Bessawisser Crew – Das Ende vom Anfang

Vor mir liegt die Demo-EP „Das Ende vom Anfang“ der Bessawisser Crew aus Köln, und damit einer weiteren Rap-Armee, wie uns der Opener „BW Armee“ gleich zu Beginn klar machen soll. Der Beat kommt mit Synthis und Streichern samt gesampelter Frauenstimme eigentlich ganz nice – nix überragendes, aber auch nicht nervend. Der Rapper nimmt diesen Track zum Anlass, uns zu erklären, dass er der Beste ist und nur mit Perlen im Bett war. Rookie-Level im Text, ansonsten auch nix neues.Unterbrochen ist die im Endeffekt vier Tracks umfassende EP nach jedem Track von Introducing Skits, auf denen Depoze, der Rapper der Crew, uns aufklärt, dass es sich hier um deutschen Rap handelt. Nach dem „Intro“-Skit also weiter zum nächsten Track „Viel Zu Fresh“, bei dem es – wie sollte es anders sein – darum geht, dass es sich hier um das Beste handelt. Der Beat auch wieder ganz nett, das Hauptsample ist eine Funkgitarre, unterlegt von Synthisounds. Das sollte wohl ’n Club Track werden, könnte live vielleicht auch funktionieren.Beim folgenden Titel „Freunde“ keimt Hoffnung auf, er beginnt auch vielversprechend. Der Beat ist okay, ein getragenes Streicher-Arrangement mit hektischer Flöte. Depoze zeigt in diesem Track, dass er in der Lage ist, tiefer zu gehen, reflektiert seine Vergangenheit, echte und falsche Freunde. Style- und Flow- technisch solide, im Großen und Ganzen erinnert es aber sehr an populäre Rap-Styles und bietet noch wenig eigene Akzente – auf jeden Fall ist das noch ausbaufähig.Der vierte und damit letzte offizielle Track, ist ein Abgesang auf Köln, wo Bessawisser herkommen. Wieder sehr schönes Sample, eine Flöte, schätzungsweise irischer Musik oder so entwendet. Besungen wird eben seine, Depoze´s Stadt. Fehlen darf da natürlich nicht der Seitenhieb nach Düsseldorf, ganz in guter Kölner Karnevalsmanier. Der Text bleibt sehr oberflächlich positiv bezogen, ein easylistening Stück für´s Auto mit viel Melodie. Ganz nett.Das Outro läuft dann hiddentrackmässig weiter und präsentiert uns den letzten Track, mit dem sich Chilly Willy, Gin Chiller und Depoze dann verabschieden. Da wird es dann auch gleich richtig ekelhaft böse, so wie Rap-Crews eben rüberkommen müssen, um wirklich real zu sein. Absolut authentisch wird hier berichtet, wie sich in Bepozes Wohnung langsam Leichen ansammeln – Punks und Homos werden dann gleich auch noch gedisst; so hört sich dann also „das Beste“ an, was deutscher Rap gerade zu bieten hat.

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