Leeroy – Open Bar

Nach den beiden „Coup de Massue“ Mixtapes und seinem „Bollywood Trip“ Experiment veröffentlicht Leeroy, ehemaliges Mitglied der Pariser Saian Supa Crew, jetzt sein Soloalbum „Open Bar“. Im ersten Jahr nach der Trennung von seiner alten Crew treibt es Leeroy nach wie vor relativ wild mit den sonst oft so eng gefassten Regeln des Hip Hop, ähnlich wie man es früher auch von der Gruppe gewohnt war. So erstaunt es dann eigentlich wenig, dass bei der enorm kurz gehaltenen Gästeliste Crew Member Féfé gleich zwei Mal vertreten ist.

Leeroy eröffnet sein Album mit den zwei noch eher „klassisch“ gehaltenen Nummern „Yá Des Jours“ und „Elle“. Direkt im Anschluss geht es auf “Comin´ Out“ mit Gush schon in wesentlich höherem Tempo und deutlich tanzbarer zu. Nur um schon im nächsten Track („Indigenes“) politische Töne anzuschlagen, wobei dann natürlich auch das Tempo des Songs wieder eine Nummer runter gefahren wird. Auf dem Titeltrack öffnet sich Leeroy endgültig beschwingten, südlichen Klängen. Gefällt mir sehr gut bis hier her. Die folgende eher schnulzige Nummer „Home Sweet Home“ hätte sich Leeroy aber durchaus sparen können, ohne, dass das Album große Einbußen dabei gemacht hätte. Ab hier beginnt Leeroy sich musikalisch voll aus zu leben und mischt seine Raps mit Elektro, Reggae und Rock ganz wie es ihm Spaß macht, nur leider nicht immer mit dem vollen Erfolg. Das erste Stück, wo Leeroy es etwas zu weit treibt ist „Petits Travers“. Mit heftig stampfenden elektronischen Beats und den hektischen Raps des Protagonisten geht die Nummer relativ schnell an die Nerven und verleitet so nur zum weiter-skippen. Einen weiterer Störfaktor des Albums, bevor dieses mit „Lucile“ durchaus würdevoll ausklingt, findet sich in dem gitarren-lastigen „Antisocial 2007“, das für ein ansonsten doch relativ melodiös gehaltenes Album etwas zuviel Krawall macht, aber was will man bei so einem Titel anderes erwarten.

In der Bilanz hinterlässt „Open Bar“ auf 14 Tracks gemischte Gefühle. Es sind mehrere gute, teils sehr gute (zum Beispiel „Indigenes“) Tracks auf dem Album. Aber leider auch verschiedene Nummern, die nicht wirklich gelungen sind. Durch die vielen verschieden musikalischen Stile, die Leeroy hier anhäuft wirkt es so, als versuche er krampfhaft auch wirklich jeden zufrieden zu stellen. Für das nächste Album sollte er sich in diesem Bereich doch für „weniger ist mehr“ entscheiden.

Da die beiden Songs mit Saian Supa Crew Mitglied Féfé für mich zu den besten Tracks des Albums gehören, stellt sich für mich die Frage, ob es für Leeroy nicht vielleicht besser gewesen wäre bei seiner alten Crew zu bleiben.

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