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Neues aus Chemnitz

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Das eh schon spektakuläre Line-up des diesjährigen Splash!-Festival, in Chemnitz/Oberrabenstein, ist um weitere vier Top-Acts erweitert worden. Wir dürfen uns nun also auch an den Live-Auftritten von Mr. Lif & Akrobatik (US), Zion I (US), Wildchild, Oh No, Medaphoar (US) und Assassin (JA) erfreuen. Die Veranstalter beteuern weiter, dass weitere Acts in Planung sind – Augen und Ohren also offen halten. Das gilt im Übrigen auch für die Freestyle-Stage, die in diesem Jahr das erste Mal auf dem Splash! präsentiert wird. Auf dieser werden sich weitere europäische Festivals ("BlockJam" / Holland, "HipHopKemp" / Tschechien, "Rheinkultur" / Deutschland) mit ihren Künstlern, per Showcase, präsentieren. Anschließend kann sich jeder, der sich dem gewachsen sieht, einer Open Mic-Session stellen.

Make Love Fuck War!

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Moby mischt sich in den US-Präsidentschaftswahlkampf ein. Zusammen mit Public Enemy hat er den Song "MKLVFKWR" aufgenommen, welcher sich, laut Pressemitteilung, "explizit gegen die fragwürdige amerikanische Außenpolitik wendet und ein Zeichen der Völkerverständigung setzen soll". Das Stück heißt eigentlich "Make Love Fuck War" und war eigentlich als als Beitrag für die offizielle Olympia-Compilation 2004, "Unity", geplant, weswegen der Titel ein wenig entschärft wurde. Neben Moby und Public Enemy wirken außerdem Musiker aus insgesamt 15 Ländern an dem Projekt mit, darunter Lenny Kravitz, Kadim Al Sahir, Neneh Cherry und Alice Cooper.Die Single erscheint am 26.07.2004 ausschließlich als Vinylmaxi. (Quelle: Spex)

Sido – Die Maske

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Das von vielen langerwartete Debüt-Album des Aggro Berliners Sido, ist seit einigen Wochen erhältlich, bricht alle bis dato dagewesenen Verkaufsrekorde und beweist, dass auch Independent Labels Verkaufszahlen erreichen können, von denen so manche Major-Labels träumen.

Das Album hat in puncto Unterhaltung und natürlich auch in Sachen Battlerap einiges zu bieten. So kann man z.B. auf dem ersten Track „Interview“ hören, wie sich das Super Intelligente Drogen Opfer mit einem imaginären Schreiberling unterhält und sich mit gewohntem Wortwitz über die Standardfragen, die ihm für gewöhnlich in Interviews gestellt werden, lustig macht. Bei diesem Titel räumt er in beeindruckender Art und Weise mit allen Vorurteilen auf, mit denen er in Interviews ständig zugetextet wird.

Ein Beweis dafür, dass Sido sehr viel dazugelernt hat, ist ohne Frage der Song „Ausm Weg“ als zweite Trackmarke. Mit einem sehr tighten Text gibt Sido allen Vollidioten zu verstehen, dass sie ihm besser aus dem Weg gehen sollten, um sich mit ihm kein Ärger einzuhandeln.

Der Titeltrack zur LP „Maske“ pumpt ordentlich mit dem von Sido selbst produzierten Beat und zeigt, dass auch er mit Synthies und Drum-Computern umgehen kann. Der Song ist mit Punshlines nur so gespickt und kommt ganz Sekte-mäßig rüber – und gibt somit ein sehr hörenswertes Stück ab. Neben seinen Jungs aus dem MV gibt es noch jemanden, der stolz auf Sido ist. Ohne Zweifel ist dieser Mensch Sidos Mutter. Auf dem Track „Mama ist stolz“ kann man von Sidos Mama persönlich erfahren, dass sie genau das ist. Sie hat auch einen guten Grund, auf ihren Sohn stolz zu sein, denn es vergeht kein Tag, an dem man ihn nicht im Fernsehen mit seiner Hitsingle auf den gängigen Musiksendern bewundern kann. Sie sagt außerdem, dass sie, genau wie Sido, keinen Fick auf die Leute gibt, die in der Vergangenheit nicht an ihren Sohn geglaubt haben. Dass der „Arschfickmann“ auch etwas andere Tracks machen kann, die etwas gechillter von seinem Leben erzählen, kann man auf „3 Leben“ hören. Ein sehr guter Track, der überraschender Weise auch einen anderen, ruhigeren Sido zeigt. Dass er trotz seines großen Erfolges Treue zur Crew beweist, zeigt der Track „Die Sekte“, auf dem er seine Homies von der Sekte featuret. Auf diesem Song stechen Sido, aber auch sein A.I.D.S.-Partner B-Tight ganz klar hervor, was schätzungsweise an der längeren Rap-Erfahrung liegt, doch ist dieser Track ein MV-Representer und darf auf „Die Maske“ natürlich nicht fehlen. Dass auf diesem Song natürlich einige Leute namentlich erwähnt werden, die der Sekte nicht in den Kram passen, versteht sich von selbst. Battlerap ist halt Competition.

