Nachdem DAS EFX im Juli begeistert vom europäischen Publikum in die USA zurückkehrten, sind die beiden Künstler aus Brooklyn jetzt schon heiß darauf, ihre neue Tour in Europa starten zu können. Ab 12.9.könnt ihr DAS EFX bei 10 Live-Gigs in Deutschland, Polen und der Schweiz mit ihrer aktuellen Platte „How we do“ erleben. Da das Album erst ab 22.9. bei uns in den Plattenregalen stehen wird, lohnt es sich natürlich umso mehr, eines der 6 Konzerte in Deutschland zu besuchen. Exklusiv verlosen wir in Zusammenarbeit mit WILDSTYLE NETWORK ( www.wildstyle-network.com ) jeweils 2 Freikarten für die Konzerte in Deutschland. Einfach Mail an gewinnen@rap.de mit Betreff „DAS EFX“ und Angabe des Tourstops, für den ihr Tix braucht. Viel Glück!
Curse – Und was ist jetzt (Larry Gold String Version)
Bei Und was ist jetzt handelt es sich um die dritte Singleauskopplung aus dem Album Innere Sicherheit. Die Pianoballade wurde für die 12inch-Version von Larry Gold in Philadelphia überarbeitet. Jetzt wird Curse‘ Rap von einem Streicherarrangement getragen. Seine Worte verarbeiten eine vergangene Liebe, versuchen ihm den Halt zu geben, den sie ihm verwehrt. Das Lied ist ein Hilfeschrei. Eine Bitte an sie, ihm doch wenigstens dabei zu helfen, seine Schmerzen zu ertragen. Ein Eingeständnis, dass im Endeffekt jeder Rhyme, den er schreibt, ihren Namen schreit. Curse blickt tief in sich, erkennt, dass er rappt, weil sie ihm nicht zuhört, ihn ignoriert. Und was ist jetzt klingt wie ein letzter verzweifelter Versuch, sie zum Sprechen zu bewegen. Curse sieht in ihr die Schuldige, die nicht hielt, was sie versprach: Man kann dich nicht an Worten messen.
Dieses traurige Stück lebt von Curse‘ Art, mit seinen Worten mitzugehen, seine Verzweiflung in seine Stimme zu pressen. Die melancholische Wirkung entsteht nicht zuletzt auch deswegen, weil das Instrumental vollkommen ohne Beat auskommt.
Auf der Promo-Version kann ich mir leider neben der Larry Gold String Version nur das Instrumental anhören. Die Platte, die ihr euch ab dem 29.09.03 besorgen könnt, hat allerdings noch einiges mehr zu bieten. Der Bonustrack Hoffnung wurde von Larry Gold und Kamal Gray (von den Roots) produziert. Für den mit Live-Instrumenten und Streichern ausgestatteten Song gibt sich zudem Vanessa Mason die Ehre, die Curse auch schon bei Hand Hoch unterstützte. Schließlich wurde Goldene Zeiten feat. Max als Akustik Remix dazugepackt. Alle Musiker finden auf der CD die Klavier- und Streicherpartitur von Und was ist jetzt als PDf-Datei. Um aus der Single eine runde Sache zu machen, habt ihr die Möglichkeit, das Video, das mit Ken Duken in Bukarest gedreht wurde, in Ruhe daheim betrachten zu können. Keiner außer Curse selbst weiß, ob er seine Versprechen hielt. Aber wenn ich über seine Rhymes schreibe, kann ich sicher sagen: Man kann Curse an Worten messen.
Harris „Im Club“ als Download
Fast jeder hat den Track schon einmal gehört, aber es gibt ihn nirgends offiziell zu kaufen (Ausnahmen: Die extrem limitierte 12“, die ihr mit viel Glück noch im rap.de-Shop ergattern könnt, oder die „André Langenfeld presents Harris“-Mix-CD – auch im Shop erhältlich). Auch auf dem am 27.10.03 erscheinenden Soloalbum „Dirty Harry“ wird „Im Club“ nicht zu finden sein. Deshalb könnt ihr euch hier ab sofort Harris’ Version des 50 Cent Tracks kostenlos downloaden. Dazu einfach auf den Link klicken. Und damit das Warten auf das Album nicht zu lang wird, kommt am 13.10.03 die erste Single „Sind wir nicht alle ein bisschen Jiggy“ auf den Markt.
Neuer McDonalds Werbespot – Ist es Ju?
