Darkman X, auch bekannt unter dem Namen DMX, wurde mal wieder verhaftet. Er fuhr auf der New Yorker Interstate 684 über 35mph zu schnell. Ein Polizeibeamter stoppte ihn und stellte fest, dass X gar keinen gültigen Führerschein besaß. Ganz nebenbei war das X-Mobil nicht registriert. Der New Yorker Rapper wurde noch direkt vor Ort festgenommen, kam aber für eine Kaution von 350$ wieder frei. Da DMX durch diese Lappalie gegen seine Bewährungsauflage verstoßen hat, muss er sich nun am 18.01.2005 vor Gericht verantworten.
Capone im Kreuzfeuer
Robert “Screw” Montanez ist tot. Der Tour Manager des R’n’B Künstlers Akon wurde am Mittwoch in New Jersey von einem Unbekannten erschossen. Montanez hatte mit Akon und Capone von Capone’N’Noreaga einen Promotermin in der Ringside Bar in New Jersey. Nachdem alles erfolgreich abgeschlossen war, wollten sie noch einige Bilder auf dem Parkplatz der Bar schießen. Ein Unbekannter mischte sich unter die Gruppe und zerrte plötzlich an Capone’s Kette. Capone stieß ihn zur Seite und brüllte außer sich vor Wut: “Das machst du kein zweites Mal“. Montanez der das Ganze beobachtet hatte schritt ein, um den Streit zu schlichten. Es kam jedoch zu einer Rangelei zwischen beiden, in der der Angreifer Montanez zweimal in die Brust schoss. Der Täter konnte unerkannt entkommen. Mario Costa, der Besitzer der Ringside Bar, setzte eine Belohnung von 20.000$ aus, für Hinweise und Informationen, die zur Ergreifung des Täters führen. Robert “Screw” Montanez wäre wahrscheinlich noch am Leben, wenn die Rettungskräfte nicht über 30 Minuten gebraucht hätten, um am Tatort einzutreffen.
Redmans Dessau-Gig verlegt
Das Konzert von Redman, welches ursprünglich in Dessau stattfinden sollte, wurde nach Berlin verlegt. Am 29.12.04 wird er euch im 2Be Club die Hölle heiß machen. Da das Kontingent an Karten begrenzt ist, solltet ihr so schnell wie möglich zuschlagen. Ich sag nur: nicht Verpassen! Im Gepäck hat er die DJ’s DJ Kool und DJ Dice aus New York. Karten gibt es an jeder bekannten Vorverkaufsstelle. Fakt ist Redman kommt – egal in welche Location – und das ist gut so.
Mary J. Blige – Live From Los Angeles
Leider habe ich Mary J. Blige noch nie live gesehen. Das ist ziemlich bedauerlich, denn diese Frau ist eine der ausdruckstärksten Sängerinnen unserer Zeit. Im Mai diesen Jahres wurde im Universal-Amphi-Theatre Los Angeles ein sehr eindrucksvolles Konzert der charmanten HipHop- und Soul-Lady aufgezeichnet, das man nun auf der DVD „Live From Los Angeles“ miterleben kann.Gestartet wird mit folgendem Intro-Szenario: Zu sehen ist Mary, umringt von einem Stab „weiser“ Manager und Berater, die über ihr zukünftiges Image konferieren. Da ist von sexy, bling-bling und dirty die Rede, bis Mary endlich der Kragen platzt und sie den Männern erstmal deutlich macht, dass keiner von ihnen eine Ahnung von dem hat, was eine Mary J. Blige eigentlich ausmacht. Ob es im Musik-Business nun um Geld geht oder nicht, am Ende haben die Fans sie zu dem gemacht was sie heute ist. Eine Frau Blige weiß sich eben durchzusetzen, und alles in allem war das doch einmal eine längst fällige Hommage an die Fans. Allerdings betrachte ich dieses schauspielerische Intermezzo mit einem kleinen Augenzwinkern.In der nächsten Einstellung sehen wir die Grand Dame in ihrem Element: Auf der Bühne. Ihre Vorstellung ist geteilt in drei verschiedene Kapitel. Während Part eins die eher hip-hoplastigen Stücke wie „Real Love“ oder „Love No Limit“ in einem Medley umreißt, und das Final sich mit aktuelleren, positiveren Werken (u.a. „No More Drama“, „We Are Family“) befasst, beeindruckt mich der mittlere Teil ihrer Show am meisten! Oftmals scheint es, als wäre diese starkwirkende Frau in sich zerbrechlich wie ein Porzellanpüppchen, teilweise erweckt sie sogar den Eindruck sie sei den Tränen nah. Sie ermahnt Männer, sich um die von ihnen gezeugten Kinder zu kümmern und spricht über eigene, vergangene Fehltritte. Das alles ist eingefasst in einen musikalischen Rahmen, bestehend aus Liedern wie „Not Gon Cry“ und „Your Child“.Mein persönlicher Höhepunkt dieses Konzert-Mitschnittes ist Marys Interpretation von Philip Baileys großem Liedgut „Children Of The Ghetto“. Wer, wenn nicht Mary J.Blige wäre wohl, stimmlich wie stilistisch, in der Lage einen derartig großen Soul-Klassiker – nein nicht zu kopieren – so brillant zu reinterpretieren?“Mary J. Blige – Live From Los Angeles” umfasst nicht nur ein wirklich gelungenes Konzert, sondern noch einiges an Behind The Scenes- und Making Of-Clips.Ergo: Pflichtkauf für alle die auch nur ein kleines Quäntchen Soul in sich führen!