Mit dem Album „Die Maske“ ist dem Sekten-Führer Sido ein Werk gelungen, das er selbst als das „erste deutsche Rapalbum“ bezeichnet. Zwar würde ich nicht so weit gehen, doch ist „Die Maske“ ein Album, das jedes Deutsch-HipHop-Hemd zumindest einmal gehört haben muss, um sich von Sidos Style überzeugen zu lassen. Auf dem Album runden nicht nur die bouncenden Beats, die überwiegend von den Beathovenz produziert wurden, Sidos wortwitzige Raps, sondern vielmehr auch die oberkrasse Grafik von Specter das Gesamtprodukt ab.

Sizzla – Jah Knows Best

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Es ist schon fast ein Unding: Sizzla releast und releast und releast. Demnach ist schon fast nicht mehr verwunderlich, dass ich heute wieder einmal ein Sizzla-Album zu besprechen habe. Das neue Werk heißt „Jah Knows Best“ und wurde – nachdem Sizzlas letzte Veröffentlichungen das Werk fremder Beatstuben waren – von seinem Entdecker und Mentor Fatis Burrell (Xterminator) produziert. Veröffentlicht aber wurde der Longplayer über Sanctuary und RAS-Records.

Gleich zu Anfang sei das Außergewöhnliche erwähnt: Sizzla dropt auf seinem aktuellen Album (wobei ich nicht beschwören möchte, dass nicht schon morgen ein weiteres, aktuelleres Werk auf meinem Tisch landen wird) seine erste Coverversion ever – Bob Dylans “Subterranean Homesick Blues” – für mich das absolute Highlight auf „Jah Knows Best“ – und übrigens der einzige nicht von Burrell produzierte Tune. Diese Produktion nahm RAS-Mastermind Gary „Dr. Dread“ Himelfarb in die Hand – was dem Titel eine weitere Einzigartigkeit beschert. Noch nie zuvor habe ich Sizzla in einem derartig experimentellem Style flowen hören! Groß! Wer aber die Soundproduktionen des Doctors kennt, wird sich wenig darüber wundern.

Der Rest des Albums ist klassisch. Sizzla warnt, schimpft und winselt in typischer Manier, wobei mir leider Gottes immer und immer wieder auffällt, dass seine Stimme bei weitem nicht mehr so eindrucksvoll und klar wie noch vor einigen Jahren über die Riddims rollt. Der Qualität seiner Songs tut dies nicht zwangsläufig Abbruch – ich mein ja bloß…

Ich persönlich favorisiere auf „Jah Knows Best“ weiterhin die Titel „Jah Is Love“, welches noch am ehesten an frühere Sizzla-Tunes zu erinnern vermag, „Move Up“, auf einem herb minimalistischem Beat, und „Real People“, weil es zum einen Sizzla-typische Lyrics enthält und zum anderen aussagt, was sich so manch einer vielleicht mal hinter die Ohren schreiben sollte: „Real people do real things – we don`t go around killing others and steal things. Clean people do clean things… love is the way of life!“

Lenny – Boss Musik

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Der Supermutant Lenny bringt nun, nachdem auch er das sinkende Schiff PDNTDR verlassen hat, sein neustes Werk „Boss Musik“ in Eigenregie an den Start. Offiziell ist es ein Mixtape aus neuen, aus diesem Jahr stammenden Songs und älteren unveröffentlichten Songs aus der Zeit, in der „Fight Club“ entstanden ist. Doch kann „Boss Musik“ durchaus als zweites Album nach dem Debüt „Fight Club“ betrachtet werden.