Seit ein paar Tagen schon läuft der neue 60-Sekunden-Werbespot von McDonalds auf allen Fernsehkanälen. Er ist Teil der neuen Werbekampagne „Ich liebe es“, mit der sich der Fast-Food-Konzern ein neues Image zulegen will. Fast Food soll trendy bleiben, und deshalb will man nun auch vermehrt „gesunde“ und „moderne Speisen“ anbieten. Mit dem deutschen Werbespot möchte man wohl vor allem junge Leute ansprechen. Zu sehen ist zum Beispiel ein Fußballfan, der mit Trikot bekleidet in den Bus der Gegner rennt, oder ein junger Mann, der beim Sky-Diving aus einem Flugzeug springt. Unterlegt wurde das Ganze mit deutschen HipHop (Titel des Songs: „Ich liebe es“). Doch der Rapper taucht im Spot nicht auf und möchte anonym bleiben. Der Pressesprecher von McDonalds, Frank Bleker, darf den Namen nicht verraten. Da fragt man sich natürlich: warum? Sind dem Rapper Zeilen wie „Es ist nichts so, wie es scheint, es kommt drauf an, wie man’s verkauft“ etwa peinlich? Spekuliert wird, dass Ju von den Massiven Tönen dahintersteckt. Doch man weiß es nicht genau, und er und sein Management bestreiten eine Beteiligung an dem Werbespot. Wenn es nicht Ju ist, wer ist es dann? Mailt uns eure Tipps an redaktion@rap.de oder postet hier eure Kommentare. Und wer den Spot bisher nicht gesehen hat, kann sich hier den Song ziehen:
The Roots arbeiten an neuem Album
„Do You Want More?!!!??!“ fragten The Roots uns vor einigen Jahren. Wie unsere Antwort lautet, ist wohl klar: wir wollen mehr! Vor ein paar Monaten erst veröffentlichten sie „Phrenology“, nun stehen die Jungs aus Philadelphia schon wieder im Studio und arbeiten am nächsten Album, welches 2004 erscheinen soll. Hierfür nahmen Amir „?uestlove“ Thompson, Black Thought, Kamal und Hub noch einen weiteren Musiker, den Gitarristen Kirk Douglas; mit in die Band auf. Laut ?uestlove wird das kommende Album wahrscheinlich „The Tipping Point“ heißen. Ein Grund hierfür: „The band members are still seeking to take their career to that next level.“ Außerdem ist dies der Titel eines Buches von Malcolm Gladwell über die Entstehung von modischen und sozialen Trends. Auf der Wunschliste der Features stehen unter anderem John Mayer, Macy Gray und Nas. Man darf sich also schon jetzt auf „The Tipping Point“ freuen.
V.A. – Pforten des Tempels
Pforten des Tempels ist ein Kollabo-Sampler unter der Regie der KaosLoge. Hinter der Platte steht ein Konzept: Auf jedem Track featuret mindestens ein Mitglied der KaosLoge MCees aus deren näherem Umfeld. Bis auf zwei Ausnahmen wurden alle Tracks von DJ Pete produziert.
Bevor ich die Platte abspiele, entnehme ich der Presse-Info, Berlin wäre lang genug ein Synonym für Hau-Drauf-Mentalität und Inhaltslosigkeit gewesen und der KaosLoge sei mit dieser aktuellen Veröffentlichung ein außergewöhnlicher Meilenstein gelungen, der mit textlicher sowie musikalischer Vielfalt einen neuen Maßstab setze. Neugierig durch diese Ankündigung und gespannt, was wohl mit dem neuen Maßstab an Inhalten auf mich zu kommt, öffne ich die Pforten des Tempels.
Um es gleich vor weg zu nehmen: Auf ein paar Tracks trifft die Ankündigung durchaus zu. Andere dürften das Synonym für Hau-Drauf-Mentalität und Inhaltslosigkeit wohl eher bestätigen.So kann man zum Beispiel auf dem Song Unter Beschuß von Ben Salomo, Asek und Damion mit Smexer und Kid Kobra hören: Ich bin ein richtiger Mann, ein richtig wichtiger Mann. Du winziger Typ hast nur n winzigen Schwanz. Oder: Ich war öfter im Knast, als ich draußen war. Der Refrain vermittelt einem dann schließlich: Die Gun ist scharf, lad sie nach, zieh den Hahn und schieß auf alles, was kommt, scheiß egal, ob du triffst oder dein Ziel um Längen verpasst. Die Produktion hat Tiefe, der Chorus-Gesang bringt Abwechslung ins Spiel, und den Rappern mangelt es nicht am Ausdruck in der Stimme. Aber wenn die Idee dahinter war, einen inhaltlichen Meilenstein zu setzen, muss ich leider feststellen: Ziel um Längen verpasst.
