#2PacArt ist noch viel besser als seine Auferstehung! [Glosse]

Expect me…“ lautete die verheißungsvolle Botschaft, die gestern auf 2Pacs offiziellem Twitter-Account prangte. Ob wirklich 2Pac selbst diesen Account verwaltet, ist nicht sicher. Böse Zungen behaupten ja, die Westcoast-Koryphäe sei verstorben. Jedenfalls ist der Account  mit einem blauen Haken versehen. Was mochte das zu bedeuten haben? Klarer Fall! 2Pac wird bekannt geben, noch am Leben zu sein. Die letzten 20 Jahre hat dieses Schlitzohr alle hinters Licht geführt. Gemeinsam mit seinem Homie und Labelboss Suge Knight wurde der Mord perfekt inszeniert – als Sahnehäubchen wird sicherlich bekannt gegeben, dass Suge in Wahrheit ein guter Mensch, gar ein grundehrlicher und rechtschaffender Pazifist ist.

Etwas anderes konnte es nicht sein! „Expect me…“ – unmissverständliche Worte. Um 5 Uhr nachmittags Ortszeit, in hiesigen Gefilden also 23 Uhr, würde mit einem Knall ein frisch gebackenes Album der größten Raplegende aller Zeiten angekündigt werden. Alles war nur ein genialer, wenn auch nicht minder zeitintensiver Promostunt. Schon das Bildungsformat Galileo stellte kürzlich fest: „Tiupeck lept! [(fast) sic!]“. Sie sollten also Recht behalten. Pac verbrachte die letzten 20 Jahre damit, in der Karibik bei ein paar Mojitos die Eier zu schaukeln und über all die Trottel herzuziehen, die tatsächlich an sein Ableben glaubten. Hahaha! Ihr Trottel!

Um 23 Uhr also würde sich das HipHop-Game grundlegend verändern. Hunderttausende saßen angespannt vorm Computer und hämmerten im Sekundentakt F5. Doch kein 2Pac. Selbst zur Geisterstunde ließen sich weder 2Pac selbst noch sein Geist oder wenigstens ein Hologramm blicken. Ich für meinen Teil verharrte über vier Stunden bewegungslos und ohne auch nur einen eigenen Tweet zu senden (Lachkick mois) vorm Rechner. Nur das gespenstisch rhythmische Klicken meiner F5-Taste war zu hören. Dann, um 3 Uhr Nachts, übermannte mich der Schlaf. Geplagt von Albträumen – 2Pacs (ja offenbar fingierte) Ermordung spielte sich wieder und wieder vor meinem inneren Auge ab – erwachte ich heute morgen schweißgebadet.

Noch ehe meine Augen richtig geöffnet waren, hatte ich mein Smartphone zur Hand und navigierte hektisch zu 2Pacs Twitter-Profil. Bereits um 6 Uhr morgens wurde die Meldung herausgegeben – warum nur, hatte ich mich nicht des Dämonen Schlaf erwehren können? Verschenkte drei Stunden. Was mich aber erwartete, übertraf meine utopischsten Erwartungen – und auch wohl die aller Fans – bei Weitem. Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir eine derart bedeutsame Ankündigung ausmalen können. Ein weltbewegendes Projekt, das auf den vielversprechenden Name #2PacArt getauft wurde, würde alles verändern.

Ich versuche dieses komplexe Konzept, das den Horizont eines Normalsterblichen unweigerlich übersteigt, einmal so griffig und simpel wie möglich zusammenzufassen: Eine Kunstausstellung. Online. Kuratiert wird sie über Twitter und Instagram. Die Künstler: 2Pacs Jünger. An der Zahl: zwanzig seiner auserwählten Jünger – also mehr als Jesus von Nazareth hatte. Jeder, der sich selbst für würdig hält, hat also die Möglichkeit, sein 2Pac-assoziiertes Kunstwerk (welches richtige Kunstwerk ist bitte nicht 2Pac-assoziiert?) einzureichen und so als einer von 20 Auserwählten in die Geschichte einzugehen.

Nicht nur bei mir, auch bei Millionen von Fans weltweit, brach ein Begeisterungssturm ohnegleichen los. Der Fall der Mauer war nichts dagegen!  Eine Online-Ausstellung mit 20 2Pac-Bildern – unfassbar! Insgeheim verspottete ich mein Vergangenheits-Ich, das sich tatsächlich erhofft hatte, dass etwas banales wie 2Pacs Lebendigkeit oder gar Lappalien wie das post mortem-Erscheinen eines neuen Albums die Meldung sein würde. Doch #2PacArt – das ist etwas Großes! Etwas Bedeutsames! Dagegen verblasst seine Reinkarnation – ja, sogar eingangs geäußerte Theorie bezüglich Suge Knight – zu einem Ameisenfurz. Wenn überhaupt. Selbst die Trennung von Liont und Dagi Bee, ja sogar die Auflösung von One Direction wirkt nichtig neben diesem weltbewegenden Event. Die Tragweite von #2PacArt kann sich noch niemand ausmalen – doch eines ist klar: Alles wird anders.

 

Tupac’s message continues to inspire people worldwide by revealing truth through fearless self-expression and…

Posted by 2pac on Monday, August 24, 2015

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