Iranischer Diplomat soll Todesdekret gegen Rapper verbreitet haben

Vor etwa zwei Wochen geriet der in Deutschland lebende iranische Rapper und Musiker Shahin Najafi ins Visier religiöser Gelehrter seines Heimatlandes. Eine ursprünglich recht weit gefasste Fatwa zu Blasphemie wurde von iranischen Zeitungen direkt auf ihn bezogen. Seitdem erhält Najafi untergetaucht und erhält Morddrohungen.

Inzwischen ermittelt die bayerische Staatsanwaltschaft gegen einen Mitarbeiter des iranischen Großkonsulats in München. Der Mann steht im Verdacht, das Todesdekret gegen Najafi per Email an verschiedene in Deutschland lebende Iraner verschickt zu haben. Ein Empfänger einer solchen Email erklärte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, er habe die Mail von einem Angestellten des besagten Großkonsulats erhalten.

Anfang Mai war auf Najafi wegen eines Songs, in dem er einen Iman, den die schiitischen Muslime wie einen Heiligen verehren, scherzhaft dazu auffordert, zurückzukehren und aktuelle Probleme im Iran wie Korruption und Unterdrückung zu lösen, der Blasphemie für schuldig befunden worden. Im Iran steht auf Blasphemie die Todesstrafe. Es wurde ein Kopfgeld von 100.000 Dollar auf ihn ausgesetzt.

Shahin Najafi lebt seit einigen Jahren in Deutschland, weil seine Songs, in denen er sich kritisch mit dem Regime auseinandersetzt, der iranischen Regierung ein Dorn im Auge waren. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel erklärte er, Rap als Ausdrucksform sehr zu schätzen, wobei die Macho-Attitüde seine Sache nicht sei. In seiner Musik finden sich auch viele weitere Einflüsse aus Rock und Punk.

Der Song, um den es geht, ist hier zu hören:

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