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PatCash – Rien ne va plus

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Zwei Erwartungshaltungen dominierten bei mir bevor ich die erste Solo-Platte "Rien ne va plus" von Ex-Moqui Marbles-Mitglied PatCash in den Player schiebe. Ich erwartete erstens die Energie eines PatCash-Auftritts und zweitens zumindest die Intelligenz und Konzeption eines Moqui Marbles-Albums. Doch ich wurde sogar noch positiv überrascht.

Das Album klingt musikalisch sehr bunt und abwechslungsreich, doch von vorne bis hinten stimmig. Die Samplewahl ist dabei das wirlich Interessante. Von Dirty Dancing bis hin zu dem Sample, das auch Jay-Z in "Hard Knock Life" benutzt hat. Das deckt aber die Bandbreite der benutzten Sounds noch lange nicht ab. Ich will hier jedoch nicht zu viel vorwegnehmen, denn diese Klangauswahl nimmt einen mit auf eine kleine Reise durch die Musikgeschichte. Die Sample-Kuriosität ist aber durchgängig souverän umgesetzt von Raw Uncut, PhreQunicy, Fritz thr Cat, Golgo13, X-Ray, Bubblez, Lars Mellow und den Flaming Beats aus Moskau. Ein absolutes Beat-Highlight unter den kleineren Beat-Highlights ist dabei gleich der zweite Song "Herzlich Willkommen" aus der Feder von PhreQuincy. Also wer PatCash schon mal live gesehen hat, der kann sich beim Hören der Platte schon mal auf die nächste Tour freuen, denn alleine die Beats gehen ungeheuer nach vorne.

Auch technisch hat PatCash im Vergleich zu Moqui Marbles-Zeiten noch eine Schippe draufgelegt. Man hat nicht nur das Gefühl, dass die Anzahl der Silben sich dem Tempo der Beats angepasst hat, sondern auch, dass PatCash seinen Fluss gefunden hat. Man merkt ihm an, dass er keine Megaflows erzwingt und sich in seinem Style wohlfühlt. Dabei entsteht aber trotzdem keine Eintönigkeit.

Inhaltlich suchen wir die strenge Konzeption einer Moqui Marbles-Platte vergeblich, was aber in diesem Fall auch wirklich gut tut. Man trifft auf viele Representer-Songs wie zum Beispiel auf den Opener "Immer Noch", oder "Herzlich Willkommen", "Das Los Ist Hart", "Baila" (auf einem Baila-Beat, mit den Moqui Marbles und Tony Greer), "Here I Am" und "Ooops". Weiterhin finden wir einen Lady-im-Club-Song namens "Wie Gott Dich Schuf", eine Prise Sozialkritik auf "Am Ende", den etwas zu chilligen Battle-Track "Du Hast Stress", zwei Anti-Liebeslieder namens "Don’t Love You" und "Bye, Bye" mit den alten Mitstreitern von den Moqui Marbles und den sehr schönen Hoffnungmacher "Schutzengel" zusammen mit Clueso, auf dem PatCash interssanterweise nur sprichwörtliche hoffnungmachende Phrasen rappt und Clueso in Bestform singt. Zusammen mit Franky Kubrick geht es dann in "Was Ich Will" um die Liebe zum Geld und mit Reno um den Glauben an "Mein Traum". Mit den "beiden Mittelfingern" für den Crazy Frog im Hidden Track "Here I Am" beschließt PatCash würdig ein sehr abwechslungsreiches Album.

Stabilisiert und geprägt wird die Vielfalt des Albums auf seiner kompletten Länge letztendlich vom guten alten Hamburger Vergleiche-Style, der Erinnerungen an alte Eimsbush-Releases zwar immer wieder aufblitzen lässt, aber den Bezug zum 2006er Produktionsniveau im deutschen HipHop immer wahrt und ihn um einige sehr schöne Sample-Beats erweitert.

JAW – Schock Fürs Leben

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Schock fürs Leben’ heisst JAWs auf Rapz-Records erschienenes erstes Album. Bereits 2003 brachte Doktor Jotta seine EP ‚Seelensturm’ raus, auf der er, genau wie auf seinem neuesten Werk, alle Beats selber gebastelt hat. Die sind durchgehend schlicht gehalten und eher elektronisch und spiegeln die vorherschend düstere Stimmung wieder. Technisch kann und sollte sich JAW sicherlich noch verbessern. In der Juice Juni-Ausgabe war ‚Schock fürs Leben’ das Demo des Monats. Definitiv zu Recht. JAW liefert saubere schnelle Flows und witzige Wortspiele, alles immer am Rande des Wahnsinns. Thematisch kommt nichts zu kurz: Hier wird mit Bitches, Rap und dem Rest der Welt abgerechnet und zwar um Klassen kreativer und besser als die meisten Anderen auf dem Markt. Im Moment arbeitet JAW an seinem ‚Gehirn im Mixer’ Mixtape und ich freue mich schon.        

Wer es irgendwie strange und ein bisschen ‚anders’ mag wird JAW lieben. Im Intro scheitert makaber sein Selbstmordversuch und ebnet den Weg für weitere 18 Tracks mit ziemlich kranken, aber auch innovativ/witzigen Texten. Es geht in ihnen um den alltäglichen und vor allem JAWs persönlichen Wahnsinn. In ‚JAW’ plaudert der Rapper über seine Kindheit und Jugend. Schon in der ersten Strophe heisst es "ich wusste schon damals, dass die Welt scheiße ist“. Jeder wird sich in dem Track auf die eine oder andere Art wiederfinden. Er hilft einem auf jeden Fall den Rest des Albums besser zu verstehen. In ‚Schöne neue Welt’ sind dann die ersten Highlight-Lines zu finden:

„…alt wie Hulk Hogan setz ich ein Kind in die Welt, an ner Autoraststätte, den Rest findet es selbst. Ich bin ein guter Papa: ich mach den jungen Bengel unabhängig, sonst wird er minderbemittelt wie ein Internetkiddie…“

Ein kompletter Highlight-Track ist dann ‚Triebgesteuert’. Auf einem schnellen Beat kann man hier die irre Beschreibung eines Freitagabends hören.

„-Wenn mans genau nimmt bist du schon blau, stimmts?
-Ich würde sagen ich bin der Typ der dich austrinkt…“
oder
„Das war der vierte White Russian und ich bin immer noch deutsch“

Die Sendung mit Applaus’ und ‚Eure Party’ beschäftigen sich mit der sogenannten ‚Szene‘. Besonders ‚Eure Party’ sollte man sich als XXXXL T-Shirt-Träger und ‚Yo Motherfucker –Sager’ mal genau anhören. Alle Fans dieses Tracks werden sich auch in der ‚Im Kuckucksnest’-Line

„Ich schau mir einfach die Welt an wenn ich Ärger such oder lese deutsche Rap Texte mit nem Englisch Wörterbuch…“ 

wiederfinden können. Abgerundet wird das Werk dann noch mit dem schwer depressiven Track ‚Die Seuche in mir‚, hier wird aber immerhin noch das Licht am Ende des Tunnels erkannt.

Ist dieses Album Selbsttherapie oder kommt die sowieso zu spät? Überzeugt euch selbst.

