigt wird. Ab da läuft das Spiel simultan zur Originalhandlung. Doch nur eine Weile, denn nach der Tsunade-Handlung lenkt das Spiel in eine Parralelstory um, die der Hauptstory allerdings in nichts nachsteht. Zuviel sei an dieser Stelle nicht verraten, aber das Spiel schafft es, trotz der Einschränkung, ein Kampfspiel zu sein, eine tolle Atmosphäre aufzubauen, bei der man mitfiebern möchte. Das liegt zum Teil daran, dass man in den Storykämpfen den jeweiligen „guten“ Charakter übernimmt, was neben Naruto selber auch sein Ninjameister Kakashi ist, aber auch alle andere bekannten Gesichter sind sicht- und spielbar. Ausnahme ist das Oto-Quartett, welches im Spiel vorhanden ist, aber nur eine Nebenrolle einnimmt. Dies wird wohl in der Fortsetzung eine größere Rolle spielen.

Überraschend für ein Kampfspiel ist die Spielumgebung, die größtenteils frei begehbar ist. Mit einem Rollenspiel kann man zwar bei Weitem nicht mithalten, aber Konoha-Gakure hat einige Schlüsselpunkte für ein schickes Sightseeing parat. Zusätzlich kann man auch (wenige) bekannte andere Orte besuchen, die allerdings sehr plump ausgefallen sind und nur aus jeweils zwei Arealen bestehen. Doch das Spiel hat noch weitere Rollenspielaspekte. So kann man seine Charakter durch Kämpfe entwickeln und sie in sechs Kategorien wie Angriff, Chakra oder Geschwindigkeit ausbauen. Items sind im Spiel auch vorhanden. Man kann sie kaufen und im Kampf benutzen oder für Missionen erhalten. Ja, man kann neben der Story eine beliebige Zahl an Missionen absolvieren, stilvoll aufgeteilt in die Ninjaränge, die gleichbedeutend mit dem Schwierigkeitsgrad der einzelnen Missionen sind. Einige Aufträge außerhalb dieses Systems schalten die kleineren Jutsu bestimmter Charaktere frei, die dann von jedem Storycharakter benutzt werden können. Außerdem gibt es noch einige kurzweilige Minispiele, wo man Bewegungen nachahmen soll, einen Baum hinaufrennt oder sich im Liegestützen oder Handwettrennen misst. All das bringt Geld ein, das man für Items und diverse „Farnartikel“ ausgeben kann, die man dann in Narutos Haus zur Begutachtung zu Verfügung stehen.

Das Hauptaugenmerk aber liegt natürlich in den eigentlichen Kämpfen. Dazu stehen bis zu 34 bekannte Charaktere bereit, die zu einem großen Teil aber erst freigespielt werden müssen. Markant sind bei einem Großteil der Charaktere die typischen Jutsu, die durch Chakra aktiviert werden. Sie sind allerdings blockbar und man erhält nur das Chakra der starken Jutsu zurück, wenn sie misslingen. Letztere sind zugleich das eigentliche Highlight der Kämpfe, da bei ihnen Videosequenzen abgespielt werden, um die fulminanten Attacken auch gebührend zu ehren. Währenddessen messen sich die kämpfenden Spieler in simplen Buttondrück- oder Drehwettbewerben, um den Schaden zu erhöhen/verhindern oder die Techniken fortzusetzen bzw. abzubrechen. Der Kampfgeschwindigkeit der Kämpfe ist hoch und man kann sich je nach Kampfort auf mehreren Ebenen horizontal sowie vertikal bewegen. Durch die klaren Unterschiede der Charaktere in punkto Geschwindigkeit und Reichweite müssen teils auch verschiedene Taktiken angewandt werden. Nebenher können aufgesammelte Items Schaden verursachen oder gewisse positive sowie negative Zustände wie Vergiftungen oder erhöhte Werte auslösen. Diese sind auch oft Teil vieler Missionen im Storymodus, neben anderen Siegbedingungen wie Zeitlimits oder die Mindestgesundheit, die der Charakter nach einem Sieg noch haben muss. Diese machen einige Missionen sehr happig, aber jederzeit schaffbar. Dennoch kann man jederzeit den Schwierigkeitsgrad in drei Stufen verändern.

