MAdoppelT

Österreich’s Number One Export MAdoppelT setzt derweil mit seinem zweiten Longplayer „Plan Leben“ zu einem weiteren Gipfelsturm an. Wahrlich kann sich auch der Nachfolger zu „Null Uhr“ sehen bzw. hören lassen und vermittelt vielleicht das, was DeutschRap in den vergangenen Monaten bzw. Jahren vermissen ließ – Rap mit Seele!

Jenseits engstirniger HipHop-Normen und Pseudo-Pop nahm es sich der junge Wiener Bub zur Aufgabe, seine persönlichen Gefühle, Erfahrungen und vor allem sein Herz in sein Album zu legen. Das er keinen besonderen und geradlinig ausgerichteten Plan für sein eigenes Leben parat hat, ist verständlich. Wer hat das schon?

Jedenfalls sollte man diesem sympathischen Kerl mal seine volle Aufmerksamkeit schenken, wenn er über die Tücken der österreichischen Industrie, dem eigenen Antrieb und seiner Beziehung zu HipHop referiert.

rap.de: Wer Deine Karriere bis dato schon etwas verfolgt hat, der weiß, dass Du in Österreich nicht mehr als Newcomer durchgehen wirst. In Deutschland ist das jedoch etwas anders. Würdest am Besten erst mal Deinen bisherigen Werdegang und Deine Wurzeln aufzeigen, damit die Leute grundsätzlich mal einen groben Abriss Deines bisherigen Schaffens bekommen…

MAdoppelT: Ich rappe jetzt seit ungefähr 7 Jahren. Der erste Release liegt 5 – 6 Jahre zurück. Man kann im Allgemeinen sagen, dass ich durch meinen Bruder zum Rap kam. Er ist wesentlich älter als ich. Einer seiner besten Freunde war ein HipHop-Nerd, der sich hauptsächlich mit dem Mitte der Neunziger-Zeug befasst hat. Durch diesen Einfluss bin ich eigentlich dazu gekommen. Dieser besagte Freund meines Bruders hat damals aufgelegt und das hat mich ziemlich fasziniert. Ich wollte eigentlich auch immer auflegen doch das war finanziell nie drin gewesen. Irgendwann, eher aus der Not heraus, habe ich dann mal begonnen, was zu schreiben. Das war erst mal nur für mich gewesen. Einige Jahre später bin ich dann mit dem Zeug auch raus gegangen. Es ist bei mir jetzt nicht so Cypher-mässig entstanden, so dass man einfach mit Freunden rumgefreestylt hätte oder Ähnliches. Ich habe das Ganze für mich alleine entwickelt. Als ich mit den Leuten zusammen gekommen bin, mit denen ich auch die erste Single raus gebracht habe, habe ich schon 3 Jahre geschrieben gehabt. Deshalb würde ich auch sagen, ohne mich großartig in den Himmel heben zu wollen, dass ich schon sehr viel gemacht habe. Heute ist es ja nicht mehr so. Bei vielen Leuten hört es sich so an, als ob sie ihr erstes Zeug rausbringen würden. 2001 war es bei mir dann soweit und wir haben die erste Single auf den Markt gebracht. Für mich war von da an klar, dass ich das professionell machen möchte und somit habe ich nach meiner Schulzeit und noch während des Zivildienstes meine zweite Single und dann schlußendlich das erste Album rausgebracht. Mit den selben Leuten, mit denen ich auch das erste Album rausgebracht habe, habe ich auch am zweiten Album gearbeitet. Die Label- und Crew-Strukturen sind also geblieben.

rap.de: Wie hältst Du das mit der österreichischen HipHop-Szene? Ist diese mit der Deutschen vergleichbar oder sind das zwei unterschiedliche Paar Schuhe? Mir fallen jetzt spontan nur Texta und Total Chaos ein…