Bereits nachdem ich die CD in den Player eingelegt habe, werde ich vom Intro überrascht. Hier begrüßt Ralf Richter, den man aus zahlreichen Fernsehfilmen kennt, den Zuhörer und erzählt, dass er Lennys Boss Shit bei 260 Sachen auf der Autobahn pumpt. Ich kann mir vorstellen, dass er damit nicht der einzige ist.

Wie wir vor einiger Zeit berichteten, hat sich Lenny im Streit von seinem ehemaligen Label getrennt und es sich daher nicht nehmen lassen, seinen Ärger und Frust in einen tighten Text zu verpacken und ihn auf einen ebenso tighten Beat von Tobeyer (Noisy Stylus) zu vertonen. Er rechnet auf „Gescheitertes Duo“ mit Peter und Put Da Needle To Da Records ab, wie es damals auch Germany (Der Klan) und Kool Savas getan haben, nachdem sie unzufrieden das Label verlassen hatten. Wenn man den Track von Lenny gehört hat und seiner Version der Geschichte folgt (es gibt bestimmt auch eine andere Seite der Medaille, aber wir beschäftigen uns hier nun mal mit einem Track von Lenny und nicht von Peter), kann man verstehen, warum er so über Put Da Needle abkotzt und wie schlecht es für ihn gelaufen ist. Probs für den Track.

Ein Song aus dem Jahre 2003 ist „Ach Was“ feat. Ercandize. Der von Lenny produzierte Beat pumpt ohne Ende im Zusammenspiel mit dem Streicher-Sample und dem rollenden Drumset. Auf dem Song battlen Len und der zur Optik Crew gehörende Ercandize in feinster Manier und beweisen, dass sie das Battletexten beherrschen. Diese Trackmarke mutiert zu einem meiner Favoriten auf Lennys „Boss Musik“.

Auf dem Beat von Bad Meets Evil (Eminem & Royce Da 59) „Scary Movie“ droppen Tatwaffe und Lenny den Song „Labels“, in dem das Problem der deutschen Rapszene, die falsche Labelpolitik der Majors, aufgezeigt wird. „Die Szene hat sich selbst gefickt – Tränen helfen nicht.“Mit einem Sample der Titelmelodie zum Film „12 Monkeys“ ist der Beat zu „Drogen ficken dein Kopf“ ausgestattet. Auf dem Track rappen neben Lenny noch Mirko, Nynjoe, Pitza und GrandTill über, wie soll es auch anders sein, Drogen-Exzesse und Abstürze. Die Strophen klingen auf diesem Track etwas zusammengepuzzelt, doch ist das keineswegs ein schlechter Song.

Das Album „Boss Musik“ besteht aus tighten Tracks, die insgesamt ein hörenswertes Werk ergeben. Zwar zählen nicht alle Songs zu meinen Favoriten, doch ist das Gesamtprodukt entscheidend, und das ist ein Muss für alle, die Lennys Stuff gerne pumpen, zu denen ich übrigens auch gehöre.

Lennys „Boss Musik“ ist das zweites Lenny-Album, das nicht nur empfehlenswert ist, sondern bei jedem Deutsch-HipHop-Fan im CD-Regal stehen sollte. Doch damit sich die „Boss Musik“-CD nicht alleine fühlt, braucht ihr unbedingt auch die „Fight Club“ CD + DVD mit Videos zu fast allen Songs. Checken!

Nemo – Abfall

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Während momentan bei vielen, vor allem Underground-Releases, eher selten wirkliche Themen und Inhalte behandelt werden, legt der Nürnberger Nemo mit „Abfall“ ein Debütalbum vor, welches vor allem textlich andere Schwerpunkte setzt und sich somit von anderen VÖs sehr unterscheidet. Zustande gekommen ist diese Scheibe in Zusammenarbeit mit dem Berliner Producer Krutsch, jedoch liegt die Entstehungszeit schon ca. ein Jahr zurück.

