Kilez More – Alchemist (Review)

Kilez More ist ein Ende 20-jähriger Wiener Rapper, dessen Musikvideos teilweise mehrere hunderttausend Klicks haben und der in sozialen Netzwerken wie Facebook über eine relativ große Anhängerschaft verfügt. Man könnte sich also fragen, warum deutsche Rapmedien selten bis gar nicht über ihn berichten. Wir (OG Pressure und Frank Hemd) haben uns der Sache einmal angenommen und uns mit Kilez More und seinem neuen Album „Alchemist“ auseinandergesetzt, welches heute erschienen ist.

Für all die, denen der ambitionierte Österreicher bisher unbekannt geblieben ist: Kilez More macht Musik, die er selbst als „Wikileaks auf Beats“ oder eben „Truthrap“ bezeichnet. Außenstehende, die nicht gerade Fans seines Schaffens sind, beschreiben ihn hingegen eher als Verschwörungstheoretiker. Sein erklärtes Ziel: Durch seine Musik eine Revolution starten, die den Menschen hilft, die Wahrheit hinter den global verbreiteten Lügen der kapitalistischen Machthaber zu erkennen. Er meint es also gut.

Dieses Ziel verfolgt er, indem er in seiner Musik genau die Wahrheiten an- und aussprechen möchte, die uns angeblich vorenthalten werden. Auf seinem neuen Album „Alchemist“ entwirft er dafür einen Superhelden – den „Alchemisten“ – der über die Superkraft verfügt, alle Lügen zu enttarnen und die Menschen mit dem Wahrheits-Virus zu infizieren.

Doch zuerst: Was passiert auf diesem Album aus musikalischer Sicht? Kilez More bewegt sich auf synthetischen, teilweise orchestralen Beats, denen im Unterbau allerdings Textur fehlt. Es sind in etwa die Sorte Beats, für die man Kollegah jahrelang kritisiert hat – allerdings in (noch) weniger gut. Das Klangbild der Instrumentals ist steif, altbacken und kann in seiner unbeholfenen Machart auch nicht als gewolltes Retro-Stilmittel durchgehen.

Die Flows vom Alchemisten geben ein ähnlich archaisches Bild ab. Lange Reimketten werden in druckvoller Weise vorgetragen, wobei der Stimmeinsatz aber wenig ausgefeilt ist und die Stimme zu dünn und etwas penetrant klingt. In Gesangshooks, wie bei „Lasst die Kinder frei“, wird deutlich, dass er auch nicht der beste Sänger ist.

Alles in allem ist der „Alchemist“ ein Album, das auf musikalischer Ebene maximal solide, aber unter keinen Umstände mehr als etwas überholte Laienmusik ist. Aber natürlich gibt es noch die Texte – und damit kommen wir zum spannenderen Teil des Werkes.

Es geht um nicht weniger als Widerstand. Kilez More zeichnet eine durch und durch schlechte Welt: Das System ist von innen verseucht – Kinderarbeit, Lügenpresse, nationale Grenzziehungen, globale Superkonzerne und natürlich eine nicht näher definierte „Finanzelite“ sind Teil des Übels, um ein paar Beispiele zu nennen. Die Ottos und Annas Normalverbraucher funktionieren als Teil dieses repressiven Systems, das sie um die Wahrheit betrügt und Schein und Herrschaft durch ein Lügengeflecht aufrecht erhält. In dieser Dystopie kämpft der Alchimist für Frieden, Freiheit, Menschenrechte.

Dabei stellt er sich wenig glaubwürdig als Aufklärer da, während er bereits bekannte Tatsachen zu scheinbar sensationellen Enthüllungen emporhebt:
Es gibt korrupte Politiker! Die Wirtschaft ist auf Profit aus und handelt nicht ausschließlich nach humanen Werten! Im Krieg gibt es Kriegsverbrechen! McDonalds ist ungesund! Ja, das ist alles wahr, aber im Jahr 2017 keine Neuigkeit, sondern eher altbekannter Schnee von gestern. Der Alchemist überschätzt an dieser Stelle sowohl seine Funktion als auch die Exklusivität seiner „Wahrheiten“.

