Blade

Den Kennern der englischen HipHop-Szene Blade vorzustellen, wäre in etwa so unnötig, wie einen Fußballfan zu fragen, wer dank der Hand Gottes einmal ein "etwas umstrittenes" Tor geschossen hat. Weshalb Blade Maradonna sehr schätzt, könnt ihr weiter unten erfahren, und denjenigen, die nur den Fußballer kennen, sei die Bedeutung Blades in England anhand des folgenden Vergleichs klar gemacht: Stellt euch vor, Gangstarr kommen auf Tour, und niemand geht hin. O.K. – es war ’nur‘ Blade, der letztes Jahres auf seiner Tour in der Berliner Maria einen Gig hatte, aber es war trotzdem der MC, den viele als "den" MC des UK schlechthin bezeichnen würden. Dennoch ist seine Tour irgendwie geheim geblieben, und so werden Basti und ich am Abend Zeugen eines der skurrilsten HipHop-Szenarien in 2001: In die Location, die wenige Monate zuvor von den Stereo MCs dermaßen gerockt wurde, dass alle Besucher klatschnass und mit entrücktem Lächeln im Gesicht nach hause gingen, verlaufen sich so wenige Fans, dass Blade alle Anwesenden kurzerhand auf die Bühne bittet (die gesamte Crowd seht ihr im Bild) und sich danach bei jedem Besucher persönlich per Handschlag bedankt. Für alle, die da waren, sicher ein einmaliges, vielleicht aber auch etwas beklemmendes Ereignis. Bevor wir nun zu einem der interessantesten und witzigsten Interviews ever kommen, an dieser Stelle noch vielen Dank nach Stuttgart für besonderen Support: Ohne die selbstlose Mithilfe von Herrn Harald Kurz aus Stuttgart-Fellbach vom Sony-Service-Center, der unsere MD ‚rettete‘, wäre dieses Interview auf rap.de vermutlich nie erschienen.

rap.de: Club, der richtig voll war und in dem es abging, und erinnere mich z.B. an ‚The line goes from strength to strength‘, bei dem sowohl die Lyrics als auch die Beats sehr hart waren. Was hast du in der Zwischenzeit getan – wie hast du dich entwickelt?
Blade: Man wird einfach älter und reifer und stellt fest, dass man, wenn man eine Message rüberbringen möchte, nicht zwangsläufig wütend sein muss. Wenn du z.B. zu mir kommst und mir etwas erklären willst und du wütend wirst und ständig ‚Fuck off!’meinst, werde ich dir nicht zuhören. Wenn du aber vernünftig mit mir redest und vielleicht am Ende mal sagst ‚Ich hatte genug – fuck everybody‘ – werde ich dich ernst nehmen, weil du nicht ausfallend wurdest und ich bei dem einen Mal, wo du etwas Aggressives sagst, weiß, dass du es auch so meinst.
rap.de: Man weiß von dir ja, dass du zwischendurch Probleme hattest und wieder einen 9-to-5-Job machen musstest. Wie war es, wieder etwas tun zu müssen, was völlig ’normal‘ und unkreativ war?
Blade: Nachdem 93 das Album rauskam, liefen viele Dinge falsch für mich – persönliche Dinge. Ich nahm zwar immer noch auf und hatte auch immer noch Equipment, aber nicht das Ziel, Material rauszubringen. Am 4. November 93 war die letzte Show, die ich gemacht habe, und ich sagte zu jedem ´Wenn ich zurückkomme, werdet ihr einen großen Unterschied sehen, und es wird von jetzt ab vier Jahre dauern´. Ich erzählte den Leuten also, ich würde 1997 zurück sein.

