DJ Pfund 500, DJ Sweap, Kool Savas – Wer Hatz Erfunden?

Hier hat sich Mr. Kool Savas mal wieder etwas einfallen lasse, und er überschreitet nun die Grenze zum Nachbarland Schweiz. Und so kam nun ein Mixtape mit neuen mit mehr oder weniger bekannten Gästen so wie auch neuen Mitgliedern der Optik-Crew zustande. Ob man sich dabei zuviel vorgenommen hat, wird man sehen…bzw. lesen…

Nach einem 19-sekündigen Intro sieht bzw. hört man schon selbst, dass sich Herr „S-A-V“ auch hier wieder den melodischen Teil zur Aufgabe gemacht hat, und man wird zu der, meiner Meinung nach,  aktuellen Hammer-Single „Wie Er“ weitergeleitet, in der der Refrain auch schon eher gesungen als gerappt wird. Ähnlich geht es ja auch in dem durch den 77-Store schon länger bekannten „Ich bin die Eins“-Track zu sich. Dann ist es aber endlich soweit und ich komme, zu gegeben das erste Mal seit „DJ“ Bobo, wohl oder übel in Kontakt mit Mukke aus dem Land mit dem dicken weißen Kreuz auf rotem Hintergrund. Ich habe mir im Vorhinein vorgenommen, dass ich in Bezug auf Klang und Eleganz dieser Sprache objektiv bleiben werde, da ich ansonsten wohl auf dieses Tape nicht wirklich klarkommen würde. Griot heisst hier nun der erste Gast und er macht seinen Job, bei dem was man versteht, eigentlich auch recht gut, in dem er zu verstehen gibt, dass es die bekannten „Haters“ auch in der Schweiz gibt. Das „OR“ auch in den Alpen großgeschrieben wird, geben Erc und Savas diesmal mit Unterstützung von Dezmond Dez (Schweiz) zu verstehen, mit dessen Flow ich mich, abgesehen vom Verständnis, auch gut anfreunden kann. Ercandizes bekannte „verbrannte Erde“ hätte hier durch den im Vergleich zum „Mastermind“-Instrumental recht schwachen Beat eigentlich nicht noch mal aufgewühlt werden müssen, und so kann man getrost weiterskippen. Dezmond Dez nimmt sich dann dem auch schon seit längerer Zeit von Booba bekannten Beat an und erklärt auch hier auf gelungene Weise, dass er nun Teil des Optik-Ladens ist. Nach weiteren „Guck My Man“– und Franky Kubricks „My Way“-RMXen kommt man zu einer ebenfalls schon länger, vom „Bogy-Mixtape“, bekannten und etwas erstaunlichen Kombo von „S“ und dem Berliner Undergrounder MC Bogy. Diese findet auf einem monströsen Bass-Beat plus einem Moe-Mitchel-Chorus statt.
Nun gibt es auch natürlich wieder neues Material für „Klein und Gross“ und King-Lines („…mein Freund ich fick dein Kopf, baller dir den Cock bis ins Hirn/ Spritz und du fliegst davon wie Marry Poppins im Schirm/…). Und auch dabei kam die oben genannte Aufgabe zum Tragen und verschafft „Ohrwurm-Stimmung“. Igor nennt sich eine weitere mir neue Stimme (diesmal aber in Hochdeutsch), die mich zwar nicht unbedingt mit einem außergewöhnlichen Flow, aber mit Reimen wie „Vergeltungsschlag“ auf „Erkältungsbad“ und anderen, zufrieden stellt. Was weiter noch so bei Dezmond Dez „Geit“, ist dann leider wieder eine Frage der Sprachkenntnisse. Im „Brennende Zeilen“-RMX kann mir diese mal wieder leider nur Savas liefern, bervor man nach Chakers Part enttäuscht die 3:27 auslaufen lässt.
Milde ausgedrückt, meinen ja manche Gemüter, dass die schon etwas gewöhnungsbedürftige Stimmlage vom mittlerweile bekannt sein dürfenden Kaas einem auch auf die Nerven gehen kann. Jedoch auf dem absoluten Kracher-Beat von Chrisstyle, spielt dies in Verbindung mit passender Refrain-Stimme (Damla), einem passenden Flow, keine all zu große Rolle mehr. Nach Kubricks „Homie Let`s Go“ und einem 2. „Schön“ Part von Erc, ist nun der dementsprechende „Ricola-Track“ von Griot und Savas an der Reihe, bevor letzterer mit den weiteren Gästen Wicht (Schweiz) und dem Sänger Khalil auch noch verrät, warum die anderen lieber „Heim“ gehen sollten. Caput-Sympathie hin oder her, wer die derartig „caputten“ Zeilen wie „Packt die Koffer und macht die Schotten dicht, wie Grasdealer in Schottland…Ich bin zu crazy für euch „Addidas-Rapper“, ihr habt nur drei Lines, darum nenn ich euch „Addidas-Rapper“…“ auf einem charakteristischen Panik-Beat nicht feiert, hat da was noch nicht ganz verstanden. Danach gibt’s noch einen weiteren „Top Shit“-Beat, dieses Mal von Alchemist, dem sich Dez  annimmt, bevor auch noch die Stuttgarter Maeckes & Plan B „Nicht Aufzuhalten“ sind. Zu guter Letzt gibt’s auf einen Mr. Lee und einen Duch 76-Beat noch mal ein paar Schweizer Sprachklänge von Griot („Pushin“) und nochmals Dez („I Bi Uf Mim Grind“).

Abschließend kann man sagen, dass man hier wieder ein Mixtape vor sich hat(te), dass durchaus noch als solches verkauft werden kann. Man bekommt sowohl etwas ältere Sachen, als auch neue, mitunter aus dementsprechend neueren Gebieten geboten, sodass das Ganze Abwechslungsreichtum mit Qualität vorweisen kann. Wenn das auch genug andere bemerkt haben, dürfte Optik mit diesem Projekt wohl auch einen guten Zug in die zwei Nachbarländer gemacht haben.

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