Die Grafik ist größtenteils stimmig, an manchen Stellen aber ZU plastisch, wo Charaktere dann eher karikiert aussehen. Die Attacken sind eindrucksvoll animiert. Da es sich hier ja um ein PS2-Spiel handelt, sollte man auch nicht zu viel erwarten, ein PS3-Spiel hätte natürlich die Nase vorn. Ultimate Ninja 2 ist trotzdem ein Spiel, bei dem man nicht wegschauen kann.  Mit dem Sound verhält es sich ähnlich. Fans des japanischen Originals haben hier die Möglichkeit, die japanischen Originalstimmen zu aktivieren. Ansonsten brüllen einem die englischen Synchronsprecher entgegen, die gute Arbeit geleistet haben.

Letztendlich ist Naruto Ultimate Ninja 2 wirklich ein Pflichtkauf für jeden Naruto-Fan und eine mehr als interessantere Überlegung für jeden Beat’Em’Up-Spieler, der dem Animé nicht allzu feindlich gegenübersteht. Doch auch jeder andere kann einen Blick darauf werfen. Es ist ein tolles Spiel, was auch zu Zweit seinen Zauber ausstrahlt. Ein Zauber, der wie die List eines Fuchsgeistes in seinen Bann ziehen kann.

Team Avantgarde

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Team Avantgarde nennen sich Phase und Zenit aus Schöneberg/Steglitz, Berlin. Oftmals halten Namen ja nicht was sie versprechen, nicht so bei diesem Duo, das im August diesen Jahres ihr nunmehr viertes Album veröffentlichte. Seit 1998 unter dem Namen Cryptonasen,  tüfteln die beiden seit 2001 klammheimlich als Team Avantgarde vor sich hin, doch spätestens seit es MySpace gibt dürfte der Name auch dem letzten bekannt sein. Sie gehören zu einer aussterbenden Rasse, ihr Album „Absolut“ ist an Ehrlichkeit, Melancholie und Eigenständigkeit kaum zu übertreffen, sie sind ein Team und sie sind avantgarde, sprich, ihrer Zeit voraus und geben nicht sonderlich viel auf allgemeine Konventionen. Sie machen Rap wie ihn die Hauptstadt vorher nicht gekannt hat.
Umso mehr habe ich mich auf dieses Interview gefreut, welches ich in entspannter Atmosphäre, bei einem, natürlich alkoholfreien, Bier und netter Jazzmusik mit dem symphatischen Team Avantgarde führen konnte.

rap.de: Wie waren denn die Reaktionen auf euer im August erschienenes Album „Absolut“? Und wo liegen die Unterschiede zwischen euren bisher veröffentlichten Alben und diesem?

Zenit: Die Kritiken waren durchweg nur positiv.

Phase: Außer die von Philipp…

Zenit: Welchem Philipp? Ach ja, Gott…(lacht) Ganz eklig: Ja, ich bin ja gut weggekommen.

 (Gelächter)

 Nein, also ich denke dass man nicht von der Hand weisen kann dass das Album wirklich nicht schlecht ist, beziehungsweise wirklich gut ist und, der Unterschied zu den vorherigen Alben.

 

rap.de: Sag mir doch mal wo du die größten Veränderungen bei Phase siehst?

Zenit: Ich weiß nicht ob ich das so sehe. Das ist ja so wie wenn man eine Ehefrau hat und dann nach 20 Jahren nicht gemerkt hat dass sie 50 Kilo zugenommen hat.

 (Gelächter)

Das ist ja dann auch eine sehr subtile Veränderung, dadurch dass man sich jeden Tag oder zumindest quasi jeden Tag sieht, als subtil empfindet. Im Großen und Ganzen denke ich schon dass er probiert hat es den Leuten einfacher zu machen. Die Leute brauchen es halt ein bisschen einfacher. Was überhaupt keine negative Äußerung ist, sondern einfach nur…
rap.de: Waren die Alben vorher komplexer?


Zenit: Komplexer nur deswegen weil wir vorher mit mehr Naivität rangegangen sind.
rap.de: Also wolltet ihr mit dem neuen Album schon eine größere Masse ansprechen? Daher die fehlende Naivität?