55 Alkis – Code Alk

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  „…mein Kopf ist gefickt, ich bin wohl viel zu nüchtern, jetzt wird erst mal Alk gekippt, ich spitte Hits für die Kids, bis jeder Alki is…“

Code Alk’ ist der Name und der ist Programm. Das Album ist auf Buckwheats Records, dem Label von Seperate erschienen. Die Arbeitsweise von 55Alkis, bestehend aus Vince, Juce und Üba3ba, erklären die Jungs am besten selber: „Ging alles ziemlich schnell. Wir haben 2-3 Monate jeden Tag im Studio gehockt. Von morgens um elf bis abends spät. Mittags waren wir schon direkt voll. Das ging dann auch so weiter.“  Wer das Album gehört hat, glaubt ihnen ohne zu zögern. Ob er nun nur dem Rausch dient oder dazu Frauen abzuschleppen, Alkohol bleibt das Thema Nummer 1. Die beinahe durchgehend kopfnicktauglichen Beats stammen von Sanssay, Streekay, Tasi, Mindbrake, Bob Jackson und Brain Uzner und sind gelungen. R’n’B-angehaucht, ab und an sehr funky, sprich clubtauglich. Mit einem Feature von Marlon B. (Söhne Mannheims) kommt ‚Lil Stereo’ übrigens sogar Reggaelastig daher. Für ‚Code Alk’ muss man entweder selber gerne/gerade 1,7 Promille haben oder sich einfach drauf einlassen. Dann hat man damit definitiv Spaß.

Nach einem völlig überflüssigen Intro geht es direkt gut los:

„durch die Hintertür, wie sonst, Party wartet: 55 Alkis steppen rein, Party startet“

Nicht ohne Selbstironie geht es übertrieben prollig mit ‚BlingBling’ in die nächste Runde „Ich step grad in Club und treff diese Kleine, red kurz mit ihr: „Äh ja ich bin MC“ nehm sie zu mir, fick und ripp dann ihr Handy“. Schwer represented, aber sich selber nicht zu ernst genommen, wird dann in ‚Wach auf’. Es folgt ‚Groupies’, ein Track der sich, wie unschwer zu erkennen, mit einer bestimmten Art Frauen beschäftigt. ‚Fuck mein Shaizz nich ab’ ist dann eine Abrechnung mit Major Labeln:

„Ey dieser Ficker von Sony hat mein Homie abgezockt, hat mein Homie nicht gedroppt, trotzdem kriegen wir sein‘ Kopf“.

Hervorragend. Auf einem ‚Versaut’ Skit und dazugehörigen Track geht es dann wieder um leicht abschleppbare Frauen. Hier stehen 55Alkis übrigens bei der Wortwahl Berliner Porno-Rappern in nichts nach. Beinahe deep ist ‚Das Leben ist nicht hart’. Manchmal ist es das nämlich doch: „aber Kopf hoch Bruder, es geht trotzdem weiter“. Vom Schmunzeln zum Lachen kam ich dann allerspätestens bei ‚Alkie Baby’ einem Schmusesong, eine sanfte Liebeserklärung an den Alkohol der hier „…du bist mein Rausch, du bist alles was ich brauch, ich geb dich nicht auf…“  mit einer Frau verglichen wird. ‚Mumi’ ist dann wohl eine tatsächliche Liebeserklärung an die Frau als Solche. Oder doch nur an ihre primären Geschlechtsorgane? ‚Lil Stereo’ rundet das Ganze dann nochmal mit reinem Blödsinn ab. „Der Shit ist laut und bleibt voll übertrieben, bin mit mir und der Alkis-Tour zufrieden.“

Ich könnte ewig so weiter zitieren, aber irgendwann ist auch die schönste Review zu Ende. Wer den Jungs bei ihrer Lieblingsbeschäftigung zugucken will, sollte sich unbedingt das Video auf buckwheats.de angucken, denn:

„…einer geht noch

du kannst noch nicht gehen
einer geht noch
du kannst doch noch stehen…“

Agrip Nassim – Hayet

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Agrip Nassim heisst übersetzt ‚Skorpions Brise‚. Der 24-jährige Frankfurter solte mit seinem Debut-Album ‚Hayet‘ laut EMI wegen ‚immer stärker, eskaliereder Konfliktsituation zwischen der christlichen und islamischen Glaubensgemeinschaft‘ erst nicht veröffentlicht werden. Nun kommt die Platte über Geil Records.

Agrip ist Anti-Bush, Anti-Deutschland, Anti-Aggro, Anti-Alles. Radikal ist ein gutes Wort um sein Erstlings-Werk und die Meinung, die er darauf vertritt zu beschreiben.  Radikal ist seine Meinung gegenüber der Gesellschaft, in der er lebt, gegenüber dem Israel-Palästina-Konflikt und sind die beiden Extreme zwischen denen er sich bewegt. Auf der einen Seite wird er scheinbar von Zukunftszweifeln zerfressen und von Emotionen erdrückt, nicht wissend wie mit diesen umzugehen ist. Anstatt aus den Umständen, die ihn umgeben neue Kraft zu schöpfen wird alles auf negativ gepolt. Auf der anderen Seite wird wahllos mit politischen- und sozialkritischen Parolen im Stammtisch-Style um sich geworfen. Der Flow und seine Skillz sind noch sehr ausbaufähig und der Thematik, mit der er sich auseinander setzt, nicht gewachsen. Die Beats sind zwar teilweise musikalisch sehr ansprechend, aber verstärken die melancholische Stimmung auf der Platte nur noch mehr. Man wird allein vom Zuhören depressiv.

Das einzige erwähnenswerte Feature ist Bea Steel. Bemerkenswerte Stimme. Was jedoch nervt sind solche Tracks wie ‚Bloodsport‘, in denen man nicht dahinterkommt, welche konkrete Aussage Agrip Nassim macht oder, was er damit bewirken möchte. Es steht einfach im absoluten Wiederspruch zu Sachen, die tatsächlich mal treffend sind, wie zum Beispiel im Refrain von ‚Du und Ich‘: ‚ Worte, die wir sprechen in den Worten, die wir leben, sind die Feinde, die wir schiessen um uns selber zu vergeben‘ oder ‚Mein Kind‘, in dem er um das Leben seines Kindes betet. In diesen Songs stimmen Vortrag und gewollte Nachdenklichkeit überein und offenbaren ein interessantes Stück seiner Seele.

Alles in allem packt Agrip ein paar wirklich ‚heisse Eisen‘ an, aber einfach zu unreflektiert, einseitig betrachtet und propagierend. Er spricht aus, was viele denken, aber nicht gut genug durchdacht. Diese ‚jo ich bin hart und ficke dich‘-Sprüche machen das Ganze auch nicht besser, eher noch unhörbarer. Man wird beim Zuhören nur von Agrips unreflektierten Emotionen zerdrückt, mehr nicht. Alles ist Scheisse, keine Perspektive in diesem Land, Deutsche sind sowieso engstirnig und intolerant und das ganze Leben hat keinen Sinn. Man spürt seinen Hass auf das Leben und seine Ängste davor in fast jeder Zeile. Man kann für dieses Kind der Strasse nur hoffen, dass es irgendwann seinen Seelenfrieden findet. Inshallah!


