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Rohdiamanten – All you can eat

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Die Rohdiamanten, das sind GranTill und Nynjoe, die sich bereits 2000 über Rapper und Produzent Mirko Polo kennen lernten. Die beiden waren live schon unter anderem mit Lenny, Tatwaffe, Olli Banjo, Show & AG oder Method Man zu sehen. Ihr aktuelles Album nennt sich ‚All you can eat’ und besticht schon beim Anschauen durch ein aufwendiges Booklet und einer als Speisekarte aufbereiteten Tracklist. Die Rohdiamanten erscheinen über das Kölner Label Pose Off Records. Aufmachung des Albums und Biografie der Jungs stecken die Erwartungen ziemlich hoch. Mit diesen saß ich also entspannt im Rohdiamanten-Restaurant und habe mir die Speisekarte von oben nach unten servieren lassen, alles gekostet und konsumiert, insgesamt für schmackhaft, aber noch nicht ganz ausgereift befunden.

Los geht es mit ‚Wir gegen euch’ feat. Sinuhe und das ist statt einer Vorspeise dann schon reichhaltig wie ein Hauptgericht, der Synthiebeat von Toni Rocksta & Aizee geht gut ab und der Spitter-Text hat Witz: „Ich bin kein Gangster, ich kenn nicht mal ein der ein kennt, doch wenn ich Bock hab, fick ich dich locker“. Die ersten Zeilen aus ‚Wie ein Blitz’ sind quasi die Hook vom Track danach (‚Joppy’), und werden dort sehr eingängig. Auf einem düsteren Beats wird hier die Nacht in einer Stadt beschrieben. Der seichte Teil des Albums folgt dann auf den Fuß und widmet sich den angenehmen Seiten des Lebens. Der ‚Sternhagelvoll Skit’ bringt einen zum Schmunzeln und ‚Hebt das Glas’ zum Feiern („Heb dein Glas – wenn du keins hast, beweg deinen Arsch und geh zur Bar“). Auch ‚Jede Nacht’ mit einer eher schwachen Valezka gehört im Auto auf dem Weg zum Club gehört. Der leicht orientalisch angehauchte Beat ist so sexy wie die Thematik.

1234’ ist dann wieder etwas schwerer verdaulich, es geht um Kindheit, Familie und Geständnisse. In ‚R.O.H’ verblassen die beiden MCs leider gegen ihren Feature-Gast Lenny, der einfach eine Spur routinierter spittet. Mirko Polo dient auf ‚Das war gestern’ nicht nur als Unterstützung, sondern war auch für den Beat zuständig, der leider wieder schwach klingt. Textlich ist der Track aber Top, ist schnell eingerappt und macht einfach Spaß. Mit Track 13 und 14 liefern GranTill und Nynjoe noch zwei Highlights zum Abschluss. Der ‚Direkt in der Mitte’-Beat von CK one geht gut nach vorne und der Track wäre absolut charttauglich. ‚Yap’ hat dann einen chilligen Klang und dreiste Lines zum Frauen aufreisen oder loswerden wie: „Ich hab draußen meinen Wagen geparkt und den Spot für die Party danach“ oder: „Ich sag es dir grad ins Gesicht: Heut ist keine Party für dich – Eigentlich schade für dich, doch Nynjoe mag dich nicht“ Als Dessert wird dann noch ‚TilleyTommey serviert‚ und ist durchaus auch hörenswert, erreicht aber seine beiden Vorgänger nicht mehr.

Nach diesem Album kann man sich angenehm gesättigt zurücklehnen, wobei an einigen Gerichten durchaus noch gefeilt werden könnte, und zwar vor allem beattechnisch. Raptechnisch überragen weder GranTill noch Nynjoe, aber sie liefern sehr saubere Lines mit Wortwitz. Die Platte hält diverse Representer parat, die sich aber vom üblichen Gangster-Klischee absetzen. Vor allem merkt man, dass hier der Spaß an Rap dominiert, derselbe aber trotzdem ernst genommen wird. Insgesamt ein ausgewogenes Album, nichts dabei was einen zu lange beschäftigt, aber bis auf dieses völlig überflüssige Intro ist auch kein Track dabei den man skippen müsste.  Ich würde mal behaupten da ist zukünftig noch mehr drin.

D-Flame – FFM

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Nachdem uns der Mann ´03 durch „Unaufhaltsam“ definitiv gezeigt hat, dass man Reggae auch auf deutsch salonfähig machen kann, war es nun wieder an der Zeit, den "Basstard" raushängen zu lassen. So kam es nicht nur durch seine eigene Show „Sounds“ auf You FM dazu, dass das Album FFM getauft wurde.

