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Sidos neue Castingshow startet

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Das zuendegehende Jahr war für Sido sicherlich nicht langweilig. Die Versöhnung mit dem Ex-Erzfeind, sein erster Kinofilm und außerdem diverse TV-Formate in unserem schönen Nachbarland Österreich (inklusive einiger Skandale und Skandälchen) – kurzum, es war immer was los.

Am kommenden Donnerstag, dem 15. Dezember, startet nun seine neueste Show im ORF. "Blockstars" nennt es sich. Im August hat Sido junge Talente aus Österreich  dazu aufgerufen, sich bei dem Bandprojekt zu bewerben. Bedingung war: Sie müssen aus sozial schwachen Familien kommen – Stress in der Familie, kein Bock auf Schule, alles im Leben läuft schief. Sido, der selbst eine schwere Kindheit hatte, möchte den Kandidaten laut eigener Aussage so die Chance geben, etwas aus sich zu machen. "Ich möchte diesen perspektivlosen jungen Menschen auf die Beine helfen. Dazu gehört natürlich auch das sie sich, wenn ich nicht mehr an ihrer Seite stehe, alleine im Leben zurecht finden", erklärte Sido gegenüber rap.de.

Neun Kandidaten aus schwierigen Lebensbedingungen wurden in den Castings ermittelt. Geschafft haben es sechs männliche und drei weibliche Bewerber aus Wien, Würzburg und Himberg, zusammen leben sie sechs Wochen in einer Loft-WG in Österreich.

Weiter hob Sido hervor, dass der soziale Gedanke beim Entwickeln des Konzepts ihm am wichtigsten gewesen sei: "Ich hab mit einfach mal eine Fernsehsendung ausgedacht. Ich wollte was soziales mit musikalischem Aspekt entwerfen. Der ORF hat das sofort verstanden und für gut befunden." Der Zuschauer kann sich auf gleich mehreres freuen, so der Berliner weiter. "Es ist eine sehr informative, emotionale und musikfachmännische Sendung. Komische Beschreibung, wa?  Is' aber so!"

Auch Sidos Lebensgefährtin Doreen wird eine Aufgabe bei "Blockstars" übernehmen, und zwar als Vocalcoach. "Die Arbeit ist sehr unkompliziert und macht extrem viel Spaß. Wir sind ein eingespieltes Team", ließ sie rap.de wissen.

Was die Sendung auf jeden Fall interessant macht, ist Sidos klare Antwort, in welche musikalische Richtung die Band gehen soll: "Hiphop!" Ab Donnerstag, 21.55 Uhr im ORF 1 geht's los.

Prinz Pi über 2011

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Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit, die wichtigsten Ereignisse der letzten 12 Monate Revue passieren zu lassen. Prinz Pi beispielsweise hat zu Beginn des Rap-Jahres als erster von später ziemlich vielen die Top 10 der deutschen Albumcharts gestürmt und könnte sich somit zum Trendsetter ausrufen lassen (tut er aber nicht, doch dazu später). Nicht nur deshalb, sondern auch, weil der Prinz soeben ein formidables Akustik-Album, das auf den Namen "Hallo Musik" hört, auf den Markt geschmissen hat, traf sich rap.de-Chefredakteur Oliver Marquart mit ihm. Spontan entschied man sich zum Sushi-Essen, was Pi die Gelegenheit gab, nicht nur über aktuelle Trends und Hypes zu raisonieren, sondern auch ein paar Einblicke in sein unerhört umfassendes Gastrowissen zu gewähren.

rap.de: Dein Fazit des Jahres 2011?

Prinz Pi: Ich bin ja jetzt nicht unbedingt der gespannteste Verfolger des Rapgames…

rap.de: Wir können ja auch erstmal mit deinem persönlichen Jahresrückblick anfangen. Immerhin war es ja ein Jahr, in dem du eine sehr schöne Chartposition ergattern konntest.

Prinz Pi: Auf jeden Fall.

rap.de: Du warst sogar der erste. Der, der den ganzen Top Ten-Hype quasi losgetreten hat.