Weil Nemo „die Hölle auf Erden“ erlebt, flieht er gelegentlich in andere Sphären, in denen er seinen Phantasien freien Lauf lässt. Sei es als Ninja oder als Besucher aus der Zukunft – er macht oft in Doppelreimform seine Sicht der Dinge klar – wie in der gesellschaftskritischen „Systemanalyse“. Für den einen oder anderen wirkt dies vielleicht etwas sehr weit entfernt bzw. seine Gedankengänge etwas weit hergeholt, doch lässt man sich auf diese Ausschweifungen ein, erkennt man, dass sich hier stets eine Message mitbewegt. Unter den 16 Tracks befinden sich lediglich zwei Battletracks, der Rest lässt sich mit deepen Inhalten und Storytelling beschreiben.

Rapliebhaber, die über den Tellerrand blicken können und für die es nicht nur eine Rapsparte mit Gangster- und „ich bin der Beste“-Attitüden gibt, können sich hier an einem Stil erfreuen, der sich von der Masse sicherlich abhebt. Denn während Nemo sagt „Ich halt das Niveau am Mic hoch und verliere mich nicht im Eigenlob“, können dies so manch andere MCs nicht auseinander halten.

Mit Automatikk (Nürnberg) im Gepäck befinden sich auch zwei härtere Featureparts auf der CD, die für eine Spur der nötigen Abwechslung sorgen. Nemo und Bukue One (Oakland) zeigen ihre „Art Of Lyricism“ im gleichnamigen Featuretrack. Des weiteren sind S-Rok und Funk (beide Berlin) vertreten.

Krutsch präsentiert mal wieder Beats vom Allerfeinsten. Sie kommen nicht langweilig, sondern sind sehr ausgefeilt und bringen die Stimmung rüber, die bei Nemos Lyrics doch sehr existenziell sind, denn somit droht nicht die Gefahr, sich von den teils schwer verdaulichen Texten abzuwenden, sondern wird eher zum hinhören gezwungen. Von einem vielseitigen und facettenreichen Album würde ich dennoch nicht sprechen, da vor allem nach mehrfachem Hören der Tracks eine gewisse Ähnlichkeit zurückbleibt und man nach einem herausstechenden Track sucht. Das Niveau der Platte wird dadurch nicht gemindert, es zeigt vielmehr den Anspruch, nicht alles bedienen und jeden Hunger stillen zu wollen, sondern jedem Song seinen Platz zu geben.

Fazit: Es handelt sich sicherlich um keine leichte Kost, sondern eben um sehr nachdenkliche und deepe Lyrics, die Gehör verlangen und verdienen.

SDP – Räuberpistolen

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SDP – Stonedeafproduction – ist Dag Alexis und Vincent. Die beiden Berliner gehen auf ein Spandauer Gymnasium und musizieren zusammen. Sie begannen damit, Telefonstreiche aufzunehmen und zu bearbeiten und machten in einer Band Deutschrock.Nun machen sie Musik mit selbsteingespielten Gitarren und Bass, programmierten Beats und Scratches, singen und rappen und verschmelzen dabei die unterschiedlichsten Musikstile. Dass dabei gewöhnungsbedürftige Lieder rauskommen, liegt nah.

Vor mir liegt nun die CD „Räuberpistolen“ von SDP.Und ich bin beim Reinhören positiv überrascht. Allerdings haben die meisten Lieder außer Sprechgesang herzlichst wenig mit dem klassischen HipHop zu tun.

Man findet auf der CD die dämlichsten, unsinnigsten Texte, aber auch sehr politische, nachdenkliche Lyrics. „Angriff“ zum Beispiel vereint einige der Eigenschaften, ein Track mit Babygesang gegen die aktuelle Popmusik. In „HipHop ist scheiße“ bekommt die HipHop-Gemeinde erstmal ihr Fett weg. Natürlich hat dieser Track ebenfalls nicht viel mit HipHop zu tun, ist aber sehr musikalisch und wie ich finde: ein Highlight. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass sich viele Rapper bei diesem Lied ans Bein gepinkelt fühlen. „Ein Soldat“ folgt und ist ein sehr gelungener politischer Track, bei dem das Handeln eines Soldaten in Frage gestellt wird. Sehr guter Text mit sehr schöner musikalischer Gitarren-Begleitung.„Bananensaft“, ein Track, der witzig und nicht ganz so ernst gemeint ist, erklärt das Geheimnis, warum die beiden unter anderem bei Frauen so gut ankommen. Der Track ist in Form eines Radiointerviews aufgebaut.Sehr unterhaltsam ist auch „Knicklicht“, bei dem die Technoszene erstmal richtig verarscht wird.„Streitwagen“ ruft zur Zerstörung der Top10 auf – was im Grunde ja keine schlechte Idee ist.