Zenit: Also mich, obwohl es ja bei den Raps genauso ist, betrifft einfach auch das technische. Ich meine du kannst natürlich mit einfachen Sachen manchmal mehr erreichen als wenn du probierst in 16 Takte so viel reinzuquetschen wie nur möglich. Das war auch für mich persönlich ein negativer Kritikpunkt, was ich heute auf jeden Fall nicht mehr machen würde, bei den jetzigen, den gegenwärtigen und den zukünftigen Alben. Ich probier schon wirklich nur das rein zu bringen was auch wirklich nötig ist. Aber ohne mich darauf auszuruhen, eine Schleife zu basteln und die dann durchlaufen zu lassen.

rap.de: Und du Phase, inwieweit würdest du sagen hat sich Zenits Sound und vielleicht auch seine Technik im Laufe der Zeit verändert?

Phase: Ich würde sagen, dass es mehr on-point ist. Also, damals war es ein bisschen mehr Rumgespiele und ein bisschen mehr Experimentierfreude. Ich glaube dass es wichtig ist zu sagen, wenn man anfängt Musik zu machen, dann hat man eine Idee und kann von der allerdings nur etwa 63 % umsetzen. Und heute ist es so, dass er von einer Idee bis zum Endprodukt 90 oder 92 % umsetzen kann. Aber das macht ja auch die Überraschung aus. Es ist ja auch ein bisschen wichtig, dass man anfängt irgendein Lied anzufangen und am Ende ist man überrascht dass doch ein bisschen was anderes dabei herausgekommen ist als man nachts die Idee dazu hatte.
rap.de: Haben eure Eltern euer Album schon gehört?

Phase: Meine ja.
Zenit: Meine nicht.
rap.de: Nicht? Hast du es ihnen absichtlich vorenthalten?

Zenit: Nein, die haben es ja, sie hören es einfach nur nicht an.
(Gelächter)
Phase: (lacht) Es steht immer noch versiegelt im Schrank.
Zenit: Ja, genau so ist es.
Phase: Legendär, auf jeden Fall. Ja, schade. Jetzt wirklich, versiegelt im Schrank?
Zenit: Ja.
Phase: Trauer
rap.de: Zenit, dein Sound ist ja sehr eigen und sehr individuell, man hört auf jeden Fall welche Lieder von dir gemacht  wurden. Ist das dir ein besonderes Anliegen, möchtest du das oder..?

Zenit: Nein, das komische ist ja, ich will das ja eigentlich gar nicht. Ich glaube ja immer, man kann es negativ oder positiv werten, dass meine Sachen immer sehr straff sind und immer sehr essentiell. Es gibt selten Lieder bei denen im Motiv mal Pausen drin sind und man will es immer wieder snders machen aber irgendwie schafft man es nicht. Man braucht einfach immer wieder dieses Chillige und Warme. So Luftigkeit kann ich irgendwie nicht erzeugen.
rap.de: Luftigkeit?

Zenit: Luftigkeit im Sinne von, wenn man eine Gitarre auf den ersten Anschlag macht, dann aber auf den Vierten und der Rest ist nur Schlagzeug und dann wirkt es halt alles leer, ist aber trotzdem voll fett, es ist ja alles nichts schlechtes was ich sage, es sind aber Sachen die ich irgendwie nicht kann weil mein Anspruch dann doch in die Richtung geht, also die Liebe zum Detail ist dann doch vorrangig.
Phase: Da versuch ich ihn immer von runter zu holen.

rap.de: Es ist dann aber nicht so, dass du bestimmte Sachen einbaust oder auf bestimmte Dinge Wert legst, sondern es passiert dann einfach?

Zenit: Ja, es passiert. Ich benutze ja immer Samples als Motiv, werde ich auch immer machen, und ich glaube schon dass ich im Großen und Ganzen immer auf relativ ähnliche Samples reinfalle. Das sind dann von der Tonfarbe her immer recht dunkle Sachen, melancholische Sachen, aber ich mache das ja nicht bewusst, da springt der Funke dann einfach über.
rap.de: Wird nach „Natur Und Industrie“ ein weiteres Soloalbum erscheinen?

Zenit: Ja, ich bin ja auch schon fleißig dabei, also fleißig ist natürlich sehr hoch gegriffen.

rap.de: Ich habe gehört dass ihr auch schon wieder an einem neuen Team Avantgarde Album arbeitet?

Zenit: Ja genau. Du scheinst dich ja echt auszukennen.
(Gelächter)
rap.de: Du bist schwer am Arbeiten, wa?

