M.E.D. – Push Comes To Shove

Um eines gleich klarzustellen: M.E.D. ist Medaphoar, heißt jetzt anders, ist aber schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Noch unter altem Namen verschaffte sich der versierte MC aus Oxnard durch die Veröffentlichung von mehreren Solo-12′ sowie Gastauftritte bei Lootpack Gehör. Sein Solodebüt erscheint dieser Tage bei Stonesthrow, der Geburtsstätte einiger der bedeutendsten Westcoast-Underground-Scheiben der jüngeren Vergangenheit.Der vielbeschäftigte Madlib hat sich des Albums „Push Comes To Shove“ höchstpersönlich angenommen und 13 der 18 Tracks starken LP produziert. Auch wenn hier produktionstechnisch konsequent der eigene Film weitergefahren wird, so ist das wohl das „klassischste“ Stück HipHop, das der Beatconducter in den letzten Monaten so vom Stapel ließ. Neben Beiträgen von J. Dilla und Oh No hat auch einer der vielseitigsten Majorplayers des Beatbastelns – Just Blaze – mit „Get Back“ ein Brett von Beat gezimmert.Über solch einem Teppich von guter Musik kann man eigentlich nicht mehr viel falsch machen – tut M.E.D. auch nicht. Gekonnt reitet er Offbeat, mal im Flow des Beats, mal ganz mit eigener Rhythmik. Dass das dann aber immer noch gut anzuhören ist, kommt selten vor. Inhaltlich geht es hier um Real Life-Rap, keine Phantasiegeschichten oder Süßholzgeraspel. Auch ein Stonesthrowartist kann battlen, über Alltagsprobleme, aber auch über Henny, Weed und Bitches rappen. Dies jedoch immer mit einer Prise Humor und Unverkrampftheit zu würzen, ergibt eine wahrlich perfekte Rezeptur. Zur Seite stehen ihm unter anderem J. Dilla, mit dem er auf der ersten Single „Push“ einen echten Clubbanger verzeichnen darf. Außerdem unterstützt ihn Kollege Dudley Perkins auf dem vertrackten „Now U Know“. Überraschend auch der Auftritt der D.I.T.C. -Legende Diamond auf „Pressure“, das vor Energie nur so strotzt.Bleibt also eine Platte, die das Skippen von Tracks überflüssig macht. Viel Neues wird probiert, trotzdem wird nicht zu sehr abgedreht. Abwechslung gibt es reichlich, doch bekommt man auch kein Album, das alle Sparten abzudecken versucht. Was soll man da sagen…?Den Gesamteindruck beschreibt M.E.D. selbst am besten mit der Zeile: „I make music ´cause it feels good“, und genauso fühlt es sich: einfach gut. Punkt.

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