MAdoppelT: Also Texta machen ja in dem Sinne nichts mehr, denke ich. Ihr letztes Album liegt 3 Jahre zurück und sie sind wohl mehr damit beschäftigt, ihr Label aufzubauen und neue Acts aus Linz zu pushen. Bei Total Chaos liegt der letzte Release gar 5 Jahre zurück. Das sind eher so die Oldschool-Pioniere der österreichischen Szene. In Wien gibt es schon einige Acts, die auch präsent sind und vor Allem viel Live spielen aber das mit Alben releasen, das haben sie noch nicht so raus. Ich kann das jetzt von hier aus nicht „so“ gut beurteilen, aber ich denke mal schon, dass es eine ähnliche Entwicklung wie in Deutschland gibt. Auf der einen Seite hat man Texta und Total Chaos, die von ihrem Sound vielleicht im Geiste der Zeit als Hamburg enorm groß war, stehen. Die Sachen, die in den vergangen Jahren in Wien passiert sind und auch teilweise immer noch so stattfinden, orientierten sich schon an diesem Stil. Sonst gibt es ein Haufen junges Zeug, dass sich an dem Aggro-Zeug orientiert, so wie es wahrscheinlich in Deutschland auch der Fall ist. Davon bekomme ich aber ehrlich gesagt nicht soviel mit. Jedoch gibt es nicht besonders viele ernstzunehmende Releases. Ein paar talentierte Leute gibt es auf jeden Fall, die auch stets releasen, jedoch nie im Albenformat. Mir war es jedoch immer wichtig, dass ich mit einem Album präsent bin. Bei mir waren es jetzt jedoch auch schon zwei Jahre dazwischen aber trotzdem ist eine gewisse Regelmässigkeit da. Ich bin hier der einzige MC, der in zwei Jahren zwei Alben rausgebracht hat. Man kann auch schon mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich und meine Leute am aktivsten in der Szene sind. Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass es mehr geben würde. Jedenfalls gibt es hier sehr gute Produzenten. Als Rapper bist du hier gut eingedeckt mit Beats. Aber Studios, in denen man ganze Alben aufnehmen kann, sind hier sehr selten zu finden. Es gibt auch kaum Leute in Österreich, die das professionell machen und davon leben können. Vielleicht ist das ein Grund, wobei das bei mir ja auch kein Hindernis war. Ich fühle mich jetzt nicht unbedingt mit Österreich mehr verbunden als wie mit dem Zeug aus Deutschland. Ich mache mein Ding und schaue, dass es konsequent weiter geht.

rap.de: Von Chakuza und DJ Stickle hast Du aber mit Sicherheit auch schon was gehört…

MAdoppelT: Ja, dem Namen nach. Ich kenne sie jedoch nicht persönlich, noch kenne ich besonders viel Zeug von denen. Es gab seinerzeit einen österreichischen HipHop-Sampler, der „HipHop-Konnexion“ hieß, auf welchem die mit ihrer Gruppe „Ballsystematik“ vertreten waren. Den Song kenne ich. Das ging ja richtig schnell bei denen. Irgendwer hat mir darauf erzählt, dass sie nun bei Bushido seien und das darauffolgende Mal habe ich es schon in der JUICE gelesen. Es ist auf jeden Fall gut für die Jungs, das es da weiter geht. Sie machen jedoch ganz andere Musik als ich. Wie wird das denn bei euch in Deutschland aufgenommen?

rap.de: Dadurch das sie auf Ersguterjunge gesignt sind und Bushido ja eine sehr große Fangemeinde hinter sich situieren kann, haben sie definitiv einen guten Einstand in Deutschland gehabt. Ich meine, Chakuza hätte vor Kurzem auch ein Album rausgebracht gehabt… Es läuft schon ganz gut für sie, denke ich.

