VIDEOINTERVIEW mit Bushido & Fler

Bushido, mittlerweile zum wirtschaftlich erfolgreichsten Rapper des Landes aufgestiegen, und Fler, frisch getrennt von Aggro Berlin, haben sich wieder zusammengetan – zur Freude der Fans und einer Szene, an deren Entstehen die beiden Südberliner nicht ganz unbeteiligt waren.

Auch für den arg kränkelnden Patienten Deutschrap könnte diese Reunion ein Zeichen sein – One Love und die Überwindung von Grenzen ist möglich – die Freundschaft siegt, auch im dreckigen Rapgeschäft.
Über eineinhalb Stunden haben wir uns mit Bushido und Fler unterhalten und das meiste auch schon in unserem großen Feature, als schriftliches Interview veröffentlicht. Nun zeigen wir Euch insgesamt 40 Minuten des Gesprächs als Video.
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Im ersten von insgesamt sieben Teilen wird geklärt, wieso es mit der Versöhnung von Fler und Bushido so lange gedauert hat und wie es zum schleichenden Bruch zwischen den beiden ehemals besten Freunden kam.

Und hier geht’s direkt zu Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6 und Teil 7.

 

Es muss Bushido und Fler geradezu unwirklich erscheinen, wenn sie sich aus ihrer heutigen Position heraus an die eigenen musikalischen Anfänge erinnern.
2003 mit einem Karton voller Tapes im Arm auf dem splash-Festival, beim ambitionierten Versuch, den vorbeilaufenden Hip Hop Fans ihr Kollabo-Album „Carlo Cokxxx Nutten“ zu verkaufen oder den Leuten zumindest einen Flyer in die Hand zu drücken. Was heute als Einläutung einer neuen Deutschrap-Ära gilt, war damals erst einmal nur ein weiterer Versuch zweier Straßenkids, mit ihrem Hobby Musik Geld zu machen.

Tracks wie „Cordon Sport Massenmord“ und „Behindert“ waren ein Schlag ins Gesicht für die technikversierten Hamburger, die zusammen mit dem Süden Deutschlands eine raptechnische Kuschelfraktion bildeten. Selbst die düstere, Ami-inspirierte Frankfurter Hip Hop Fraktion hätte man damals lieber in dunklen Hinterhöfen angetroffen, als Sonny Black und Frank White.
Zwar gab es in Berlin mit Westberlin Maskulin, Kool Savas, M.O.R., Sekte und diversen Künstlern aus dem Royalbunker-Umfeld schon einige Vertreter der härteren Gangart, aber insbesondere die Tatsache, dass viele Nicht-Hauptstädter zu Anfang noch kein genaues Bild der beiden Südberliner hatten, erweckte den Eindruck, es mit den krassesten Gees Deutschlands zu tun zu haben.
Dem aufstrebenden Independent-Label Aggro Berlin hätte nach den eher humorigen Royal TS Releases wohl nichts Besseres passieren können, um den selbst gewählten Ruf der kompromiss- und respektlosen Straßenrapper-Kaderschmiede zu zementieren.

Nach ersten gemeinsamen Auftritten war jedoch klar: Mögen sie noch so düster gucken und Rapdeutschland zerstören wollen, die Liebe zum Hip Hop einte die ehemaligen Sprüher mit dem Rest der ihnen so verhassten Szene. Zwei Jungs, die durch den Hype, der spätestens nach „Vom Bordstein Bis Zur Skyline“, dem ersten via Aggro erschienen Soloalbum Bushidos, losgetreten wurde, wohl am meisten überrascht waren.
Kurz darauf kam es zum Bedauern vieler Rapfans zum Bruch zwischen dem Halbtunesier und dem selbsternannten „Label Nummer Eins“ sowie zum Bruch mit Fler, der seinem besten Freund nicht nicht zum Major-Riesen Universal folgen wollte oder konnte.

Gut sechs Jahre und jeder Menge böser Worte später, haben Sonny Black und Frank White aber wieder zusammengefunden. Mit „Carlo Cokxxx Nutten 2“, dem Nachfolger des Werkes, mit dem die Beiden einst angetreten waren, um die Hip Hop Szene zu zerstören, will man nach mal mehr und mal weniger poppigen Ausflügen wieder zum Ursprung zurück kehren. Zu „Zwei Turntables und einem Mic“. Zurück zu der Zeit, als sich die beiden vollmundig zur Zukunft der deutschen Hip Hop Szene ausrief, ohne zu ahnen, wie Recht sie damit behalten würden.

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