Hässlich Rap melden sich nach U-Haft zurück

Berlin. Wir schreiben den 29. April 2011. Um 19:30 Uhr werden in Reinickendorf und zeitgleich in Tempelhof, wo sich Scheusal und Kunstfehler derzeit aufhalten, durch Beamte des SEK die Wohnungstüren gewaltsam geöffnet und die beiden Rapper verhaftet. Zu diesem Zeitpunkt können die beiden noch nicht ahnen was ihnen bevorsteht: Absolutes Kontaktverbot untereinander, ab und an ein Brief und zwei Mal im Monat Besuch. Untersuchungshaft.

Tatvorwurf: Schwere räuberische Erpressung, schwere gemeinschaftliche Körperverletzung, schwerer Raub, schwerer Menschenraub. Taten, die Sebastian S. (Künstlername Sebar) den Musikern mit den Pseudonymen Scheusal und Kunstfehler vorwirft. Nach sechs Monaten in Moabit, genauer am 23.Novemeber 2011, findet der letzte von insgesamt 16 Verhandlungstagen statt. Das Urteil: Freispruch.

Seitdem ist es, bis auf ein paar Meldungen auf Facebook, relativ ruhig um das Label Hässlich Rap geworden. Vor kurzem jedoch meldeten sich die beiden mit ihrem neuesten Song "Vorbild/Feindbild" zurück– ein Freetrack, der die Geschehnisse vor und besonders nach der Haft umreißt und ein eindeutiges Statement zu ihrem Status in der Gesellschaft liefert. Beherrscht wird der Track von einem düsteren Beat sowie einer aggressiven Grundfrequenz. Besonders hervorstechend: Der immer wiederkehrende Satz "Ich bin dein Feind.." und "…aus Freunden werden Feinde!" An wen sich diese Kampfansage richtet, wollen die beiden jedoch nicht beantworten.

Nach eigenen Angaben erarbeiten die beiden Köpfe von Hässlich Rap gerade im Rahmen der Produktion zu ihrem nächsten Album – "Hässlich" – ein Musikvideo, das besonders die Geschehnisse vor der Verhaftung wiedergeben soll, allerdings aus einer etwas anderen Sicht als ihrer eigenen. Dazu soll es dann auch detaillierte Statements der beiden Künstler geben. Weitere Informationen folgen also demnächst – auf rap.de.

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