Anklage gegen Xatar erhoben

Was viele weitaus prominentere Deutschrapgrößen nur nachahmen, hat der tatsächliche Gangsterrapper Xatar auf wenig beispielhafte Weise vorgemacht. Er hat sich anscheinend ein zweites Standbein geschaffen.
Schließlich ist es seit langem kein Geheimnis mehr, dass aus der Musikindustrie nicht mehr viel herauszuholen ist, so dass umgedacht werden muss und kluge Künstler gleich mal Modegeschäfte und Tattoostudios eröffnen, oder eben Goldtransporter mit Ladung im Wert von ca. 1,7 Millionen überfallen.Für letzteres entschied sich offenbar Giwar Hajabi, besser bekannt unter seinem Rapnamen Xatar, der das Motto seines Labels  „Alles Oder Nix“ wohl tatsächlich in die Tat umgesetzt hat. Davon geht auf jeden Fall die Staatsanwaltschaft Stuttgart aus, die nun Anklage gegen den  Musiker erhoben hat.

Wir erinnern uns: Ende 2009 überschwemmten Meldungen eines Überfalles die Medien, bei dem der 28-jährige deutsche Kurde eine tragende Rolle gespielt haben soll. In Polizeiuniformen und unter dem Vorwand einer Steuerfahndung stoppten Verbrecher einen Goldtransporter in der Nähe der Stadt Ludwigsburg in Baden Württemberg, entführten die zwei Fahrer und raubten Gold im Wert von 1,7 Millionen Euro. Das Gold war zudem nicht versichert.
Nachdem schon schnell zwei mutmaßliche Täter dingfest gemacht werden konnten und Xatar nach monatelanger Flucht mit zwei weiteren mutmaßlichen Komplizen im nordirakischen Kurdengebiet festgenommen wurde, gab es nur noch einen 52 Jährigen Verdächtigen, der zwar verhaftet aber nicht in Untersuchungshaft genommen werden konnte, da er zu schwer erkrankt und somit nicht haftfähig ist.In der Anklageschrift der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, die am  letzten Mittwoch erhoben wurde, müssen sich die sechs Tatverdächtigen nun des gemeinschaftlichen räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer und des schweren Raubes verantworten, worauf Freiheitsstrafen von mindestens fünf Jahren stehen.

Der Hollywoodreife Überfall ereignete sich am 15. Dezember letzten Jahres, schien aber aufgrund der präzisen Durchführung und des Insiderwissens von langer Hand geplant. Von der Beute fehlt weiterhin jede Spur.