Zenit: Ja, ich bin schwer am Arbeiten. Und "Remixalbum Volume 3." ist auch schon sehr, sehr weit in der Mache. Ja sicher, und Team Avantgarde Alben, da wird es noch einige von geben und „Natur Und Industrie“ – Nachfolger, obwohl man es auch nicht wirklich direkt als Nachfolger bezeichnen kann, also es wird natürlich auch ein rein instrumentelles Album.
rap.de: Wird es anders?

Zenit: Ja, es wird definitiv anders. Ich hoffe trotzdem dass man meinen Sound wieder erkennen kann, aber ich glaube schon alleine durch den Einsatz von vielen virtuellen Instrumenten und Synthesizern wird es schon in eine andere Richtung gehen.

rap.de: Also du machst das jetzt auch schon bewusst, du willst auch dass es sich anders anhört?

Zenit: Ja, es soll nicht so diesen typischen Downbeatflavour, so wie jetzt Bonobo und andere haben. Man will sich natürlich auch nicht in Zukunft vorhalten lassen dass man so den typischen Cafe Del Mar Sound hat. Und es wär sicher gut schon ein paar Sachen aus dem Weg zu gehen.
Phase: Also für alle die mehr elektronische Sachen lieben.. .

Zenit: Ja, also es wird schon mehr elektronisch als Hip-Hop Instrumentalmäßig
rap.de: Phase, über Dich, beziehungsweise über deine Texte kann man sagen dass sie sehr ehrlich und frei wirken. War es manchmal für dich ein Problem Texte auf ein Album zu machen weil sie vielleicht zu persönlich waren?

Phase: Ich mache eigentlich alles drauf. Was aus mir heraus kommt, kommt auch auf’s Album. Da sind auch keine gekünstelten Sachen, ich arbeite auch nicht an irgendwelchen Wortwahlen, Inhalten oder sowas. Ich habe Skizzen im Kopf, Dinge die mir passieren setze ich  zusammen und so entstehen dann die Lieder.
rap.de: Also gab es noch kein Lied dass du aufgrund des Inhaltes nicht auf ein Album gemacht hast?

Phase: Ein Lied gab es bei dem ich überlegt habe, das war „Swing Wie Al Caiola“, aber das lag nur daran dass ich es improvisiert hatte und am Abend der Aufnahme  dabei getrunken habe, ich wurde immer betrunkener so dass man in der letzten Strophe auf jeden Fall hört dass ich betrunken bin. Da habe ich dann überlegt es neu einzurappen, hab dann aber gedacht ne komm, die Stimmung passt, „Swing Wie Al Cailo“ ist für mich ein sehr entscheidendes Lied, also habe ich es doch so gelassen.

rap.de: Nennt doch bitte das jeweilige Lieblingslied von euch auf „Absolut“.

Zenit: „Absolut“
Phase: „Swing Wie Al Caiola II“, das Lied ist durch so eine Einfachheit bestimmt und wohl auch durch den Kontext mit dem ersten Teil bedeutet es mir einfach am meisten.
rap.de: Wie sieht bei euch der Arbeitsprozess zu euren Liedern aus. Wie kann man sich das vorstellen, ist einer von euch besonders aktiv oder.. ?

Phase: Ich glaube wir beide haben ein sehr großes kreatives Potenzial und das muss alles raus.
 
rap.de: Also es ist jetzt nicht so dass du (Zenit) ihm die Beats gibst und.. .

Zenit: Nein, also das ist ja mittlerweile gar nicht mehr so. Wir haben uns von dem Standard auch total verabschiedet. Es ist ein Text zu dem wir dann ein Instrumental suchen welches auch wirklich passt. Und nicht ich höre mal ein flippiges Sample und mache dann einen flippigen Text dazu. Dieses 08/15 funktioniert bei uns nicht mehr. Das ist denke ich auch ein Beweis dafür, dass es dann vielleicht schon so geplant wirkt, aber bei Phase ist es so dass es so rauskommt wie er es unbewusst zumindest dort versucht zu verarbeiten und dadurch auch Null geplant ist und so ist es jetzt auch mit meinen Instrumentalen. Wir machen es einfach wie es gerade zu unserer Stimmung passt und dann entsteht so etwas.
Phase: Ich glaube, das passt auch ein wenig zur zweiten Frage, also wenn ich etwas auf ein bestimmtes Instrumental mit einer bestimmten Stimmung gerappt habe dann kann Zenit diese Stimmung fast zu 92% wieder nachbauen. Er baut dann praktisch ein Instrumental dazu, dass dann meinem Gefühl entspricht.  Ich glaube das kann man nur machen wenn man weiß dass man seine Ideen umsetzen kann. Und dafür braucht man eben ein paar Jahre Erfahrung.