Mr. Flamme wollte sich einfach nicht auf eine Musikrichtung fokussieren und so kam nun ein durchaus gelungenes und abwechslungsreiches Album zustande, dass Flame sei dank mal wieder etwas Abwechslung in die Szene bringt.

Man wird durch den Opener zwar etwas schockiert, da dieser sich nach einem Sender anhört, bei dem man eigentlich höchstens die Nachrichten hören würde, aber durch das darauffolgende Stück, mit einem gewaltigen Beat und Flames allseits bekannten Stimme fühlt man sich dann jedoch schnell „Herzlich Willkommen“. Dass „D-Flame is burnin nonstop“ eine zutreffende, von Wayne Marshall gesungene , Hook ist, gibt der schnelle Flow auf dem Dancehall-lastigen Beat schnell zu verstehen und ist somit eines der gelungensten Features des Jahres. „Wir Bleiben!“ einfach auf diesem Level, hat man sich anscheinend beim Unser-Weg-RMX gedacht, bis dann auf einem sehr gechillten Instrumental, einem von Nessa gesungenen Refrain und Lines, mit dessen Inhalt sich jeder bestimmt schon mal ein Stück weit identifizieren konnte, der Sommer „Endlich wieder da“ ist, und auch für diese Zeit noch mal ein bisschen T-Shirt-Stimmung aufkommt. Flame FM führt ihre (Achtung Wortspiel!) Track-List dann weiter „Heizz“ aus und Flame gibt uns per Club-Sound zu verstehen, wie es ihm in solch einem dann so ergeht. Beim darauffolgenden Stück, muss sich der Fraunkfurter wohl gedacht haben: Ich gehe jetzt auch mal diesen Schritt, und Xavier, „Du gehst mit mir". Und so wird es nun etwas gefühl- und geistvoller. Denn D-Flame spricht zwar keine direkte Person an, aber man müsste leicht rausbekommen, an wen er sich hierbei richtet. „Check“en sollte man auch die Zusammenarbeit mit Vybz Kartell, bei der es natürlich wieder etwas schneller und riddim-technischer zugeht. „Genau so“ wie „Heizz“ ist dieser Tune auch wieder etwas für die Club-Fraktion. Der Meinung, dass es "Zu viele Gimmix"  gibt, war anscheinend auch Blaze, von D-Flames Loyal Souljahs, und so kam hier auch mal ein Battle-Track an die Reihe. Danach herrschen jedoch wieder recht friedliche Zeiten, denn nachdem man über die Goodies von einer Flugzeuggesellschaft namens „Ganja Air“ informiert worden ist, sollte man sich auch guten Mutes anschnellen und die Sitze in eine entspannte Lage bringen, um das „Flyin‘ High“ zu genießen (rap.de entzieht hierbei jedoch ausdrücklich der Anstiftung zum Gebrauch von Drogen, die mit diesen Titeln in Verbindung gebracht werden könnten :-P). Wer danach seine Replay-Taste nicht schnell genug finden kann – „S´Lebbe geht weidda“. Gar nicht nett wird es für Leute, die sich in  „Nett mit mir!!!“ angesprochen fühlen. „Call me crazy“, aber zu diesem Song, bei dem Wayne Marshall einen weiteren Auftritt hat, ist nichts mehr hinzuzufügen. Bei „Nuh Like Dem Neither“ ist der Name ebenfalls Programm und das Camp Lo kann sich auf einem dazu perfekten Beat von Phrequincy auslassen. Das Flame, Jahmali und Detecta langsam „No Compromises“  in Bezug auf die Scheiße, die so oft abläuft machen wollen, machen sie damit in Verbindung mit einem smoothen Reggae-Sound klar. Zum „Mom Song“ kann/muss man auch nicht viel hinzufügen… Man kann definitiv hören, dass  die Mutter dieses Mannes nicht die einzige Frau war, gegenüber der er ohrenscheinlich uncool war, und sich nun fragen muss „Hörst du mich?“. Was man anschließend auf jeden Fall auch hören kann und hoffentlich auch als Ausgangsmessage deuten darf, ist ein weiterer Remix von „Burnin‘ nonstop“.

Frankfurter-Feuer-Mann-Frequenz-Fazit: Mit Abstand hörbarste Radio-Frequenz Deutschlands!

