EA Sports – NBA Live 2008

Neulich fiel mir beim Aufräumen die Box von „NBA Live 97“ in die Hände – wow, schon seit über 10 Jahren begleitet die Basketball-Serie von EA Sports also nun schon mein Leben. Bei einer derart eindrucksvollen Historie ist es dann auch kein Wunder, dass sich Rezensionen zu neuen Releases immer wie die Besprechung eines Updates lesen, was für Eingeweihte alle nennenswerten Fakten (nämlich die Abweichungen vom Vorgänger) benennt, das Spiel aber nicht unbedingt als Ganzes würdigt. Um es also vorab klar zu sagen: NBA Live ist auch nach einer Dekade noch das Referenzspiel, wenn es um virtuellen Basketball geht, auch wenn mit „NBA 2K7“ mittlerweile ein würdiger Konkurrent auf der Szene erschienen ist.

„NBA Live 2008“ auf der Xbox360 spielt die Hardwarepower der NextGen-Konsole voll aus: Die grafische Präsentation des Spielgeschehens ist überzeugend und in flüssigen, realistischen Animationen gelungen, die Spieler sind mit ihren individuellen Merkmalen, vom Tattoo bis zu den Gesichtszügen und sogar charakteristischen Moves, gut zu erkennen, und auch die akustische Ausgestaltung ist von den Schlachtrufen der Fans bis zu den Moderationen voll überzeugend – technisch gibt es also schlicht nichts zu beanstanden. Auch die Palette der Spieloptionen bietet mehr als genug Auswahl: Neben den üblichen Saison-, Karriere-, Playoff- und Multiplayer-Modi sorgen das „NBA Allstar Weekend“ (inkl. 3-Point-Contest etc.) und nun auch FIBA-Modus, in dem Nationalmannschaften gegeneinander antreten, sowie die Möglichkeit, online eine komplette Saison mit bis zu 32 Spielern zu absolvieren. In puncto Detailreichtum war die NBA-Live-Reihe ohnehin seit jeher ein Musterschüler, für den Zahlenfetischisten gibt es also mehr als genug Gelegenheit, sich an Statistiken zu berauschen, und für die Strategen bietet der Managementanteil im Karriere-Modus auch einigen Spaß.

Wenn es an diesem Spiel etwas auszusetzen gibt, dann ist das die doch deutliche Betonung von Action-Gameplay zu Lasten des spielerischen Realitätsgrades. Für den Gelegenheitsspieler ist das sicherlich keine Einschränkung, sondern eher ein Kaufargument: Die Steuerung gelingt schnell, auch ohne viel Ahnung von Basketball hat man schnell Erfolgserlebnisse und rasantes Spielgeschehen. Für den ambitionierten Basketballfan birgt das Gameplay aber in kleinen Details dann doch milde Mängel: Wenn die KI der von der CPU gesteuerten Mitspieler gelegentlich grenzdebil wirkt, so möchte man am liebsten in den Bildschirm greifen, um die Figur zu ohrfeigen (aber hey, das möchte man auf dem echten Platz ja auch manchmal…). Und wer hofft, im Spiel taktische Raffinessen für die Wirklichkeit austesten zu können, der erwartet auch einfach zu viel Realitätsnähe. Wir haben es eben nicht mit einer Simulation zu tun, sondern mit einem extrem unterhaltsamen, technisch sehr überzeugenden und detailreichen Action-Sportspiel!

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