Max Herre – Max Herre

Max Herre heißt der Typ, welcher einst die Front der Stuttgarter Kolchose- & Freundeskreis-Familie bildete – „Max Herre“ heißt auch dessen mittlerweile bei Four erschienenes Solo-Debüt.

Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit seinem Studiokollegen Carsten Schedler, seiner Lady Joy, Tommy W. an den Drums, den Produzenten Sholar und Wajeed, Frank Kuruc, Bilal und – ganz klar – DJ Friction und Don Philippe. Musikalisch verarbeitet wurde eine bunte Style-Palette aus HipHop, Soul, Blues und Reggae. Und, wie es ja unter den ernstzunehmenden Liedermachern oft üblich ist, auch Rock- und Popelemente.

Steigen wir direkt mit Gitarrenrock alongside HipHop ein. „Zu Elektrisch“ war wohl für alle ein eher überraschendes Stück Musik – zumal erste Singleauskopplung. Zu hören: ein ungewöhnlich lauter Max Herre, mit Feeling für ein grandioses Comeback. Erleben wir also Rap – „meine natürliche musikalische Sprache“ – und Rock in einer Fusion.

Singleauskopplung Nummer zwei – „1ste Liebe“ – zeigt aus meiner Sicht schon eher, was Max Herre ausmacht. Softe Songs mit Tiefgang. Mit am Start: Joy Denalane, eine der wenigen, starken deutschen Soulsängerinnen. Nicht gemeint: Lobhudeleinen auf seine Liebesbeziehung zur eigenen Frau – bekanntermaßen eben jene Frau Denalane. Die Hommage gilt viel mehr seiner Heimat Stuttgart, und das ist doch auch mal ein netter Zug.

Für Liebeslyrik muss auch noch einmal „ANNA“ herhalten. In der 2004-Version des Hits von 1997 treffen sich beide erneut wieder. Sie mit Kind, er sowieso, und irgendwie…naja… geht da noch was. Was auch immer.

Für meine Begriffe sind jedoch die Top-Track des Albums zum einen „King Vom Prenzlauer Berg“, eine 1A-Beobachtungsstudie über den IT-Stadtteil Berlins und „Jerusalem“, basierend auf Reggaemusik, aufgenommen übrigens mit dem Hamburger Produzenten-Team und Reggae-Soundsystem Silly Walks.

Ist eine Runde Sache, das Album „Max Herre“. Mit Sicherheit auch ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Künstlers, der sich hinter diesem Namen verbirgt. Für mich allerdings eine Spur zu weich. Ich habe mir lieber nur die „Zu Elektrisch“-Single gesaved, da ist auf der B-Seite dann auch gleich „King Vom Prenzlauer Berg“.

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