 

rap.de: Was ist denn euer Antrieb Musik zu machen? Ist es vielleicht eine Art Ventil, braucht ihr das, habt ihr bestimmte Stimmungen bei denen ihr euch hinsetzt und anfangt zu basteln?

Zenit: Eigentlich weiß ich das bis heute gar nicht, Fakt ist bei mir, desto mehr ich in meinem normalen Berufsleben tätig bin, desto mehr habe ich den Drang Musik zu machen. Vielleicht ist es ja dann ein Ventil. Also Ventil, für mich ist es Kompensation von meiner monotonen Kackarbeit die ich mache.
Phase: Bei mir sind es einfach Lebensphasen. Sind die Lebensphasen irgendwie komplexer und es passieren mehr Dinge dann mache ich mehr Lieder, habe ich ruhigere Phasen dann mache ich eben weniger Lieder, oder mache andere Lieder, nicht irgendwelche Battlelieder.
rap.de: Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt und seid dazu gekommen Musik zu machen?
Phase
: Zenit hat mit einer roten E-Gitarre im U-Bahnhof gespielt, ohne Scheiss.

rap.de: Wirklich? Und da habt ihr euch dann kennengelernt?

Phase: Ich habe ihm dann zwei Mark in den Hut gesteckt.
(Gelächter)
Phase: Nein, wir haben uns über die Schule kennengelernt, wir waren in einem Kurs zusammen.
Zenit: Wir waren einfach zusammen in der Parallelklasse.
rap.de: War Musik da noch kein Thema?

Phase: Doch.

rap.de: Also du hast schon gerappt und Zenit hat schon produziert, oder wie?

Zenit: Ja, also, ich fand Phase so scheiße, er fand mich scheiße weil ich einen Ice Cube Pullover anhatte (Gelächter) und dann dachten wir, dass wir etwas gemeinsam haben und müssten doch irgendwie zusammen kommen. Nein, also irgendwie haben wir halt bemerkt dass wir beide HipHop hören und dann haben zwei Zahnräder ineinander gegriffen was den Musikkonsum anging.
rap.de: Wie alt wart ihr da?

Zenit: 15 oder 16 Jahre. Ja, dann hat sich das mit dem Musikmachen so ergeben. Ich kann mich nicht daran erinnern dass wir mal gesagt haben komm lass mal jetzt auch Musik machen. Irgendwann war dann wohl doch der Drang da sich da auch auszuleben.
Phase: Ich glaube es war einfach so, dass wir beide so einen kreativen Druck in uns gespürt haben und jeder unabhängig von einander auch viel gemacht hat, dann haben wir uns ausgetauscht, das nahm dann zu und irgendwann haben wir dann die ersten Lieder zusammen gemacht.


rap.de: Was genau bedeutet denn die Cryptonasen– Crew für euch?

Zenit: Cryptonasen hat ursprünglich ja nur mit Nesim und Phase angefangen. Nesim hat Kontrabass studiert und er und Phase die Beats gemacht, beziehungsweise da waren Raps und Beats so 50/50 aufgeteilt. Als Nesim dann mit Studieren anfing hat es zeitlich alles nicht mehr so hingehauen, 2000 oder 99 kam ich dann dazu.
Phase: Mein großer Traum ist auf jeden Fall noch einmal ein Cryptonasen Album zu machen, da wird Nesim Kontrabass spielen, Zenit wird produzieren, ich werde auch ein bisschen mitproduzieren und dann werden noch gute Rapper darauf vertreten sein. Keine synthetischen Bässe, Nesim wird alle selbst einspielen.
rap.de: Also wirst du selbst nicht rappen auf dem Album?