Kilez More zeichnet also erst einmal ein Bild unserer Welt, das im Großen und Ganzen der Wahrheit entspricht – und für den kritischeren Teil des Bildungsdurchschnitts der Industrienationen mittlerweile eigentlich zum geistigen Allgemeingut gehört. Allerdings bleibt es nicht dabei, denn der Alchimist driftet inhaltlich immer wieder in angeblich obskure und okkulte Verstrickungen der „Machteliten“ ab.

Unter diese vermeintlich enttarnten Machenschaften mischt Kilez More dann immer wieder wie beiläufig Behauptungen, die gemeinhin als Verschwörungstheorien bezeichnet werden. So heißt es in „Hallo Welt“: „Ja, sie zelebrieren in den Tempeln ihre Riten, ist nicht weg zu diskutieren, […]“ Oder im Song „Intro“: „Meine Stimme […] lässt die Pyramide zittern“. Auch bei „Mediale Kugeln“ ein Song, der seine Kritik an den Medien zum Ausdruck bringen soll, entfernt er sich vom Boden der Tatsachen. Mit Aussagen wie „Sie wollen den Verstand verpesten, zwischen den normalen Menschen Hass und Kämpfe anzuzetteln“ schießt Kilez weit über das Ziel hinaus. Sein gut gemeinter Ansatz artet durch wüste Unterstellungen in Unglaubwürdigkeit aus.

Die Positionen des Alchemisten zeugen überdies oft von genau jenem Schwarz/Weiß-Denken, das er selbst den Medien vorwirft und das in fehlender Objektivität und Voreingenommenheit gipfelt. So dient der „Westen“, allen voran die USA, als Feindbild, welches brandschatzend und mordend durch die Weltgeschichte zieht, während Russland unter Putin zwar auch nicht ganz perfekt ist, sich aber lediglich in der Opferrolle widerfindet („Leben und Tod des Imperialismus“).

Ein weiteres Problem ist seine Doppelmoral. Auf der einen Seite zeigt er sich systemkritisch bis -feindlich; klagt die öffentlich-rechtlichen Medien an, ein Teil der „Natopresse“ zu sein und den Rezipienten ihre Meinung aufzuzwingen, während wichtige Wahrheiten verschleiert würden („Mediale Kugeln“). Auf der anderen Seite gibt ein RT Deutsch ein Interview – einem vom russischen Staat finanzierten Auslandssender, der sich nicht einmal groß die Mühe gibt, seine komplett einseitige Pro-Kreml-Propaganda zu kaschieren – womit der Sender eigentlich ein gefundenes Fressen für Kilez Mores Pressekritik wäre.

Kurzum: Kilez More ist ein gescheiter junger Mann mit durchaus guten Absichten. Er engagiert sich für die Verbesserung der Welt und hat mit einigen seiner Kritikpunkten absolut recht. Das Dilemma ist: Er verrennt sich in unbegründeten Übertreibungen und Vereinfachungen seiner Inhalte, die zu einer unrealistisch verkürzten Kapitalismuskritik mit einem Schuss Okkultismus-Geraune führen, und vergisst dabei leider konkret zu sagen, wie er sich jenen Wandel des Systems und die Verbesserung der Welt genau vorstellt. Der Alchemist will als Anführer in eine wahre, gute Welt führen, ohne dabei zu erklären, wie diese Welt eigentlich genau aussieht und vor Allem welcher Weg dahin führt.