Insgesamt gefällt mir diese verrückte Art der beiden. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, diese CD zu hören, und ich habe viel gelacht. Mit Sicherheit gibt es viele, die dieses Album hassen werden, aber ich finde, es ist endlich mal etwas komplett anderes. Nichts, was für die Charts konzipiert ist. Auch wenn diese Musik nicht komplett im HipHop anzusiedeln ist. Jungs, macht weiter eure Musik und trinkt euren Bananensaft.

Qualo and the Movement –

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Eine Bewegung hat begonnen und nimmt ihren Lauf. Sie kommt aus einer Stadt, die erst seit kurzem auf der Landkarte des Rap entdeckt wurde. Doch reihen sich Qualo weder neben Kanye West und Twista, noch neben All Natural oder J.U.I.C.E. ein. Eher stehen sie an der Revolutionsfront direkt neben Dead Prez. Und mit ihrem gewaltigen Paukenschlag „Chi Bangin“ bereichern sie ihre Stadt mit einem weiteren Style… „revolutionary prose, equal parts thug posturing, political insight, ghetto philosophizing and sharp political commentary“… was wohl alles bedeutet, außer inhaltslos.

Das Quartett, welches sich aus den Mitgliedern Shala Esquire, Optimyst, Chicago Shawn und Preast zusammensetzt, formierte sich Anfang der 90er zu gemeinsamen High School-Zeiten. Unter der Flagge des „Movement“ wird hier nun zudem das erweiterte Umfeld der Gruppe präsentiert. In der Tradition von Public Enemy stehend, untermalen sie seither ihre krachenden Beats mit nicht weniger gewichtigen Lyrics. Inspiriert zeigen sie sich hierbei unter anderem von den Black Panthers oder auch der Nation of Islam. Nach eigener Aussage machen sie nicht Musik für die Industrie, sondern für die Leute – „ihre“ Leute – und gehen daher auch keine Kompromisse ein. Denn auch wenn Conscious-Rap nicht gerade in „Mode“ ist, lassen sie sich nicht von ihrem Kurs abbringen.

Dies kann man auch musikalisch nachvollziehen, wenn man „Chi Bangin“ nur etwas genauer betrachtet. Hier gibt es kein normales Intro, endlose Standard-Songs im Vers-Hook-Vers-Schema oder ellenlange Feature-Listen. Sie halten halt alles in der Familie und schrecken auch vor keinem musikalischen Experiment zurück, und schon gar nicht vor kritischen-zynischen Inhalten. Natürlich darf auch gebouncet und genoddet werden, denn trotz der ernsten Aussagen machen sich Qualo überraschend locker.

Auf mehrere Songs einzugehen, würde wohl definitiv den Rahmen sprengen, doch sollen hier ein Paar Anspieltipps genannt werden:

Bei „Chicago-Gittas“ wird ein für allemal deutlich unterstrichen, woher die Herren nun genau kommen. Eine Abrechnung mit allen „Fake-Gangstas“ bringt Royal mit dem sich ins Ohr schmiegenden Song „Mind, Body And Soul“. (Das er hier etwas nach Joe Budden klingt, war wohl eher ungewollt.) Humor beweisen Qualo dann auch gemeinsam auf dem Track „I Ain`t A Pimp“. Und zu guter Letzt wäre dann noch die Revolutionshymne „The Beginning“ zu nennen, die wohl am besten repräsentiert, wofür Qualo stehen.Seid ihr also auf der Suche nach einem eigenwilligem Album, welches sich nicht beim ersten Hören erschließt sowie mit jeder Menge Abwechslung und Inhalt auftrumpft, könnt ihr hier nichts falsch machen.

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