rap.de: Es gab tatsächlich eine solche Ansage?
Blade: Es gab zu der Zeit noch viele Leute, die meine Platte über Mailorder kaufen wollten, und ich schrieb damals allen ‚Entschuldigung – ich werde verschwinden, und wenn ich wiederkomme, werdet ihr es sehen – ich werde euch nicht anrufen und sagen müssen ´Seht euch nach mir um.´‘ Ich hatte einen größeren Plan. Für mich war es nicht wichtig, dass ich fünf Jahre lang pleite war, solange ich etwas auf die Beine stelle, wenn ich zurückkomme. Was ich sagen will, ist, dass der Verlust nicht entscheidend ist, solange du den Gewinn sichern kannst.
rap.de: O.K. – aber was hast du nun in der Zwischenzeit getan, oder willst du darüber nicht reden?
Blade: Nein – kein Problem. Zwischen 93 und 1997/98 habe ich mich um meinen Sohn gekümmert und versucht, ein Vater zu sein. Für mich war das wichtig, und ich habe den Leuten gesagt, ihr werdet nichts von mir hören, bis mein Sohn alt genug ist, zur Schule zu gehen, und weiß, wer sein Vater ist. Ich habe alles geopfert und gewartet, bis er fünf Jahre alt war, und als er in die Schule ging, begann ich wieder, Musik zu machen. 97 machte ich ‚UK Fresh‘ in Birmingham, und von da ab nahm ich ein Jahr Pause, um aufzunehmen und mit Leuten wie Mark B und Herbaliser zu arbeiten. Das war der Wendepunkt. Als ich begann, mit Mark B zu arbeiten, habe ich die Einkaufswagen in einem großen Einkaufszentrum zusammengeschoben. Ich habe immer gelächelt, als würde ich es genießen, aber ich habe es gehasst. Ich musste um 7 Uhr aufstehen und für Hass zur Arbeit gehen und bin froh, nun wieder full-time zurück bei der Musik zu sein. Was ich noch sagen will: Ich habe jeden Freitag und Samstag die Simpsons gesehen, und mein größter Held aller Zeiten ist Homer Simpson 
rap.de: Hier in Deutschland gibt es mehrere Städte, in denen HipHop sehr groß ist – wie ist das im UK?
Blade: Vor vielen Jahren war es hauptsächlich London, heute sind es mehrere Städte. Es gibt London, Nottingham, und es entwickelt sich auch eine kleine Szene in Birmingham sowie in Bristol. Meine Lieblingsgruppe im UK-HipHop ist Phil Life Cipher , und sie kommen aus Luton. Ich weiß nicht, was dort noch abgeht, aber solange es Phi Life Cipher gibt, gibt es auch eine Szene in Luton.
rap.de: Die Stereo MCs sind ja auch aus Nottingham – bist du mit ihnen in Kontakt? Ich hatte vor einem halben Jahr ein Interview mit ihnen, und sie haben deinen Namen erwähnt…
Blade: Dafür habe ich sie bezahlt…
rap.de: Soweit ich mich erinnern kann, sagten sie, sie seien große Fans von Blade…
Blade: Ja ja – ich habe sie bezahlt…
rap.de: Womit?
Blade: Mit zwei Big Macs und einem Hamburger.

