Kaisa

Am ersten dieses Monats ist das neue Soloalbum von Kaisa erschienen. Es trägt den klangvollen Namen "Nixx für Kinda". Was sich hinter diesem Album verbirgt und was darüber hinaus bei Kaisa abgeht, verriet er uns in einem Interview unter sechs Augen.

rap.de: Seit dem letzten Interview am Anfang des Jahres ist ja einiges bei dir passiert, z.B. der Weggang von Streetlife. Warum hast du Streetlife verlassen?

Kaisa: Eine Woche nach dem Splash! haben wir uns zusammengesetzt und mal überlegt, was ich denn so will und was die so wollen. Und dann haben wir uns gedacht, dass es vielleicht besser ist für das nächste Album, wenn ich die Fäden selber in die Hand nehme, selber die Kontrolle darüber habe. Und für mich ist es ganz cool, eher sublabelmäßig als künstlermäßig zu arbeiten, also nicht unter den Fittichen von Leuten zu sein, die immer noch eine Abnahme machen, ein Auge drauf werfen oder „ihren Senf“ dazugeben. Wobei ich natürlich dadurch auch viel gelernt habe und viele Vorteile hatte, aber wenn man eher direkter Künstler ist, so wie ich, dann ist es besser, wenn man es selber in die Hand nimmt. Und so haben wir uns einfach gedacht, jeder geht jetzt mal seinen eigenen Weg und versucht seine eigene Struktur zu fassen. Und man kann nie wissen, was kommt, aber ich hab mit denen verlags- und bookingmäßig noch viel zu tun.

rap.de: War es denn dann so, dass sie dir bei „Traumfabrik“ so viel reingeredet haben, dass es dich gestresst hat? Oder wie kam es, dass du jetzt fast ein Jahr später sagst, ich möchte doch lieber alleine und independent arbeiten?

Kaisa: Es ist auf jeden Fall so, dass einige Sachen bei „Traumfabrik“ mitentschieden wurden. Und wenn da zehn Leute daran arbeiten und du einen Tag mal nicht da bist, dann sagen die: "Ok, er ist nicht da, machen wir es einfach." Verstehst du? Natürlich gab es auch Entscheidungen, die über meinen Kopf hinweg getroffen wurden. Aber das war am Ende nicht der Grund für die Trennung. Der Grund war einfach, dass ich mir gesagt habe, dsas ich für mein nächstes Album – das ist ja wieder ein richtiges Soloalbum, „Nixx für Kinda“ – ich mich einfach wieder total allein auf alles konzentrieren und alles alleine machen möchte. Ich habe durch "Traumfabrik" gelernt, wie es ist, als Künstler irgendwo zu arbeiten, wenn Leute mit reinreden, und da habe ich mir am Ende, auch dank Streetlife, aussuchen können, was ich mache. Die haben ja immer alles offen gelassen und haben gesagt: "Sobald du dich hier nicht wohlfühlst oder irgendetwas ist, kannst du jederzeit gehen, wir halten dich nicht." Und dann habe ich mich dafür entschlossen, das Erlernte für mich mitzunehmen, aber jetzt erst einmal auf meinem Weg zu bleiben.

rap.de: Aber du hast ja gerade auch gesagt, dass du verlagsmäßig mit denen trotzdem noch zusammen arbeitest…

Kaisa: Klar, als das Album da war, bin ich zu denen hingegangen und habe denen ein Exemplar vorbeigebracht, und wir haben es zusammen angehört. Als das Video da war, habe ich es genauso gemacht.  Es ist noch so, dass ich denen meine Arbeit gerne zeige und mir Ratschläge abhole. Ich bin mit denen cool und wir treffen uns auch mal am Wochenende und gehen dann zusammen weg. Es ist jetzt noch viel entspannter als vorher. Jetzt ist es so, wie es eigentlich hätte sein müssen.

rap.de: Man hat jetzt auch als Außenstehender den Eindruck, dass du jetzt beim neuen Album promomäßig mehr am Start hast als bei „Traumfabrik“: z.B. einen Juice-Song und eine Doppelanzeige. Das gab es bei „Traumfabrik“ alles nicht. Wie erklärt sich das?