Ein steter Nebel des Verschwörerischen, Geheimen, Übermächtigen und Übergroßen zieht sich durch sein Werk und überdeckt das ambitionierte und kritische Fundament. Kilez More kann in keine neue Welt führen – er lebt und denkt in einer, die eher einem Dan Brown-Roman als der Realität entspricht. Es gibt somit auch neben der wenig überzeugenden Musik gute Gründe dafür, dass er in den Rapmedien keine Aufmerksamkeit erfährt – ein dreimal verschlüsselter Geheimplan der Bilderberger/Illuminaten/Linkshänder steckt eher nicht dahinter…

OG Pressure und Frank Hemd

Alchemist (Limitierte Virusbox)
  • Kilez More, Alchemist (Limitierte Virusbox)
  • Digitale Dissidenz (Alive)
  • Audio CD

31 KOMMENTARE

  1. Ich kann die Kritik in teilen nachvollziehen – ganz so schlimm ist es aber nicht wie rap.de hier urteilt. Ja, der Sound kann vielleicht nicht mit den ganz Großen im Rap mithalten – jedoch sollte man bedenken, dass jene auch viel bessere Technik und mehr Budget haben. Kilez More hat hier alles aus eigener Tasche bezahlt und dafür ist die Qualität enorm. Gibt den Kerl beim nächsten mal ein Budget, Vocalcoach und Tonstudio, dann wird er sein ganzes Potential entfalten.

    Dann sagt ihr, seine Wahrheiten seien schon etwas angestaubt. Geht er einen Schritt weiter und bringt Sachen, die noch nicht öffentlich wahrgenommen wurden, dann heißt es gleich Verschwörungstheorie. Was denn nun? Soll er sich raus trauen oder nicht? Okkulte Rituale wie die im Bohemian Grove gibt es. Die Teilnehmer dort als „Eliten“ zu bezeichnen ist auch legitim. Was das ganze genau bedeutet bleibt eine Spekulation. Belesene Menschen haben von all dem vielleicht schon mal gehört, eine große Öffentlichkeit wurde dies bisher jedoch nicht zugänglich gemacht. So angestaubt ist das alles also nicht.

    Und dass er noch keine Alternativen aufzeigt, sondern nur auf die Missstände zeigt stimmt so auch nicht. Er spricht sich zum Beispiel immer wieder für dezentrale Energieproduktion aus – was die logische Konsequenz ist, wenn man die Öl-Kriege kritisiert.

    Dazu lässt sich auch Rudi Dutschke zitieren:
    „Es gilt erst mal, ein Bewußtsein des Missstandes zu schaffen. Jetzt nicht gleich zu fragen: Gib doch die Antwort! Ein Dutschke will keine Antwort geben. Denn was soll es bedeuten, als einzelner Antworten zu geben, wenn die gesamtgesellschaftliche Bewußtlosigkeit bestehen bleibt? Die muss durchbrochen werden – dann können Antworten gegeben werden.“

    Und genau da setzt Kilez More an.

    Just my 2 cents!
    Greetz,
    Lotus

    • ! kann ich so nur unterschreiben. Zudem ist das, was da aus low-budget produktion kommt, auch an videos etc, enorm.

      Zum Mixtape kein wort…

      Schade.

  2. Möchte mich Lotus hier anschließen. Alles in allem ist das Album doch eine runde Sache und Abwechslung ist auf jeden Fall mit drin. Wünsche mir mehr Künstler wie Kilez More und freue mich auch auf zukünftige Alben von ihm. In diesem Sinne: Peace.

  3. Dem Kommentar von Lotus kann ich mich komplett anschließen. Wenn ihr vom „Nebel des Verschwörerischen, Geheimen, Übermächtigen und Übergroßen“ sprecht, dann überlegt mal, wieviele Verschwörungstheorien von gestern heute bewiesene Fakten sind (z.B. Brutkastenlüge, NSA- und CIA-Ausspähprogramme, Tonkin-Zwischenfall, Operation Northwoods, …). Aus meiner Sicht ist ALCHEMIST das beste Album 2017!!!

  4. Moin!

    Ich finde den Artikel auch eher hetzerisch als faktisch fundiert.
    Über die musikalische Qualität kann man sich streiten, über den Inhalt und die Differenz zwischen dem was er erzählt und was hierzulande Allgemeinwissen ist, allerdings nicht ansatzweise so stark wie Rap.de das hier tut.

