Black Eyed Peas

Für die Black Eyed Peas war das Jahr 2003 ein sehr erfolgreiches. Sie schafften den Durchbruch in die Championsleague des Pop-Business. Die erste Single „Where Is The Love“ aus ihrem aktuellen Album „Elephant Funk“ featurete keinen Geringeren als den Megastar Justin Timberlake , der seinerseits so ungefähr jeden Preis absahnte, den man bekommen konnte. Die Zusammenarbeit lief so gut, dass man sich entschloss, gemeinsam auf Tour durch Europa zu gehen. Wobei BEP natürlich das Vorprogramm machten. Noch! Allerdings brauchen BEP in Sachen Live-Gigs eigentlich niemandem mehr was zu beweisen. Bereits in den letzten Jahren rissen sie ihre Fans durch großartige Live-Performances zu Begeisterungsstürmen hin. Auch in diesem Jahr sollten sie die Fans nicht enttäuschen. Denn nur einige Wochen vor der großen Tour mit Justin waren die Black Eyed Peas auf Solo-Pfaden unterwegs, um ihr Können ein weiteres mal unter Beweis zu stellen. Wir konnten Immo (formerly known as flowinImmO) dafür gewinnen, die Jungs vor ihrem Auftritt in Berlin abzufangen… Artist trifft Artist sozusagen. Und los geht´s:
I: Ihr tretet derzeit im Vorprogramm von Justin Timerlake und Christina Aguilera auf – die spielen vor anderen Crowds, als ihr es wohl gewohnt seid. Öffnet ihr euch mehr und geht anders auf das Publikum ein, wenn ihr als Support spielt?
W: Nicht unbedingt öffnen, you know, Musik ist Musik, wir mögen es einfach vor Zuschauern zu performen. Es macht kein Unterschied, ob es HipHop, Rock oder R’n B ist, you know what I mean? Solange du weißt, du bist bei demselben Job, machen wir unsere Shows genauso, als wenn wir vor einer reinen HipHop-Crowd spielen, so wie heute Abend.

Fergi joins the Interview…
I: Guten Abend, mein Name ist Immo.
Fergi: Guten Abend, mein Name ist Fergi, nice to meet you.
I: Hast du die BEP für diese Tour unterstützt oder bist du ein neues Member?
F: Ein neues Member, I’ve joined them for good. Ich werde auch einige Solo-Projekte machen, aber immer ebenfalls BEP, das ist meine Familie.
I: Was machst Du während der Performance?
F: Ich stehe still und mache keinen Mucks, ist sehr praktisch (lacht).
I: Du bist für das Gutaussehen da…
F: Yeah… Model. Nein, ich gehe richtig ab, you know. Ich musste lernen, die Energie der Jungs zu treffen, die seit Jahren zusammen performen. Aber so liebe ich es, das ist eine verrückte Show. Ich singe viel und bringe „vocal acrobatics“ ein. Ich versuche einfach, so viel beizusteuern, wie möglich.
I: Und du machst auch bei der „wicked dance performance“ mit?
F: Ich habe keinen Solopart oder ähnliches, aber ich bin die meiste Zeit am Tanzen und während des ganzen Sets irgendwie am Moven.
I: Ihr hattet einen ziemlich großen Hit hier in Deutschland mit „Where is the love?“ Habt ihr sie schon gefunden?
W: Jup, sie ist in uns drin, und wir versuchen immer, sie zu perfektionieren. Z.B. die Liebe für meine Familie, oder zu mir selbst, verschiedene Aspekte im Leben, das ist die Liebe. Leider gibt es viele Leute, die diese Liebe nicht vorfinden oder sie einfach nicht erkennen.
I: Im Song nennt ihr auch Terroristen und terroristische Organisationen, wie die CIA oder der KKK. Wie wird das wahrgenommen in den Staaten? Habt Ihr Probleme bekommen?
W: Let me tell you, in jeder Organisation gibt es immer jemanden mit terroristischem Gedankengut, bzw. terroristische Typen. In der amerikanischen Regierung, in der französischen Regierung, sogar in der Musikindustrie. Es ist immer der ignorante, schlechte Typ. Also wenn wir CIA sagen, sprechen wir nicht über die CIA als Ganzes. Wir reden über die Individuen, die anderen die Freiheit nehmen, um negative Aktionen zu rechtfertigen. Aber in „Where Is The Love“ hat das nicht wirklich mit Politik zu tun. Es war kein politisches Statement, es war mehr oder weniger ein soziales Statement. Fakt ist zum Beispiel, dass in den Achtzigern die CIA dazu beitrug, Drogen in den Urban Areas zu verbreiten.
I: Wurdet Ihr damit konfrontiert, als unpatriotisch oder unamerikanisch zu gelten?
W: Oh, das ist amerikanisch.
I: Das zu sagen?
W: Freedom of speech.
I: Yeah, genau.
F: Aber ich war überrascht, dass wir nicht mehr „bestraft“ wurden, als wir in Amerika dafür eintraten. Wir wussten, mit einer Single, die so starke Lyrics hat, werden wir ein Risiko auf uns nehmen. Ich denke, es gibt so viele Dinge im Moment, die den Leuten wichtig sind und über die sie sich Gedanken machen. Und es berührt die, die es berühren soll. Wir machen uns zur Zeit keine Sorgen darüber, dass jemand uns für unsere Lyrics in irgendeiner Form anklagen könnte.

