Caput – Caputalismus

Nach einer EP von 2004 und einem Mixtape von 2005, sowie diversen Features liegt uns nun Caputs erstes, "richtiges“ Album vor. Wer einen so langen Vorlauf hatte, so ein professionelles Label wie Optik Records im Rücken und das Vertrauen vom King Of Rap Kool Savas himself genießt, an den sind natürlich auch die Erwatungen extrem hoch. Insgesamt habe ich von Caput in den letzten Jahren schon viele unterirdische, aber auch hervorragende Parts gehört.

Beim ersten durchskippen wird klar: Caput hat sich technisch gesteigert. Auch beim näheren hinhören verfestigt sich der Eindruck. Er flowt lässig und solide, richtig gut. Bei den Beatvorlagen ist es ähnlich. Hausprduzentin Melbeatz liefert leider nur einen Beitrag und neben Bugi, Mete Akin, Astar und Ercandize hat auch Caput selbst Hand angelegt. Auch hier solide und gut. Textlich beschäftigt sich Caput vornehmlich mit der "caputten Welt". Auch gut. Etwas wenig abwechslungsreich vielleicht, aber die Texte sind meistens gut durchdacht und wahr. Auch die Feature Gäste sind solide und kommen vor allem aus der Optik Army, aber auch (mir) unbekannte Rapper und Sängerinnen wie Dinikis oder Cihan bekommen die Chance sich vorzustellen. Vielleicht ein Fehler, denn irgendwie wird man das Gefühl nicht los, erst müsste Caput sich selber noch beweisen.

Das Fazit bisher ist also "Gutes Album“. Warum kann es mich trotzdem nicht überzeugen? Weil ihm ein Aufhänger fehlt. Ein paar richtige Banger. Tracks die herausstechen. Tracks die repräsentativ für Caput stehen, die einem im Kopf bleiben, die auch die Kritiker überzeugen, die charten könnten, Lines, die für immer bleiben. Der einzige Track, der diese Kriterien, zumindest in der Hook, annähernd erfüllt ist: "Nein Du Willst Nicht" mit Amar, ein absolut überflüssiger Tiefpunkt ist im Gegensatz der Representer "Iserlohn". Das Potenzial ist doch offensichtlich da und trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass der rote Faden in den 16 Tracks fehlt. Beim mehrmaligen durchhören erwische ich mich immer wieder dabei wie "Caputalismus“ einfach nicht meine Aufmerksamkeit fesseln kann. Ich hoffe Caput nutzt beim nächsten Release seine Fähigkeiten und sein Talent geschickter.

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