MAdoppelT: Das ist auf jeden Fall gut für die Jungs. Wie gesagt, ich unterscheide mich jedoch musikalisch schon ziemlich stark von den Jungs. Wobei ich immer dazu sagen muss, dass meines Erachtens nach so etwas parallel existieren sollte. Verschieden Stile von HipHop sollte es schon geben.

rap.de: Produzentenwise hältst du ja die österreichische Flagge ziemlich hoch. Für „Plan Leben“ hast du jedoch auch einen Beat beim Mainzer Produzenten Shuko gediggt…

MAdoppelT: Das hat sich eigentlich eher zufällig ergeben und ich bin auch sehr froh, dass er da drauf ist. Als ein Freund aus der Schweiz mal bei mir gewesen ist, hatte er eine Beat-CD von Shuko dabei. Damals waren wir noch am Anfang der Produktion von „Plan Leben“ und es war mir nur recht, freshe Leute mit auf’s Album zu bekommen. So bin ich auf den Shuko-Beat gekommen und das war eigentlich auch einer der ersten Tracks , die fertig geworden sind. Es war jedoch nicht unbedingt mein Anliegen, einen Track mit einem deutschen Künstler bzw. Produzenten zu machen, sondern es war eher ein Zufallsprodukt.

rap.de: Wenn man dich jetzt sprechen hört und dann im Vergleich dazu dein Album anhört, dann fällt einem auf, dass du beinahe ohne Akzent sprichst. Legst du da besonderen Wert drauf, denn österreichischen Akzent raus zu lassen?

MAdoppelT: Eigentlich achte ich überhaupt nicht darauf, dass ich irgendwie hochdeutsch klinge. Früher war das jedoch schon der Fall. Dies ist ja bei vielen Künstler, ob es nun Gesang oder Rap ist, zu begutachten. Es gibt eine Alltagssprache und die Art, wie du dich in deiner Musik ausdrückst. Ich bin halt kein Dialekt-Rapper. Das wollte ich nie. Meine Musik soll ja auch für Deutschland interessant sein.

rap.de: In Österreich gab es ja seltsamer Weise ziemlich starke Kontroversen um deine Person. Als dein erstes Album „Null Uhr“ raus kam wurdest du auf der einen Seite mit positiven Kritiken überhäuft doch in eurem einzigen HipHop-Magazin, der Message, hast du gar nicht stattgefunden. Womit kannst du dir das erklären?

MAdoppelT: Es ist eigentlich ganz einfach zu erklären. Ich persönliche sehe mich als Teil und als Motor der HipHop-Szene, die es in Österreich gibt und ich bekomme das auch von vielen Leuten bestätigt. Mit fast allen Leuten, die hier Rang und Namen haben, habe ich zusammen gearbeitet oder zumindest ein gutes Verhältnis. Ich habe hier mit niemandem Beef. Es war halt so, dass mein erstes Album eine sehr große Medienpräsenz hatte. Wir hatten es medial sehr gut plaziert gehabt und somit mehr Präsenz als irgendein HipHop-Act gehabt, schon gar keiner der 2.Generation. Insofern war ein gewisser Neid da. Die Message hat auch jetzt eine halbe Seite in ihren News über mich geschrieben, was auch nur lauwarm ist. Halb Pressetext, halb irgendwas. In der JUICE kriegen wir eine Seite, in der Backspin kriegen wir 5 Punkte, in der JUICE kriegen wir 4 Kronen. Die Message beschäftigt sich halt nicht damit aber das ist mir scheißegal, da deren Leser mich sowieso kennen. Ich weiß nicht, was die haben aber mir ist es auch, wie gesagt, scheißegal. Scheinbar dürfte es ein paar Leuten nicht gefallen haben. Damit hat es sich für auch schon erledigt. Ich bin mit meinem eigenen Zeug beschäftigt und habe keine Lust, mich mit soetwas zu beschäftigen. Bei uns ist es einfach so, dass die Leute sich sehr viel damit beschäftigen, was ihr Nebenan tut. Ich bin einfach der Meinung, dass ich meine Energie nicht daran verschwenden will, sondern diese Liebe in Tracks umwandele. Ich bin jetzt auch nicht der Typ, der mit jedem zusammenarbeitet, sondern eher konsequent. Wenn ich mit jemand nicht klar komme, dann grenze ich mich ab von dem und damit hat’s sich. Ich kenne nicht mal jemanden von Message. Das neue Album, Plan Leben, wird jetzt hingegen wieder überall positiv aufgenommen und das freut mich. Die Message ist das einzige Magazin, das sich komisch verhält. Dann sollen sie eben. Ich würde gerne sagen: „Es gibt das Message. Das ein österreichisches HipHop-Magazin und ich steh dazu, weil es eigentlich ein cooles Magazin ist.“ Und ich hatte auch gerne, dass die mich auf das Cover knallen, weil wenn es um österreichischen HipHop geht, dann bin ich halt mal die Nummer 1 und das noch mehr mit diesem Album. Wenn es sie nicht interessiert, dann halt nicht. Dann sollen sie halt die Entwicklung von österreichischem HipHop verpassen. Die schreiben auch wenig über deutsches Zeug sondern eher so über elektrische Sachen. Sie sind also nicht ein HipHop-Magazin in dem Sinn.