I: Als ich den Song zum ersten Mal hörte, dachte ich: ein weiterer Versuch, die Welt zu verbessern und anderen Leuten euren Standpunkt zu erklären. Aber jetzt, wo ihr betont, dass das nur ein kleiner Teil ist: Wie wisst ihr, ob es die richtigen Leute erreicht, um deren Bewusstsein zu ändern?
W: Es hat die richtigen Leute erreicht! Der Fakt, dass es acht Mal am Tag gespielt wurde, in Amerika auf wahrscheinlich jeder großen Radiostation, zeigt uns, dass es viele Leute erreicht hat. Diese werden sich an den Track erinnern, wenn sie älter werden. Der Song soll ihnen neuen Mut geben, auch wenn die Zeiten mal schlechter sind.
I: Ich möchte dich jetzt noch was ganz anderes fragen. Du hast Joey Boy, einen Rapper aus Bangkok/Los Angeles, getroffen und bist mit ihm ins Studio gegangen?
W: Ja, ich traf Joey, er kam in mein Studio und wir arbeiteten an einem Track. Er wollte unser Studio sehen, und er hat mich in einer Schlange von Leuten erkannt und „Hey BEP! I like your stuff!“ gerufen. Also gingen wir rüber ins Studio, spielten ein bisschen mit ein paar Beats rum, er rappte in Thai drüber, und ich sang die Hook in Englisch. Seine Begeisterung war groß, und er fragte: „Can I have it?“ und ich erwiderte: “Yeah, take it!“. Er war freudig überrascht darüber, denn heutzutage kommt es nicht so oft vor, dass du jemanden auf der Straße triffst, gleich mit ihm ins Studio gehst, an einem Song arbeitest, und der dann auch noch freigegeben wird. Ich fand die Idee super, dass der Track in Thailand rauskommen soll. Ist doch besser, als wenn er bei mir im Computer rumliegen würde. Er ist wirklich ein cooler Typ. Nun haben wir Freunde in Bangkok, you know. Wann immer wir nach Bangkok kommen, ist klar, dass er sich um uns kümmern wird. Weil er selbst Lust dazu hat, versteht sich.
I: Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass er das tut. Fergie, du bist als Verstärkung zur Band gekommen, gibt es noch mehr dauerhafte Neuzugänge? Wie viele von euch gibt es jetzt?
W: Nur vier, ich glaube, das ist es, vier Cats.
I: Für die Tour habt ihr neue Musiker mit dabei?
W: Oh, wir haben eine vierköpfige Band dabei: Drummer Keith Harris, Gitarrist George Bahone, Keyboarder Prince Vorde und Tim Massaux am Saxophon. Außerdem ist ein B-Boy auf der Bühne, um alle Breaker richtig zu representen. Er heißt Crum und ist von der Style Elements Crew.
I: Habt ihr mit dieser Band auch schon auf den vorherigen Tourneen gespielt?
W: Na ja, unser Drummer ist neu, und mit Tim Massaux haben wir vorher schon einzelne Songs eingespielt, aber auf Tour ist es das erste Mal.

