Wer zur Hölle ist diese Berg Money Gang?

Die Berg Money Gang konnte jüngst mit der Veröffentlichung des Samplers „Für die Gang Und So 2“ für Aufmerksamkeit sorgen. Auf den ersten Blick wirkt das Konstrukt BMG ziemlich konfus: Insgesamt 22 Artists sind auf dem Tape mit mindestens einem Part vertreten. Sie tragen so bunte Namen wie Purple Dude, Kio$k oder John Jibbit. Über die meisten von ihnen weiß man wenig bis nichts, andere traten dagegen schon das ein oder andere Mal mit Soloprojekten in Erscheinung. Soundtechnisch bewegt sich das ganze irgendwo zwischen straightem Trap und atmosphärischen Beats (Nein, kein Cloud-Rap!). Aber wo kommt dieses Movement her und was ist die Berg Money Gang eigentlich genau?

Gegründet wurde das Berg Money-Movement 2013. Sir Skurr Burr schenkte seinem Kumpel FKN SKZ zum Geburtstag ein Money Boy-Feature (True Story). In der Folge entwickelten die beiden mehr und mehr Lust, sich künstlerisch im Swag-Rap Bereich auszuleben. Die daraufhin gegründete Facebook-Gruppe, von der auch Mbeezy zu Beginn Teil war, diente Anfangs nur dazu, die Leute auf dem neuesten Stand über das eigene Schaffen zu halten. Mit der Zeit droppten auch andere Member ihre Songs, primär für den Genuss der Mitglieder.

Erste Talente kristallisierten sich heraus und mit dem Song „Andrea Bergmoney“ von eben jenen FKN SKZ und Sir Skurr Burr konnte ein kleiner Achtungserfolg eingefahren werden. Das gemeinsame Projekt „Für Die Gang Und So 1“ wurde in Angriff genommen und komplett über Facebook organisiert. Beats, Verse und Skizzen wurden von Deutschland bis Österreich  verschickt, bis das Tape stand. Weitere Augenpaare wurden mit dem Video zu „1 Berg Money“ auf sich gezogen. Sechs Monate nach Release zählt Youtube mehr als 250.000 Klicks für das Werk der ehemaligen Mitglieder Young Krillin und Yung Hurn. Ersterer wollte sich musikalisch umorientieren, letzterer hat bei Live from Earth seine musikalische Heimat gefunden.

„Pubertäre Jungs, die jeden Respekt verloren haben“

Unschöne Berühmtheit erlangte die Berg Money Gang im Herbst 2015: Nachdem die Vice-Redakteurin Antonia Matschnig im Rahmen eines Cloud-Rap Artikels über die Berg Money Gang recherchiert hatte, veröffentlichte sie Screenshots eines Chatverlaufs mit BMG-Membern sowie interne Kommentare, in denen sie mehr als unschön beleidigt wurde. Im Mittelpunkt dieses „Skandals“ befand sich Yung Hurn, der noch heute für seine damaligen Äußerungen gegenüber der Redakteurin Stellung nehmen muss und die Mitglieder der BMG mittlerweile als „pubertäre Jungs, die jeden Respekt verloren haben“ bezeichnet. Die Gruppe wehrte sich dagegen, auf Grund von einzelnen Kommentaren ein schlechtes Gesamtbild entstehen zu lassen und begründete die Screenshots mit Insiderhumor.

Mittlerweile zählt die BMG mehr Artists als noch zur Veröffentlichung von „Für Die Gang Und So 1„: Unter anderem komplettiert Neunfünf den Artiststamm. Der Stuttgarter konnte mit seiner EP „About Parks and Clouds“ bei einigen Fans und Journalisten nachhaltig Eindruck hinterlassen und tritt auf „FDGUS2“ mit einem Solosong und einem Part in Erscheinung.

Der neue Sampler bietet in Sachen Thematik und Beatwahl zwar keine einschneidenden Erneuerungen, kommt aber mit einem sehr viel reiferen Sound auf allen Ebenen daher. Die Parts sind, auch dank neuer Mitglieder wie Chari Crack, hochwertiger gerappt. Auch die Soundqualität macht einen Schritt nach vorne und überzeugt durch solide gemischte Tracks.

Kurzum: Die Berg Money Gang bereichert deutschen HipHop um ein bisher noch reichlich chaotisches und unübersichtliches Artistkollektiv, das einen komplett eigenen Film fährt. Pubertäre Jungs ohne Respekt? Nicht die schlechteste Voraussetzung für Rap.

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