Phase: Doch, ein, zwei Lieder werde ich sicher rappen. Wir werden es zu dritt produzieren, jeder macht das was er am besten kann, das wird sicher eine Bombe. Alleine aus dem nostalgischen Gefühl heraus, was da früher drin steckte und wie wir uns kennen gelernt haben, denke ich dass da noch ein Album folgen muss was dem Tribut zollt. Ich hoffe dass wir das 2008, 2009 hinkriegen, weil Nesim gerade auch viel an seinen eigenen Sachen macht.
rap.de: Wie denkt ihr denn über die Industrie zurzeit. Man hat es ja schwer als Musiker überhaupt Alben zu verkaufen, die meisten pressen gar keine mehr sondern bringen sie gleich als kostenlosen Download heraus. Wie schätzt ihr das alles ein und wo seht ihr euch?

Zenit: Es ist schwer. Es entspricht nun mal der Geiz ist Geil Mentalität heutzutage. Die Leute sehen es ja auch gar nicht mehr ein für irgendetwas zu zahlen, sei es Musik oder anderes. Man wird mit Reizen überflutet, beschwert sich, sucht aber trotzdem immer nach etwas neuem, da muss ich mir auch an die eigene Nase fassen. Aber ich denke dass wird sich auch alles wieder zurück entwickeln, hoffe ich zumindest. Es kann nur so sein, die Natur hat für alles einen Ausgleich geschaffen.
Phase: Dieses Konsumverhalten dass zurzeit vorherrscht, dass die Leute Musik nur konsumieren dass wird auf jeden Fall wieder aufhören.
rap.de: Habt ihr vielleicht gerade in letzter Zeit jemanden aus der deutschen Szene gefunden den ihr gut findet?

Phase: Sicher. Zenit findet dauernd Leute für seine Remixalben. Morlockk Dilemma.. .
Zenit: Ja, also V-Mann und Morlockk Dilemma sind sehr gut, sind uns auch von den Ansichten her sehr ähnlich, die Produktionen sind auch sehr nostalgisch veranlagt. Abstrakkt hat einen sehr hohen Identifikationsgrad.
Phase: Ich höre sehr gerne deutsche Newschoolrapper, JAW ist auch Hammer. Es gibt sehr viele deutsche Newcomer die Hammer sind. Leute die sich davor verschließen und sagen damals war alles besser, das stimmt einfach nicht.

rap.de: Wie ist es denn zu Edit Entertainment gekommen?

Phase: Gris oder Meyah Don zum Beispiel kennen wir schon seit der Bunkerzeit (Anm.d.Red.: Royal Bunker) und haben immer wieder Sachen mit ihnen gemacht bis sie eines Tages zu uns gekommen sind und uns gefragt haben ob wir Bock haben mit ihnen ein eigenes Label zu machen. Wir haben die Strukturen und auch ein recht hohes künstlerisches Potenzial, wenn ich mir noch Leute wie Amewu und Wakka angucke da muss ich sagen das sind auf jeden Fall top Leute, da haben sich die richtigen zusammengefunden.
rap.de: Was kann man denn von euch und  Edit als nächstes erwarten?

Zenit: Ich kann natürlich nur für uns sprechen, das wird das nächste Team Avantgarde Album sein, "Remixes Volume 3" wird definitiv auch recht bald erscheinen.
Phase: Mit wunderbaren Leuten.
rap.de: Wann darf man es denn in etwa erwarten?

Zenit: Ja, das kann man noch nicht so genau sagen weil bei uns der Selektionswahn immer stärker wird und weil man natürlich nicht ein Album nach dem anderen einfach so heraus kloppen möchte, irgendwie ja schon, aber es gibt auch einfach nicht so viele gute Leute die ich auch wirklich gerne remixen würde oder die ich für remixfähig halte.
rap.de: Wer wird auf dem Remixalbum denn vertreten sein?

Zenit: Also bis jetzt sind definitiv K.I.Z vertreten, Justus und Taktlo$$, Prinz Pi, Team Avantgarde natürlich, Gris, JAW, Abstrakkt, Donato und Inferno 79.
rap.de: Morlockk Dilemma?

Zenit: Das wird sich noch herausstellen.

rap.de: Remixt du denn auch hobbymäßig?

Zenit: Ja, nach "Remixes Volume 3" werden definitiv so viele Lieder übrig bleiben.. die werden dann wohl zum gratis downloaden freigegeben.
rap.de: Wie sieht bei euch denn ein normaler Dienstag Abend aus?

Zenit: Also erstmal von der Arbeit kommen, Essen, einen Mittagsschlaf von 15 bis 30 Minuten halten.