Dendemann

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Es ist eine ganze Weile her, dass wir etwas von Dendemann aka Daniel Larusso aka Volker Racho aka Olaf Mitender gehört haben. Um es genau zu sagen: 3 Jahre. Am 1. September wird sich dies ändern, dann erscheint  "Die Pfütze des Eisbergs", Dendes 2. Soloveröffentlichung. Grund genug, zu hören, was sich in den 3 Jahren getan hat und so trafen wir uns auf dem Sonnendach des Four Music Office bei strahlendem Sonnenschein, reichlich gekühlten Obst und Getränken, mit einem redseligen Dende, der mehr zu erzählen hatte, als wir ihm Fragen stellten. Nach der langen Abstinenz des Hamburger Jung‘ hingen wir natürlich nur zu gerne an seinen Lippen. Lest selbst, was er uns und euch zu sagen hat:

rap.de: Du spielst ja nicht auf dem splash! dieses Jahr. Spielst du dieses Jahr generell keine Festivals?

Dende: Nein, eigentlich nicht. Leider gab es auch beim HipHop Kemp buchungspolitische Schwierigkeiten. (Pause) Naja, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

rap.de: Man findet von dir auch im Internet fast keine Promotion. Du bist, außer auf deiner minimalistischen Homepage und bei Four Music, so gut wie nicht präsent im Internet. Wie stellst du dir das mit der Promotion, etc. eigentlich vor? Gehst du davon aus, dass du deine Fans hast und nur etwas zu veröffentlichen brauchst, und die kaufen das dann?

Dende: Also ich finde das ist alles noch im Rahmen. Jetzt beginnt erst der Promotion-Zeitplan. Mir wird gesagt: Dann und dann ist die Abgabe der Platte und drei Monate später die Veröffentlichung. Jetzt kommen halt die Interviews, die dann kurz vor Release in die passenden Magazine kommen. Das ist schon das ganz normale marktübliche Timing. Und zur Internetseite: ja Gott, ich finde das spricht irgendwie für sich. Die Leute haben am Ende des Tages ja auch das Gefühl, dass, wenn sie eine Information von mir gekriegt haben, dass sie sich die verdient haben. Die müssen dann einfach hier nochmal ran und da nochmal was nachgucken. Ich finde das ganz spannend, und ich gucke da auch hin und wieder drauf. Und es wird natürlich noch ein richtige Homepage zum Album geben. Aber sonst, ich weiß nicht.

rap.de: Daran schließt die nächste Frage an: Von dir kann man, selbst wenn man intensiv sucht, nichts Privates in Erfahrung bringen. Ist das Absicht oder ist dir das einfach mal egal?

Dende: Ich werde auch wenig Privates gefragt, muss ich sagen. Und wenn mich mal jemand etwas fragt, dann frage ich mich, was der davon haben könnte und denke mir: Nichts, nächste Frage.

rap.de: Wir aber haben uns gefragt was du für ein Typ bist. Zum Beispiel beim Plattenrelease, denkst du da: Das läuft schon, denn ich bin der Dende!? Oder bist du eher zweifelbelastet gewesen, mit der neuen Scheibe auf das momentane HipHop-Publikum zu treffen? Dahingehend kann man sehr schlecht in dich reingucken.

Dende: (längere Pause) Ich bin überhaupt nicht frei von Zweifeln was den Erfolg von so einer Veröffentlichung angeht. Aber da ist wieder die Frage, was denn ein Flop ist. Für die eigene Zufriedenheit gibt es bei jedem Beat, bei jedem Song und jeder Strophe die magischen 99,9%, die es zu erreichen gibt. Und wenn man bestmöglichst an diese Marke rankommt, hat man selbst am längsten was davon. Ich kann mir das Ganze ja auch schön zu Hause ausdenken, aufschreiben und einrappen, aber auf der Bühne merke ich spätestens, dass ich Blödsinn erzähle. Das ist mir zwei bis drei Mal im Leben passiert – und seitdem versuche ich das so gut es geht zu Hause auszuschließen. Also sitz ich da vielleicht auch mal ein halbes Stündchen länger dran.

rap.de: Und deshalb hat es mit der Platte so lange gedauert?

Dende: Die Platte hat so lange gedauert, weil, als ich dann erst einmal drin war, hab ich mich teilweise auch mit so Künstlerquatsch aufgehalten wie: Ich brauche einen Schlüsselbeat, vorher fange ich nicht an! Ich kann zwar die Texte über dies Ding oder das Ding aufnehmen, aber die Erwartungshaltung, dass da an schneller Zufriedenheit irgendwas bei rumkommt – auch von Labelseite aus – oder dass man aufgrund der Quantität vielleicht schneller zufrieden ist, ist falsch. Ich wollte etwas machen, auf Musik, auf die ich vorher noch nichts gemacht hatte. Ich hab mir für das Album Beatverbot erteilt. Das musste sein. Also habe ich mir überlegt, ich muss Leute finden, die meinen Ansprüchen auf Albumlänge gerecht werden. Und dann bin ich vor gut anderthalb Jahren auf die Audiotreats aus Mainz gestoßen. Und da gab es dann zwei/drei Schlüsselbeats, bei denen mir klar war: Die können alles! Denn, wenn die handwerklich und gefühlsmäßig das können, dann können die eigentlich alles. Und es ist schon schwierig, wenn jemand so etwas so gut kann, dann geht es sehr ins Detail, und es ist schwierig meinen Nerv zu treffen, dass ich auch keine Korrekturen mehr will. Es hat also funktioniert. Und als ich dann einmal losgelegt hatte, war ich mehrfach im letzten Jahr in Mainz, um das alles abzusegnen, noch das letzte Stück aufzunehmen und schön das Ding einzutüten. Und immer dann gab es zwei, drei, vier, zehn, fünfzig Beats, bei denen ich dachte: bevor die irgendein Trottel bekommt, kann ich da nicht noch irgendwie schon eine schützende Hand drauf haben.

rap.de: Kannst du da ein Beispiel nennen?

Dende: Mit der Single war es das krasseste Beispiel. Wir hatten alle Mixes abgesegnet, alle Arrangements noch mal angehört, alles fertig: super gemacht Jungs, ab zum Mastern. Ich ruf Busy an und suche einen Zug raus und sag zu Karsten, wenn er noch was da hat, auch gerne von ihm selbst, ich nehme mir das gerne mit nach Hause. Alles, was ich die letzten Monate an Musik gehört hatte waren deren Beat-CDs. Und da war dann der 3 ½ Minuten-Beat drauf. Und dann ging die ganze Scheiße wieder von vorne los.

rap.de: Und warum hast du dir striktes Beatverbot erteilt? Du hast doch schon gezeigt, dass du gute Beats bauen kannst.

Dende: Ich bin ja eigentlich Fan von Rap-Gruppen, wo der DJ dann produziert, und dem dann auch gleich der passende Scratch einfällt, aber so was gibt es ja nicht mehr. Und ich mag diese Beat-Compilations der MC’s nicht, die mal hier einen Beat abgreifen und mal da, und am Ende hat man dann 15 Songs, die im Prinzip aber nichts miteinander zu tun haben, außer das die gleiche Nase darauf reimt. Bei Das Schweigen Dilemma ist mir dann bewusst geworden, dass mein musikalischer Input bei EinsZwo, der dort sehr groß war, mir jetzt beim Selbermachen zum Verhängnis wurde, denn irgendwie wollte ich alleine doch etwas Neues kreieren, doch ich war von der Arbeitsweise so nah dran, an dem, was wir zu zweit gemacht hatten und dachte: Das hört sich ja genauso an. Der einzige Unterschied zwischen der letzten EinsZwo-Scheibe und der Dendemann-alleine-Scheibe war: wieder Soul statt Jazz. Vom Handwerklichen her war es aber genau das gleiche. Man hätte auch meinen können, wir hätten das zu zweit gemacht, aber ich hätte das alleine rausgebracht.

rap.de: Das ist ja sowieso eine sehr gewagte Single. Sie ist für Rap-Musik ja sehr ruhig. Ich hatte mir gedacht, dass sie gut im Radio funktionieren könnte, weil es einfach ein schönes Liebeslied ist. Woher nimmst du in dieser Zeit, in der meist nur harte Beats mit harten Raps ausgekoppelt werden, das Selbstbewusstsein so eine Single zu droppen?