Prinz Pi: Naja, ich habe ja auch als erster releast. Kunststück. Aber es war schon sehr schön. Wobei diese Chartplatzierungen immer gefährlich sind. Wenn andere Leute dich daran festmachen, ist es nervig. Und es ist auch nervig, wenn man beginnt, sich selber daran festzumachen. Man sollte sich nie an Zahlen festmachen. Weder am Kontostand noch an der Penislänge noch an der maximalen km/h-Zahl deines Autos. Noch der IQ-Zahl. Zahlen sind immer schwierig.

rap.de: Gut, Zahlen sind also gefährlich. Gelohnt hat es sich aber trotzdem.

Prinz Pi: Ja, super. Es war auf jeden Fall mein mit Abstand erfolgreichstes Album, verkaufszahlenmäßig. Für mich natürlich total schön, weil wir mit unserer Struktur ein Gegenentwurf zum Major sind, bei dem wir davor waren – Wassif (Pis Geschäftsparnter bei Keine Liebe Musik – Anm. d. Red.) und ich sind ja nur zu zweit. Und es ist so erfolgreich wie noch nie. Man merkt, dass sich dieses Modell durchsetzt, dieser State of Mind. Es freut mich auch, wenn andere Indie-Künstler gute Chartplatzierungen einfahren können. Savas zum Beispiel, der ja auch einen wahnsinnigen Erfolg hat mit seinem neuen Album. Der ist ja auch ein Indiekünstler. Schön zu sehen, dass man die ganzen alten Strukturen gar nicht mehr braucht und es so viel geiler läuft. Und es macht vor allem viel mehr Spaß. Das ist glaube ich auch gut fürs Produkt. So ein großes Label überlegt sich ja bei jeder Sache immer, bringt uns das jetzt Geld? Die trauen sich nie Sachen, weil die immer sicher investieren wollen.
 

rap.de: Die letzten Zeilen auf "Rebell Ohne Grund“ waren ja "Tschüss deutscher Rap – hallo Musik". Daran knüpfst du mit deinem Akustikalbum jetzt ja an.

Prinz Pi: Genau.

rap.de: Eine generelle Verabschiedung von Rap ist das aber nicht.

Prinz Pi: Nö. Ich habe nichts dagegen, wenn die Leute sagen, dass ich Rap mache und nicht singe, denn das mache ich ja auch. Das ist mein Metier. Meine Ausdrucksform. Aber du kennst das doch sicherlich auch: Wenn einen Leute jenseits der 20  fragen, was man so macht und man sagt, was mit Musik, sind alle so: Ach toll, ist ja interessant. Wenn du aber dann sagst, es hat irgendwas mit Rap zu tun, sind alle so: Ach so, diese Idiotenmusik. Das ist schade. Und darum finde ich es geil, dass es jetzt Bands gibt wie Kraftklub, Casper, Marteria, vielleicht auch in einem weiteren Sinne Peter Fox, die ganz selbstverständlich rappen und nicht singen. Trotzdem wird das als Musik wahrgenommen und nicht in irgendeine Schublade gesteckt. Ein Kollegen, dem ich das auch sehr gönnen würde, weil ich ihn für wahnsinnig gut halte, ist Tua. Ein ganz irrer Musiker. Wenn man den man mal fernab von dieser Deutschrap-Schublade wahrnehmen würde, wäre er bestimmt unheimlich erfolgreich – und reich.

Sido über „Blutzbrüdaz“ (Video)

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Ende des Jahres kommt Sidos Film "Blutzbrüdaz" endlich in die deutschen Kinos. Anlässlich dessen trafen wir den Ex-Maskenmann am Nikolaustag zu einem Interview in Berlin-Friedrichshain. Aber nicht irgendein Interview, nein. Sido hatte das Vergnügen, das erste rap.de-Video-Interview seit über einem Jahr über sich ergehen lassen zu dürfen – durchaus passenderweise, denn um bewegte Bilder ging es ja auch im Interview. An der Kamera betätigte sich (mit freundlicher Unterstützung des 16bars.de-Mannes, den mittlerweile alle Justin Bieber nennen) die einzigartige Ay?e A., die Fragen stellte die unvergleichliche Kimberly Rose.

 
 
 Den Soundtrack von "Blutzbrüdaz" gibt es zum Anhören im Stream – hier entlang, bitte.

