Marokkaner El Haqed muss zurück ins Gefängnis

Während Volksaufstände in afrikanischen und arabischen Ländern sich weiter ausbreiten, nutzen gerade viele junge Menschen aus diesen Ländern Rapmusik als Sprachrohr, um sich für Veränderungen der Regierungsformen und für Forderung nach demokratischen Reformen lautstark zu äußern. Mouad Belghouat, besser bekannt unter seinem Rappseudonym El-Haqed ist einer dieser Rapper, jedoch muss der 24-jährige Marokkaner jetzt mit einer langen Haftstrafe rechnen.

Am 28.März 2012 stand die Polizei zum zweiten Mal vor Belghouats Haustür.  Beim ersten Besuch der Beamte wurde er wegen Körperverletzung festgenommen. Der federleichte Marokkaner wurde von einem Fanatiker des Königshauses angegriffen und hat sich nach eigener Aussagen nur verteidigt.

Weiterhin wurde ihm vorgeworfen Mitglied der Bewegung 20. Februar zu sein. Das Mouvement du 20 février fordert schon seit Jahren Veränderungen im marokkanischem Regierungssystem. El-Haqed wurde bei seiner ersten Verhaftung nach 4 Monaten, aufgrund von großen Solidaritätsbewegungen, wieder freigelassen.

Diesmal könnte es für den jungen Marokkaner, der über Themen wie Korruption, Freiheit oder Polizeigewalt rappt, noch dicker kommen. Belghouat wird Beamtenbeleidigung vorgeworfen. Der Rapper veröffentlichte vor kurzem einen Track auf dem er massiv die Polizeigewalt kritisiert. Durch ein Internetvideo das mit Song unterlegt ist, und Bilder von Polizisten im Einsatz zeigt, was in Marokko als Beamtenbeleidigung ausgelegt wird, könnte El-Haqed jetzt eine mehrjährige Haftstraße drohen. Der Wütende, so die deutsche Übersetzung seines Namens, beteuert den Song aufgenommen zu haben, aber weder für die Produktion noch für den Release des Videos verantwortlich zu sein.

 

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