Puppetmastaz – The Takeover

Die Fakten: Die Puppetmastaz sind (Hand)Puppen, ähnlich wie die Muppets, nur hässlicher. Sie stammen aus Berlin und haben sich Ende der 90er unter der Führung von Mr. Maloke zu einer Hip Hop Gruppe formiert, sprich: die hässlichen Handpuppen rappen. Seitdem sind immerhin zwei Alben erschienen, es gab Videos auf MTV und die Popularität dieser skurillen Gruppierung wuchs – interessanterweise vor allem in Frankreich.

 

Vorab: Ich finde dieses ganze Puppenkonzept etwas seltsam und irgendwie gefällt mir das Prinzip, Puppen auf eine Bühne zu stellen auch nicht. Mir bleibt das zu charakterlos und  anstrengend. So finde ich auch den Titel des aktuellen Albums „The Takeover“ entsprechend angestrengt witzig, weil damit die Übernahme der Welt durch eben diese Puppen angedeutet werden soll. Verdeutlicht übrigens auch auf der Puppetmastaz Homepage (Puppetcommunity.com), auf der dazu aufgerufen wird, Mitgleider, die sich nur mit menschlichem Foto präsentieren, zu mobben. Schimpft mich phantasielos, aber ich finds albern, langweilig und richtig blöd. So viel zum Drumherum.

 

Und das zum Album: Leider sind die Puppetmastaz als Gruppierung etwas unübersichtlich. Die einzigen beiden der angeblich etwa 30 Mitglieder, die ich heraus höre sind Mr. Maloke (die Maulwurf Puppe) und Snuggles the Bunny (Überraschung: Hasenpuppe!) Der musikalischen Qualität von „The Takeover“ tut das alles allerdings keinen Abbruch.   

Ich wurde durch „Creature Shock Radio“, dem zweiten Album der Formation, auf die rappenden Puppen aufmerksam, konnte mich dafür begeistern und finde „The Takeover“ noch ein Stück besser. Die Skits und das Intro nerven zwar, weil dort diese Puppentakeovergeschichte breitgetreten wird, der Rest (immerhin 17 Tracks) geht aber zumindest beattechnisch gut ins Ohr und zwar ziemlich elektronisch und abgedreht. Mir persönlich gefallen die Nummern mit leichtem und deutlichem Reggae/Dancehall Einschlag am Besten. Nicht gefallen tut mir Snuggles Stimme, leider dominiert die auf einigen Tracks, dieses ewige gelispel nervt. Sehr. Auch inhaltlich bin ich über weite Strecken des Albums von der Puppenthematik genervt, aber einige richtige Knaller sind, wenn man über den Inhalt hinwegsieht, trotzdem dabei. „Can’t Control It“ und „Permission To Freak“ zum Beispiel. Da geht dann das Konzept, schräge Stimme plus Beat, auf. Beide Tracks sind schön düster, schön oldschool, klingen nach frühen 90ern und das ist  positiv gemeint. Oder „Animals“ und "Take Me On A Ride", die möchte ich bei meinem nächsten Clubbesuch hören: extrem tanzbar. Und das von mir, jemandem der aus Prinzip nicht tanzt.  Ein bisschen witzig ist, dass im Video zu "Take Me On A Ride" ein guter alter Sommerbekannter, nämlich der Red Bull Tourbus, gekidnapped wird. Ob Prinz Pi noch drin war und deswegen in seinem Video Affenpuppen tanzen?  Wer weiß?