Kaisa: Das ist lustig. Du bist einer von vielen, die genau das sagen. Da ich alles selber in die Hand genommen und mich auf alles konzentriert habe, natürlich auch durch das dort Erlernte, was man nie vergessen darf, habe ich mir jetzt gedacht, wir müssen volle Power leisten. Denn da steckt alleine in den Produktionskosten des Albums so viel Geld drin,  dass wir natürlich sagen, dass wir, was die Promo betrifft, aufs Ganze gehen müssen. Sonst hast du ein starkes Album, viel da rein gesteckt, aber draußen kriegt das keiner mit. Das wäre kacke. Und wir haben ja auch mit Distributionz einen starken Partner, der viel möglich macht.

rap.de: Du hast ja auch das „Schnitt“ aus deinem Namen genommen und heißt nur noch Kaisa. War das auch ein Punkt, bei dem du dir vorgenommen hast, eine breitere Masse, Öffentlichkeit zu erreichen, da der Name Kaisaschnitt vielleicht zu krass rüber kommt? Hast du es deswegen gemacht?

Kaisa: Definitiv nicht. Es ist natürlich deshalb, weil Kaisaschnitt mittlerweile einfach zu lang geworden ist. Wenn Leute auf ein Konzert kommen, „Hey Kaisa“ rufen und ich denen ein Autogramm gebe, schreibe ich Kaisa. Und da habe ich mich am Ende des Tages immer gefragt, warum ich das "Schnitt" noch im Namen habe. Das ist ja noch von der Anfangszeit, wo meine Musik noch so war, dass ich schocken wollte, dass ich machen wollte, was ich will, dass ich drauf gekackt habe, wie es ankommt. Natürlich möchte ich meine Musik auch jetzt weiterentwickeln und ein breiteres Publikum erreichen. Das habe ich jetzt aber dadurch nicht geplant! Das ohne „Schnitt“ hat sich einfach automatisiert und hört sich auch viel besser an. Es steht jetzt auch für den Platz, den ich im deutschen HipHop einnehme (lächelt).

rap.de: Alles klar. Du kommst ja schon eher aus dem „Untergrund“, dem Berliner „Untergrund“. Wie hast du dich gefühlt, als bei MTV Urban dein Video lief?


Kaisa: Ehrlich gesagt, ist es natürlich cool, wenn man sein Video dort sieht und so viel Anerkennung auch von einem Fernsehsender bekommt oder, dass das jemand dort gut findet, so dass er es spielt. Letztendlich ist es aber nur ein weiteres Promo-Tool, eine weitere Verkaufsmöglichkeit, damit ich ein ein größeres Publikum erreiche und mehr Leute meine Platte kaufen. Das ist wichtig.  Ja, man freut sich natürlich das erste Mal und man sieht, dass Sachen ins Rollen kommen. Man merkt, dass man Schritt für Schritt weiter kommt, und sich alles in größere Dimensionen entwickelt. Das ist echt cool, und alle die mich fragen, ob ich jetzt immer meine Videos da einreichen möchte: "Definitiv ja!" Das hätte ich auch damals schon immer gemacht, wenn meine Videos nicht so blutig gewesen wären.

rap.de: Das Video ist ja zu dem Song „Hinterhof“ und dazu gibt es ja auch eine Maxi-EP deine erste Maxi-CD. Und das ist ja auch immer ein Schritt in Richtung weiterer Professionalisierung. Wie läuft das oder wie fühlst du dich damit?

Kaisa: Es war uns auf jeden Fall erst einmal wichtig, den Song vorzustellen, auch bevor das Album rauskommt. Den Leuten etwas zu geben, so dass sie schon mal die Möglichkeit haben, einen Einblick zu kriegen. Aber „Hinterhof“ ist trotzdem nicht ein Lied, was das Album repräsentiert, denn es ist viel härter. Ich sage jetzt mal „Kaisaschnitt-Style“. Deshalb haben wir außer den Remixen von Frantic und Woroc noch vier weitere Tracks raufgepackt, die das Album besser repräsentieren. Das Ganze ist halt auch wieder ein Promo-Tool, um auf das Album, was ja jetzt seit dem 1.12. draußen ist, hinzuweisen.

rap.de: Du hast es ja gerade angesprochen, dass "Hinterhof" nicht das Album repräsentiert. Was sagst du denn zu der Kritik von den Fans, die die alten Sachen cool finden? Die das Video im Netz gesehen habe und sagen, dass das nicht mehr Kaisa ist.

Kaisa: Die lese ich mir gar nicht durch, da gucke ich gar nicht mehr rein

rap.de: Es interessiert dich auch nicht, was deine Fans darüber denken?