Dende: (überlegt lange) Ähm… irgendwie war es so: Ich kann auf anderen Songs des Albums meine Stärken sicherlich besser unter Beweis stellen oder etwas Dendemanntypisches, Sinnvolles besser präsentieren, aber am Ende des Tages war das das beste Stück und ich musste mich einfach jetzt trauen. Irgendwie war es auch keine zweite Single. Es wusste auch keiner, dass es das Stück gibt. Ich hatte Abgabetermin und alle meinten: So, jetzt hören wir uns alles noch einmal an und entscheiden dann was Single wird. Ich sagte dann: Ich würde euch eine Sache vorher gerne noch zeigen… Die Reaktion darauf war erst einmal: uh! Und dann haben wir ein Strichliste gemacht. Jeder konnte seinen Lieblingssong nennen und es hat auch jedes Lied mindestens einen Strich bekommen, was mich sehr beruhigt hat. Im Endeffekt kam ich aus der Sache aber nicht mehr raus. Mir wurde allseits freundlich an Herz gelegt, wer so ein Lied macht, muss sich auch trauen es auszukoppeln. Und ich finde auch, es ist irgendwie das beste Lied. Bester Beat, bester Refrain, beste Wortspiele. Und so mutig fand ich es auch gar nicht.

rap.de: Du würdest also bestätigen, dass du als Künstler schon ein ausreichend großes Selbstvertrauen hast?

Dende: Ich krieg ja auch auf der Internetseite mit wie die Reaktionen auf manche Sachen sind. Und dann stellst du so ein todsicheres Ding wie „Er so, Ich so“ ins Netz und bringst einige Fans zum Verzweifeln, weil die meinen, der Beat sei eine Parodie auf aktuellen HipHop, obwohl ich den jederzeit mit Handkuss nehmen würde. Erstens ist das ein Cover vom Original und zweitens ist das genau mein Sound, so will ich Musik machen. Der Spagat zwischen damals und jetzt, der funktioniert doch. Also man trifft da vor allem bei den jüngeren Fans auf Widersprüchlichkeiten, die ich überhaupt nicht prognostizieren kann. Da benutzt du einen Nico Suave-Scratch und da kommt die Beschwerde: warum rapt der Typ denn nur einen Satz? Da weiß man dann nicht wie weit man ausholen soll, um das zu erklären oder halte ich mich mal wieder raus und schreibe den nächsten Download-Track über das Thema oder so. Aber das ist ja auch gar kein Vorwurf, das ist halt eine ganz andere Zeit.

rap.de: Ich denke, dass genau dieses Raushalten dir am Ende den Respekt bringt, den du auch nach wie vor hast. Ich erinner mich an das Konzert Anfang des Jahres in Berlin. Das war ein unglaubliches Konzert.

Dende: Ja, das war unglaublich!

rap.de: Wir standen alle vorher da und dachten, gerade in einer Stadt wie Berlin: Hoffentlich wird es schön! Wir hatten alle Schiss, ob es wirklich voll wird, usw. Und dann war die Bude rammelvoll und alle sind übermäßig abgegangen. Ich hatte auch das Gefühl, dass dir das ungeheuer gut getan hat.

Dende: Ich fahre immer mit der gleichen Skepsis los. Jedes Mal. Und immer nach zwei Minuten frage ich mich: Wie blöd kannst du eigentlich sein? Das ist doch jedes Mal so in Berlin. Ob Beginner-Tour, oder EinsZwo-Tour, jedes Mal. Es ist in Berlin, von dem was zurückkommt, auf der ganzen Tour, eigentlich immer das Krasseste. Jedes Mal rechnet man mit dem Schlimmsten und wird belohnt mit der größten Liebe, mit einer Euphorie, bei der man sich fragt: Gibt es bei euch sonst kein HipHop? Man kommt sich vor, als würde man in ein Dorf fahren, wo einmal im Jahr etwas stattfindet, und das bist du.

rap.de: Auch auf der J-Luv-Tour bist du trotz Curse und Tefla&Jaleel, etc. bei den Fans das Highlight gewesen. Wie war das nach dem letzten EinsZwo-Release mit dem Zuspruch der Fans? War der durchgehend gut oder gab es da auch schlechte Phasen?

Dende: Ich kriege das ja immer nur mit, wenn es etwas gibt, also Konzerte oder Reaktionen auf irgendwelche Features oder Download-Geschichten. Ich kann das alles aber nicht so richtig werten. Früher hattest du noch Hater im Forum. Die Leute haben aus Langeweile in Foren von Bands, die sie nicht mochten, Scheiße gepostet. In meinem Forum sind nun aber nur Leute, die mich eigentlich mögen, und deren Enttäuschung, über bestimmte Bandauflösungen oder musikalische Entscheidungen kann ich nicht so richtig einordnen. Es ist immer so, dass einem positiven Post ein negativer folgt und umgekehrt. Die Download-Tracks wurden mit sehr viel Dankbarkeit aufgenommen und die Konzerte, egal in welchem Kaff, egal wie promotet, eine Anzahl von dreihundert ist verlässlich da und freut sich. Schon seit langem teste ich jeden neuen Text live, also kennen die Leute, die auf den Konzerten waren im Prinzip schon das Album. Die Leute kriegen zwar meistens nur einen neuen Text auf irgendeinen Ami-Beat, aber die Songs funktionieren von der Resonanz her trotzdem wie ein alter EinsZwo-Gassenhauer. Bei den Mitmach-Dingern ist es so, dass spätestens nach der zweiten Wiederholung das Ding so gut funktioniert, als hätte es dazu eine Single und ein Video gegeben. Wie zum Beispiel bei „Hört nicht auf“ oder „Sachmagehtsnoch“.

rap.de: Das liegt aber auch an den Texten. Ich könnte mir ungelogen auch ein A capella-Album von dir kaufen. Es gibt ja Leute, bei denen steht und fällt das Ganze ausschließlich mit einem gewissen Entertainment, einer gewissen Rolle, die vermittelt wird. Wenn man bei dir auf einem Konzert ist, dann achtet man immer darauf, das man auch ja keine einzige Zeile verpasst, von dem was du sagst.

