Strong Arm Steady – Deep Hearted

Im Jahr 2002 wurde Strong Arm Steady von Xzibit gegründet, mit dem Ziel, den zu der Zeit angesagtesten Undergroundgrößen eine neue Plattform zu schaffen. Die Basis der Gruppe bildeten Xzibit, Mitchy Slick, Krondon und Phil The Agony. Zum erweiterten Umfeld von Strong Arm Steady gehören Leute wie Self Scientific (Chace Infinite & DJ Khalil), Planet Asia, DJ Truly OdD oder Self Allah. Ende 2006 trennte sich Xzibit von der Gruppe und die übrigen Drei verließen nicht nur sein Label Open Bar Entertainment sondern fanden auch in Talib Kweli und dessen Blacksmith Records auf der anderen Seite des Kontinents eine neue Labelheimat. Bevor die Jungs ihr nächstes Album, das vorläufig unter dem Titel „Arms And Hammers“ bekannt ist, das angebliche offizielle Debüt der Crew, mit dem es für sie erst richtig los gehen soll, erscheint jetzt das Album „Deep Hearted“. Das Konzept ist die Kollaboration mit verschiedenen, zum Teil nicht unbedingt nahe liegenden Künstlern, um so zu zeigen wie tief die Gruppe bereits in der ganzen Szene verwurzelt ist.
Entsprechend dieses Konzepts liest sich die Gästeliste dann auch lang und vielfältig. Neben dem neuen Labelchef Talib Kweli, gibt es den alten Weggefährten Xzibit zu hören, daneben Planet Asia, einen Track mit den Dilated Peoples, sowie Black Thought von den Roots. Für die fast größte Überraschung auf „Deep Hearted“ sorgen Chamillionaire und Juvenile, die ich hier wirklich nicht erwartet hätte, weiterhin die lange eher ruhig gehaltenen Liks sowie das Intro von Jack Nicholson(!!) und The Game. Gut, sind wir ehrlich, die Stimme von Jack Nicholson ist nur gesamplet und stammt aus dem Film „Departed – Unter Feinden“, stimmt aber großartig in das Album ein.
Nach dem eben angesprochenen Intro und einem Track mit Planet Asia folgt das große und für mich schon eigentliche Highlight des Albums. Das Problem, wenn man es so nennen kann, an „U Ain´t Me“ ist, dass neben den Gästen von den Strong Arm Steady Jungs fast gar nichts zu hören ist. Bis auf zwei kurze Einsätze von Krondon bedecken sich seine Kollegen komplett mit Schweigen. Ganz anders die Gäste: Xzibit ist hier mal wieder in Hochform und in solcher eigentlich über alle Zweifel erhaben, bei Ras Kass stellt sich mir nur die Frage, warum er immer noch keinen hochkarätigen Vertrag in der Tasche hat. Sogar die gesungene Hook von Chamillionaire gefällt mir hier sehr gut, wie gesagt nur schade, dass Strong Arm selbst hier so unterrepräsentiert ist, aber sonst absoluter Hammer-Track!!
Die Single „One Step“ mit Talib Kweli sticht meiner Meinung nach deswegen aus der Masse der übrigen Songs heraus, weil es der Gruppe mit diesem Song am besten gelingt die Verbindung zwischen West- und Ostküste herzustellen. Außerdem geben hier die verschiedenen Mcs die für mich jeweils besten Einzelvorstellungen ab. „I Can´t Wait“ mit den Liks und Stylistc Jones möchte ich einfach unter anderem auch aus nostalgischen Gründen noch erwähnt haben. Nachdem ich so lange nicht mehr von ihnen gehört hatte, tut es mir als alter Fan gut, die Liks heute noch so gut in Form hören zu können und dass auch noch auf einem dicken Beat, auf dem sie genau wie die anderen Beteiligten ihr Bestes abliefern. Für den Song „Dirty Dirty“ gibt es von mir erstmal Respekt. Aber der Versuch der Strong Arm Jungs mit dem Down South Beat klar zu kommen gelingt dann doch nicht ganz, während sich Feature-Gast Juvenile natürlich wie zu Hause fühlt.
Am Ende von „Deep Hearted“ hat man zwar 14 Songs und ein Intro gehört,  es ist aber wegen der hohen Feature-Dichte nicht wirklich klar geworden, wo jetzt wirklich die stärken der einzelnen Crew-Mitglieder liegen. Um das raus zu kriegen, werden wir wohl noch bis zum versprochenen ersten „richtigen“ Album warten müssen. Hier klangen manchen Tracks zu oft so als hätten sie auch auf dem Album des jeweiligen Gastes platziert sein können.
Das ist nicht unbedingt schlecht, aber auch an zu wenigen Stellen berauschend gut und zumindest im Moment waren Strong Arm Steady noch am schwächsten, wenn niemand an ihrer Seite stand. Bleiben wir also gespannt auf „Arms And Hammers“.

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