Deso Dogg soll von syrischer Luftwaffe getötet worden sein

Deso Dogg soll gestern bei einem Luftangriff der syrischen Armee getötet worden sein – allerdings bestehen erhebliche Zweifel an dieser Darstellung. Ein Video auf YouTube zeigt einen schwerverwundeten Deso, der Titel des Videos lautet „Ex-Rapper Deso Dog tot„. Auch der deutsche Wikipedia-Eintrag zu Deso ging vorübergehend von dessen Ableben am 20. November aus, inzwischen wurde der Artikel aber wieder geändert.  

An der Echtheit der Bilder besteht wohl kein Zweifel, wohl aber an der Richtigkeit der Behauptung, Deso sei durch seine Verletzungen gestorben. Schließlich wird im selben Video ein Interview mit Deso angekündigt, das dieser sicherlich nicht aus dem Paradies gegeben hat. Zahlreiche Kommentatoren im Netz widersprachen dann auch der Darstellung, dass Deso, oder Abu Talha, wie er sich nun nennt, getötet worden sei.

Die Facebookseite Tauhid Deutschland, die regelmäßig Propaganda für Deso und den vermeintlich heiligen Krieg macht, wollte sich in einem Statement gestern Abend nicht eindeutig zu der Frage äußern. Stattdessen bat man die „Geschwister“, keine weiteren Fragen zum Wohlergehen von Deso sowie weiteren Islamisten zu stellen. „Wir haben Verständnis dafür das ihr euch sorgt und wissen wollt wie es ihnen geht, (…) doch ist es uns schon aus zeitlichen Gründen nicht möglich all diese Fragen zu beantworten und außerdem haben wir noch viele andere Aufgaben.“ Offenbar will man mit der ganzen Aktion das Interesse an Deso und dem angekündigten Interview steigern. 

Auch einige von Desos Ex-Kollegen meldeten sich zu Wort. So schrieb Massiv auf Twitter: „Allah yarhamo Abu Talha al-Almani meinen alten Freund Inshallah Paradis Inshallah“ – „Allah yarhamo“ bedeutet so viel wie „Gott sei seiner Seele gnädig“. Daraufhin wurde Massiv von einem wütenden Hadi el-Dor attackiert, der fragte: „Deswegen wünschst du ihm den Himmel! Weil er Shiiten tötet?„, woraufhin Massiv betonte, dass er das nur gepostet habe, weil er Deso gekannt habe. „Alles andere sind nicht meine Themen.“ 

Der ehemalige Gangsta-Rapper Deso Dogg, bürgerlich Denis Cuspert, wurde schon seit gewalttätigen Ausschreitungen durch Salafisten im Mai 2012 in Bonn per Haftbefehl gesucht und ist seitdem untergetaucht; vermutlich hielt er sich zuletzt in Syrien auf. Erst im Oktober hatte das Bundeskriminalamt einen Warnhinweis Cuspert betreffend herausgegeben, da dieser verdächtig sei, „terroristische Anschläge gegen westliche Einrichtungen und Interessen zu planen“. Außerdem soll der gebürtige Berliner, der sich inzwischen Abu Talha al-Almani nennt, im August an Anschlägen auf christliche Dörfer in Syrien beteiligt gewesen sein. Im September wiederum wurde von Seiten der Extremisten gemeldet, Cuspert sei beim Bürgerkrieg in Syrien verwundet worden.

Deso Dogg hatte 2010 aus religiösen Beweggründen seine Rap-Karriere an den Nagel gehängt und stand seitdem in Verbindung mit unterschiedlichen radikal-islamistischen Terrororganisationen.

 

 

 

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