    Korrupte Politiker und Co., bilden ja nun lediglich die thematische Grundlage auf der dann krassere Fakten -wie z.B. die Finanzierung und mediale Unterstützung (ard/zdf) von ukrainischen Nazis durch den Westen- aufgebaut werden.

    Und den Begriff Doppelmoral hat der Autor des Buches wohl gegoogelt, nachdem er das Album gehört hat, anders kann ich mir die Schärfe im Ton, bei gleichzeitiger inhaltlicher Ahnungslosigkeit, wie eben auch im Teil über RT, nicht erklären. Schonmal drüber nachgedacht, dass RT immerhin ehrlich sagt, was sie machen? Wenn der Autor jetzt noch geschichtliches Hintergrundwissen hätte, könnte er womöglich Kilez Mores Einordnung von Russland und Putin in die Opferrolle nachvollziehen.

    Das ist aber wohl zu viel verlangt von jemandem dem es eher um rap geht.

    So bleibt das hier ein (West)politisch korrekter Text, über einen Dissidentenrapper, für den man sich besser einen Experten für den speziellen Inhalt besorgt hätte, bevor dann so einen Artikel voller NATO-Propaganda-Halbwahrheiten dabei herauskommt.

    Den Kommentar von Lotus finde ich übrigens sehr gelungen.

  5. Hallo Frank Hemd,

    Ich muss hier echt mal meinen Lob aussprechen für die rhetorische Klasse, die du hier aufbietest. Der Grundton liest sich wunderbar neutral, aber man bekommt hinter dem Rücken eine Meinung angeheftet und am Ende glaubt man dann sich diese Meinung selbst erarbeitet zu haben.

    Lotus hat es hier schön beschrieben.

    Es ist schon faszinierend, wie es sich hier in Deutschland mit den Medien verhält. In den US von A gibt es Künstler wie KRS One etc. … Auch in Frankreich gibt es große Künstler, die sich thematisch auf dem Niveau von Kilez More bewegen und nicht so ekelig angefeindet werden wie KeV.

    Irgendwie komme ich zu dem Punkt zu glauben, dass rap.de hier fadenscheinig versucht der Kritik von Kilez zu begenen, um anschließend sagen zu können: „Seht ihr!? Wir haben über ihn berichtet. Eure und seine Wahrnehmung ist gestört!“

    Nice try. Aber das geht dann doch etwas fairer und am besten redet man mit einem Künstler, anstatt über ihn.

    LG, Lukas

    • Stimmt, die uralte Tradition der Platten- und Buchbesprechungen ist eigentlich Quatsch, weil man da ja *über* jemanden spricht (und das auch noch subjektiv), nicht *mit* ihm.
      Typisch leutseliges Querfront-Gesabbel .. naja dass die aufgewachten Wahrheitskenner hier aufschlagen war eh vorprogrammiert.. topp Review, bringt’s komplett auf den Punkt.

      • Die Review ist völlig in Ordnung was die Kritik angeht. Die hanebüchenen Sidekicks sind dabei völlig unnötig.

        LG

  6. Ich finde, dass die groben Missstände bekannt sind – was stimmt – heißt nicht, dass man seinen Verstand nicht immer mal wieder intensiv mit ihnen auseinandersetzen sollte, dafür ist Musik super und lenkt den Fokus wieder sehr in diese Richtung. Da gibt mir Kilez Musik jede Menge Ziele und Motivation diese zu erreichen. Das er nicht so viele Antworten und Lösungen gibt, wobei wie abgetroschen es auch klingen mag Liebe nunmal die Antwort ist und er sich darauf bezieht, finde ich nicht weiter schlimm, das schaffe ich schon selber. Und dafür gibt es dann ja wieder andere Musiker. Ich weise da eher mehr auf, könnte aber niemals so breit und fundiert abkotzen wie Kilez.
    BTW, lass die Kids einfach frei, wie könnte man ehr Anstöße geben als im Willen das Bildungssystem zu revolutionieren. Nochmal, die Missstände sind bekannt aber den Menschen fehlt es meiner Meinung nach an Motivation und Triebkraft.

