Interview mit Homeboy Sandman: „Es gibt definitiv niemanden wie mich in diesem Universum“

Mit ihrem am 26. Oktober erschienenen Album „Humble Pi“ beweisen die beiden HipHop-Querköpfe Homeboy Sandman & Edan, dass ihre Raps auch wirklich wasserdicht sind. Erst neulich fluteten sie für ihr jüngstes Video „The Gut“ ihr kleines Home-Studio, performen unter Wasser und retten sich erst in der zweiten Strophe ins Trockene.

Auf dem Kollaboalbum trifft der New Yorker Untergrund-MC Homeboy Sandman auf die Indie-Ikone Edan und findet in dem Weirdo-Rapper/Produzenten den perfekten Konterpart

Lara: Wieso heißt das Album „Humble Pi“?

Also erstens versuche ich immer wieder, an mir zu arbeiten und bescheidener zu werden und zweitens ist Edan einer der bescheidensten Menschen die ich kenne. Und „Pi“ ist für mich seine magische Zahl, der Inbegriff von Mathematik und Struktur. Außerdem ist es fast unmöglich, die Zahl aufzuschreiben. Diese Zahl, die du überall siehst, solange, bis sie dich verrückt macht. Es ist ein bisschen wie Magie.

Josefa: Und was ist dein Lieblingstrack auf „Humble Pi“?

Ich liebe sie alle, Aber wenn ich diese Frage beantworten muss, würde ich sagen, dass zwei von ihnen mir besonders am Herzen liegen.

„The Gut“ macht mich auf eine ganz besondere Art und Weise glücklich. Ich liebe den Aufnahmeprozess, aber ich liebe es auch, wie Eden auf diesem Track reimt. Ich liebe die Hook, es fühlt sich einfach an, als wäre der Song sehr rund und vollendet.

Mein anderer Lieblingssong ist „That moment when“, weil es sich so anfühlt als wäre der Song in Echtzeit verfasst worden. Ich habe mich einfach hingesetzt und alles runter geschrieben, was gerade in meinem Kopf war. Es ist eine Zusammenfassung von allen Gedanken, die ich in einer Zeitspanne von ein paar Stunden hatte. Am Anfang sage ich sogar, wie spät es ist, als ich anfange den Song zu schreiben und wie spät es war, als ich fertig war. Ich mag es gern Dinge zu tun, die ich vorher noch nie gemacht habe und das habe ich vorher noch nie gemacht.

Aber ich liebe alle Songs, ich könnte über alle etwas erzählen!

Lara: Wir haben uns gerade dein Video zu „The gut“ angeschaut und haben uns gefragt, ob du wirklich dein Studio überflutet hast?

Ah Nein. (lacht) Wir haben das Video in einem Pool gefilmt, den wir so eingerichtet haben, dass er aussieht wie ein Wohnzimmer. Ich finde, es ist wirklich gut geworden, auch wenn es sehr anstrengend war, wir waren schließlich zehn Stunden lang unter Wasser. Zehn Stunden und es war wirklich ziemlich kalt draußen! Es hat sich aber definitiv gelohnt!

Josefa: Und wie bist du auf die Idee gekommen, ein Video unterwasser zu drehen?

Mein Regisseur war derjenige mit der Vision für das Video. Als er den Song gehört und den Vibe gespürt hat, wusste er, dass diesem Lied nur etwas extrem außergewöhnliches gerecht werden würde. Also hatten wir die Idee, noch Unterwasserwesen und Bewegungsgrafiken einzufügen. Ich liebe es, wie die Graphics mit dem Filmmaterial harmonieren.

Lara: Wie hast du Edan kennengelernt und wer von euch beiden hatte die Idee, zusammen Musik zu machen?

Ich kann mich nicht mehr an das exakte Datum erinnern, aber woran ich mich erinnern kann, ist, dass ein Freund von mir erzählte, wie gut Edan live performen würde und was er für ein einzigartiger und besonderer Künstler war. Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, waren wir zusammen mit einer Gruppe von Freunden auf dem Weg zu einem Konzert. Zu dieser Zeit wusste ich wirklich sehr wenig über ihn. Dann performten wir eines Tages live zusammen in New York und von diesem Zeitpunkt an waren wir Freunde, denn wir waren Fans der Musik des anderen und waren auf der gleichen Wellenlänge. Damals vor acht Jahren hatte ich allerdings keine Ahnung, dass wir heute hier stehen würden mit einem gemeinsamen Album in unseren Händen.

Josefa: Was ist das einzigartigste an deiner Musik?

(Er lacht) Ich hoffe alles! Ich sehe mich selbst als ein einzigartiges Individuum. Es gibt einfach niemanden, der ist wie ich. Es fühlt sich nicht so an, als wäre ich wie andere Menschen. Ich habe meine eigenen Ideen und meine eigene Weltanschauung. Die Ideen, die aus meiner Kunst hervorkommen, sind anders als alles was jemals vorher erschaffen wurde. Sie sind in meinem Kopf. Es gibt definitiv niemanden wie mich in diesem Universum. Niemand wird die Dinge tun, die ich mache. Meine Musik ist einzigartig, weil sie aus einem einzigartigen Kopf kommt. Es würde mich umbringen, wenn ich nichts mehr rausbringen könnte, was neu und erfrischend ist.

Lara: Würdest du sagen, dass deine Heimatstadt New York einen großen Einfluss auf deine Musik hat?

Ich denke schon, denn ich bin schließlich dort aufgewachsen. Ich habe definitiv viele Ideen und Inspirationen von dort. Für mich ist New York so besonders, da ich mich hier lebendig fühle und es eine Stadt voller Energie ist. Es gibt auf der ganzen Welt keinen Ort, den man mit New York vergleichen könnte. Trotzdem will ich nicht über diese Stadt definiert werden. Ich möchte mein Bestes tun, um weltlicher zu werden. Die Gegend, in der ich verkehre, ist nicht der einzige Ort auf der Welt, weißt du? Ich habe außerdem eine schwierige Beziehung zu der Stadt, weil es so viele Klischees über New Yorker gibt. Sobald Menschen hören, dass ich aus New York bin, erwarten sie, dass ich mich so oder so verhalte. Als ich klein war, habe ich es geliebt, Leuten zu erzählen, dass ich aus New York komme. Aber als ich älter wurde, ist mir klar geworden, dass ich dieses Vorurteil über die Stadt nicht erfülle. Ich denke, im HipHop-Business geht es viel darum, wo man her kommt, aber ich möchte mich gern davon distanzieren.

 

 

 

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