Doch nach weiterem Hören stößt man auf Lieder wie Freiheit von Ben Salomo, Damion und Asek feat. Ninjah. Its like Im fighting for freedom wird Common per Cut zitiert, und jeder MC lässt seinen Gedanken freien Lauf: Seit ich ein kleiner Junge bin, träum ich davon, dass alle Menschen miteinander ohne Regeln klarkommen. Doch es scheint mir, als sei es nicht mehr als pure Illusion zu glauben, Freiheit wäre noch ein Wert dieser Nation. Und wenn du die Kraft hast im Herzen frei zu sein, wirst du sicher mit diesen nachdenklichen Rhymes auf den gemütlichen Beat und dem relaxten Chorus-Gesang mehr als nur Etwas anfangen können. Hör besser hin heißt ein Stück. Ich nehme mir die Bitte von Asek, Micro, Autodidakt und Jo Lezbo zu Herzen: Lutsch meinen Ständer, schluck meinen Sperma, Bitch Danke für die Information! Ich will Pforten des Tempels nicht auf Lines wie diese reduzieren, der KaosLoge-Release hat viele Themen zu bieten, aber es soll die inhaltliche Spannung zwischen den einzelnen Tracks deutlich werden, die zum Teil auch von denselben Künstlern stammen.
Doch lassen wir erst die gesamte Platte auf uns einwirken. Also weiter geskipt: Drei Männer aus Eisen: Micro mit Sera Finale und Serch, retten, über einen sehr verschickten, schnellen Beat, die Welt dreimal täglich. Asek, Ben Salomo und Floe Flex fragen sich, von einem nachdenklich wirkenden Beat unterstützt, Wer versteht die Welt?. Entspannte Party-Mucke, Battle-Tracks mit roughen Instrumentals, Story-Telling, gemütliche Beats, Verschwörungstheorien, persönliche Ansichten – alles findet seinen Platz im Tempel und kann nicht durchweg beschrieben werden. Nur so viel: Die Produktion ist qualitativ Hochwertig. Die Stimmung der Beats, das inhaltliche Niveau der Texte, das Reimschema und der Flow der Mcees ist sehr unterschiedlich. Je nach Lied und Künstler. Eine Gesamtwertung ist schwierig und kann Pforten des Tempels kaum gerecht werden. Ich persönlich finde einige Tracks sehr gut und kann mit anderen nicht das Geringste anfangen. Flache Phrasen wie: Wir ändern geschichtlich den Lauf der Dinge, in dem wir euch vernichten mögen nicht die krasseste Form der Berliner Hau-Drauf-Mentalität darstellen. Aber wenn man zu Ende denkt, was diese Zeile in die Realität umgesetzt bedeuten würde, färben sie, aus meiner Sicht, auch auf Tracks ab, die einen gebannt zu hören und sowie die Musik als auch die Worte fühlen lassen.
Um mit einem positiven Eindruck zum Schluss zu kommen, will ich noch auf den Song Anatomie von Chefkoch und Micro feat. Bektas eingehen. Die drei Mcees schlüpfen in die Rollen von Verstorbenen, deren Todesursache in der gerichtsmedizinischen Fakultät während einer Vorlesung erörtert wird. Die Strophen werden jeweils von einem Szenario im Vorlesungssaal unterbrochen. Doch bevor der Dozent die Todesursache nennen kann, beginnen die Rapper, das Innenleben der Charaktere kurz vor ihrem Tod aus deren Sicht zu beleuchten. Sie lassen ihren Emotionen beim Rappen freien Lauf, fühlen sich in die Person hinein, lassen ihre Stimmen mitgehen. Der krasse Gegensatz zwischen der persönlichen Perspektive in diesen dramatischen Situationen und der kalten Anonymität im Vorlesungssaal, in dem der Tote nicht mehr als ein Fall mit Nummer darstellt, machen den Reiz des Stücks aus.
Schlusswort: Hört euch die Platte an, bildet euch eure eigene Meinung. Die Produktion ist tight Inhalt bekanntermaßen Geschmackssache. Word.
Rasco – Escape from Alcatraz
Den Beipackzetteln der Plattenfirmen Glauben zu schenken, ist meist eine schlechte Idee. Eben jener Zettel zum neuen Rasco-Album glänzt mal wieder mit Übertreibungen und Superlativen. Rasco wird hier zu einem der komplettesten MCs hochgejubelt, der sowohl einen „jiggy hot-spot“, als auch eine verrauchte „backpack convention“ rocken kann. Auch dass er damit neuen Respekt als einer der Veteranen der Bay-Area bekommen wird, behauptet dieser Zettel. Nach mehrmaligem Durchhören von „Escape from Alcatraz“ bleibt aber nur zu sagen: Nichts Neues aus der Bay-Area.