    Außerdem sind die Beats fett und der Reimstil brachial. Mit der Art abzureißen können die meisten im beschissenen Rap Business nicht mithalten. =)

    Alles Liebe. Lasse =)

  7. @Wahrheitsfinder:

    …sagt der bezahlte NATO-Troll! ^^

    Spass bei Seite: Niemand, der hier liest, kann wissen, wer wirklich hinter einem Kommantar steckt. Das ist aber auch nicht nötig; konzentrieren wir uns doch lieber auf den Inhalt des Gesagten! Das ist dann eben der Punkt, wo Selber-Denken gefragt ist.

  8. 1 – Als erstes hier mal eine ausführliche Erklärung, wieso der Ausdruck “Verschwörungstheoretiker” ein Kampfbegriff ist, dessen gängige negative Konnotation sachlich unbegründet ist: http://www.wissensmanufaktur.net/verschwoerungstheorie Kurz gesagt: Wer nicht so naiv ist und glaubt, dass es keine Verschwörungen gibt, ist ein Verschwörungstheoretiker. Wer diesen Begriff unkommentiert gebraucht, hat entweder keine Ahnung von dessen Hintergrund oder setzt ihn bewusst ein, um zu diskreditieren.

    2 – Es ist erstaunlich, wie oft diese Rezension zwischen widersprüchlichen Standpunkten schwankt. Offenbar konnten/wollten sich die Autoren nicht entscheiden:
    Bsp. 1: Ihre Perspektive wechselt zwischen “Kilez More sagt/möchte/tut…” und “Der Alchemist sagt/möchte/tut…)”. Will man die Aussagen in den Texten jetzt als Äusserungen einer – zugegebenermassen speziellen – Kunstfigur sehen oder als direkte Äusserungen des Künstlers? Das ist entscheidend für die Beurteilung, denn offenbar neigt die Kunst ja dazu, die Realität durch eine gewisse Brille zu sehen und zu überspitzen. Liest man nämlich das verlinkte RT-Interview, so müsst man merken, dass die Person Kilez More weitaus überlegter kommuniziert, als es hier zuweilen dargestellt wurde (eben durch unbedarfte Vermischung von Figur und Künstler).
    Bsp. 2: Die Autoren gehen erstens von einer Dystopie (Duden: fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung o. Ä. mit negativem Ausgang) aus. Zweitens werfen sie Kilez More vor, nicht auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben, was impliziert, dass er die Realität beschreiben will. Drittens behaupten sie, Kilez More würde (unwissentlich) in einer Dan Brown-Welt leben (vgl. 5).

    3 – Zur Medienkritik und Doppelmoral: Schon mal von der Deutschen Welle gehört? Senden die auch nur Propaganda und null Fakten, wie es angeblich RT tut?! Ist es denn etwa nicht so, dass “unsere” öffentlich-rechtlichen Medien (ARD, ZDF, SRF…) gemäss ihrem Auftrag neutral und sachgerecht informieren müssten, während sie v. a. in der Geopolitik permanent parteiisch berichten?! Das scheint mir kaum bis zum “kritischeren Teil des Bildungsdurchschnitts” durchgesickert zu sein, sonst müssten die Mainstream-Medien schon lange anders funktionieren.
    Die meisten hiesigen Medien sind nicht gerade zimperlich, wenn es darum geht, Russland oder RT zu verurteilen, während sie gegenüber NATO und Co. so wenig Kritik äussern, dass man sich schon fragen muss, für was es eigentlich bei uns Pressefreiheit gibt, wenn sie so selten in Anspruch genommen wird! Dies wird in den Texten von Kilez More deutlich. Darin prangert er auch ausdrücklich die Doppelstandards der Medien an. In diesem Zusammenhang ist es wohl fragwürdig, ihm selber Doppelmoral vorzuwerfen, denn geht es ihm wohl darum, auf Missstände hinzuweisen, die in der veröffentlichten Meinung eben nicht ausreichend vorkommen, während ja Russland, China und Co. ausreichend kritisiert werden. Er behauptet ja nirgends, dass sein Ziel eine akkurate und objektive Gegenüberstellung der Missstände in verschiedenen Ländern ist. Und wenn insbesondere die USA in seinen Texten so schlecht wegkommen, muss man sich vielleicht auch fragen, ob das nicht damit zu tun hat, dass sich diese in der jüngeren Vergangenheit einfach am meisten geleistet haben! Wie viele illegale Angriffskriege hat denn Russland seit der Jahrtausendwende geführt? (Einige Tipps: 1. Irak, 2. Afghanistan, 3. Libyen, 4. Syrien, 5. Krim: Ist wohl eher eine Sezession als eine Annexion gewesen. Falls es doch eine Annexion war, war es wohl die friedlichste aller Zeiten.) Zudem muss uns primär interessieren, was bei uns falsch läuft, wenn wir was verbessern wollen.