DJ Shadow – The Outsider

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Was kann man im Jahre 2006 von einem DJ Shadow-Album erwarten? Am besten man verdrängt diese Frage ganz schnell wieder, denn was kann man überhaupt von DJ Shadow erwarten? Sein weithin missverstandenes „Why HipHop sucks in `96“ sollte eigentlich seine Liebe zum HipHop demonstrieren und im Vorfeld wurde diese auch in vielen Interviews immer wieder betont. Ich habe also trotz aller Vorsicht eine klitzekleine hiphopige  Erwartungshaltung an das Album und hätte nie gedacht, dass es mich auf eine solche Reise mitnimmt.

Gleich zu Beginn begenget uns ein erklärendes "Outsider Intro", das uns, von einem stimmlich sehr präsenter Erzähler vorgetragen, von "the tale of the outsider" berichtet. Dem folgt ein sehr schön gesunger Funk-Pop-Song, der mit "this time i’m gonna try it my way" noch einmal den Anspruch des musikalischen Protagonisten an einzigartigkeit untermauert. Direkt danach folgen zwei Hyphy-Bretter. Das erste, "3 Freaks", mit Keak Da Sneak & Turf Talk und danach "Turf Dancing" mit The Federation und The Animaniaks, auf denen schwer represented wird. Das beat- und raptechnisch sehr holprige "Keep Em Close" kann mich danach nicht vom Skippen abhalten. An Position 7 bestätigt sich der Hyphy-Anstrich endgültig. David Banner darf hier auf den vierten Hyphy-typischen Synthie-Beat in Folge rappen, obwohl hier das Tempo ein wenig runtergeschraubt ist, um Banners Ausführungen über Hurrican Katrina genügend Raum zu geben. Dem folgt dann der live eingespielte Instrumental-Song Broken Levee Blues, der einen musikalisch an dieser Position völlig überrascht, aber zu David Banners Text die passende zweiminütige "Think-about-the-last-Song"-Pause liefert. Damit man sich aber erst gar nicht an irgendetwas gewöhnt, ertönen im nächsten Instrumental live eingespielte Punkrock-Drums, die mit geschrammelten Bässen und Gitarren und vielen Elektro-Flächen einen bizarren Album-Mittelpunkt bilden.

Um den Bogen zum Rap wieder zu kriegen wurde dann Phonte Coleman geladen auf einen Blus-Rock-HipHop-Beat sein Bestes zu geben, aber er will irgendwie nicht so richtig auf dem Beat zurecht kommen. Interessant ist jedoch das Arrangement, dass um die 7:21 Minuten-Geschichte eines "verschollenen" „Backstage-Girls“ gezimmert wurde. Das teils recht melancholische, sehr langsame, nach Ethno klingende Instrumental "Triplicate / Something Happened" setzt danach einen weiteren bizarren Höhepunkt, auf einer mit rockenden Hyphy-Beats begonnenen Scheibe. Die Naturgeräusche fließen auch in den immer rockiger werdenden Song "The Tiger" ein, auf dem Sergio Pizzorno & Christopher Karloff von Kasabian sich die Seele aus dem Leib spielen und singen. Danach wird es auf "Erase You" mit Chris James wieder etwas ruhiger, doch nicht unbedingt weniger musikalisch und organisch. Noch ruhiger wird es dann auf der schmerzerfüllten Ballade „What Have I Done?“ mit Christina Carter, die mit ihren schrägen Gesangsharmonien schon ein bisschen anstrengend ist. Danach ist noch mal Chris James dran, der auf  dem sehr hoffnungsvollen „You Made It“ ziemlich stark klingt wie Chris Martin, dem Sänger von Coldplay. Daran ist das poppige Instrumental jedoch auch nicht ganz unschuldig. Auf den hiphopigsten Song mussten wir bis Track 16 warten. Q-Tip und Lateef the Truth Speaker flexen hier einen Feel-Good-Club-Song auf einen wieder sehr organischen Gitarren-Beat runter. Danach darf Westcoast-Urgestein E-40 auf „Dats My Part“ noch einmal auf einem derben Hyphy-Beat ran und rappt sehr unterhaltsam und abwechslungsreich über sich und seine Welt. Dann bekommt der Hörer, der bis hierhin durchgehalten hat, noch den Droop-E Remix von „3 Freaks“ auf die Ohren, der noch mal ordentlich brummt.

