Race Driver Grid – Arcade-Racer

Race Driver Grid

Nach nunmehr 2 Jahren bringt Codemasters mit Race Driver Grid einen indirekten Nachfolger der DTM Serie heraus. Indirekt, da man keine Lizenzen meht für die DTM besitzt, was aber dem Spielspaß keinen Abbruch tut.

Weg vom Alltag:

Im neuen Race Driver Teil hat sich vieles zum Vorgänger verändert. Nicht nur die Lizenz für die DTM und somit die Rennserie ist nicht mit dabei, auch auf die „ergreifende und schleimige“ Story, die die Vorgänger schmückte, wurde verzichtet. Codemasters entfernt sich somit mehr und mehr von einer Simulation und will eindeutig einen Arcade-Racer präsentieren.

Sprung ins kalte Wasser:

RDG teilt sich in drei Teile, wobei der Hauptteil sich mit der Grid-Welt beschäftigt, dem Wettkampfmodus. Ansonsten ist natürlich noch die Möglichkeit gegeben, Renntage selbst zu gestalten oder Multiplayer-Spiele zu bestreiten, aber dazu später mehr.

Am Anfang des Spieles in der Grid-Welt werdet ihr erstmal gleich in ein Cockpit von einer Viper gesteckt und müsst mit dieser euren „Rennführerschein“ machen. Soll heißen, ihr müsst ein ganzes Rennen bestehen, ohne dabei auf die Platzierung zu achten. Klingt einfach, ist es aber nicht, da die Viper ganz schön schwierig zu händeln ist. Ist dieses geschafft, kommen auch schon die ersten Fahrerangebote. Strengt ihr euch genug an in jenen, habt ihr schnell genug Geld und Erfahrung, um einen eigenen Teamstall zu gründen und somit in die richtige Rennwelt einzutauchen. Ein Rennstall muss natürlich auch finanziert werden, gerade wenn im späteren Verlauf noch ein Teamkollege eingestellt und bezahlen werden muss. Da kommen dann die Sponsoren ins Spiel. Sponsoren für euer Team könnt ihr werben, indem ihr gute Leistungen bei Rennen präsentiert. Die Sponsoren geben euch natürlich nur Bares unter bestimmten Vertragsklauseln, wie z.B. ein Rennen als Sieger zu absolvieren oder mindesten den 5. Platz ohne Autoschäden zu schaffen. Ihr müsst eure Sponsoren selbst verwalten. Dabei gibt es einen Hauptsponsor, der eingesetzt werden kann, welcher den doppelten Preis des angegebenen Angebotes bezahlt und noch 7 weitere Nebensponsoren, die ihr belegen könnt. Es ist anfangs ganz interessant, sich mit den Finanzen zu beschäftigen, aber später wird es nur noch lästig. Mit eurem Team könnt ihr an Rennserien auf drei Orten an der Welt antreten.

  • die europäische Rennserie, in der ihr z.B. Tourenwagen und Formel 3 Wagen über bekannte Rennkurse wie Hockenheim oder LeMans manövriert.
  • die nordamerikanische Rennserie, in der ihr z.B. euch mit Musclecars quer durch LA beweisen müsst oder mit Stockcars um das Überleben bis zur letzten Runde kämpft.
  • die Japanische Rennserie, die auch NfS Carbon heißen könnte, da diese über Rennmodi wie Drift oder das schon aus Carbon bekannte Touge-rennen ( Klippenrennen) verfügt.

Umso mehr Ansehen ihr gesammelt habt, steigt eure Fahrerlizenz. So kommen immer neue Herausforderungen und Rennsituationen auf euch zu. Wichtig ist auch, viel Geld zu verdienen, um immer genug für Autos auf dem Konto zu haben. Denn auch wenn man bei RDG seine Wagen gebraucht bei Ebay kaufen kann, heißt es hier wie in der Realität – „Bei Ebay kann man keine Schnäppchen mehr machen!“. Die Renn-Vehikel, die ihr in der Grid-Welt erwerbt, werden auch automatisch im offenen Rennspielmodus freigeschaltet.