    4 – Es ist absurd, Kilez More vorzuwerfen, dass er keine Lösungen für die erwähnten Missstände liefert. Er will m. W. ja nicht Bundeskanzler oder Präsident werden!^^

    5 – Der Vorwurf, Kilez More (nicht der Alchemist notabene!) würde “eher [in] einem Dan Brown-Roman als [in] in der Realität” leben, grenzt an eine freche Beleidigung. Insbesondere ist davon auszugehen, dass Kilez More einiges mehr über die Themen weiss, von denen seine Tracks handeln, als die beiden Autoren, die sich wohl hauptsächlich mit Musik befassen.

    6 – Diese ganze Rezension scheint stückweise etwas abgedriftet zu sein, da sie auf eine inhaltliche Ebene wechselt, auf der die erwähnten Themen bzw. der Künstler an sich diskutiert/abgefertigt werden, während der direkte Bezug zum Album immer schwächer wird.
    Dies zeigt sich besonders am Schluss, wo behauptet wird, dass es “neben der wenig überzeugenden Musik gute Gründe dafür [gäbe], dass er [= Kilez More] in den Rapmedien keine Aufmerksamkeit erfährt…” Was die konkreten Gründe sind, wollen die Autoren scheinbar nicht (noch einmal) ausformulieren…
    Ich habe ja keine Rezensionen der Autoren zu anderen Hip-Hop-Alben gelesen, aber ich glaube nicht, dass sie an jenen Stellen analog beleuchten, ob jetzt der Künstler im echten Leben genug Gangster ist, dass sein Image gerechtfertigt wäre. Ich meine, irgendwo müssen die ja die ganzen teuren Schlitten, heissen Bitches, entsicherten Schusswaffen und strahlenden Goldketten gebunkert haben!^^

  9. 7 – Wenn jemand von obskuren (Duden: [nicht näher bekannt und daher] fragwürdig, anrüchig, zweifelhaft) und okkulten (Duden: (von übersinnlichen Dingen) verborgen, geheim) Verstrickungen der Machteliten berichtet, weil es sie gibt (was an dieser Stelle dahingestellt sei), dann ist der Übermittler dieser Botschaft nicht automatisch selber obskur oder dem Okkultismus verfallen.^^

  10. mal erhlich, was schaft ein bushido, kollega und co im vergleich zu kilez more? nichts ! aus meiner sicht. sie verbreiten hass, verherrlichen gewalt (in jeglicher form) und drogen. wenn man solche texte aus den alben entfernen würde, dann würden noch paar wortfetzen und beats übrig bleigen. es wird immer nur rumgeheult wie schwer er es als kind hatte und wie hart die strasse ist. CHANTAL HEUL LEISE !

    klar ist das album von kilez more nicht auf dem niveau der „großen“ – für mich ist es sogar noch höher.

  11. Also wenn Russia RT Propaganda sein soll – was um 3 Teufels Namen sind dann die öffentlich Rechtlichen (geworden) Immerhin habt Ihr versucht Euch damit etwas auseinander zusetzten. Trotzdem der Typ ist der Hammer und hat Courage !!!