Dende: Das war tatsächlich bei den EinsZwo-Auftritten so. Da wir mit Fettes Brot auf Tour waren, waren wir für viele Fans der Hauptband erst einmal Zeitverzögerung. Trotzdem gab es da immer drei so Roughnecks im Publikum, die das Demo hatten, die dann Punchlines mit Szenenapplaus gefeiert haben. Die standen dann mit verschränkten Armen da und zwinkerten mir zu wenn ihre Line kam. So nach dem Motto: „Ich ahn dich!“. Ich bin ja gerne im Studio, so Beats bauen und Texte schreiben, denn das ist mir mit der Zeit immer leichter gefallen, je weniger ich von mir selbst verlangt habe, was Neues zu erfinden. Ich mache gerne Alben, denn man kann dort auch so viel ausprobieren. Und ich find mich auch gut da drin. Ich weiß, dass ich die besten Texte schreibe, und mit Betonung und so weiter auch immer besser vorgetragen kriege. Aber live fühle ich mich zu Hause. Und wenn ich das Aussterben einiger Leistungsträger mit einbeziehe, dann finde ich mich einfach mal am besten. Ich finde, ich bin am verständlichsten, hab den gleichmäßigsten Druck, hab die besten Ideen. Ich sag das jetzt einfach mal so: Ich finde mich live am besten!

rap.de: Ja, und nicht nur live, du beeindruckst mit deiner neuen Scheibe ja auch wieder immens. Wir haben uns die Frage gestellt, ob du dir dieser Voreiterrolle auch bewusst bist, denn du bist ja nun auch schon für drei, vier Generationen HipHop da.

Dende: Dazu fällt mir was ein aus einem gestrigen Interview ein. Da sagte man mir, dass die Platte richtig gut geworden war, und das reichte mir dann nicht mehr. Ich wusste nicht, was ich darauf sagen sollte. Und dann fragte ich ihn, ob die Platte denn gut genug sei. Daraufhin fragte er: Wofür? Und ich sagte: Für das, was ich vorhabe. Und er: Was hast du denn vor? Und ich: Naja, (Pause) ich will nach oben! Und er: Das weiß ich nicht.

rap.de: Eigentlich geht es doch bei dir um oben bleiben, oder?

Dende: Nee…

rap.de: Also ich denke, in deiner Liga bist du oben.    

Dende: Naja, ich hab ja alle Schulterklopfer, die ich wollte, gekriegt. Ich mach das ja schon eine Weile. Es hat sich ausgeprobst. Ich will jetzt nach oben!

rap.de: Was heißt denn das genau? Verkaufszahlen?

Dende: Verkaufszahlen sind ja immer relativ, weil man sich nur mit den anderen misst.

rap.de: Also eine eigene große Tour vielleicht?    

Dende: Naja, das wird es ja alles geben. Also, es gibt nur einen relevanten Einstiegsplatz für die Platte. Und den Pressetext für die Single habe ich aus Zeitdruck selbst geschrieben. Und der erste Satz lautet: Ein fast schon schlauer Mann hat einmal gesagt: Du kannst den Dende ausm Rap holen, aber nicht den Rap ausm Dende. Das hab natürlich wegen der Single geschrieben, aber auch weil ich gemerkt habe, dass alles, was ich noch so musikalisch vorhabe, auch wenn ich mich auf den Kopf stellte oder Deichkind elektromäßig alt aussehen ließe, es würde immer noch unheimlich viel HipHop in allem stecken. Das ist schon ein ganz schöner Freiraum für mich als Künstler. Das wird immer da sein und manchmal neige ich ja auch dazu HipHop zu personifizieren und ich denke er wird es mir nicht verübeln, egal, wohin es mich musikalisch verschlägt. Ich hab ihm zwischendurch auch hin und wieder mal Gutes getan und deswegen bleibt er mein Kumpel, aber ich wechsele die Stadt. Wir können ja Kontakt halten, per Email oder so, oder wir telefonieren. Wir können uns auch besuchen. Aber wenn es um imaginäre Plattenregale geht, steh ich genauso gerne zwischen Azad und Sam wie zwischen Grönemeyer und Wir sind Helden. Ich hatte immer Fans aus der (in 10 „Gänsefüßchen“) Spex-Leser-Fraktion, also Leute, die sich für deutsche Musik interessieren und bei EinsZwo fündig geworden sind. Also meinetwegen können alle kommen: Oma, Opa, Kind und Kegel, da hab ich keine Angst vor. Das ist mein Ziel.


rap.de: Und gesetzt den Fall, die kommen nun nicht?

Dende: Da stellt sich ja die Frage: Wann ist es ein Flop? Wann ist man enttäuscht? Was ich wollte, war ein tolles, vielseitiges, modernes, deutschsprachiges Album machen. Ich wusste, ich brauchte auf HipHop keine Rücksicht nehmen. Er würde sich schon irgendwie einmogeln. Das da jetzt soviel drin ist, das hätte ich am Anfang eh nicht gedacht. Und dass es klanglich doch so nah an dem ist, was ich sonst auch schon gemacht habe, da muss ich sagen: Man hat halt seinen Geschmack. Als die ersten Produzenten mich fragten, was ich den wolle, weil mir das alles noch nicht gefiel, sagte ich: Mach doch mal Flat Eric-Rap. Also richtig stumpf. Ist nun leider gar nicht so richtig dazu gekommen. Irgendwann hab ich das Album von dem Typen mal gehört, und festgestellt, dass das ja ein Rap-Album ist, nur die Singles waren halt so …. Also, ich bin, auch wenn die nicht alle kommen, mit dem Album zufrieden.

rap.de: Gibt es Momente, in denen du auch richtig beschissen getextet hast? Was war dein schlechtester Reim?

Dende: Meine größte Fehlentscheidung, vom Missverständnis her, war aus „Aha“ „ich mach zwar welchen, aber hör keinen deutschen Rap“. Und das kriege ich halt immer nur in Interviews korrigiert. Da merke ich erst was für einen Schaden ich angerichtet habe. Das komplette Lied ist aus der Rolle eines Underground-Nerds geschrieben, der 13“ Vinyl braucht, um sich zu entfalten, der einen SB 12000 zu Hause hat und dessen Homies meinen, er sei fast besser als Sam, was ungefähr die zweitschlimmste Zeile ist. Und dieser Satz mit „Ich mach zwar welchen, usw.", der das Grundproblem deutschen HipHops ist, den ich in anderer Leute Interview so oft gelesen haben und den ich nur zitiert habe, auf den werde ich nun angesprochen, warum ich keinen deutschen Rap höre.

rap.de: Und, hörst du nun deutschen Rap?

Dende: Also die Line war auf einer Platte, bei der wir uns sogar selbst übertroffen haben mit Zitaten anderer Rapgruppen, wo jeder, der ein bißchen Plan hat, weiß, das kann man sich nicht antrainieren, diese Scratch-Geschichten. Das hat man im Kopf und nicht im Plattenschrank. Das funktioniert nicht so viele A capellas zu durchforsten, bis man so einen Scratch-Refrain wie „Bombe“ oder „Vatertag“ irgendwann einmal zusammengebastelt hat. Das hab ich im Kopf, das läuft assoziativ und irgendwann steht das. Ich suche sicherlich den ein oder anderen auch noch mal, doch wie ich letztens gefragt wurde, warum auf der neuen Platte so viele Scratch-Zitate von wirklich alten deutschen Platten sind, ja, weil mir da die Texte eben noch parat sind.

rap.de: Den Vorwurf mit dem „ich mach zwar welchen, etc.“ hat Jan Delay dir ja nun im JuiceInterview schon abgenommen.

Dende: Ich hab davon gehört. Jan Delay ist auch die meist genannte Person in den Interviews bisher.

rap.de: In deinen Interviews?

Dende: Ja, immer so: Ja ich hab ja mit Jan Delay gesprochen, und der macht ja jetzt auch was ganz anderes. Also, als wenn da immer noch Eißfeldt auf der Platte stehen würde. Und dann halt: Ja, der geht ja auch weg vom HipHop. Und ich dann: Beruhigt euch, wenn der eine Beginner-Platte macht, dann wird der auch wieder HipHop machen.

rap.de: Das meinte ich gar nicht. Mir ging es um den "Ich mach zwar welchen, aber…"-Satz.