Im Rennspielmodus könnt ihr euch euren eigenen Renntag kreieren und habt dabei eine ganze Reihe an Möglichkeiten. Wer Lust und Laune hat, kann auch gerne die 24 Stunden von LeMans in Echtzeit bestreiten. Leider sind im Multiplayermodus nicht so viele Möglichkeiten vorhanden. Das heißt, wenn man beispielsweise ein Spiel über Lan machen möchte, muss man sich schon ganz genau konzentrieren, um die Übersicht im Menü zu behalten. Schade, dass das Menü nicht genauso gehalten wurde wie im Einzelspielermodus. Duelle über Splittscreen sind gar nicht mehr möglich und im Netz zu zocken ist auch nicht das Wahre, da durch das umstrittene Votingsystem man nicht immer die Möglichkeit hat, das zu spielen, was man möchte.

Nichts für Anfänger:

Die Steuerung der insgesamt ca. 42 Boliden fällt trotz vieler Fahrhilfen anfangs sehr schwer. Jeder Wagen hat auch andere Fahreigenschaften, was man deutlich am Übersteuern oder Bremsen merkt. Generell hat man viele Optionen, sich den Schwierigkeitsgrad einzustellen. Jedoch kann man eines nicht einstellen und zwar das durchgehend aggressive Verhalten der Mitstreiter. Es kommt nur all zu oft vor, dass man von der Piste gestoßen wird oder einen in die Seite bekommt. Auch unfair ist der Gummibandeffekt. Wird es einem bei Rückstand relativ schwer gemacht aufzuholen, so muss man sich als weit Führender nur einmal verbremsen und schon hat man wieder alle hinter sich. Riskante Fahrmanöver werden oft mit Unfällen bestraft, die aber durch das gelungene Schadensmodell sehr schön inszeniert sind. Wer einmal nen Unfall hat kann aber mit Hilfe der Wiederholung ein paar Sekunden zurückspulen und ins Renngeschehen wieder einsteigen – ähnlich wie bei Prince of Persia.

Guck sich das mal einer an:

Der Titel basiert auf der bewährten Colin McRae Dirt Engine und sieht echt gut aus. Die Wagen sind sehr detailliert gestaltet. Das Schadensmodell sieht klasse aus und die Strecken sind optisch auch ganz weit vorne. Ein herausragendes Merkmal im Spiel ist die Cockpitansicht, die sehr realistisch umgesetzt wurde, auch wenn es hier kleinere Mängel gibt, da man im Rückspiegel nur noch fahrende Pixel statt Gegner erkennt. Noch ein Kritikpunkt ist der fehlende Wetterwechsel. Gut sind aber die Tag-/Nachtwechsel in den 24 Stunden-Rennen dargestellt worden.

Der Sound sorgt für eine tolle Atmosphäre ist aber im Vergleich zu anderen Titeln nicht herausstechend. Den Motorengeräuschen fehlt es an Power und die Musik ist nicht wirklich abwechslungsreich. Wobei die Deutsche Sprachausgabe hilfreiche Kommentare und Erklärungen sowohl im Menü als auch im Renngeschehen, abgibt.

Anforderungen:

Mit 3 GHz, einem GB Ram, einer 128 MB Grafik (GeForce 6800 / Radeon X1300 aufwärts) und 12,5 GB Festplattenspeicher seit ihr dabei. Zu empfehlen sind jedoch 2 GB Ram, da die ganze Geschichte unter Vista sehr schnell in den Framekeller fällt.

Fazit:

Mit Race Driver Grid hat Codemasters sich in Richtung Arcade-Racer á la Need for Speed aufgemacht. Nur muss man sagen, dass es ihnen viel besser gelungen ist. So machen es die anspruchsvolle Steuerung, die hammer Grafik und das gute Gameplay zu einem echten Spitzentitel, wenn man über den schwachen Multiplayermodus hinwegsieht.

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