Also von Jazz bis Pop bis Punkrock bis Ethno bis Hyphy bis Drum`nBass bis Classic HipHop finden wir alles auf dieser Scheibe. Jeder Song für sich ist ein kleines Stück Musikgeschichte, dass sich so wohl so schnell nicht wiederholen wird. Doch es fehlt ein roter Faden. Die Platte lässt den Hörer allein mit seinem zerrütteten musikalischen Weltbild zurück. Die Einen werden sagen, dass das eine Revolution des Musikkonsums sei und die Anderen werden sich davon abgestoßen fühlen. Die Entscheidung muss der Konsument aber alleine treffen. Wer nur ein wenig open minded durch die Musikwelt läuft, sollte zwar an dieser Platte nicht vorbeilaufen, aber er sollte auch nicht erwarten, dass er sie auf Anhieb, bzw. nach fünfmaligem Hören ansatzweise versteht.

Taktloss und Rifleman Kollabo

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Taktlo$$ und Rifleman waren bereits 2005 beide auf dem ‚Blockbusta Mixtape‚ vertreten, nun haben sie entschieden ein Kollabo Album zu machen. Rifleman ist ein Rapper vom Project Blowed aus Los Angeles. Das Album wird über Fick die Biaatch Recordz (FDB) erscheinen und wurde komplett vom Berliner Keyza Soze produziert. Gastauftritte sind angekündigt von Aceyalone, Riddlore, HipHipKclan, Mach One, Isar, Jack Orsen, Big Derill Mack und Justus Jonas, dessen gemeinsames Album mit Taktlo$$ seit Mai zu haben ist.

Neben den Kollabo Tracks werden beide Künstler auf dem voraussichtlich ‚WWW (World Wide Werds – Welt Weite Worts)‚ betitelten Album auch Solotracks zum Besten geben. Erste offizielle Single ist der Titeltrack "WWW". Das dazugehörige Video soll es bereits im November zu sehen geben.

Jay-Z Comeback-Album offiziell!

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Nachdem es endlich ‚richtig‘ offiziell geworden ist, haben wir hier die aktuellen Details zum kommenden Jay-Z Album. Mister Roc A Fella hat sich endlich entschieden und dropt sein „Comeback-Album“ am 21.11., es wird den Namen „Kingdom Come“ tragen. Dazu hat jedoch nicht nur "Jigga" sehr viel beigetragen, sondern unter anderem auch T.I., Memphis Bleek, Beanie Siegel, Bun B, Mary J Blige, Cold Play und natürlich auch seine Beyoncé. Auch bei den Instrumentals gab es eine nicht weniger namenhafte Auswahl, bei der es dann z.B. zu Kanye West, Eminem, Dr. Dre, Just Blaze, Rick Rubin, die Neptunes oder auch Chris Martin kam. Mit der ersten Single „Show Me What You Got“ wird uns hoffentlich auch "Hova" zeigen, was er da feines ausgbrütet hat. Also man weiss, was man zu tun hat…

Michael Mic

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Früher war er BoogieMan und gründete mit Taichi das Label ‚Mein Label’. Seitdem hat sich viel getan, aus BoogieMan ist Michael Mic geworden, aus Mein Label wurde Big Bud, und mit Taichi gab es einen ‚Sängerkrieg’. Michael Mic ist allerdings nicht nur Rapper, sondern auch Produzent und seine Beats finden inzwischen auch außerhalb der Labelheimat Verwendung. Fester Bestandteil von Big Bud ist der Berliner seit 2004. Nach diversen Veröffentlichungen zu denen er beigetragen hat (zum Beispiel Entertainment Pimps (2004), Big Bud Bonzen (2005)), erschien dort auch 2005 sein erstes ‚richtiges’ Soloalbum ‚Tage des Donners’. Zwischen jenem und dem neuesten Werk ‚Willkommen im Bing!’ liegen nur gut ein Jahr, in denen Michael Mic neben der Arbeit am neuen Album, seine Label- und Berlinkollegen gefeatured und unter anderem für King Orgasmus One oder H.A.C.K. produziert hat.   

Auch sein zweites Solo ist natürlich bei Big Bud erschienen und steht jetzt in den Läden. Anlässlich dieses Ereignisses traf sich Michael Mic mit uns zu einem kurzen Interview. Warum Plaetter Pi ihn begleitete und was zur Hölle dieses mysteriöse ‚Bing’ eigentlich ist, könnt ihr hier herausfinden.

rap.de: Fangen wir doch einfach mit der klassischen Frage an: Wie bist du zu Rap gekommen, wie bist du zu Big Bud gekommen und wie zum Produzieren?