rap.de: Mittlerweile scheinst du ja locker damit umzugehen aber zum damaligen Zeitpunkt muss das schon etwas verletzender gewesen sein, wenn man vom größten HipHop-Magazin Österreichs übergangen wird…

MAdoppelT: Dieses Magazin kommt 4mal im Jahr raus. Soviel dazu. Es ist kein Magazin, das stark präsent ist. Es kennt halt jeder in der HipHop-Szene und es ist eigentlich auch ein schönes Magazin. Die machen das gut, führen super Interviews usw. Das Ding ist eigentlich, dass es hier nur sehr wenig Medien gibt, die sich mit HipHop beschäftigen. Es gibt einen lokalen Sender, der GoTV heißt und ein Segen ist. Dort gibt es keine Moderation wie auf MTV oder VIVA und das Ding erreicht hier in Österreich mehr Leute als MTV oder VIVA. Es gibt da nicht so typische Shows sondern nur Videos ganz ohne Moderation und solche Sachen. Die einzigen Moderatoren, die es dort gibt, sind die Künstler selber wenn sie zu Gast sind oder eine bestimmte Sendung hosten oder Videos ansagen. Die gibt es unseren Radiosender FM4, der halt auch unsere Sachen und HipHop im Allgemeinen spielt. Das war es radiomässig. In Puncto HipHop gibt es eigentlich nur das Message. Deshalb ist es halt komisch, wenn sie etwas ignorieren, was in der Große wie mein Ding dahergekommen ist. Ich bin jetzt nicht böse oder wütend. Es gibt ganz andere Acts, über die sie nicht schreiben und das finde ich scheiße. Die haben sonst keine Plattform. Ich habe genug Präsenz. Ich war im Kurier, Österreich‘s gößter Tageszeitung, mit einer halben Seite, ich hab ein Cover in der City, dem zweitgrößten Stadtmagazin, der Falter hat mir auch ein halbe Seite gegeben. Promomässig ist es nicht wichtig für mich, in der Message stattzufinden. Es wäre halt nur eine Respektsache.

 

 rap.de: Dein Album „Plan Leben“ ist ja sehr geprägt von deinen eigenen Emotionen, wie du Dinge handhabst und was du für Schlüsse aus deinen Erfahrungen ziehst. Siehst du in der momentanen Entwicklung des HipHop vielleicht ein Problem darin, dass die Künstler immer mehr Fiktion in ihrer Lyrics einfließen lassen und somit der Charakter bzw. die Person in den Hintergrund gerät?