Kaisa: Was heißt „was meine Fans darüber denken“? In erster Linie interessiert es einfach mich, was ich darüber denke. Und ich habe ein Telefon und eine Email-Adresse, wo die Leute mir hinschreiben oder mich anrufen können, deren Kritik mir wichtig ist. Ja, meine Fans, was soll ich sagen? Ich mache in erster Linie, die Musik, die mir passt. Und wenn sie das gut finden, ist das schön, aber wenn sie es nicht gut finden, interessiert mich das nicht, denn ich werde trotzdem das machen, wozu ich Lust habe. Von daher kann ich nur sagen, dass ich auch von Leuten höre, dass die Resonanz bombig ist. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es da draußen auch den einen oder anderen Typen gibt, den ehemaligen Fan, der das als Schrott oder Pop-Musik ansieht. Nun ist es aber, wie gesagt, so, dass dieser Track nicht das Album ist. Hör dir das Album an, und du wirst dann sehen können, ob ich einen Move in die Pop-Schiene mache oder nicht. Um noch mal auf das Lied zurückzukommen. Es genau ein Lied, was ich unbedingt machen wollte. Ich wollte einfach mal eine gute Stimmung auf diesen Beat machen. Leute, gönnt es mir! Nach neun Alben Depri-Mucke, Blut, Mord & Totschlag hatte ich mal Bock einen Party-Track zu machen, also bitte gönnt es mir!

rap.de: Also, wir gönnen es dir auf jeden Fall (lächelt). Was ist denn jetzt der Unterschied zwischen „Traumfabrik“ und „Nixx für Kinda“, außer dass es ohne die Hassmonstaz“ ist?

Kaisa: Also, ich habe einige Stücke auf „Nixx für Kinda“, die in Richtung „Traumfabrik“ gehen, z.B. "Heavy Metal Beatz Teil 3" oder "Texas". Der Großteil der Lieder ist der alte „Kaisa-Style“, aber um 1.800 % getunet. Es ist wirklich wieder knallhart, teilweise auch lustig, also schwarzer Humor; ich haue wieder richtig auf die Kacke. Und bei „Traumfabrik“ hatte ich mit den „Hassmonstaz“ eher die Phase, wo es durchweg um zwischenmenschliche Geschichten ging, wie bei „Kinder an die Macht“. Die dann auch alle Bereiche abdecken: wirtschaftlich, politisch und sozialkritisch. Und das ist bei „Nixx für Kinda“ wieder ein Gang runtergeschaltet und ist jetzt nicht so krass durchdacht, aber es ist auf jeden Fall abwechslungsreich und verleiht mal wieder einen kleinen Einblick in die HipHop-Szene. Ich habe mich gefragt, warum ich soviel über Politiker rappe, die alles falsch machen, wo es doch so viele Rapper um mich herum gibt, die alles falsch machen. Also, habe ich mir bei „Nixx für Kinda“ gedacht: "Hauen wir mal wieder richtig auf die Kacke!"

rap.de: Würdest du auch sagen, dass du dich raptechnisch verbessert hast?

Kaisa: Zu 100 %. Aber das ist von Album zu Album schon so gewesen. Ich war bei „Traumfabrik“ besser als bei „Stacheldrahtmörda“ und jetzt bin ich definitiv auf einem neuen Standard angekommen,  reimtechnisch gesehen. Beim letzten Interview wusste ich ja, glaube ich, nicht mal, was ein Double-Reim ist (lacht). Interessiert mich heute aber auch nicht, ob das ein Double-Reim ist oder nicht, denn ich mache einfach, was sich gut anhört. Aber ich habe mich technisch weiterentwickelt, wobei ich ja schon immer weiter war als die meisten hier in Berlin.

rap.de: Gut, dann kommen wir jetzt mal konkret zum neuen Album. Wer hat es produziert, wen hast du gefeaturet?

Kaisa: Also seit „Traumfabrik“ arbeite ich mit Top-Produzenten zusammen. In erster Linie habe ich mich als Top-Produzenten am Start, da ich ein Großteil für das Album produziert habe (lacht). Dann habe ich natürlich Frantic am Start, bei dem ich auch das Album aufgenommen habe. Wer ist noch am Start? DJ Desue, Paul NZA, natürlich Montana Beats und Phrequency. Dann gibt es noch ein paar Leute aus dem internen Kreis, wie Santos aus Moabit oder Molotov aus der Schweiz, der auch ein Großteil produziert hat. Den habe ich zufällig über myspace kennen gelernt, ist ein Top-Produzent. Ja, zu den Features: die sind sehr intern gehalten. Da habe ich Desodogg, Disput, meine Mädels DNA, Skinny Al, GPC und Blokkmonsta, der auch auf dem Album produziert hat, dabei. Und dann habe ich noch so ein lustigen Track, wo ein so genanntes Feature dabei ist, mit Abusex. Das ist auf jeden Fall durchweg ein sehr amüsantes Album, aber man kommt nicht davon weg, auf einmal wieder geschockt zu sein. Man ist plötzlich in so einer lustigen Welt, wie eine Comic-Welt, wo alle verarscht werden, nach dem Motto "Scheiß drauf, spuck dem Penner ins Gesicht, wenn er eine Mark will“. In der nächsten Linie geht es dann aber wieder direkt in die Realität zurück, wo ich dann wieder an diesem sozialkritischen Punkt bin. Von daher ist es wie eine große Achterbahnfahrt. Wie ich auch schon mal in einem anderen Interview gesagt habe: es ist nicht ein Film, sondern eine Mischung aus ganz verschiedenen Filmen. Es geht 72 Minuten, sind 21 Tracks drauf, hat ein richtig geiles Artwork. An dieser Stelle noch mal Danke an Bobby, der das richtig cool gemacht hat. Was gibt es noch zu sagen? Wir drehen gerade den zweiten Clip zu „Keine Wärme“, das Feature mit DNA. Wir wollen das Album soweit es geht aktuell lassen, also noch zwei weitere Clips drehen. Dabei müssen wir nur gucken, wie sich das rentiert, aber die Planung ist sehr groß für das Album.