Dende: Naja, ich hör ja auch fast keinen deutschen Rap mehr, und die Zeit, in der die Promos im Briefkasten lagen ist auch vorbei. Ich hab auch ganz bewusst die letzten zwei Jahre nur hier und da mal eine aktuelle Rapscheibe gehört. Meistens ist es, wenn ich Lust habe Musik zu hören wie Fernsehen gucken oder noch halt einmal die gleiche Sitcom. Und dann nehm ich lieber noch einmal die gleiche Sitcom, da weiß ich was ich hab. Dann hab ich halt lieber noch mal Masta Ace oder Jay-Z gehört, auch wenn die Platten fünf Jahre alt waren.

rap.de: Also soviel zu den Einflüssen deinerseits?

Dende: Also wenn man auf Nummer sicher gehen will, dann sind das Blueprint oder das Black-Album immer noch Dinger, auf denen ich fündig werde. Denn ich habe natürlich überlegt, wie ich sein will, wenn ich mich noch einmal ganz neu vorstelle, auch einem Publikum, dass überhaupt keinen Plan hat, wer ich bin. Ich kann teilweise nicht einmal mehr die Nummer mit dem Talkshow-Video bringen. Da fragen die: Welches Talkshow-Video? Der hat früher immer gezogen, bei jedem Taxifahrer (lacht). Also musste ich mir überlegen was ich anders machen will. Tja, reimmäßig würde ich bei mir von den Werten her nicht großartig was verändern. Um die Verständlichkeit habe ich mich zwischen den EinsZwo-Alben gekümmert, also die Anzahl der Silben an der Musik zu orientieren. Wieviel Rap will denn der Beat? Was noch? Ausdruck? Ja! Wenn ich die alten Sachen höre, dann denke ich: sauber gearbeitet, fehlerfrei vorgetragen, doch wo ist das Gefühl? Das ist zwar gute Handarbeit, aber gerade so Leute wie ein Eminem zwischen dem ersten und dem zweiten Album, da hast du den Eindruck, wenn der etwas über Schmerz, über Glück oder über Rausch erzählt, hätte der für den Zeitpunkt zu dem der das geschrieben hat, so einen Freeze-Button, mit dem der das Gefühl festhält, und beim Vortragen nach Belieben wieder rausholen kann.

rap.de: (Es kommt jemand von Four Music und will bei Dendemann mit einem Maßband den Brustumfang messen) Warum messt ihr den Brustumfang?

Dende: Darf ich nicht erzählen, ist fürs Video.

rap.de: Demnach willst du auch nichts über das Video erzählen?

Dende: Nein.

rap.de: Weil?

Dende: (fast schelmisch) Es ist zu groß. Es ist zu dumm. Ich kann dazu nichts sagen. Das funktioniert nur, wenn man es sieht und sich dann denkt: Der hat nicht alle Latten am Zaun! Ich wollte nur noch kurz sagen: Deswegen habe ich mich so sehr um den Ausdruck gekümmert. Da ist sicherlich noch Platz nach oben, aber es ist schon sehr viel besser geworden.

rap.de: Das fällt vor allem bei „Er so, Ich so“ auf, wo du ja zwischen zwei verschiedenen Stimmlagen ständig wechselst!

Dende: Ja, ich hab ja einen sehr geringen Sprechanteil in diesem Rap, und das musste ich irgendwie kenntlich machen. Es musste klar sein, wann er dran ist, dass mir das nicht auch noch in den Mund gelegt wird.

rap.de: Hast du auch die Diskussion um diesen Titel vefolgt? Mit den Vergleichen zu früher und so?

Dende: Nee, nicht so richtig.

rap.de: Naja, es war alles dabei, von „hat mir früher besser gefallen“ bis „das ist heute fetter“.

Dende: Ich hab zwei Einträge gesehen, ich glaub sogar auf eurer Seite. Da sagt jemand: Ey, ich hass den Typen, aber das ist geil! Und der andere: Ich bin eigentlich voll der Kanacke, aber das ist geil!

rap.de: Das ist eigentlich die Antwort, die wir die ganze Zeit gesucht haben: Bist du ein Typ mit so krassem Ego und Selbstvertrauen, oder bist du eher der, der zu Hause sitzt und einen Schulterrüttler braucht mit „Das wird schon Dende!“.

Dende: Ja, weder noch, das ist irgendwo dazwischen. Also „die Spitze des Eisbergs“ ist genauso wie „das Glas ist halbleer“, die typische Pessimistenfloskel, und vom Aggregatzustand aus betrachtet wäre „Die Pfütze des Eisbergs“ die dazu passende Realistenfloskel. Alle kochen nur mit Wasser und am Ende des Tages muss jeder aus diesem Wasser die etwas bessere HipHop-Suppe kochen. Und ich hab Omis Geheimrezept und alle anderen sind Topfgucker.

rap.de: (alle lachen) Das wird schon, da hab ich keine Sorgen.

Dende: Also ich kann ja niemanden bekehren.

rap.de: Doch eben schon. Unbewusster Weise.

Dende: Jahrelang predige ich doch schon die Koexistenz von Straßen- und Studentenrap, und komischerweise neigen gerade die Rap-Fachmedien das zu gebrauchen, zu genießen und dann doch in die Einseitigkeit zu verfallen. Du liest halt Plattenkritiken von Demos, die anfangen mit: Eigentlich bin ich kein Freund dieses nachdenklichen Raps. Da fragt man sich doch was das für einer ist, der meint so etwas als ersten Satz in eine Demo-Kritik zu packen. Was erwartet mich da jetzt? Wann kommt das aber? So wie: Aber das hier ist echt ganz gut gemacht.

rap.de: Mir persönlich war deine Einstellung zum Beispiel auf dem Sleepwalker-Song „Jeder hat seinen Jargon“ ein Vorbild, wie open minded man mit den verschiedenen Arten von Rap auch umgehen kann.

Dende: Das ist immer eine Frage des Wie, und im Namen des deutschen HipHops, lasst uns doch bitte soviel Schubladen aufmachen wie es geht, wenn wir uns schon eingestehen müssen, dass wir in ihnen denken. Und zwar so, dass die Schubladen sich gegenseitig wieder auffressen, dass der Schrank so ätzend voll ist, dass es keinen Unterschied mehr macht.

rap.de: Ich würde dir aufgrund deines Einflusses, den du haben kannst, dadurch, dass du wirklich etwas transportierst in deiner Musik, schon eine Vorreiter-, bzw. Vorbildrolle zuschreiben. Siehst du das selber auch so?
 