MAdoppelT: Ich verfolge jetzt nicht wirklich viel. Wenn ich mal Fernsehen schaue, was relativ selten vorkommt, werde ich halt mit Sido und den AggroBerlin-Sachen konfrontiert. Olli Banjo finde ich sehr gut. Curse habe ich mir gekauft. Ich bin medial relativ abgeschottet und beschäftige mich mehr mit meiner Person. Deshalb kann ich nicht so großartig darüber urteilen. Ich denke aber mal, dass die Leute so unpersönlich sind, nicht weil sie nicht persönlich sein wollen sondern weil sie es nicht können. Rap ist eine sehr persönliche Sache. Es ist eine Kunst und wenn Kunst nicht persönlich ist, was ist es dann? Bei vielen momentanen Sachen scheint es so, dass die Leute die Kunstform nicht beherrschen sondern einfach Wörter aneinander reihen. Die scheinen ihre Seele nicht darein zu stecken. Das unterstelle ich denen jetzt mal einfach. Beziehungsweise sind sie nicht in der Lage, so zu fühlen, dass es einer Ausdrucksweise bedarf. Ich für meinen Teil mache einfach das, was aus mir raus kommt. Ich find es gut, dass es persönlich ist und es gibt ein Publikum, dass so etwas nachvollziehen kann und sich damit identifiziert. Ich lebe jetzt leider noch nicht von der Musik aber das ist auf jeden Fall mein Ziel. Meine Worte sollen ein bestimmtes Gefühl transportieren. Ich versuche da jetzt nicht, etwas zuzulassen oder etwas abzublocken. Es passiert einfach. Curse zum Beispiel ist einer der besten wenn nicht gar der beste Storyteller, meines Erachtens nach. Das bin ich nicht. Ich rede immer über mich. Ich kann keine Geschichten erzählen. Ich decke trotzdem sehr viele Sachen ab, was viele positiv finden. Ich für meinen Teil auch. Andererseits ist es wohl ein Nachteil, wenn du nicht nur ein Image sondern mehrere bedienst.
rap.de: Auf „Plan Leben“ gehst du bei „Zu Tief“ aus verschiedenen Perspektiven auf deine Heimatstadt Wien ein. Einerseits werden negative Aspekte genannt, andererseits, was beim „Outro“ speziell zum tragen kommt, propagierst du dahingehend eine große Liebe. Woran machst du diese Hassliebe im Endeffekt fest?
MAdoppelT: Der Punkt ist, dass ich mich schon sehr wohl fühle in Wien. Das Umfeld, dass ich dort vorfinde, seien es die Produzenten und andere Leute, die mich supporten, geben mir schon sehr viel. Was größtenteils musikalisch in Wien passiert, damit kann ich mich gut identifizieren und mein Fokus liegt auch momentan klar in Wien. Hier bekomme ich alle Meinungen präsentiert, seien sie positiv aber auch negativ. Im Allgemeinen kann man sagen, dass ich in Wien meine Leute und Supporter habe und die Stadt wohl auch deshalb so wichtig für mich ist. Ich bin halt mittlerweile zur Identifikationsfigur angewachsen. Ähnlich wie ich mich früher mit Total Chaos, Texta oder Aphrodelics identifizieren konnte bzw. es immer noch tue, so können sie heutzutage Leute mit meinem Zeug identifizieren. Manuva, der auf „Zu Tief“ gefeaturet ist, ist für mich „der“ Rapper. Er kommt ursprünglich aus Innsbruck, lebt aber auch schon seit gut 10 Jahren in Wien und zählt somit als Wiener Künstler. Es war mir wichtig, dieses Stück mit ihm zu machen, da es schon so ein Generationshandschlag ist. Er ist mir wichtig, da er definitiv jemand ist, der mich beeinflusst hat und geprägt hat.

rap.de: Wenn man jetzt noch mal die Kritikerstimmen betrachtet, so heißt es oftmals, dass MAdoppelT doch einen relativ simplen Style fährt und nicht unbedingt skilltechnisch alle Register zieht. „Plan Leben“ beinhaltet den Song „Fühlst du auch“, wo du in perfekter Doubletime-Manier rappst. War das eine Art Rechtfertigung für dich, um die Hater verstummen zu lassen ?

