§hokmuzik

Ein hartes Label braucht wirklich harte Jungs!
So oder so ähnlich muß das wohl auch Crazy B, der Gründer von §hokmuzik aus Berlin gedacht haben. D Irie, Crackaveli, Emok, Big Sal und Young A sind nun diese harten Jungs, welche sich nicht mehr nur auf den Straßen von Berlin behaupten müssen, sondern auch das Rap- Bizz aufmischen wollen. Nach den ersten beiden Samplern  „Was Los!“ und „Halbwelt Anonym“ folgte am 8.8.2005 die Veröffentlichung von „Doppeltes Risiko“. Ein Album, zwei Huztlaz: D Irie und Crackaveli erzählen hier exklusiv für die  rap.de Community, was es mit diesem Album auf sich hat!

rap.de: Euer veröffentlichtes Album „Doppeltes Risiko“ gilt schon jetzt als eines der härtesten deutschen Alben überhaupt! Wie denkt Ihr darüber?

Crackaveli: Was ist hart?! Jeder muss selbst mit sich vereinbaren, was er darunter versteht! Es gibt Leute, die rappen über Sachen, wie z.B. Leichen ficken etc. Gegen diese Texte habe ich nix, denn jeder soll machen, was er will! Unsere Musik ist nicht hart, sondern authentisch!

D Irie: Dankeschön! Das ist ja wie ein Kompliment für mich! Das zeigt mir aber auch gleichzeitig, zu was für ein Kindergarten Hip Hop gemacht wurde! Das heißt für uns, dass wir es mit diesem Album geschafft haben neue Maßstäbe zu setzen!
rap.de: Könnt Ihr kurz etwas zu eurem Album erzählen?

Crackaveli: Unser Album ist aus dem Bauch heraus entstanden. Wir hatten kein Konzept und haben einfach nach Lust und Laune, Track für Track aufgenommen. In unserer Musik steckt einfach Leben; nichts ist steif oder verkrampft.
D Irie: Unser Album hätte auch „Der Alltag im Leben von Crackaveli und D Irie heißen können oder so. Da is eben alles drauf: Autogeschichten, Weibersachen, Partysachen und Drogensachen, alles was Du willst!

rap.de: Eure Texte handeln vom Leben auf und in den Straßen Berlins, von Bräuten, Drogen, Autos und Gewalt…Sieht euer Leben tatsächlich so aus?
 
Crackaveli: Für manche Leute scheinen einige Sachen zu ubertrieben- hart rüber zu kommen. Aber aus der Szene in Berlin, aus der wir kommen, wirst du Tag für Tag mit solchen Sachen konfrontiert. Es ist nichts besonderes, es ist unsere Realität!
D Irie: Also, früher habe ich so gelebt. Heute bin ich Musiker! Trotzdem sehe ich das Elend auf der Straße jeden Tag und weiß darüber zu berichten! Wenn ich etwas erzähle, dann nur die Wahrheit!
rap.de: Sind das die Dinge, die euch für eure Musik inspirieren?

Crackaveli: Natürlich! Ich weiß ja nicht, über was ich sonst reden soll! Was soll ich machen? Ich habe keine Ausbildung oder so was gemacht, ich habe meinen Abschluss erst mit 21 gemacht. Über was soll ich also erzählen? Soll ich irgendetwas erfinden, oder was? Ich lebe mein Leben und mache Mucke!
D Irie: Es ist schon so, wie Crackaveli sagt. Ich kenne nix anderes! Ich kann keine Stories über irgendein Pup-Dorf oder so erzählen, weil ich die Erfahrung nicht gemacht habe.Vielleicht ist es ein Fluch, das ich in Berlin aufgewachsen bin, aber so ist es nun mal!

 

rap.de: Wie lange habt Ihr an „Doppeltes Risiko“ gearbeitet?

Crackaveli: Sechs Monate!
rap.de: Gibt es Features?

D Irie: Nur Leute aus unser´m Camp! Emok is da drauf, Young A  is da drauf sogar Crazy B is mit drauf und natürlich Big Sal. §hokmuzik eben!

rap.de: Wie wichtig sind euch die Beats, auf die Ihr rappt?

D Irie: Sehr wichtig! Der Beat ist das was mich mit- inspiriert. Wenn ich nen kack-Beat habe, weiß ich auch nicht, was ich darauf schreiben soll!
Crackaveli: Da kann ich mich nur anschließen!
rap.de: Wer produziert eure Beats?

Crackaveli: Unser Album „Doppeltes Risiko“ hat überwiegend Chris ill produziert. Dann hat Daytona noch was gemacht und Bad Boy Killa war auch dabei. Das sind unsere Haus- Produzenten. Wir haben aber noch andere Produzenten, wie Dj Raz-Q und TC- Roc von der Rocfamily, von denen Ihr in Zukunft noch ne Menge hören werdet!
rap.de: Hattet Ihr Lehrer oder Leute zu denen Ihr aufseht, oder macht Ihr schon immer euer eigenes Ding?