rap.de: Du hast ja die verschiedenen Facetten angesprochen, unter anderem auch die politische. Da habe ich mal eine Frage zu "Texas". Da geht es ja um den Bundesstaat Texas in den USA, in dem sehr viele Machenschaften und düstere Dinge wie z.B. bei "Texas Chainsaw Massacre" passieren. Wie bist du auf die Idee gekommen, die Probleme, die Amerika mit Texas hat, in einen Song zu packen?

Kaisa: Man überlegt sich ja, wenn man einen Beat hört oder zwei, drei Lieder fertig hat, was man noch machen kann. Ich kriege ja mit, was da draußen abgeht. Wer sich Bush einmal anguckt, weiß, dass da was nicht stimmt. Die einen sagen, das ist der Teufel, und die anderen, dass es auf jeden Fall nicht mit rechten Dingen zugeht. Und für mich ist Texas, wo zufälligerweise Bush herkommt, der Anziehungspunkt des „Bösen“ in Amerika. Dort sind auch Ölwerke, Ölraffinerien, dort wohnen ganz komische Einheimische, wenn du mal aufs Land gehst, dort gibt es die Todesstrafe und dort ist der Rassismus so krass verbreitet wie eh und je, also der Ku-Klux-Klan. Das war für mich einfach mal ein Ort, ein Thema, wo man mal ein Lied drüber machen konnte. Es gibt einfach so viele Sachen, z. B. wurde da ja auch John Kennedy erschossen, weißt du? Texas ist für mich auf jeden Fall ein krass schwarzer Fleck auf der Weltkarte. Ich will jetzt nicht sagen, dass alles wahr ist wie es in "Texas Chainsaw Massacre" dargestellt wird, aber ein Großteil ist nicht erfunden. Schau dir die ganzen merkwürdigen Filme an, wie z. B. "U Turn". Wo spielt das denn immer? Immer in den Südstaaten. Südstaaten sind jetzt nicht nur Texas, aber Texas ist für mich der Mittelpunkt des „Bösen“ in Amerika.

rap.de: Dann zu einem weiteren Song: „Gestern noch“. Da sprichst du davon, dass die Leute dich jetzt vermehrt anrufen und nerven. Ist es so, dass du mittlerweile von allen Seiten belabert wirst, dies und das zu machen, oder warum hast du so einen Song gemacht?

Kaisa: Wenn es nicht so wäre, hätte ich den Song nicht gemacht. Aber in erster Linie war das schon nach „Traumfabrik“ so, wo Leute Poster auf der Straße oder das Album im Laden gesehen haben, da es das erste Album von mir war, was bei Saturn oder so zu kaufen war. Da waren dann die Interessen ganz anders. Leute wollten ein Interview von mir, wo sie früher noch drauf geschissen haben. Auf einmal wollten die Leute ein Feature, bei denen ich mir so was nie vorgestellt hatte, weil es musikalisch nicht passt. Auf einmal schreiben mir Leute oder adden mich bei myspace. Wo ich mich dann frage: "Hey, wisst ihr das erst seit heute, dass ich Musik mache?" Man merkt, wie falsch die Welt ist. Und so ist es immer. Die Leute kommen, wenn sie was brauchen. Wenn sie merken, dass du aufsteigst, dann kommen sie angekrochen und wollen unbedingt mit dir was machen. Von daher ist es ein sehr sehr ehrlicher Song, produziert von Frantic, über die unehrlichen Menschen.


rap.de: Wie bist du denn nun auf den Titel des Albums gekommen, „Nixx für Kinda“? Ich hatte im Internet mal gelesen, dass „Erziehungsberechtigt“ als Titel angedacht war. 