Michael Mic: Gut. Wie bin ich zu Rap gekommen? Ich hatte früher nie mit diesen klassischen Hip Hop-Elementen zu tun, ich habe kein Breakdance gemacht, ich habe auch nicht gesprüht oder so. Ich habe früher im Sportverein jemanden gehabt der halt so ein bisschen gerappt hat und auch ne Gruppe hatte, auf englisch damals, das fand ich cool. Das hat mir gefallen und dann habe ich zu der Zeit natürlich auch schon Sachen gehört, aber eigentlich nicht daran gedacht, so etwas zu machen. Also wie ich in meinem Intro ja auch sage fand ich damals halt ‚LMS’ von Savas und Sachen von Akte und Mach halt sehr cool und dann habe ich halt auch angefangen zu rappen. Ich habe gemerkt, ich habe da auch Talent und das es mir leicht fällt. Joa, dann habe ich halt Sachen aufgenommen. Habe dann damals mit einem Kumpel ein Tape gemacht und dann kam ich auch schon zu Big Bud. Wir haben viel zusammen gechillt und dann auch zusammen gearbeitet. Das Produzieren habe ich zeitgleich mit dem Rappen begonnen, weil ich keine Leute kannte, die besonders tolle Sachen gemacht haben. Dann habe ich mir das selber beigebracht, viel ausprobiert und dann ging das ziemlich schnell ziemlich gut.

rap.de: Das hier ist mein erstes ‚richtiges’ Interview und ich bin, zugebenermaßen, etwas nervös. Du bist ja, wie du auch gerade erzählt hast, schon eine ganze Weile dabei, aber gibt es Sachen, die dich im Medienbereich noch nervös machen?

Michael Mic: Geht so. Nein eigentlich nicht. Also, man ist natürlich immer so ein bisschen aufgeregt, aber ich versuche das immer in positive Energie umzupolen.

rap.de: Dein neues Album heißt ‚Willkommen im Bing!’, und ich habe es gehört, aber weiß immer noch nicht, was das ‚Bing’ eigentlich ist. Kannst du das mal erläutern?

Michael Mic: (lacht) Ja, ich habe schon gemerkt, ich werde das oft gefragt, ist aber nicht schlimm. Inspiriert zu dem Namen hat mich meine Lieblingsserie ‚The Sopranos’ und da gibt es einen Stripclub und der heißt ‚Bada Bing’, so heißt ja auch ein Song auf dem Album. ‚Willkommen im Bing!’ steht sozusagen für ‚Willkommen in meiner Welt‘, das klingt aber völlig behindert und deswegen habe ich das, sozusagen stellvertretend ‚Willkommen im Bing!’ genannt, weil ich auch irgendwie hängen geblieben bin auf die Serie und diesen Club halt hammer finde. (lacht)

rap.de: Gerüchten Zufolge hat Fat Joe da irgendwann einen Gastauftritt.

Michael Mic: Im Stripclub? (lacht)

rap.de: (lacht) Nee, bei ‚The Sopranos‚.

Michael Mic: Ach so. Nein, das stimmt nicht. Das stand auf irgendeiner Ami-Hip Hop-Seite, aber das stimmt nicht. Da stand nämlich die 6. Staffel wäre noch nicht abgedreht, aber ich habe die 6. Staffel schon komplett gesehen, also kann Fat Joe da gar nicht auftreten.

rap.de: Ich muss zugeben, wir haben das auch geschrieben.

Michael Mic: (lacht) Echt? Ich muss sagen, ich habe mich auch aufgeregt. Es gibt nach der 6. Staffel auch keine richtige 7. Staffel mehr, sondern nur noch so ein paar kleine Folgen und da wird halt noch Showdown-mäßig abgegangen und ich kann mir nicht vorstellen was Fat Joe da macht. Vielleicht zeigen sie ein Konzert von ihm oder so, aber in der 6. Staffel, wie es im Internet stand definitiv nicht, weil ich die, wie gesagt, schon gesehen habe, aber keinen Fat Joe. Und die von den Black Eyed Peas war auch nicht dabei, obwohl ich das auch irgendwo gelesen habe.

rap.de: Davon wusste ich wiederum gar nichts.

Michael Mic: Ich bin Experte bei der Serie. (lacht)

rap.de: Du bist ja nun im Interview mit rap.de, wir haben ein Forum, lauter so Geschichten. Guckst du, oder guckt ihr, eigentlich in diese einschlägigen Foren und danach was da so an Feedback gegeben wird?

Michael Mic: Na ja, also ich treibe mich da jetzt nicht übermäßig viel rum, aber wenn jetzt jemand von uns was sieht, irgendeinen Beitrag, dann reicht er mir das natürlich weiter. „Guck mal, lies mal durch“, dann gucke ich mir das natürlich auch an. Aber es ist nicht so, dass ich da ständig gucke und auf neue Beiträge warte. Diese Foren-Sache ist sowieso irgendwie merkwürdig. Also ist natürlich auch schön, wer es gut findet, sollte da natürlich auch Sachen schreiben, Feedback geben, aber irgendwie gebe ich halt mehr darauf, wenn jemand zu mir kommt und mir direkt dazu was sagt.

rap.de: Die meisten Leute haben ja dazu einfach nicht die Möglichkeit.