Nach dem etwas abwechslungsreicheren Cali Agents-Album mit Planet Asia kehrt Rasco wieder zu Altbewährtem zurück. Musikalisch und Rap-technisch hat sich seit „Time waits for my man“ (1998) und „Hostile Enviroment“ (2001) nicht viel getan. „Escape from Alcatraz“ (eine Anspielung auf Rascos Verhältnis zu ehemaligen Labeln) bewegt sich von Battle-Tracks zu Party-Tracks und zurück. Genre-typisch werden Feinde benannt, Neue gemacht oder Freundschaften gepflegt. Textliche Tiefe wird maximal angedeutet, beschränkt sich dann aber auf den sehr durchschnittlichen Hiphop/R’n’B-Track „All i wanna be“ zusammen mit Kisha Griffin (wen es interessiert: Kisha Griffin ist eine ehemalige Backgroundsängerin von En Vogue und Amel Larrieux).
Nicht dass „Escape from Alcatraz“ ein schlechtes Album wäre, das Album ist wohl das, was man „solide“ nennen kann. Dass Rasco ein guter MC ist, ist unbestritten, aber manchmal fehlen der Druck und die Begeisterung, variantenreich ist auch keine Vokabel, die sich in seinem Zusammenhang aufdrängt. Alle Tracks sind ordentlich produziert und folgen meist dem Beat-plus-Sample-Schema. Auf Dauer macht das allerdings das Album recht eintönig, da so sehr wenige Tracks einen individuellen Charakter entwickeln. Mit Da Beatminerz, Jake One, Omen, Brisk und Kleph Dollar haben keine Unbekannten die Beats beigesteuert, aber wenige Tracks ragen wirklich heraus. Eins der Highlights ist „The Sweet Science“ mit Chali2na von Jurassic 5. Der Track basiert auf einem geloopten Basslauf und ist mit einem eher zurüchhaltenden Beat versehen. Chali2na und Rasco geben ihm mit ihren Reimen eine überraschende Dynamik und lassen erahnen, wie gut ein Rasco-Album sein könnte. „Endless“ feat. Planet Asia ist ein weiteres Highlight, Indie-Rap mit dicken Beats, ohne alberne Hochglanzrefrains, nur gewaltige Reime, die einen nach vorne treiben. Überhaupt sind die Tracks mit Feature-MCs deutlich besser als die Tracks, die Rasco alleine bestreitet. Bei „U got time“ wirkt Rasco, als ob er noch auf jemanden wartet, der in den Track einsteigt, aber vergebens.
Insgesamt gibt es erfreulich wenige Versuche, das musikalische Universum des Indie-Raps Richtung Satinbettlaken-Rap zu verlassen. „Escape from Alcatraz“ ist bestimmt kein Album, mit dem man Leute zur Rapmusik bekehren oder einen Club rocken kann. Hier geht es nur um solide Walkman-Musik für Fans, das aber in ziemlich guter Form.
Turbulence – Join Us
Alle reißen sich um Turbulence, jeder ambitionierte Reggae-Produzent will sein Stück vom Kuchen abhaben, was aber der Qualität des Outputs des jungen jamaikanischen Singjays keinen Abbruch zu tun scheint. Diese Tage gelangt das vom Stuttgarter Label Hammer Musik produzierte Album Join Us in die Regale der einschlägigen Plattenläden, ein Label, von dem keiner so recht weiß, wer sich dahinter eigentlich verbirgt, die aber bereits ein Album mit Anthony B. produziert haben und wohl weiterhin im Modern-Roots Business mitmischen wollen. Nun zum Musikalischen: Turbulence ist ja kein unbeschriebenes Blatt, angefangen bei seinen Erstlingswerken für Xterminator, über Black Scorpio, Kings Of Kings, Mixing Lab, Cell Block, Kariang, One Love hin zu den deutschen Labels Silly Walks, Pow Pow, Minor 7 Flat 5 war sein Schaffen stets von hohem Niveau geprägt. Er scheint auch ein echt kreatives Kerlchen zu sein, der die Tunes nur so aus dem Ärmel schüttelt, aber das alleine reicht ja noch nicht. So ist das Produktionslevel dieser Scheibe durchgängig geschmackvoll geraten, viele schöne Songs dabei. Gerne werden alte Rocksteady-Riddims überarbeitet (wie Undying Love, I´m just a Guy und Tonight), dann wieder gänzlich Neues. Turbulence selber bewegt sich stets auf der Schwelle zwischen Singen und Deejayen, wie gehabt, sein Style wirkt ausgereift und rund, auch wenn sichs in seinen Lyrics meistens um die drei Pole Rastafari, Empress und Ganja zu drehen scheint. Besonders hervorzuheben sind meiner Ansicht nach die Songs Turbulence (gewissermaßen sein Signature-Tune) und True Love auf einer grandiosen Neubearbeitung des Movie Star-Riddims, ein aus tiefstem Herzen kommender Lovesong (in dieser Sparte scheint Turbulence eh am besten aufgehoben, man denke an If it´s Loving, Girlfriend und My Amore, allesamt Höhepunkte seines bisherigen Katalogs).
Durchweg gutes Album, lohnt für alle Modern Roots-Liebhaber definitiv den Kauf!




