Yesterdays New Quintet – Sound Directions

Madlib. Immer wieder dieser Madlib. Wohl kaum ein anderer Produzent und MC hat dieser Tage so viel Output wie dieser Mann. Bereits einen Monat nach seinem letzten Streich „Beat Konducta Vol.1: Movie Scenes“ erscheint mit „The Funky Side Of Life“ das nächste Projekt des allgegenwärtigen Beatbastlers.

Sound Directions besteht teilweise aus Mitgliedern von Madlib´s Gruppe Yesterdays New Quintet und Breakestra aus dem Bereich Funk, Soul und Jazz. So hat auch dieses Album mit klassischem Hip Hop nicht mehr viel gemeinsam, außer vielleicht, dass dem geneigten Hörer ein paar neu interpretierte Klassiker in der Tracklist auffallen werden, die in ihren Originalversionen schon des Öfteren als Sample für diverse Rap Produktionen fungierten. So findet sich zum Beispiel eine Coverversion von „A Divine Image“, ursprünglich komponiert von David Axelrod (einer der Helden Madlibs), auf „The Funky Side Of Life“ wieder. Dabei verstehen es die Sound Directions, der Originalversion ihre ganz persönliche Note zu verleihen. So stehen auch die beiden anderen Coverversionen  „40 Days“ von Billy Brooks (einst Sample für A Tribe Called Quest) sowie Saint Louis Saxophonist Oliver Sain´s „On The Hill“ den Originalen in nichts nach. Alle restlichen Stücke wurden von Madlib und seinen Sound Directions selbst komponiert und arrangiert und erinnern teilweise stark an „Shades Of Blue“, dem Remix Projekt von Madlib auf Blue Note Records.

Obwohl der Tonträger im Jahre 2005 erscheint, hört sich die Scheibe stark nach den herrlich
staubigen Produktionen der späten 60ern und frühen 70ern an, worauf Madlib aka Otis Jackson Jr. sehr viel Wert legt. Und so zieht sich, trotz der verschiedenen Einflüsse ein roter Faden durch die 11 Tracks, auf denen man wahlweise gesampelte Drum Breaks, original eingespielte Drums, Trompeten, Hörner, Saxophon, Synthesizer, Flöten, Gitarre, Bass und Orgel in verschiedensten Kombinationen zu hören bekommt. Eingefleischte Madlib Nerds werden vermutlich auf „The Funky Side Of Life“ nichts Neues zu hören bekommen, jedoch haben wir es mit einem weiteren soliden Werk des Meisters zu tun, auf dem sich Madlib den kleinen Traum vom selbst Komponieren und Arrangieren erfüllt hat. Anspieltipps sind vor allem der Opener „Dice Game“, „Fourty Days“ und „On The Hill“. Jetzt kann man nur noch hoffen, dass Madlib nicht gerade dann aufhört, wenn es am Schönsten ist. Solide! Madlib.

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