Rasco – The Dick Swanson Theory Part. 1

Nach zwei Alben und zwei Cali Agents-Veröffentlichungen ("How The West Was One" und "Head Of State") findet Rasco den Weg zurück zu sich und liefert seinen dritten Longplayer, veröffentlicht über sein eigenes Label Pockets Linted. Neben den Dilated Peoples und Stones Throw-Umfeld gehört der 34jährige Rapper sicherlich zu den bekanntesten Artists, die für unabhängigen West Coast HipHop jenseits von den dominanten, platten Gangster-Klischees stehen.  

Rasco steht für eindringliche, schnörkellose Battle-Raps auf hohem technischen Nivea. Dieser Linie bleibt er auch 2005 treu – einfach „nur“ straighte Raps und trockene Instrumentals ohne jeden Zusatz für den Mainstream.  

Die auf den Punkt gebrachten Beats sind weder die Neuerfindung von Hip Hop, noch bahnbrechend experimentell – aber dafür finden sich unter den vorliegenden Stücken, die alle von eher unbekannten, erkennbar talentierten Produzenten gebastelt wurden, einige Perlen.  

Auf dem druckvollen Auftaktburner "The Theory" von Polyhedron flowt Rasco sogar ohne Hihats, dafür aber mit wummernden Drumm- und Tomtom-Sounds. "Lighten It Up" aus der gleichen Produzentenschmiede wartet mit Samples von 70er-Synthies und Hörnern auf, die sehr frisch zusammen gesetzt wurden. Mit "No Love" ist Willie Evans Jr eine gleichsam atmosphärische wie clubtaugliche Nummer gelungen, die unter die Haut geht – der Anspieltipp schlechthin. Relativ interessant hört sich auch das von Therapy produzierte "Backdown" an, auf dem Rasco und Planet Asia über fette Beats und orientalische Grooves rappen. Als Gast-MCs wurden daneben Aesop Rock, Ras Kass, San Quinn und Opio gefeatured.

Bei dem Überblick über herausragende Stücke nicht zu vergessen ist "Situations" von Marco Polo, das nahtlos an die besten Zeiten von DJ Premier erinnert und trotzdem eigenständig ist.  

Insgesamt hat Rasco den Independet HipHop-Kosmos mit "Dick Swanson Theory" um ein überdurchschnittliches Album bereichert. Es ist ein solides Werk – was allerdings auch meint, dass hier wenig gewagt wurde und langjährigen Hip Hop-Anhängerm nicht viel Neues zu Ohren kommen dürfte. Wer straighten Hip Hop sucht darf beruhigt zugreifen.      

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