2econd Class Citizen

Auf Equinox Records erschien kürzlich ein weiteres Lebenszeichen von 2econd Class Citizen unter dem Namen „Wyred Folk“ in Form einer EP. Der Produzent, der sich in einer in Blockhütte an den Steilküsten Dovers sein Studio eingerichtet hat, ist kein Mann der großen Worte, trotzdem gelang es uns den eigenwilligen Künstler mit Hilfe seines Labels zu seinem Schaffen, das neue Werk und Pläne für die Zukunft zu befragen. Auf rap.de präsentieren wir nun nur zu gerne ein 10 Fragen Interview mit Aaron Thomason.
rap.de: Deine neue Ep „Wyred Folk“ ist ein Mix aus Instrumental HipHop und Folk Music. Wie würdest Du selber Deine Musik beschreiben?

2CC: Meine Musik hat Elemente aus den unterschiedlichsten Musikstilen. Ich würde sagen, es besteht ein Kontrast zwischen gefühlsgeladenen Sounds und chaotischen Beats, aber für mich ist es ziemlich schwierig, meine eigene Musik zu beschreiben. Das kann jeder Hörer mit sich selbst ausmachen.
rap.de: In England hast Du ja sehr gute Kritiken für Deine erste EP „Divided Reality“, das Du in Eigenregie veröffentlicht hast, bekommen. War die Platte auch außerhalb Englands erhältlich?

2CC: Nein, da es nur eine limitierte Stückzahl gab, wurde die Platte leider nur in England vertrieben.
rap.de: Wie kommt es, dass ein englischer Künstler jetzt auf einem deutschen Label (Equinox) veröffentlicht? Gibt es in England für die Musik, die du machst nicht genug andere Labels, die sich geeignet hätten?

2CC: Nein, ich glaube eben nicht, dass es viele Labels in England gibt, auf die ich mit meinem Sound passen würde! Dass ich nun von einem deutschen Label entdeckt wurde, macht für mich letztlich keinen Unterschied. Die Musik, die Equinox Records rausbringt, und der Ethos, der Gedanke, der dahinter steckt, all das passt ziemlich gut zum Style meiner Musik.

rap.de: Deine EP ist unglaublich gefühlvoll produziert und es gibt immer Abwechslung. Mit welchem Equipment arbeitest Du um das zu schaffen?

2CC: Ich verwende nur zwei 1210er, einen Mixer, MPC, FX Unit und einen PC.
rap.de: Deine Stücke bestehen zum Grossteil aus Samples, andere Künstler benutzen auch Lifeinstrumente von Gastmusikern. Wie gehst du vor, wenn Du ein Lied machst?

2CC: Normalerweise habe ich zu Beginn eines Tracks kein bestimmtes Konzept. Es entwickelt sich eigentlich alles während des Schaffens. Meistens finde ich ein Sample oder ’nen Loop und baue dann drum herum. Naja, manchmal fange ich auch mit dem Beat an und bringe dann neue Sounds ein, die dazu passen. Ich versuche meinen Style stetig weiterzuentwickeln, es ist nicht so, dass ich da ein bestimmtes Rezept hätte.


rap.de: Hat sich deine Musik seit Deiner letzten Veröffentlichung verändert?

2CC: Yeah, die Art, wie ich produziere ändert und entfaltet sich ständig neu, wie ich schon sagte, ich hab da kein konkretes Rezept.
rap.de: Kannst du auch selber Instrumente spielen? Ich habe gehört, Du bist auch DJ?

2CC: Wie viele Producer habe ich mit DJ-ing angefangen, und ich denke, im Umgang mit zwei Plattenspielern bin ich ziemlich fit. Ich hab auch mal mit dem Gedanken gespielt bei den DMC-Meisterschaften mitzumachen, aber ich hatte einfach nicht soviel Zeit ständig zu üben. Naja, ich kann cutten und mixen, aber nicht so wie die Turntablists heute, das is mir auch schon zu viel technisch. Ich lege aber regelmäßig auf und bin auch Live-DJ für einen Rapper namens Jack Flash. Sonst beherrsche ich eigentlich kein Instrument richtig, aber ich spiele trotzdem gerne Keys, Bass oder Schlagzeug.

rap.de: Du produzierst also auch Beats für Rapper?
 
2CC: Ja, klar, das habe ich auch schon gemacht, eine Zeit lang war ich auch Teil einer Rapgruppe, aber im Moment genieße ich es einfach an meinen Solosachen zu arbeiten.
rap.de: Der Trend im HipHop geht ja momentan immer mehr zu diesen harten Beats und prolligen Texten. Deine Musik dagegen ist sehr emotional. Versuchst Du hier bewusst einen Gegenpol zu dieser Entwicklung zu schaffen?

2CC: Ach, weißt Du, ich mache einfach da weiter, wo ich jetzt mit „Wyred Folk“ angesetzt habe und schaue, wohin mich das führen wird… Wer weiß, was für Musik ich irgendwann mal machen werde. Ich bin da ja auch vielseitig, der Remix von „Wishing Well“ zeigt zum Beispiel eine andere Seite meiner Arbeit.
rap.de: Was können wir denn in der Zukunft von Dir erwarten, hast du konkrete Pläne?

2CC: Das Hauptprojekt ist mein Album, an dem ich zur Zeit arbeite, außerdem wird es hoffentlich bald ein Mixtape von mir geben und Beats für einige Rapper, ach ja, und an ’nem Remix bin ich auch noch dran. Zudem arbeite ich auch am Konzept meiner Live-Show, wo ich versuche Sounds von der EP und anderen Projekten neu aufzubereiten.

Vielen Dank für das Interview!

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