rap.de: Sie haben hier auch eine Show gemacht…
Blade: Und es waren sicher viel mehr Leute da, als heute…
rap.de: Warum bist du so pessimistisch?
Blade: Ich bin ein Optimist, aber wenn ihr auf den letzten drei, vier Shows gewesen wärt, dann wüsstest ihr, wovon ich rede… Nein – zu den Stereo MCs: Die Stereo MCs waren für mich da, als ich durch eine schlechte Zeit ging. Es gab in Deutschland eine Firma, die sich Rebite nannte. Wenn ich das kurz sagen darf: Thomas Issler und Margret : Fuck You – Bitch. Ihr schuldet mir immer noch Geld, und wenn sich das hier irgendjemand ansieht: Arbeitet nicht mit Thomas Issler, weil er eine Votze ist und ich… sorry (steht auf und geht zur Kamera, in die er: ´Thomas Issler – you fucking dickhead´ brüllt). Thomas Issler nahm meine Platte an, und er warf alles über den Haufen, und es endete damit, dass ich nicht bezahlt wurde und für fünf Jahre kam in meinem Leben alles durcheinander… Ich meine, es ist eine simple Geschichte – als sie mich abgezogen haben, kam ich in ernste Probleme, weil das Geld, was ich dabei verdienen sollte, für andere Dinge eingeplant war, und schließlich hatte ich arge finanzielle Probleme. Es gab hauptsächlich zwei Leute, die mir halfen, als das passierte. Einer von ihnen war Nick the Head von den Stereo MCs, und der andere ist ein Typ, der Akim Walta (MZEE d. Red.) heißt. Nick und Akim: Thank you very much – right. Das wird niemals vergessen werden – sie haben mir geholfen. Als Thomas das tat, was er getan hat, führte es dazu, dass ich weniger Vertrauen in Leute hatte, aber dann kamen Akim und Nick, und ich sah meinen Sohn jeden morgen lächeln, und das gab mir wieder etwas zurück und ließ mich weitermachen.
rap.de: Ich weiß, dass du ein paar Platten auf MZEE veröffentlicht hast…
Blade: Eine Platte, die anderen Sachen wurden nur lizensiert. Sie machten Compilations und packten da Tracks drauf. Ich schulde Akim eine Menge, he is a cool kid. Es gibt ein paar Leute, denen ich eine Menge schulde. Wenn du pleite und verzweifelt bist, dann gibt es niemanden, der dir helfen will, und ich war pleite und verzweifelt, und die einzigen Leute, die mir halfen, waren Akim und Nick. Finanziell und in anderer Hinsicht. Daneben waren es meine Freundin und mein Sohn, die meinten ‚Gib nicht auf, eines Tages wird alles gut‘, und nun wird es besser. Ich habe zwar noch nicht den Level erreicht, den ich erreichen kann, aber das kommt noch…
rap.de: Ich fragte das auch, weil ich denke, dass es da Ähnlichkeiten zwischen dir und den Stereo MCs gibt. Sie hatten auch…
Blade: Rasierte Köpfe …
rap.de: Nein – eine lange Pause zwischen ihrem neuen Album und dem Vorgänger …
Blade: Ich denke, als sie das Connected-Album gemacht hatten, also das Album, das sie richtig nach vorne gebracht hat, geschahen die Dinge so schnell. Ich meine – es passierte an sich nicht schnell, weil sie lange gebraucht haben, um dahin zu kommen. Aber als sie dieses Album rausbrachten, ging es einfach durch die Wand, und deshalb ging es doch sehr zügig. Und danach tourten sie für zwei oder zweieinhalb Jahre, und da war es nur natürlich, dass sie eine lange Zeit brauchten, um wieder runter zu kommen und erneut aufnehmen zu können. Sie wollten auch ein Album machen, das so gut ist wie Connected, und deshalb nahmen sie sich Zeit. Rob ist übrigens ein fanatischer Tischfußballspieler…
rap.de: Ich weiß – sie haben einen Kicker in ihrem Studio…
Blade: Ja – und er ließ mich extrem klein aussehen. Aber ich kriege dich noch Rob… Lest im zweiten Teil, wie Blade MarkB kennenlernte, weshalb es "leichte" Ähnlichkeiten" zwischen MarkBs "Sealed with a Diss" und Dilateds "Expanding Man" gibt, weshalb MarkB sich mit DJ Vadim gestritten hat und was Diego Maradonna damit zu tun hat…