  12. „OG Pressure und Frank Hemd“ ihr seid schon ein paar Knalltüten. Das beste Album 2017, von einem der nachweislich gegen ALLE Windmühlen kämpft, so zu torpedieren. Schämt euch! Hier ist auch nur alles Fake und ihr seid Teil der Verblödungsmaschinerie!!! Durchschaubar ohne Ende und auf unterstem Niveau

  13. Was für ein armseliges Review!! Soviel Geld könnte man mir garnicht bezahlen, dass ich unter so einen Blödsinn meinen Namen setzen würde. Genauso charakterlos wie die „Journalisten“ von ARD, ZDF und den anderen niveaulosen Medien, die alles so zurechtbiegen wie’s am besten in die verlogene, manipulierte Geschichte passt.

    Gott sei Dank haben die Menschen hier Gehirn im Kopf und bilden sich selbst ihre Meinung, anstatt sie von euch vorkauen zu lassen. Und wenn man bedenkt, dass „Alchemist“ auf Platz 30 in die Albumcharts eingezogen ist, kann man über euer Geschmiere hier echt nur lachen.

    Ansonsten schließe ich mich der Kritik vom „Wahrheitssucher“ inhaltlich an und den Kommentar „Durchschaubar ohne Ende und auf unterstem Niveau“ unterschreibe ich ebenfalls.

  14. An diesem Review sieht man das ihr keine Ahnung habt. Sowohl über die Themen über die er Rapt, als auch über Rapkunst. Das Album ist ein Meisterwerk 1a das unsrer Gesellschaft hoffentlich hilft die Augen zu öffnen. Peace

  15. mal ehrlich

    flow ist sehr gut, technik ist sehr gut, raps mit inhalt, beats sind fett…wie könnt ihr so eine platte so in den dreck ziehen? stattdessen hyped ihr andere rapper die noch nicht ihre texte selber schreiben…verkehrte welt…das einzige was man loben muß ist, dass ihr im gegensatz zu anderen hip hop medien überhaupt über ihn berichtet…peace

  16. mal ehrlich

    flow ist sehr gut, technik ist sehr gut, raps mit inhalt, beats sind fett…wie könnt ihr so eine platte so in den dreck ziehen? stattdessen hyped ihr andere rapper die noch nicht mal ihre texte selber schreiben…verkehrte welt…das einzige was man loben muß ist, dass ihr im gegensatz zu anderen hip hop medien überhaupt über ihn berichtet…peace

  17. Aus Krieg wird Frieden – Aus Frieden wird Krieg oder…
    Aus einem Meisterwerk wie „Alchemist“ wird 0 8 15 und aus 0 8 15 ( Bushido) wird ein Meisterwerk.
    Verkehrte Welt…
    Die Verfasser dieses Artikels scheinen die enorme Dringlichkeit des Widerstandes gegen dieses System nicht zu begreifen.
    Kilez More ist ein Held, der mehr Eier in der Hose hat, als alle anderen Deutschrapper zusammen!
    Peace

  18. Das Review liesst sich komisch. Hat so einen eigenartigen Unterton. Natürlich stimmt es dass der Junge sich noch steigern kann, aber er bringt einen frischen Wind. Immerhin sind die Inhalte hörenswert was man von dem Rest der deutschrap Releases seit Jahren kaum behaupten kann. Ösi Rap rules obwohl von dort ja nur Versager ohne Zukunft kommen.

  19. Rapper und HipHopper waren für mich Laberköppe mit Goldketten, die nur von Autos, Kohle oder ‚ich fick‘ deine Mutter‘ in Ihren Songs erzählen…
    Kilez hat mir gezeigt, dass diese Musik durchaus hörbar und gut sein kann…
    Wenn man seine Inhalte als Verschwörungstheorien abtut, ist die Bande der Goldkättchenträger wohl noch blöder als ich dachte… Sorry, Klischee erfüllt…

  20. Hi eben Frank Hemd bei Youtube gesehen. 😀
    Sorry Frank, du bist ein Hemd und ich hoffe, daß mal deine LP gereviewt wird. Vielleicht von Serdar Somuncu, Gossenboss mit Zett oder Antoine. Ich glaube nämlich du meinst den Quatsch tatsächlich ernst.