Michael Mic: Aber meistens schreiben auch in so Foren nur die Hater. Ich meine man kennt das ja selber, wenn man etwas gut findet, dann sagt man meistens gar nichts dazu, dann nimmt man das einfach hin. Aber wenn man was Scheiße findet oder hatet oder neidisch ist, dann macht man natürlich auch die Fresse auf und gibt dann seinen Senf dazu. Schon aus dem Grund gebe ich jetzt darauf nicht so viel.

rap.de: Ihr habt ein Label auf dem im Moment nur noch drei Künstler sind und ihr habt trotzdem einen relativ hohen Output. Wie sieht bei euch denn der Labelalltag aus?

Michael Mic: Labelalltag. Gibt es das? Also Plaetter ist auf jeden Fall ein sehr fleißiges Wiesel, der diese ganzen Sachen macht zu denen ich schon damals in der Schule keinen Bock hatte, sprich irgendwelche wichtigen Sachen schreiben und festhalten. Was natürlich auch dazu gehört, also Buchhaltung und den ganzen Kram, wofür ich halt einfach keinen Kopf für hab oder keinen Bock. Dann mache ich halt Beats und solche Sachen. Und dann treffen wir uns, machen Tracks zusammen, machen Pläne, wann kommt was raus und so weiter, ist ja klar, macht jedes andere Label auch. Klappt aber alles ganz gut, wir sind drei Freunde, wir verstehen uns sehr gut, haben musikalisch eine Ebene. Ich sage mal, das ist sehr ungezwungen, wir haben lustige Ideen wenn wir zusammen sind.

rap.de: Also ihr macht bei Big Bud alles selber?

Michael Mic: Ja, auf jeden Fall.

rap.de: Ich möchte aber noch mal darauf zurückkommen, dass ihr nur noch zu dritt seid, diese Frage ist euch bestimmt schon 1000 Mal gestellt worden, aber warum hat sich Big Bud damals eigentlich getrennt? Ihr wart ja schon ziemlich lange zusammen.

Michael Mic: Na ja, ich war auch mal drei jahre mit einer Freundin zusammen, irgendwann trennt man sich eben. (lacht) Also Hauptgründe oder der Hauptgrund liegt im Musikalischen. Was die anderen jetzt machen, gefällt mir oder auch Plaetter und Kalle musikalisch jetzt gar nicht. Damit können wir uns nicht identifizieren. Deswegen hätten wir so etwas auch nie raus gebracht. Ist aber in Ordnung, die bringen jetzt halt woanders was raus. Ich weiß gar nicht, was ich dazu groß sagen soll. Natürlich war ich mit einem halt auch sehr gut befreundet, das hat sich natürlich jetzt auch ein bisschen im Sande verlaufen, aber das ist halt manchmal so im Leben.

rap.de: Wobei du ja für das Robird Styles-Album noch einen Beat gemacht hast.

Michael Mic: Das habe ich aber auch nur aus dem Grund gemacht, weil dieses Intro gab es schon etwas länger und ich bin ja jetzt auch kein schlechter Mensch, der dann rumzickt und sagt: „Ich kann die dieses Intro jetzt nicht mehr geben.“ Dann hätte er sich ein neues machen lassen müssen und wir hatten es halt auch schon aufgenommen. Das Intro finde ich auch gut und deswegen meinte ich: „Nimm das, ist doch in Ordnung und fertig.“

rap.de: Interessant fand ich aber trotzdem das Robird Styles ja Taichi auf dessen Album gefeatured hat und es gab da ja mal eine Geschichte mit dir und Taichi.

Michael Mic: Echt?

rap.de: Wie findest du sowas dann? Ist das nicht Verrat?

Michael Mic: Na ja, wenn die Lust haben, was zusammen zu machen, ist das ja in Ordnung. Ich gehe an solche Sachen sowieso ganz anders ran. Wenn ich mit jemandem ein Problem habe, dann sage ich ihm das und regel das mit ihm. Wie oder was jemand anders macht, ist mir eigentlich egal. Taichi ist auch ein ehrlicher Mensch, wir haben uns ja nie persönlich angegriffen, sondern das musikalisch ausgetragen, das blieb eigentlich immer auf einer Rap-Ebene. Von daher war das in Ordnung. Wir haben ja nie gegenseitig unsere Mütter beleidigt und wir haben uns auch danach ganz normal unterhalten.


rap.de: Du hast ja auch berlinweit mit sehr, sehr vielen Leuten zusammen gearbeitet. Was kann da noch passieren oder kann da überhaupt noch etwas Neues passieren?