rap.de: Wie hast du Mark getroffen?
Blade: Mark hat immer Platten von mir per Mailorder gekauft, und dann traf ich ihn gegen 92 in einem Record-Shop in London, und er fragte mich, ob ich eine Show machen wollte. Er war damals Promoter in Kingston, wo er lebte. Ich nahm 300 oder 400 Platten mit zu dem Gig und verkaufte sie alle.
rap.de: Und seit damals dachtet ihr, dass ihr etwas zusammen machen solltet?
Blade: No. Mark und ich wurden erst mal nur Freunde, weil wir Dinge gemeinsam hatten. Wir standen beide auf HipHop, er hatte eine lange Nase und ich eine große. Wir sind in Kontakt geblieben, und irgendwann rief er mich an und meinte, er hätte es gerne, wenn ich auf diesem und jenem Track rappen würde. Um ehrlich zu sein, fand ich seine Produktionen am Anfang sehr laid-back, und er brachte mich regelmäßig dazu, einzuschlafen. Ich mag Energy-Music, weshalb ich Sachen wie Rock, Uptempo-Jazz und solche Sachen höre. Schließlich hat Mark seine Produktionen nach und nach geändert…
rap.de: Weil du es ihm gesagt hast oder einfach so?
Blade: In Interviews meinte er immer, er hätte es geändert, weil er weiter mit mir zusammen arbeitete. Vor der ersten EP hat er mir wohl nach und nach 80 verschiedene Beats geschickt, die ich immer mit dem Kommentar "Not interested" zurückschickte. Schließlich fand ich vier Tracks, auf denen ich mir vorstellen konnte, zu rappen, und dachte mir: ‚Eigentlich ist es nicht das, wonach ich suche, aber er kommt so langsam dahin, also lass uns was machen.’Auf der zweiten Platte kam er mir dann näher – dort hatte er einige Beats, bei denen ich denke, er hat den Nagel auf den Kopf getroffen, obwohl es auch immer noch ein paar gab, die ich nicht richtig cool fand.
rap.de: Wo wir gerade bei Instrumentals sind: Euer Beat von ‚Sealed With A Diss‘ ist fast identisch mit dem von Dilateds ‚Expanding Man‘, den Evidence produziert hat, nur etwas schneller. Am Ende eures Tracks meinst du auch ‚Peace to Dilated‘ – was ist denn da passiert?
Blade: Hauptsächlich ist es erst mal so, dass ich in die Produktion der Beats ja nicht einbezogen bin, sondern nur die Lyrics auf Mark Bs Beats schreibe. Wir waren damals auf Tour und hatten nicht viel Zeit. Mark hatte diesen Beat schon seit ein paar Jahren, und ich glaube, dass Julian von den Creators diesen Beat an Mark und Dilated verkauft hat.
rap.de: Hat er nur die Samples oder den ganzen Beat verkauft?
Blade: Nein – die Platte. Er meinte, hört euch diesen Beat an, und verkaufte ihn, whatever. Ich kenne nicht die ganze Story dahinter, aber das ist das, was ich darüber gehört habe. Aber für mich ist es am Ende des Tages so: Wie viele Leute haben ‚The funky drummer‘ benutzt, wie viele Leute haben ‚Apache’verwendet? Es macht also keinen Unterschied – jeder hat seinen eigenen Weg, die Dinge zu benutzen, und meine Lyrics sind anders als die von Dilated. Früher haben sich die Leute auch nicht darüber beschwert, wenn jemand dasselbe Sample benutzt hat. Wenn es gute Musik war, dann war es eben gute Musik, und das war es, worauf es ankam…
rap.de: Klar – die Tracks sind eben nur sehr sehr ähnlich, und deshalb wollte ich es wissen…
Blade: O.k. – der Grund, weshalb ich ‚Peace to Dilated’sagte, war, dass Mark sich der Sache bewusst war und er meinte ´Oh – Dilated haben es auch verwendet – sag doch bitte Peace to Dilated´, und wir kennen z.B. auch Iriscience . Ich habe ihn in London getroffen, und wir wollten, dass er einen Chorus für uns macht, dann war aber der Zeitfaktor ein Problem. Wie ich sagte – Mark macht die Produktion, ich mache die Raps. Mark erledigt das Trinken, ich rede.


