Von Memphis bis nach Westberlin: Hutmacher Entertainment im Portrait

„Wenn du nicht schnell bist, sind alle Tapes weg“ –  DIY ist das Motto vom Westberliner Untergund-Label Hutmacher Entertainment. Auf diversen Mixtape-Projekten und EPs vereint die HME-Clique die Zukunft des Untergund-Sounds. Ganz nach Manier der alten Schule, werden hier die Mixtape-Kassetten noch Stück für Stück am Block vercheckt. Dieser Artikel soll das Label und einige der Künstler etwas näher beleuchten – nicht nur deren Musik, sondern auch ihre Liebe zu HipHop.

West Berlin trifft auf Dirty South

Inspiriert von der im Süden der USA, genauer gesagt in Memphis, Tennessee, entstandenen Rap-Schule, bringt das HME-Camp rund um Produzent Al Majeed, Big Toe, Klapse Mane, Nizi, LockeNumma19, Nordin die Saftboys und einige weitere MCs frischen Wind in die Szene. „Es geht um Tapes und Colucci-Mode“, wie der AllesHabenSie-Mitstreiter Skinny Finsta aus Heidelberg treffend auf den Punkt bringt: Die Westberliner Straßen-Attitüde gepaart mit den stilsicheren Produktionen im Erbe der Tripple-Six sind das Erfolgsrezept der HME-Clique. Player-Gehabe trifft auf Spieler der Liebe. Gangsta-Image auf Gauner-Mentalität. Die Texte sind zwar hart, trotzdem wirken die Geschichten aus dem Leben gegriffen und trotz stellenweise Übertreibungen stets nachvollziehbar.

Zwischen Ost- und Westküstenrap waren Pioniere wie 8Ball & MJGProject Pat oder Three 6 Mafia die ersten, die mit Hilfe der Roland TR-808 Drum-Maschine HipHop-Beats bauten. Die Tracks wurden auf Tapes gespielt und auf der Straße verkauft. Das heute omnipräsente Trap-Genre findet nicht nur seine musikalischen Wurzeln in diesen ikonischen Tapes, auch dem überdrehten Swagger, den die Protagonisten dieser Szene so unbefangen verkörperten, wird bis heute nachgeeifert. Sei es ein an Pen & Pixel angelehntes Cover, ein Slangwort oder schlichtweg eine Modedroge: So neu sind diese Phänomene gar nicht.

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