Dende: Es gibt sicherlich einige allgemeingültige Aussagen über deutschen HipHop von mir, die in eine Richtung gehen, die mich als sehr glücklich und stolz darstellt, Teil einer Bewegung gewesen zu sein, die von den Kinderzimmern, von den HipHop-WG’s ins Goethe-Institut, ins Reclam-Heft und in die Spex kam. So, dass den Leuten, die damit eigentlich Berührungsängste haben, aufgefallen ist: Kacke, da geht zu viel. Was macht den ein Samy Deluxe mit der deutschen Sprache? Wie drückt der sich denn aus? Und dann noch in diesen Reimen! Der spricht ja nur in Hauptsätzen! Und was macht dieser Dendemann mit Worten? Was ist denn das? Da hab ich wirklich Stolz entwickelt. Und dann hab ich mich auch ein bißchen torchig gefühlt und gedacht: Ich muss auf das Baby jetzt ein bißchen aufpassen. Wenn du so oft danach gefragt wirst und zum Meinungsbilder wirst, dann kannst du den Leuten auch deine Meinung in den Mund legen. Teilweise funktioniert das dann und man fühlt sich dann auch ziemlich torchig dabei! So ein bißchen Vater-mäßig. Und wenn man HipHop fragen würde: „Mensch, wie hättest du es denn gern?“, dann würde er sagen: „Tobt euch aus!“

rap.de: Bist du sicher?

Dende: Ja, unbedingt! Er würde sagen: „Macht doch was ihr wollt mit mir, aber was nett wäre, wenn ihr mal berücksichtigen könntet, dass, bei dem Ganzen, was ich euch an Styles, Skills und Flows, usw. mit auf den Weg gegeben habe, ihr euch bitte Originalität ganz oben auf die Flagge schreibt! Seht doch bitte zu, dass, wenn ihr eine schlechte Kindheit hattet und aus einer dreckigen Gegend kommt, und nicht so richtig wisst was in der Zukunft bei euch abgehen soll, dann macht bitte diese Art von HipHop. Genauso aber auch alle Strebernasen aus einem guten Haus: Ihr habt auch das Recht HipHop zu machen. Und seht bitte zu, dass sich das auch in eurer Musik wiederspiegelt. Und letztendlich mag ich keine Wiederholungen! Wenn es geht, dann bitte nicht immer das Gleiche erzählen, sondern vielleicht auch mal eine eigene Version aus etwas machen.“ Das würde HipHop sagen.

rap.de: Aber meinst du denn, dass HipHop aufgrund der aktuellen ständigen Wiederholungen bereits verärgert ist?

Dende: Wenn, dann ist er nur sauer auf die Leute, die es nicht merken. Auf die Leute, die das alles einseitig konsumieren und sogar anfällig für die Wiederholungen sind, weil es sich ja gewohnter anfühlt. Der Mittelstandsrap war sehr sprachverliebt und hat auch den mehrsilbigen Reim auf ein Level getrieben, wo wirklich der eine oder andere deutsche Dichter mit den Ohren schlackern würde. Und irgendwann ist diese Art zu reimen – und ich möchte niemandem Respekt zusprechen, der das von uns hat – als Stilmittel auch im eigentlich dokumentarischen Straßenrap angekommen. Jetzt ist aber wieder dieses „Ich mach zwar welchen, aber hör keinen“-Problem da. Du kannst dir heute Alben von deutschen Gangsta-Rappern anhören, und kannst sagen: „Aha, Fettes Brot, Blumentopf, Kinderzimmer.“ Die Doppelreime kannst du so durchgehen, und wenn man nur ein bißchen von der HipHop-Geschichte mitgekriegt hat, dann sind da jetzt schon, nach nur zehn Jahren, Wiederholungen, die eigentlich nicht sein sollten.
 
rap.de: Ich sehe jetzt schon die Kommentare für genau diese Aussage.

Dende: Die Leute würden sich ganz schön hassen, wenn sie wüssten, wie viel sie sagen, was vor zehn Jahren schon irgendeine Müsli-Gruppe gesagt hat.

rap.de: Das wird eine schöne Diskussion geben.

Dende: Ist aber so.

rap.de: Hat sich im Laufe der Jahre dein Songwriting dahingehend stark verändert? Denn du musst ja nicht nur immer wieder neue Themen suchen, sondern auch neue Reime. Ist das Schreiben nicht schwerer geworden? Wenn dir nur ein Reim einfällt, von dem du weißt, dass es ihn schon gab, benutzt du ihn dann trotzdem?

Dende: Also ich weiß, es gibt von den Broten schon Fußgänger-Bluessänger. Die hatten: „Wir machen in der Fußgängerzone Stopp, die Leute halten uns für Bluessänger ohne Job.“ Und ich hab „Fußgänger auf Radwegen“ und „Bluessänger auf Abwegen“. Das ist für mich eigentlich schon kurz vor dem No No.

rap.de: Das könnte auch eine Hommage sein.

Dende: Nee, damit kommst du nicht durch. Ich sag ihnen aber Bescheid, dass ich einen bei ihnen abgegriffen hab. Und dann sagen die halt: „Naja, wir haben auch letztens gemerkt, wir haben da irgendwie einen von dir…“. Eigentlich ist das Reimen immer nur leichter geworden, auch wenn objektiv weniger Material zur Verfügung steht. Aber das haben einige Leute natürlich dreist aufgebrochen, es geht nur noch um die Vokale. Früher hat man auch noch auf die Konsonanten geachtet. Und vor allem gibt es nicht mehr das Phänomen, dass der Reim schon dasteht und man den Inhalt drum herum strickt. Ich schreibe einen Satz auf, den ich so sagen möchte, und den zweiten, der dann sowohl dazu passt, als auch sich achtsilbig darauf reimt, den finde ich dann schon. Kompromisse existieren eigentlich nicht mehr. Ich schreibe schon sehr viel flüssiger als früher.

rap.de: Weil du auch selbst nicht mehr so auf die Konsonanten achtest?

Dende: Also ich achte da schon auf eine gewisse Sauberkeit, denn der Reim soll ja nicht den Einfallsreichtum darstellen, sondern einfach gut klingen. Und bei der Ideenfindung kann ich sagen, dass es zwei Arten von Themen gibt. Einmal die Themen, die keiner macht außer ich, wie in „T-Shirts“ oder „Omi aus dem ersten Stock“ oder wie in „Nichtschwimmer“. Es denken halt alle: Ich halte mich doch nicht mit solchem Blödsinn auf. Und dann gibt es die Themen, die jeder schon hatte, wie keine Zeit, kein Geld, wo dann für mich das Wie zählt. Die bearbeite ich dann dendemäßig, und komme auf Vergleiche, die sonst noch keiner hatte.

Marsimoto – HalloZiehNation

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Die einen feiern ihn, die anderen mögen und verstehen ihn nicht. Die Rede ist von Marsimoto und seiner „Halloziehnation“. Hier nun zwei völlig verschiedene Ansichten bezüglich des Projektes „Quasimoto auf Deutsch“…

Maria:

Marteria aka Marsimoto mit seinem Album ‚HalloZiehNation’ ist ein Phänomen, an dem sich die Geister scheiden werden. Man kann die Scheibe von zwei Seiten betrachten. Wer Quasimoto feierte, muss nicht unbedingt auf Marsimoto abgehen und andersherum genau so. Das Album ist als Hommage an Quasimoto angelehnt, aber nur das Konzept der Stimmen und die Kürze und Anzahl der Tracks sind wirklich übernommen worden. Vor allem sind die Songs von Marsimoto länger als bei Quasimoto. Man kann die beiden, trotz der Ähnlichkeit, nur schwer miteinander vergleichen.