Michael Mic: Och, schon. Es gibt natürlich berlinweit auch noch Leute, die ich cool finde und mit denen ich gerne etwas machen würde. Es gibt natürlich auch Leute, die ich Scheiße finde und mit denen ich dann entsprechend nichts machen würde. Man kann ja auch mit Leuten, mit denen man schon mal was gemacht, noch mal was machen. Natürlich gibt es auch einige Leute, die ich cool finde, die nicht aus Berlin kommen. Ich habe auf dem Album ja auch welche drauf, also Summer Cem zum Beispiel kommt ja auch aus Mönchengladbach. Es gibt schon Leute, die ich nicht schlecht finde und da wird sicherlich auch noch was kommen.

rap.de: Wie geht es bei Big Bud weiter?

Michael Mic: Jetzt ist mein Album ja draußen, das muss erst Mal ein bisschen auf die Menschheit wirken (lacht) und dann kommt Anfang nächsten Jahres ein Mixtape von uns raus. Oder was heißt Mixtape, das ist der falsche Name, es wird schon ein Album, Strassenalbum wird so was glaube ich genannt, also ein Album, was wir jetzt schnell zusammen machen, da werden jetzt keine deepen Tracks oder so drauf sein, sondern das wird ein pures Entertainment-Album. Da wird es auch einige Features drauf geben und dann gibt es ein Album von Sha-Karl und Plaetter Pi, das wird heißen ‚Zwei Dicke drehen durch’ und danach ist auch was in Planung, aber ich muss ja nicht zuviel verraten.

rap.de: Das war es dann auch schon von uns, gibt es noch irgend etwas ganz Wichtiges was die rap.de-User unbedingt wissen müssen?

Michael Mic: Ja schon, ich wollte noch sagen, es riecht hier nach chinesischem Essen.

rap.de: (lacht) Das ist nicht immer so.

Plaetter Pi: Kaum ist Micha hier zum Interview….
Michael Mic: Nee, natürlich mein Album ‚Willkommen im Bing!’ kaufen, vorher kann man sich auch das Snippet anhören.

rap.de: Zum Beispiel bei uns.

Michael Mic: Genau, entweder bei rap.de, ansonsten aber auch auf big-bud.de. Dann kann man uns ab und zu auch noch live sehen. Da kann man dann mal hingehen, wenn man in der Nähe wohnt oder so. Am 13.10. spielen wir zum Beispiel in (Pause)
Plaetter Pi: Dresden.
Michael Mic: Stimmt. Dafür ist Plaetter nämlich hier. (lacht) Die wichtigen Sachen vergesse ich immer. Ach so, dann habe ich auch einen wunderschönen Exclusive-Track für rap.de gemacht, der einen ganz besonderen Gast featured. (lacht)

rap.de: Genau. Gut. Dann bedanken wir uns für deinen Besuch.

Michael Mic: Ich bedanke mich. 

   

Public Enemy – Manchester UK Live DVD

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Zu allererst einmal gilt es zu schauen, was uns die DVD objektiv nach Coverangaben zu bieten hat. Es erwarten uns zwei DVDs mit insgesamt fast vier Stunden Spielzeit. Die erste DVD enthält dabei das komplette Liveset des PE-Konzerts am 26. Oktober 2003 in Manchester, eine PE-Discographie und -Biographie, eine Tour Photos-Slideshow, ein politisches Statement zum Kraftwerk in Sellafield, UK und ein Musikvideo-Snippet. Die zweite DVD enthält dann eine Tour Diary zur Revolverlution-Tour und einen Handkamera-Film aus der Zeit um das Jahr 1988 herum mit Behind the Scenes-Material. Die Menüführung ist sehr ansprechend gestaltet und als kleinen Bonus bekommt man noch ein prall gefülltes 16-seitiges Booklet.