I: Wann werdet ihr an den Arbeiten fürs neue Album beginnen, und was kann man in Zukunft noch von euch erwarten?
W: Fergies Soloalbum erscheint voraussichtlich im Dezember nächsten Jahres. Von Dezember bis Mitte Januar werden wir uns im Studio einschließen, um an neuem Zeug zu arbeiten. Danach gehen wird dann auf Tour in Japan, Australien und China.
I: Ihr spannt also sozusagen die ganze Welt ein. Wart ihr auch schon in Süd-Amerika oder in Afrika auf Tour, oder steht das noch an?
W: Yeah, in Afrika auf Tour gehen, wäre cool. Brasilien steht nächstes Jahr an, ich kann es kaum erwarten… ach ja, wir machen eine Bossa-Nova HipHop-Platte mit Sérgio Mendes so im Januar.
I: Während der Tour in Brasilien?
W: Nein, aufgenommen wird in L.A.
I: Eine Bossa-Nova HipHop-Platte mit Bossa-Nova Rhythmen?
W: Nein, wir nehmen Klassische Bossa-Nova Songs und verpassen ihnen einen 4/4 HipHop-Rhythmus.
I: So nach dem Motto „BEP meets Senior Méndes“?
W: Ja, so wie „Girl From Ipanema“ über „Bonita Applebum“, yeah right „Girl From Ipanema meets Bonita Applebum“.
I: Ist das der Projekt-Name?
W: Nein, nein, das ist nur eine Art Beschreibung, wie das Ganze klingen könnte. „Mas que Nada meets HipHop Hooray“.
I: Und dein Solo-Stuff? Wie kann man sich das musikalisch vorstellen?
W: Das Projekt heißt „Must Be 21“, es ist jetzt gerade auf BBE erschienen. Die Beats sind alle von mir. Gefeaturet werden unter anderem KRS-One Phife Dawg (A Tribe Called Quest) Planet Asia, Supernatural, Crime Don, MC Lyte, Fergie ist dabei… oh Mann, ich hab bestimmt welche vergessen… Phil Da Agony und John Stevens .
I: Haben die anderen Band-Mitglieder irgendwelche Projekte nebenbei laufen?
W: Yeah, Apple produziert ohne Ende, und Taboo arbeitet mit GinChick an einem Latin-Album.
I: Also jede Menge Latin-Alben und ein Bossa-Nova Album auf der anderen Seite?
W: Ja, aber wir versuchen, alles nach HipHop klingen zu lassen.
I: Erscheint das alles auf einem anderen Label in den Staaten?
W: In den Staaten erscheint alles auf meinem eigenen Label.
I: Die Vermarktung übernimmt dann ein Major-Label?
W: Ja genau, BBE kümmert sich in Europa und UK, Sling Shot in Australien und Handcut für Japan und den Rest Asiens.

I: Findet das alles auch noch Platz neben eurem Deal mit Universal? Du setzt scheinbar gerne auf mehrere Pferde gleichzeitig!
W: Die Idee dahinter ist folgende: Ich bin ein Fan von vielen Jazz-Alben, z.B. Miles Davis . Miles hat pro Jahr ca. 3 Platten veröffentlicht, und wenn du nach ihm in einer Jazz-Datenbank suchst, findest du einen Katalog voll Musik. Irgendwann will ich auch so einen Katalog haben, wenn die Leute nach meiner Musik suchen. So wie Serge Gainsburg . Kennst du Gainsburg ? Er hat „Melody Nelson“ gesungen. Oder Kraftwerk, die haben auch sehr viel Stuff veröffentlicht, deren Katalog ist auch riesig. Du merkst schon, ich bin ein Katalog-Freak.
I: Du versuchst also, so viel wie möglich auf einmal rauszuhauen?
W: Ja, weißt du, ich bin 28, und mit 35 bin ich schon zu alt für den ganzen Kram.
I: Also bist du auch ein 75er?
W: Was?
I: Du bist auch ´75 geboren!
W: Yeah, wann hast du Geburtstag?
I: 23. September!
W: Was? Du bist Jungfrau!
I: Ja, ich fühl mich als Jungfrau.
W: Ja, und mit 35 will ich nicht mehr so viel auf Tour sein müssen wie jetzt. Und wir sind sehr viel auf Tour. Am liebsten würde ich dann so wie Dr. Dre im Studio sitzen und nur noch produzieren und einfach chillen. Dres Katalog ist auch ziemlich groß!
I: Und irgendwann spielst du dann in HipHop-Werbespots mit?
W: Ja, die laufen schon auf HipHop.com. Nein, nein, nur ein Scherz.
I: Ok, vielen Dank, dass Ihr euch die Zeit genommen habt!
W: Dope, dope, dope, thank you.

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