rap.de: Ich weiß, dass du auch schon ein paar Veröffentlichungen auf JazzFudge hast, und es gibt da ein Gerücht, dass du einen Streit mit DJ Vadim hattest, und du ihm vorgeworfen haben sollst, er hätte nicht richtig gearbeitet…
Blade: Für mich oder für das Projekt von mir und Mark?
rap.de: Für dich und das Projekt.
Blade: Lass mich etwas klären: Wir haben JazzFudge hauptsächlich verlassen, weil die Dinge, die wir in England erreicht haben, niemals durch JazzFudge hätten zustande kommen können. Wir brauchten ordentliche Promotion und all so was. Der Streit, den ich mit Vadim hatte – ich meine, das ist ein persönliches Ding zwischen mir und ihm. Es ist nun aber alles in Ordnung, weil der Streit lange zurück liegt und wir das hinter uns gelassen haben, aber grundsätzlich will ich nicht mehr mit ihm arbeiten, ich meine… o.k. – ich werde keine Details über alles rauslassen. Alles, was ich sagen werde, ist, dass die Musik, die unter meinem Rap auf seinem Album liegt, nicht die Musik ist, zu der ich gerappt habe – er hat sie total geändert und hat mir davon nichts erzählt. Ich fand das über andere Quellen heraus, und ich schätze das nicht, weil es vorher nicht so geklungen hat. Jedes mal wenn ich das höre, rege ich mich auf, weil ich dazu nicht gerappt habe, nicht mal die Snare oder die HiHat war so. Er hätte zumindest die Höflichkeit haben können, zu mir zu kommen und mir zu sagen ‚Blade, ich denke nicht, dass dieser Beat funktioniert – ich ändere ihn‘, und mich den Beat wenigstens hören lassen können. Stattdessen rief mich Mark drei Wochen später an und fragte mich ‚Weißt du, dass er die Musik geändert hat?‘. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass er es mir erzählt – schließlich sah ich ihn und sagte ‚Was ist mit der Musik passiert?‘. Er meinte ‚Oh – ich wollte es dir erzählen, aber ich habe es vergessen.‘ Bullshit!
rap.de: Das ist eine seltsame Geschichte, weil er ein wirklich netter Typ zu sein scheint…
Blade: Das ist er auch, aber das bedeutet nicht, dass er keine abgefuckten Dinge tun würde. Und was er getan hat, ist meines Erachtens abgefuckt. Es gibt auch noch andere Gründe, aus denen heraus ich mich über Vadim geärgert habe, aber das hat sich erledigt. Das Problem ist nur, dass diese Platte existiert, die Leute sie hören und sie über meine Arbeit urteilen und dieses Stück ist Teil meiner Arbeit. Wenn sie es also hören und mich außer Takt rappen hören, dann denken sie, Blade kann es nicht. Was sie nicht wissen, ist, dass Vadim meine Vocals über einen anderen Beat gelegt hat und es an seiner Arbeit liegt, dass ich nun außer Takt bin.
rap.de: Was hat dich denn in Bezug auf Deine Lyrics beeinflusst?
Blade: Das Leben und Diego Maradonna.
rap.de: Seine Fußball-Qualitäten oder sein Kokain?
Blade: Natürlich seine Soccer-Skills, wo denkt ihr hin? Nein – um ehrlich zu sein, bekomme ich den meisten Einfluss aus dem Leben und durch meinen Sohn. Wenn er z.B. Freunde mitbringt und du dir einfach nur Kinder ansiehst, wie sie sich um nichts kümmern und nur tun, was sie tun wollen – das beeinflusst mich sehr. Ich lerne von Kindern viel mehr als von Erwachsenen. Ein Kind kommt als ein leeres Blatt Papier auf die Welt, und alles, was dazukommt, sind Dinge, die andere Leute dazugeben. Und zwischen der Geburt und vielleicht vier Jahren ist das Kind einfach rein – und das verfolge ich mit. Wenn sie dich nicht mögen, werden sie es dich wissen lassen. Mein Sohn hat es mir so oft gesagt, wenn ich ihm einen Klapps gegeben habe ‚Ich mag dich nicht, ich hasse dich, wenn ich älter bin…‘. Was wirst du dann tun – mein Abendessen kochen? Ansonsten kommt mein Haupteinfluss von Filmstars und von Sportlern. Deswegen habe ich vorhin auch Maradonna erwähnt – ich sehe mir an, wie er spielt, und immer, wenn er am Ball ist, passiert etwas Erstaunliches. Sogar, wenn er nur divet. Ich sehe mir an, wie er Dinge macht, und stelle mir vor, was wäre, wenn ich mit einem Mic tun könnte, was er mit dem Ball macht – dann wäre ich untouchable.

rap.de: Ja er ist ein großartiger Entertainer – wie sieht es mit deinen Liveshows aus – musstest du lernen, ein Entertainer zu sein?
Blade: Nein – wenn ich auf der Bühne bin, bin ich wie ein Kind – es ist mir egal, ob Leute mich mögen oder nicht. Es kommt halt darauf an – wenn mehr als zehn Leute in der Crowd sind, dann macht es Spaß, you know what I mean (Blade sagte bis zu diesem Zeitpunkt circa 105 mal ‚You know what I mean‘, was wir euch aber – es ist gemein – vorenthalten haben). Ich sage ‚You know what I mean‘ wohl etwas zu oft – kann ich es noch mal sagen?
rap.de: Klar.
Blade: You know what I mean. Es ist immerhin besser, als die amerikanische Art – you know I am sayin …
rap.de: Eine andere Art es zu sagen ist ‚You feel me?‘
Blade: No – I won´t fill you! (lacht sich tot).

rap.de: Einen noch: Die Piraten-Radio-Szene in England…
Blade: Die Szene wird zur Zeit viel besser. Ich selbst bin nun seit ca. einem Jahr auf Tour und weiß nicht, was bei denen im Moment genau abgeht. Ich weiß, dass sie existieren, und es ist ein guter Weg, um nicht wahrgenommene Musik publik zu machen. Ich erinnere mich daran, dass ich vor Jahren immer Pirate-Radio gehört habe, und als gerade ein Masta Ace -Track halb vorbei war, ‚Music Man‘ oder so einer, kam plötzlich die Ansage: ‚Sie haben uns, sie haben uns!‘. Danach waren sie zwei Wochen nicht mehr auf Sendung. Für mich als Künstler war es früher cool, wenn ich ein, zwei Mal im Monat von einer Pirate-Radio-Station gespielt wurde…
rap.de: Ich denke, das war es…
Blade: Kann ich gerade noch "Hello" zu Homer Simpson, Bart Simpson und Goofy sagen?

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