Broken Bootlegs – High Heels & Fat Laces – Mixed By DJ Shir Khan

Mein erster Kontakt mit Bastard-Pop oder auch Mash Up war der Kauf der CD von Soulwax “As Heard On Radio Soulwax, Pt. 2“ vor einigen Jahren. Diese CD reizte die Idee des wilden Zusammenschnipselns von Instrumentals und Acapellas derart aus, dass die beiden belgischen Brüder sogleich den Anfang und das Ende eines Genres beschrieben, das derartig zu Tode gehypt wurde, ohne je richtig in Erscheinung getreten zu sein. Auch der – musikalisch eher konservative – Versuch von MTV mit dem Format „Mash“ konnte daran nichts ändern. Doch jetzt, nach einigen Jahren vermeintlicher Ruhe im Mainstream, scheint sich die Idee des Mash Ups musikalisch etabliert zu haben und ist bereit für einen erneuten Angriff auf die Toleranz des geneigten Hörers.DJ Shir Khan hat mit Hilfe seiner beiden Kollegen Gaucho und Schall ein sehr überlegtes und kontrolliertes Mixtape auf die Beine gestellt, das trotz alledem dem musikalischen Verständnis des Hörers einiges abverlangt. Ging es früher bei Bastard-Pop zum größten Teil nur darum, möglichst obskure Soundschnipsel (kiek mal, ´ne französisch singende Japanerin auf ´ner polnischen Polka, aight) zusammenzuschustern, erlebt die Floskel „Zusammenführung von verschiedenen Lagern“ hier eine ganz neue Bedeutung. Auch wenn das Ganze eher HipHop-lastig ausfällt, kriegt man so einiges geboten: Sean Paul auf der Indie-Single 2004 von Phoenix, Method Man & Redman im Trio mit der Jazz-Legende George Benson, Camp Lo zum Trüby Trio und so weiter, in diesem Stil.Am auffälligsten und sympathischsten bleibt allerdings der Eindruck davon, mit welchem natürlichen Charme und positiver Energie Shir Khan dieses Tape gestaltet, ohne in nerdige Arroganz zu verfallen – kein von-oben-herab-Auflegen. Nein, vielmehr eine definitive just-look-ab-und-zu-over-your-Tellerrand-Aufforderung und eine ultimative Liebeserklärung an die Musik, jede Musik.