Sam James im Interview: Über Realness, Kopfchaos & Anders sein

Sam James könnte man als Newcomer der New Generation bezeichnen. Er ist nicht nur Producer, sondern rappt auch auf seine eigenen Beats. Vor kurzem droppte der junge Kölner sein Debütalbum „Sam vs die Welt“ – ein DIY-Projekt mit viel Herzblut. Auf dem Album gibt er sehr intime Einblicke in seine Gedankenwelt. Wir trafen Sam James zum Interview, um mit ihm über sein Album, psychische Krankheiten und die Generation Y zu sprechen.

Welche Künstler haben dich sowohl privat als auch musikalisch geprägt und beeinflusst?

Mein erstes Album, das ich gekauft habe, war damals „Maske“ von Sido. Außerdem bin ich ein riesen Fan von Kid Cudi – besonders seine ersten beiden Alben höre ich immer noch täglich. Geprägt haben mich auf jeden Fall noch viele Künstler – von Kanye West über Bands wie Sum41 bis hin zu Mac Miller, Wiz Khalifa und Drake. Aber auch reine Producer-Tapes fand ich immer schon fresh, zum Beispiel Sachen von Kaytranada oder Stwo.

Du scheinst in deinem Schaffen schon sehr gefestigt. Hast du davor stiltechnisch herumexperimentiert?

Ich habe vieles ausprobiert – auch unter verschiedenen Namen – bis ich mich jetzt dazu entschlossen habe, Musik ausschließlich unter meinem echten Namen zu veröffentlichen und Geschichten zu erzählen, die auch wirklich von mir stammen.

Du produced ja auch nicht nur deine Songs, sondern auch für Künstler wie Holy Modee. Was kam zuerst – das Rappen oder das Producen?

Als ich 16 Jahre alt war, habe ich angefangen, Beats zu bauen. Natürlich habe ich mich mit dem ersten Beat gleich wie der krasseste Produzent aller Zeiten gefühlt und meine Beats an große Artists geschickt. Als dann keiner geantwortet hat, dachte ich mir, ich versuche es einfach selbst – mit meinen eigenen Songs.

„Ich will meinen Hörern einfach 100% meines Ichs geben können“.

Ich mag aber auf jeden Fall sowohl rappen als auch producen. Am besten ist der Moment wenn du beim Basteln eines Beats es schon so sehr fühlst, dass du nebenbei sofort anfängst drauf zu freestylen. Ich denke, ich werde auf jeden Fall beides beibehalten, da ich der Meinung bin, dass es meinen Sound auch ein Stück weit ausmacht und mir externe Beats nicht den Kick geben können, den ich sonst beim Komponieren habe.

Du hast letztens mit „Sam vs die Welt“ dein Debütalbum rausgebracht. Die meisten Beats hast du selber produziert, du bist bei keinem Label unter Vertrag und alles wirkt wie ein DIY-Projekt – wie lange bist du am Album gesessen und wie aufwändig war der Arbeitsprozess?

Insgesamt habe ich ungefähr ein Jahr daran gearbeitet, was aber sicher auch an Schulstress, Klausuren und anderen privaten Sachen lag. Mir war es einfach wichtig, dass das Ganze vom Soundbild her stimmig ist.

Ich möchte einfach, dass die Leute sehen, dass meine Musik komplett mich selbst widerspiegelt.

Ich wollte ein ehrliches, aber trotzdem unterhaltsames Projekt schaffen, bei dem man gerne zuhört und das Gefühl hat, man ist nicht alleine mit seinen Sorgen und Gedanken.

Was war dabei die größte Herausforderung?

Ich bin während der Albumproduktion zweimal umgezogen, hatte einen längeren Aufenthalt im Krankenhaus und mache nebenbei auch noch meine Ausbildung. Von daher war die größte Herausforderung auf jeden Fall die Zeit und alles was neben der Musik noch wichtig ist: Promotion, etc. Es ist immer eine Herausforderung wenn man komplett auf sich alleine und seine Fans gestellt ist.

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