Crackaveli: Natürlich gibt es Sachen, die mich inspiriert haben. Es waren damals Sachen aus den USA, wie z.B: Ice Cube , Dr. Dre und so. Ansonsten mache ich mein eigenes Ding!

D Irie: Angefangen von Master P bis hin zu Dr. Dre war alles dabei. Das ist die Musik, mit der ich aufgewachsen bin. Das sind auch alles Leute gewesen, die von ganz unten, nach ganz oben gekommen sind!

rap.de: Wie seid Ihr zur Musik gekommen?

Crackaveli: Durch das Fernsehen. „Yo! MTV raps“ und so´n Kram!
D Irie: Crackaveli hat mir geholfen in dieses Spiel zu kommen!
rap.de: Macht Ihr noch etwas anderes neben der Musik?

Crackaveli: Nein!
D Irie: Versuchen, über die Runden zu kommen!
rap.de: An wen soll sich eure Musik richten?

Crackaveli: Eigentlich sollte unsere Musik für alle „Schwarzköpfe“ sein. Unsere Leute, die verstehen, was wir meinen. Leute, die sich mit unser´m Scheiß identifizieren können, und so. Aber Du bist mein bester Freund, wenn Du unsere CD kaufst! Ob es „Gabi aus´m Friseursalon“ ist oder „Manne von nebenan“!
D Irie: Mir ist es egal, ob schwarz, weiß, alt oder jung! Solange es Leuten gefällt, sollen sie es kaufen und hören!
rap.de: In wieweit interessiert Ihr euch für das Hip Hop-Ding?

Crackaveli: Das Ding ist, ich bin damit aufgewachsen! Es ist für mich selbstverständlich, damit umzugehen und es zu leben. Jedoch lebe ich meinen eigenen Hip Hop. Ich muß keine „Baggy Jeans“ tragen und kein T- Shirt, was mir unter die Knie hängt. Ich brauche dieses „Hip Hop hier- Hip hop da“ nicht! Viele Hip Hopper denken deswegen schlecht über Sachen, die wir machen. Aber wenn ich will kann ich über alles rappen!
D Irie: Genau so sieht es aus! Wir leben unseren eigenen Hip Hop. Auch wenn ich nicht der „Rucksack- Hip Hopper“ bin, der von Party zu Party rennt. Aber keiner kann mir was von Hip Hop erzählen, weil keiner hat Hip Hop so gesehen, wie ich! Ich habe früher selbst gesprüht, ich habe illegale Züge gemalt. Ich habe meine Dosen geklaut, all so´ne Sachen. Ich habe früher mit meinen Jungs von den „HEADSHOXXX“ gebreakt, die heute noch gut am rocken sind. Dann habe ich noch zu Hause Platten aufgelegt und so. Jetzt bin ich beim Rappen gelandet. Mir kann keiner was von Hip Hop erzählen, denn ich habe meine Erfahrungen in allen Sparten gemacht!

 
rap.de: Gibt es deutsche Acts die Ihr gut findet?

Crackaveli: Also, wenn ich ganz ehrlich bin, gibt es da draußen keine große Auswahl! Mehr kann ich dazu nicht sagen!
D Irie: Ich finde Crackaveli und Young A  ganz gut!
rap.de: Was sagt Ihr den Leuten, die euch mit Aggro Berlin vergleichen, oder behaupten, ihr wollt etwas von ihrem Kuchen abhaben?

Crackaveli: Ich kann es nicht allen recht machen. Die Leute, die so etwas denken oder behaupten, sollen machen, was sie wollen! Mir ist das echt scheißegal! Diese Aggro-Geschichte is mir egal! Das einzige was für mich zählt is Mucke machen, Geld verdienen, davon leben und Spaß haben! Mehr will ich nicht.
D Irie: Wir Ihr schon mitbekommen habt, heißt es ja, das §hokmuzik bzw. D Irie und Crackaveli das härteste Album Deutschlands rausgebracht haben! Von daher sind wir gerade dabei unseren eigenen Kuchen zu backen. Wir wollen von keinem anderen Kuchen was abhaben, wir backen unseren eigenen Kuchen!
rap.de: Was sagt Ihr dem Rest?

Crackaveli: Kaufen, kaufen, kaufen!
D Irie: Das ist erst der Anfang! Da kommt noch viel…Haltet die Augen offen!
 
rap.de: Wollt ihr noch jemanden grüßen?

Crackaveli: Ich grüße alle, die unser Album gekauft haben!
D Irie: Ich grüße jeden, der mich kennt! Meine alten Gruppen- egal ob ich mit denen gesprüht, gebreakt oder auf der Straße rumgehangen habe. Meine Brüder im Knast! Das war´s.

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