  21. Hey Frank Hemd,
    du hast das Album, das du hier in den Dreck ziehst, entweder nicht wirklich gehört oder aber du hast absichtlich z.B. folgende Zeilen überhört:

    „Nein – ich bin kein Putin-Verehrer es gibt dort zu viel zu tun und genug, was nicht gut ist… nur tut hier grad jeder, als Wär’n wir super-unfehlber – für die Russen ein Lehrer – aber für Snowden wäre Schutz oder auch Zuflucht kein Thema…“

    Setzen! Sechs!

  22. Weiter so Kevin! Du hast wahrlich Mut im Vergleich zu den ganzen möchtegern Gangsta-Rappern in GER…
    @ Frank Hemd: Wach mal bitten auf du steckst im Tiefschlaf!

  23. Sehr geehrter Frank Hemd, du kritisierst hier offensichtlich Dinge, von denen du keine Ahnung hast. Nur weil dir das nötige Fachwissen fehlt, bezeichnest du Fakten als Verschwörungstheorie. Und wenn du die Kunst von Kilez More verstehen würdest, hättest du dich über genau diese Themen die er anspricht informiert. Ich denke genau das versucht der Künstler damit zu erreichen

    • Sehr geehrter Hegelbert, du kritisierst hier offensichtlich Dinge, von denen du keine Ahnung hast. Nur weil dir das nötige Fachwissen fehlt, bezeichnest du Verschwörungstheorien als Fakten. Und wenn du etwas von Journalismus verstehen würdest, hättest du dich über genau diese Themen die er anspricht informiert. Ich denke genau das versucht der Autor damit zu erreichen.

  24. Guten Morgen,

    Irgendwie verstehe ich euren dezenten Verriss nicht.

    Ich hab das Album (und Kilez) vorgestern zum ersten Mal gehört

    Ja, technisch kann er nicht aus dem vollen Schöpfen und seine Stimme mag Geschmackssache sein, alles in Ordnung. Das könnte man so kritisieren und dem jungen Mann trotzdem wohlwollend ein bisschen Respekt zollen, habt ihr nicht gemacht, eure Entscheidung.

    Allerdings die Texte so abzuwerten und mit was für einer an den Haaren herbeigezogen Begründung. Ihr braucht euch doch nicht wundern, dass euch die kritischen Kommentare jetzt um die Ohren fliegen und eins muss man den Leuten lassen. Sie haben eine ausgesprochen gute Diskussionskultur. (Kompliment an alle) Das zeugt von guter Selbstbeherrschung, denn hier bewertet hier hart an der Grenze zur Unfairness. Warum?

    Die Texte sind aktuell (zum Teil) einzigartig und die Inhalte (auch zum Teil) auf einem extrem hohen Niveau.

    Es ist ja schön davon zu sprechen „dass er mit vielem recht hat“. Aber zu behaupten das wäre alles schon „Schnee von gestern“ und zu suggerieren es handele sich hier um „Allgemeinbildung“ ist der größte Fauxpas, den ihr euch im Bericht geleistet habt. Für mich wirkt das fast schon zusammenkonstruiert. Selbst als gut informierter geschichtsinteressierter Vielleser bin ich von der Masse an Informationen erschlagen worden. Einiges davon ist für mich neu und erfordert tiefgreifende weitere Recherchen.
    Zu behaupten, dass solcherlei komplexe Geopolitische Zusammenhänge im Alltagsbewusstsein etabliert sind, ohne die absolute Einzigartigkeit dieser Darstellung zu würdigen grenzt für mich an Vorsatz.

    Eine wenig nachvollziehbare Kritik.

    Beste Grüße

    MB

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