 (Gelächter)
rap.de: Wirklich jetzt?

Zenit: Ja, ich kann ja nichts dafür weil ich nachts nicht schlafe da übermannt mich dann die Müdigkeit nach dem Essen, das ist dann meinen Minisiesta die ich da halte.

 (Gelächter)

  Und dann geht’s halt los, dann setzte ich mich an den Computer.

 (Gelächter)

Ja wirklich, das ist dann der Drang den ich habe, ich wäre manchmal froh ich könnte ihn abschalten.
rap.de: Also ist das wirklich Standard bei dir, nach dem Essen an den PC und.. .

Zenit: Ja, ne, meistens schon während dem Essen.

 (Gelächter)

Die Tastatur könnte schon als Antiquität durchgehen. Relativ selten gibt man sich auch mal die Muse einen guten Film anzugucken.
Phase: Ich gucke gerne Champions League, wenn Werder Bremen spielt, heute zum Beispiel.
Zenit: Ja ich gucke ja keinen Fußball, deswegen halten mich ja viele für schwul

 (Gelächter)

rap.de: Und wie wird denn vornämlich euer Wochenende gestaltet? Seit ihr so Partymäuse?

Zenit: Nein, das überhaupt nicht.
Phase: Die Zeit ist vorbei.
Zenit: Ja, auch so. Ich verbringe lieber Zeit mit meiner Freundin, meinen Eltern, also ich habe in der Woche eigentlich so viel zu tun dass ich nicht unbedingt noch am Wochenende da dick Halligalli machen muss.
rap.de: Und zum Schluss erwähne ich noch ein paar Situationen und ihr sagt mir welche Alben ihr passend dazu empfehlen würdet, in Ordnung? Welche Platte legst du zum Beispiel auf wenn es romantisch hergeht?

Zenit: Weiß gar nicht mehr was ich da immer aufgelegt habe um mich beliebter zu machen. Für ein Rendezvous kann ich sehr gut für alle Singles da draußen empfehlen Archie Bell And The Drells „Tighten It Up“, weil jedes Mädchen drauf anspringt.

(Gelächter)
Phase: Ich würde "Chet Baker sings" empfehlen.
Zenit: Ja bei Jazz ist dann aber oft das Problem, dass Frauen vorgeben Jazz zu hören, den den du dann aber auflegst gar nicht verstehen.

(Gelächter)
rap.de: Bei Frustbewältigung?

Phase: Da würde ich auf jeden Fall etwas deutsches hören, Abstrakkt vielleicht.
Zenit: Max Richter oder Radiohead, da weiß man dass man nicht der einzige auf der Welt ist dem es scheiße geht.
rap.de: Bei Liebeskummer?

Zenit: Max Richter

 (Gelächter)
Phase: Wer ist denn bitte dieser Max Richter? (lacht)
Zenit: Auf dem neuen Zenit Album wird’s was geben, „Nostalgische Wehmut“ heißt das Lied, das würde sehr gut passen.
Phase: Auf dem Instrumentalalbum?
Zenit: Ja.

Phase: Ich würde Velvet Underground „Stephanie Says“ hören.

rap.de: Und zum Abschalten, Träumen?


Phase: Da würde ich Popul Vuh „In Den Gärten Pharaos“ hören.
Zenit: Vielleicht Max Richter.
(Gelächter)
Zenit: Oliver Doerell sollte man sich da merken, sehr melancholische, elektronische Sachen.
rap.de: Und zuletzt, zum Arbeiten, Aktivsein?

Zenit: Beim Arbeiten finde ich diese Mid 90er Rapsachen ganz gut, oder viele Funk und Soulsachen.
Phase: Beim Arbeiten immer „Absolut“

 (Gelächter)

(An Zenit gerichtet) Findest du „Absolut“ besser als „Reine Nervensache“?

Zenit: Ja, natürlich.

rap.de: Habt ihr noch ein letztes Wort, dass ihr an eure Fans richten möchtet?

Zenit: Verkauft euch alle nicht.
Phase; Und legt mal hier Impulsverhalten ab, mal ein Album über längere Zeit zu hören ist ein Verhalten das wir uns alle wieder zu eigen machen sollte.
rap.de: Vielen Dank die Herren für das nette Gespräch, hat Spaß gemacht.

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