Krumb Snatcha – Let The Truth Be Told
Das Gangstarr-Foundation-Member Krumb Snatcha geht Ende 2004 mit seinem neuen Solo-Album „Let The Truth Be Told“ an den Start. Die Geschichte erscheint über Golden Eye Records und beinhaltet 20 Songs. Gefeatured werden unter anderen Gangstarr-Legende Guru, Styles P. und Ghostface. Für die Instrumentals zeigen sich Talente wie Joey Chavez, der auch schon für Swollen Members gearbeitet hat, und Emile verantwortlich.
Krumb Snatcha rappt gewohnt hart über Beats, die viel Power haben und eigentlich alle steil nach vorne gehen. „My Life“ fällt für meine Ohren sound-mäßig ein wenig aus dem Rahmen des Albums, allerdings ist der Song durch seinen sehr persönlichen Inhalt auf jeden Fall ein Höhepunkt von „Let The Truth Be Told“. Krumb Snatcha flowt auch ein wenig gelassener und lässt sich mehr durch den Beat tragen, was für ein wenig Entspannung sorgt.
In „Bang Bang“ featuring Styles P. wird einmal mehr das inzwischen allen bekannte Sample aus dem Kill Bill-Soundtrack verwendet, „bang bang, you shot me down, bang bang…“ und so weiter – wer ´s braucht. Styles P. ist aber mal wieder erfrischend und flowt sehr angenehm über den doch etwas gewöhnungsbedürftigen Beat. Ein weiterer hörenswerter Song ist „Wolves Gang“ featuring Guru. Es handelt sich zwar um einen recht eintönigen Ohrwurmbeat mit undefinierbaren Sound-Wirrwar, allerdings geht das Teil ohne Ende ins Ohr. Die Raps sind ebenfalls passend – der Gesamteindruck ist stimmig.
Es gibt zweifellos einige wirklich gute Songs auf Krumb Snatchas „Let The Truth Be Told“. Was beim zweiten Hören aber auffällt ist, dass eigentlich alles ziemlich gleich klingt und dadurch leider auf Dauer ein bisschen langweilig wird. Der Funke will irgendwie nicht wirklich überspringen. Deshalb ist das Album für mich auch nicht viel mehr, als guter Durchschnitt.
Beginner – Die Derbste Band Der Welt
Ich könnte jedes Mal kaputt gehen, wenn ich alte Fotos von mir und meinen Leuten zu Gesicht bekomme. Darauf ist dann zu sehen: Ich mit komischer Haarfrisur, ich auf meinen ersten Jams, ich noch ganz jung…
1991 waren auch die Jungs von den heutigen Beginnern noch sehr jung, hatten komische Haarfrisuren und gaben ihre ersten, eigenen Jams. Dennoch waren sie anno dazumal bereits auf dem Wege, in die Annalen der deutschen HipHop-History einzugehen. Im selben Jahr, dem Jahr ihrer Formierung, beginnt auch die DVD-Dokumentation „Beginner – Die Derbste Band Der Welt“.
Ich muss schon sagen, ich hab selten solche Tränen gelacht! Die Doku konfrontiert einen mit urkomischen Aufnahmen aus den frühen Tagen von Denyo, Eizi Eiz, DJ Mad und ihrem einstmaligen Weggefährten Platin Mardin, Making Ofs verschiedener Videos, Interviews, Live-Gigs u.v.m. Selbst hart gesottene Fans dieser Mannschaft dürften hier noch von bisher weitgehend unbekannten Szenen überrascht werden.
Für dieses Best of wurde sich ordentlich Zeit genommen. Die gezeigten Ausschnitte schildern 13 Jahre Beginner-History äußerst originell – eigentlich möchte man fast sogar von äußerst liebevoll sprechen. Bild und Tonqualität sind erstklassig, auch daran gibt es nichts zu meckern.
Wer nach 70 Minuten Geschichts-Abriss noch nicht genug hat, switcht um, auf DVD 2, welche in weiteren 90 Minuten ein „Blast Action“-Live-Wiedersehen mit den Beginnern nach deren Solo-Pause bietet. Die Beginner ziehen mit ihrer DVD in jedem Sinne die Karre derjenigen aus dem Dreck, die ebenso in letzter Zeit auf visuelle Veröffentlichungen von Live- und Background–Material gesetzt hatten, sich dabei aber weitaus weniger Mühe gegeben haben.