Nun gilt es zu schauen, was die DVD tatsächlich bietet. Und beginnen sollte man die DVD eindeutig mit dem Videosnippet und den Informationen zur Band, um sich auf das Konzert einzustimmen. Und dann sollte man das an Energie und Aussagekraft und gleichzeitig an Entertainment und Nachhaltigkeit noch heute maßgebende Konzert in voller Länge geniessen. Die vielen Kameraeinstellungen haben den Cutter im Nachhinein leider zu etwas zu schnellen Bildwechseln verleitet, doch das mindert nicht den Wert des Dargestellten. Unter den 25 performten Stücken sind dann auch nur echte Schmankerl zu finden. Es reihen sich dort viele Songs, die Musikgeschichte geschrieben haben aneinander. Um nur einige zu nennen: Shut Em Down, Black Steel In The Hour Of Chaos, He Got Game, 911 Is A Joke, Don’t Believe The Hype und Fight The Power.

Es wäre jetzt falsch, davon auszugehen, dass dieses Konzert nun ein normales HipHop-Konzert gewesen ist. Das ist nicht der Fall. Zur Revolverlution-Tour waren Public Enemy nämlich mit einer kleinen, aber kraftvollen Musikmaschine unterwegs, die aus Schlagzeug, Bass, Gitarre und Turntables bestand. Der Sound reicht daher von sehr hart rockig über ultrafunky bis hin zu normalen HipHop-Klängen. Sehr beeindruckend ist dabei die Souveränität mit der alle Bandmitglieder, darunter neben Chuck D und Flavor Flav auch noch Professor Griff am Mikrofon, zusammen harmonisieren. Das Konzert wirkt bis zu Titel 16 wie aus einem Guss. Die marschierende und salutierenden PE-Soldaten fügen sich dabei nahtlos in das Gesamtbild ein. Dann kommt eine kleine Durstrecke von 5 Songs, die zwar einerseits interessant ist, weil sie Flavor Flav und Professor Griff in den Vordergrund stellt und ganz ohne Band stattfindet, doch unterbricht sie auch ein bis dahin absolut rundes Konzert. Auf meiner Version hatte die DVD an dieser Stelle auch einige Tonprobleme. Danach kommt aber noch einmal ein monströser Abschied mit der gesamten Band.

Die zweite DVD bietet dann noch ein recht wahllos zusammengeschnittenes und wenig ausdrucksstarkes Tour-Tagebuch in Videoform und einen dafür aber umso interessanteren Behind The Scenes-Film aus den Jahren ’87 bis ’89, wenn ich mich nicht irre. Die Qualität der Bilder ist entsprechend verpixelt, aber man bekommt eine relativ guten Eindruck von den Menschen hinter dem Begriff Public Enemy, vor allem von Flavor Flav, der das ganze aufgrund seiner Kamerageilheit irgendwie zu moderieren scheint. Die Szenen nehmen einen mit zurück in die Zeit, in der es den MCs noch mehr um das Wort und das Engagement für politisch, sozial und gesellschaftlich benachteiligte Menschen ging. Der Film verdeutlich sehr authentisch den Spirit und den Background hinter dem Projekt Public Enemy.

Alles in allem ist diese DVD ein Must Have! Wer Public Enemy musikalisch bisher nicht kennen lernen konnte und dies nun nachholen will, sollte mit dieser DVD den Einstieg in diesen so einflussreichen kleinen Kulturkreis wagen. Für den Fan wartet die DVD mit einem druckvollen Konzert der Extraklasse mit einer für HipHop eher ungewöhnlichen, aber daran zu gewöhnen möglichen Instrumentierung auf, die fast durchgängig sehr viel Spass macht. Und für PE-Neulinge eröffnet sich ein musikalischer Kosmos, der mit dieser DVD noch lange nicht aufhört.

7.Solo

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Bisher wurde in den USA jedes Trick Daddy Album mindestens vergoldet. Nun kommt der Dirty South Rapper mit seinem Solo Nummer 7 ‚Back by Thug Demand‚. Die erste offizielle Single Auskopplung wird eine Kollaboration mit Chamillionaire sein und ‚Bet That‚ heißen, der Clip dazu ist in Arbeit. Als weitere Gäste wurden unter anderem 8Ball & MJG, Baby, Lil Wayne, Webbie, Young Buck und Young Dro angekündigt. Release Date ist der 12. Dezember über Slip-N-Slide/Atlantic Records.

Trick Daddy wurde übrigens in Miami geboren und wuchs, nach eigenen Angaben, im Kreis seiner 26 (!) Geschwister auf. Mit 16 fand er sich zum ersten Mal im Knast wieder, die Polizei hatte in seinem Wagen 3 Kilo Kokain und eine Waffe sicherstellen können. Inzwischen ist Trick Daddy 30 Jahre alt und hat mit so klanghaften Namen wie Ludacris, Lil Kim, Cee-Lo und Lil John oder Twista zusammen gearbeitet.

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