MAdoppelT: Nein, dass war es überhaupt nicht. Ich habe schon Doubletimer gemacht bevr mein erstes Album raus kam. Das ist nicht das Problem. Das Ding ist einfach nur, dass ich versuche, das zu machen, was auf den Beat passt. So einfach ist es. Auf meinem erstem Album beispielsweise ist kein einziges Rap-Feature drauf. Es sind vier Gesangs-Features drauf. Alles, was da drauf ist, kommt von mir. Ich habe den Sängern alles vorher vorgesungen. Das ist auch Flow, Melodie und Harmonie. Ich habe ein Gefühl dafür, was der Beat braucht. Wenn der Beat kein kompliziertes Zeug braucht, dann braucht er es nicht. Es muss ein guter Track werden und wenn mir ein Beat gefällt und ich denke, darüber lässt sich doubletimen, dann mach ich das. Das ist kein Problem. Ich kann schon rappen. Das ist nicht das Problem. Für mich ist das ein haltloses Argument. Ich wollte es Niemandem beweisen. „Fühlst du auch“ war einer der letzten Tracks, den wir aufgenommen haben. Ich finde, dass es viele andere Tracks gibt, wo ich viel besser drauf rappe, aber wo es halt nicht drauf ankommt, wieviel Silben du rappst, sondern wie du dich auf dem Beat plazierst. Das war immer meine oberste Priorität. Es muss ein gutes Gesamtbild sein.
rap.de: Wenn man„Plan Leben“ jetzt auf die Beats reduziert, dann hat man ein ziemliches warmes Gesamtbild, welches doch hauptsächlich von Soul geprägt scheint. Bist Du ein Rapper, der an dieser neuerlichen Synthie-Beeinflussung nichts findet und gewollt am ursprünglichen Sample-Konzept festhält ?
MAdoppelT: Das liegt in erster Linie daran, dass ich nach dem ersten Album auf der Suche nach jemandem war, der mich mit Beats versorgen kann. Ich bin dann auf dem Brank, der acht Nummern meines aktuellen Albums produziert hat, gestoßen und habe noch nie vormals mit jemandem so gut musikalisch zusammengearbeitet. Er produziert halt sehr samplelastig. Er spielt auch schon Sachen dazu aber im großen Ganzen ist das schon sehr samplelastig. Das hat einfach gut zu dem gepasst, was ich machen wollte, nach dem ersten Album. Damals habe ich noch sehr viel ausprobiert und auch elektronische, rnbige und clubige Sachen drauf gehabt. Mit dem zweiten Album wollte ich etwas sehr ehrliches machen. Das hat einfach alles sehr gut zusammen gepasst und ich habe dann schon versucht, auch mit den Beats einen roten Faden rein zubringen. Es ist jetzt nicht so, dass ich nur samplelastige Sachen gut finde und Synthie-Sachen nicht mag. Ich kann mich damit halt gut identifizieren und hab es halt so genommen, wie es jetzt ist.
rap.de: Natürlich bleibt uns am Ende die notorische Frage nach den Zukunftsplänen von MAdoppelT
MAdoppelT: Eigentlich wird das Team, wie es jetzt besteht, so bleiben. Wir können sehr schnell produzieren und haben einen hohen Output. Es ist jetzt ein kleines Anklopfen an der deutschen Tür.„Plan Leben“ ist ja erst das zweite Album, das darf man ja nicht vergessen und meiner Meinung ist das Level des Albums sehr hoch. Ich würde eigentlich gerne nachsetzten. Wir müssen nur langsam von Österreich aus weiter agieren, da unsere Möglichkeiten hier sehr begrenzt sind. Es wird auf jeden Fall jetzt direkt weiter gehen!

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