Und noch etwas ist zumindest für mich an dieser Stelle klar wie Kloßbrühe: Man muss nicht zwingend Fan der drei Hamburger sein, um die DVD „Beginner – Die Derbste Band Der Welt“ gut zu finden.
Weihnachten mit 3P
Im Hause 3P gibt es ab heute ein quasi-Weihnachtsgeschenk. Der Label eigene Neuzugang „UnterWortverdacht“ veröffentlicht ab sofort zum kostenlosen Download eine sechs Titel starke EP mit dem aussagekräftigen Namen „Dreckiger Sex EP“. Mit dem 15.000 User ist dann aber auch schon wieder Schluss – danach ist diese EP nimmer mehr erhältlich. Also ranhalten!
Auch ansonsten tut sich in Sachen 3P noch Weiteres: Mit der 3p Master Edition „Direkt aus Rödelheim", „S ist soweit", „Live aus Rödelheim" und „Zurück nach Rödelheim" gehen alte Klassiker – neu abgemischt und inklusive Bonusmaterial – wieder an den Start. Wer sich gleich mal eines dieser Pakete sichern will, sollte an unserer 3P-Verlosung teilnehmen.
IAM – Anthologies 1991-2004
Die wohl berühmteste Rap-Crew aus Frankreich ist IAM! Diese 6-köpfige Formation besteht aus Akhenaton, Freeman, Shurik´n, DJ Kheops, Chill und Imhotep. Alle Mitglieder stammen aus der am Meer liegenden Stadt Marseille. IAM bestehen seit geraumer Zeit und haben bekanntlicherweise schon etliche HipHop-Jährchen auf dem Buckel. Genau weil sie schon so lange dabei sind, sehen die Mitglieder von IAM es als würdigen Anlass, eine „Best of“ Scheibe namens „Anthologie 1991-2004“ über Hostile zu releasen. Doch haben die IAM Jungs nicht nur eine CD mit den besten Tracks zusammengestellt, nein, gleich eine Doppel-CD wurde gepresst und veröffentlicht. Mit insgesamt 26 Tracks, die überwiegend aus Hitsingles aus den bisher vier veröffentlichten IAM-Alben stammen, kann diese Kollektion aufwarten und zugleich überzeugen.
Das Debütalbum der Franzosen „De la Planète Mars“ erschien 1991 und war sehr erfolgreich. Einige Tracks bzw. Singles des Albums sind im ersten Teil der 1. CD zusammengestellt. So zum Beispiel „Red, B!ack and Green“ oder „Donne-Moi le Micro“, diese liefern für Leute, die dieses Album nicht kennen, einen guten Einblick in die Oldschool Styles und Flows von IAM.
Das zweite Album „Ombre est Lumière“, welches ebenfalls in Frankreich sehr gute Verkaufszahlen erreichte, ist unter anderem mit den Songs „Une Feme Seule“, „Le Feu“ und „J´Aurais pu Choire“ auf Anthologie vertreten. Hier flowen Shurik´n und Konsorten über tighte Beats von z.B. Akhenaton und zeigen, dass schon damals französischer Rap ganz oben in der Weltrangliste anzusiedeln war.
Mein Favorit-Album der 6er-Kombo aus dem Jahr 1997 „L´ècole du micro d´Argent“ ist auch mit den Singles „Petit Frère“ und „L´empire du Côté Obscur“ vertreten. Für mich ist „L´ècole du micro d´Argent“ noch heute eines der besten französischen Rapalben überhaupt. Die Auswahl der Tracks für das „Best of“ ist durchaus annehmbar, stimmt jedoch nicht ganz mit meinen Favoriten des Albums überein.
Der zweite Teil der 2. CD beinhaltet Stücke vom im Jahr 2003 erschienenen Gold-Album „Voir un printemps“. Selbstverständlich ist auf der Zusammenstellung die Single „Noble Art“ featuring Method Man und Redman zu hören. Dieser Song lief ja im TV und im Club rauf und runter, was daher rührt, dass dieser Song ein echter Kracher á la Rockwilder ist.
Mit Anthologie ist den Rapstars aus Marseille eine erstklassige Best-of-Kompilation gelungen. Für Leute, die nicht alle der vier IAM LPs ihr eigen nennen können, ist Anthologie eine willkommene Gelegenheit, auch den früheren Stuff etwas näher kennenzulernen. Für Fans der sechs ist Anthologie ein Muss, schon allein deshalb, um die Sammlung zu komplettieren. Wie immer bei Greatest-Hits-Sammlungen, die kein nennenswertes Zusatzmaterial oder Exclusives enthalten, ist der Wert für Menschen, die die Alben der Crew schon in den Crates haben, aber natürlich recht limitiert.