Textlich bezieht sich das komplette Album Marsimotos nur auf ein Thema: KIFFEN, anders als Quasimoto, der über alle halluzinogenen Drogen, Alkohol, Schlägereien und Frauen rappt. Bei Marsimoto wird sein Hobby Kiffen von den möglichen und unmöglichsten Seiten durchleuchtet und man wird mit einem riesigen Eimer voll Humor überschüttet. Dadurch, dass die Materie Gras aus immer neuen Gesichtspunkten dokumentiert wird, ist das Album, trotz der Beschränkung auf das eine Thema, sehr abwechslungsreich und man hat einfach viel zu lachen.  So wie: ’Er hat eingeführt, was er noch nie hatte und morgen kauft er sich seine erste Reggae-Platte’ (Der Nazi und das Gras) oder ’Alle Jack Wolfskins und alle Eastpaks, sind nichts gegen mein viereckiges Weedpack’ (Mein Scout), um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Platte ist einfach nur zum Feiern.

Die Beats von Dead Rabbit sind sehr innovativ und musikalisch einwandfrei umgesetzt. Sie haben einen basslastigen Synthie-Sound und die Samples sind vielen verschieden Musikrichtungen entnommen, vom klassischen Tango bis hin zu Elvis Presley. Rabbit zeichnet sich mit seinen Beats als echter Experimentalist und Minimalist aus.

Um es kurz zu sagen, die Platte ist eine Platte für Kiffer, zum Entspannen und Zuhören, zum Beispiel wenn man gerade von der Arbeit kommt und Einen raucht. Das Tolle an diesem Album ist, dass es auch für Nicht- bzw. Antikiffer unterhaltsam sein kann, weil es einen absoluten Funfaktor besitzt. Frei nach dem Motto: Der Geist kreist.

Julez:

Vor einer Weile ging ein Foreneintrag durch die Internettplattformen dieser Welt: Quasimoto gibt es nun auch auf Deutsch! Da man bei Marsimotos Label Magnum12 schon von Anfang an deutlich machte, dass Marsimoto als Hommage an das Alter Ego des Steinwurf Mastermind Madlib zu verstehen sei, hatten Hater so eigendlich keinen Raum, um ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Guter Schachzug das.

Auf der anderen Seite muss sich die „Halloziehnation“ nun daran messen, wie nahe man denn dem US-Vorbild gekommen ist. Nun, vom Sound her muss ich sagen kaum. Die kurzen zerstückelten MadlibBeats sind hier kaum zu finden, und mit dem absolut „verheizten“ Sound aus dem Hause Stonesthrow haben die “cleanen“, oft synthetischen Produktionen aus Berlin nur wenig zu tun. Dennoch kann ich den Produktionen von Dead Rabbit durchaus etwas abgewinnen. Viele gute Ideen, jede Menge kleine Details machen den einen oder anderen Beat absolut hörenswert. Tracks wie „Halloziehnation“ oder „Mein Scout“ gehen beatwise und von den Raps her gleichermaßen steil und machen beim Zuhören durchaus Spaß. Wenn ein Track dann mal eher langweilen sollte, wie etwa  „Randale Und Liebe“, skippet man eben weiter. Bei 30 Anspielpunkten gar kein Ding.

Unterhalten wird man von Marteria mitunter ausgezeichnet. Doch wenn es alleine ums Inhaltliche geht, wird es zappenduster. Klar, das Thema „Kiffen“ wird hier wie beim US- Vorbild bis zum Exzess durchgespielt. Teilweise ganz nett, aber am Ende bleibt bei mir einfach nichts hängen. Auch eine hochgepitschte Stimme und jede Menge Tracks übers Weed machen noch langen keinen Quasimoto aus Marteria.

Lässt man das Stones Throw-Original ganz bei Seite, steht ein produktions- und raptechnisch überdurchschnittliches Album, das trotz einiger lustigen Lines inhaltlich dermaßen eindimensional und auf Dauer langweilend daher kommt, dass ich es gerne im Hintergrund laufen habe, aber wirklich zuhören kann ich nicht.

Cutcannibalz & Los Banditos präsentieren Film

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Was in den USA längst zum allgemeinen HipHop-Entertainment gehört, erhält nun auch in Deutschland Einzug: Die Mixtape-DVD. Den Audiotracks von Beatwars & Da Kid (Cutcannibalz) ist von Los Banditos Film, die bisher unter anderem Clips für Nico Suave und Afrob produzierten, ein professioneller Videoschnitt unterlegt worden.

Cutcannibalz sind seit 1998 nicht nur deutschlandweit für innovative Mixtapes bekannt, sondern haben auch schon mit internationalen Größen wie DMX gearbeitet. Das Soundsystem gehört laut Heavyrotation zu den "Europes Most Wanted". Ihr Mixtape ‚The Guestlist mixed by Beatwars & The Kid‚ wird zu den besten deutschen Mixtapes ever gezählt.

Das ist aber noch nicht genug. Zusätzlich zur Qualität werden uns noch 3 exklusive Tracks mit Clips von Franky Kubrick, Tua und Olli Banjo serviert und die Beats im DVD-Menü werden von Deutschlands Erfolgsproduzenten Shuko geliefert. Das Highlight kommt wie immer zum Schluß: Gehostet wird der Spaß von niemand geringerem als DJ Binichnich, besser bekannt als GBZ Oholiker oder auch Lieblingsrapper: Harris! Das Releasedate für die DVD ist voraussichtlich Ende Oktober.

Damit die Wartezeit zu dieser Deutschlandpremiere verkürzt wird, verlosen wir 3x "The Guestlist", das letzte Werk der Cutcannibalz. Checkt die WIN Aktion!

Geplante Veröffentlichungen!

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Die Jedi Mind Tricks Vinnie Paz und Stoupe werden am 19. September über Babygrande ihr fünftes Studio-Album "Servants In Heaven, Kings In Hell" veröffentlichen. Mit dabei sind Ill Bill, Sean Price und RA The Rugged Man. Die Single heißt "Heavy Metal Kings" und featuret Ill Bill. Im Herbst gehen die Jedi Mind Tricks dann auch noch auf Tour, um ihr neues Album vorzustellen.

Pharoahe Monch wird im Winter seinen lang erwarteten Zweitling "Desire" an den Start bringen. Die  dazugehörige Single wird "Push" heißen, zu der es auch ein Video geben wird, dass in Green Point, Brooklyn, NY gedreht wird und den großen Stromausfall von 1997 beinhalten wird.

Clinton Sparks wird sein aktuelles Mixtape "Smash Time Radio Vol.2" mit Hilfe von 50 Cent Schauspieler Samuel L. Jackson veröffentlichen. Das aus der Arbeit für die gleichnamige Radioshow entstammende Mixtape wird nicht nur wieder einmal die Mixkunst Sparks‘ demonstrieren, sondern auch noch Interviews mit 50 Cent und Samuel Jackson beinhalten, die demnächst den Film "Home Of The Brave" zusammen drehen werden. Das neue Mixtape ist Teil von Sparks‘ "Get Familiar Mixtape Extravaganza"-Kampagne, die auch neue Projekte und Mixtapes für das NBA 2K7-Videospiel und für Künstler wie Ludacris, Fabolous, N.O.R.E, Consequence, Saigon, Dre (of Cool & Dre), Schauspieler Rick Gonzalez und Regisseur John Singleton beinhaltet.

Diesen Dezember wird die Rapperin Trina ihr viertes Soloalbum "Baddest B*tch II" über Slip-N-Slide/Atlantic veröffentlichen. Helfend zur Hand gehen ihr dabei unter anderem Scott Storch, Kanys West, Just Blaze, Jazze Pha, Swizz Beatz, Cool&Dre und einige mehr.

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