Kaisa: Ganz einfach, weil es einfach nichts für Kinder ist. Wie ich schon gesagt habe, wir hauen auf die Kacke. „Hinterhof“ ist da ein Track, den man da rausnehmen kann, aber die anderen Tracks gehen durchgehend in die harte Richtung. Natürlich können es sich Kinder auch anhören. Ich hoffe nur, dass es sie nicht zu sehr schockt und sie die Wahrheit verkraften können oder sie es so verstehen. Ich bin auch in meiner Wortwahl manchmal nicht zimperlich. Von daher ist es schon mal nichts für Kinder. Aber ist auch eine Metapher dafür, dass das letzte Album mit „Kinder an die Macht“ quasi für Kinder war, nicht in dem Sinne „Hey Kinder, geht mein Album kaufen“, sondern die Message dahinter. Und diesmal ist die Message eher nicht so, sondern geht in eine andere Richtung. Das ist das, was Kaisa auch verkörpert. Also, Kinder, lasst die Pfoten weg.

rap.de: Wie du gerade gesagt hast, ist die Wortwahl etwas härter. Hast du Angst, dass das Album indiziert wird, da das Album ja auch in den Großmärkten steht?

Kaisa: Angst davor habe ich nie. Der Index und ich, wir sind immer noch cool. Wir treffen uns am Wochenende, gehen zusammen in den Strip-Club und ich zahl ihm immer noch sein Schmiergeld (lächelt). Aber ich wäre ja nicht „ich“, wenn ich mir wegen der Indizierung so einen Kopf machen würde. Und ich gehe ja auch nicht so weit, dass ich das jetzt provoziere oder in jedem Lied nur Ausdrücke habe. So ist das nicht! Es ist manchmal sogar so, dass eine harte Message rauskommt, aber nicht mal ein wirklich harter Ausdruck im Lied drin ist. Auch wenn ich den Index nicht schmieren würde, könnte er, glaube ich, nichts machen.

rap.de: Wie schätzt du deine Chancen ein, dass dein Album evtl. in die Trendcharts kommt? Ist das ein Ziel von dir?

Kaisa: Ehrlich gesagt, mein Ziel ist einfach nur, da draußen viele Leute zu erreichen und viele Platten zu verkaufen. Über Charts und so mache ich mir überhaupt keinen Kopf. Es ist für mich auch nicht gerade die leichteste Release-Zeit, wenn man mal guckt, wer am 1.12 noch alles rauskommt. Ich rechne immer mit dem Schlimmsten, und wenn das Beste kommt, freue ich mich umso mehr. 


rap.de: Wie schätzt du eben diese Konkurrenz ein? So bringt z.B. sido sein Album gleichzeitig raus. Siehst du die denn als direkte Konkurrenz oder sagst du, dass sie eh andere Leute ansprechen?

Kaisa: Beides. Es ist auf jeden Fall was Großes da an dem Tag, was von mir ablenkt. Es sind ja nicht irgendwelche HipHop-Fuzzies, sondern sie haben einen Namen, sind etabliert und haben tausendmal mehr Fans als ich. Aber andererseits sind das Leute von „The Dome“ oder „Bravo TV“, weswegen sie ein anderes Publikum ansprechen als ich. Und da bin ich mir schon sicher, dass meine Fans sich mein Album kaufen, da sie wahrscheinlich kein Interesse an den anderen Alben haben.

rap.de: Viel Glück dabei. Das war es dann auch. Hast du noch ein paar Abschlußworte an die rap.de-Leser?

Kaisa: Na, klar. Leute, ihr könnt gespannt sein auf den neuen Video-Clip zu „Keine Wärme“ feat. DNA. Es wird definitiv viele interaktive Sachen auf meiner Internetseite geben. Genauso auch auf meiner myspace-Seite. Meine Künstler sind auch gerade am Arbeiten; ich habe ja noch Skinny Al, DNA auf dem Label, und wir arbeiten auch zusammen mit Cocain Business, dem Label von Abusex, der auch gerade am seinem Soloalbum arbeitet. Es kommt viel auf euch zu. Ich werde im nächsten Jahr im April ein Album zusammen mit MC Basstard raushauen. Meine DVD kommt so Februar/März, genauso wie Skinny Al`s Album. Ihr seht, es kommt viel auf euch zu. Kauft euch „Nixx für Kinda“. Ich danke euch allen!

rap.de: Und wir danken dir für das Gespräch.


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