Hammer & Zirkel-Album kommt sicher

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Rund ums Hammer & Zirkel-Album gab es zuletzt Verwirrungen. So wurde "Sex Sells" erst von der EP zum Album und dann mehrfach verschoben (rap.de berichtete).

Nun allerdings steht das Releasedatum, wie Patrick alias Zirkel gegenüber rap.de bestätigte. "Das wird auch nicht mehr verschoben. "Sex Sells" wird definitiv im ersten Quartal 2012 erscheinen", so Zirkel. Die Arbeiten seien auch schon abgeschlossen. "Das Album ist fertig, die Videos sind gedreht. Wir müssen nur noch ein oder zwei Promosachen vorbereiten", verriet Patrick, der gerade auf dem Heimweg von einer 24-Stunden-Schicht war, weiter. "Das ist wichtig, wir wollen's nämlich auch mal in die "Bild" schaffen. Wir kreieren jetzt auch Skandale, kein Bock mehr, wir wollen auch endlich Geld verdienen."

Dazu passt, dass der Produzent das Album nicht nur als "bisher tollstes und lustigstes", sondern auch als "melodiösestes und zugänglichstes" beschreibt. "Georg würde sagen: catchy". Erscheinen soll "Sex Sells" über New Def, alle Gerüchte, es werde möglicheweise über ein anderes Label erscheinen, haben sich also letztlich als falsch herausgestellt. "Es gab vielleicht schon noch ein oder zwei weitere Interessenten", meint Patrick nur vielsagend dazu, nennt aber keine konkreten Namen.

Das ursprünglich angedachte Cover, das eine Anspielung auf Nirvanas "Nevermind" war, wird übrigens nicht auf "Sex Sells" zu sehen sein. "Das dürfen wir nicht verwenden. Nachdem es im Netz zu sehen war, wurde uns gleich eine 80.000-Euro-Klage angedroht. Das neue Cover ist aber genauso gut. Auf dem alten waren wir als Babys nackt zu sehen, auf dem neuen sind wir richtig nackt", kündigte Patrick, naja, Großes an. "Sex Sells halt."

Die erste Single aus "Sex Sells" soll Anfang Februar erscheinen. Bis dahin bleibt dem geneigten Hammer & Zirkel-Fan nur, sich noch mal das flotte "Hammertime"-Video zu Gemüte zu führen:
 

Rapper für Megaupload

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Die gute, alte Download-Debatte mal wieder. Und erneut zeigt sich, wie schwer die herkömmlichen Plattenfirmen sich im Umgang mit Filesharing noch immer tun.

Die Seite Megaupload ist in den Augen der Musik- sowie der Filmindustrie böse. Sehr böse sogar. Sie sehen in der Filesharing-Seite so etwas wie eine Schurkenseite, die maßgeblich für die illegale Verbreitung von Raubkopien im weltweiten Netz verantwortlich sein soll.

Aber stimmt das? Dazu gibt es mindestens zwei Meinungen. Zum Beispiel die von Kanye West, Alicia Keys, Game, Diddy, Chris Brown oder Snoop Dogg, die gemeinsam mit weiteren Künstlern ein Video auf YouTube veröffentlicht haben, in dem sie ihre Unterstützung für Megaupload bekunden und angeben, die Seite selbst zu nutzen – wozu auch immer.

Das passt natürlich nicht zum öffentlichen Image, dass die Musikkonzerne der Seite gerne anhängen wollen. Bei der US-amerikanischen Version von YouTube wurde das Video dann auch wenig später entfernt und durch den Hinweis ersetzt "This video is no longer available by a copyright claim of UMG". UMG steht dabei für Universal Music Group. Auf der deutschen YouTube-Variante ist der Clip aber bislang noch zu sehen.
 

Adel verpflichtet – und rappt

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Das stolze Vorzeigen von teuren Statussymbolen, selbstherrliches Protzen mit Wohlstand und dessen Annehmlichkeiten, kurzum Angeberei ist und war schon immer ein fester Bestandteil im Rap.

In letzter Zeit allerdings war der Trend zu materialistischen Tönen zumindest in Deutschland rückläufig. Immer mehr Rapper betonen wieder ihre bedingungslose Liebe zum Spiel und zur Kunst und sehen in Rap – realistischerweise – keine Möglichkeit mehr, schnell und mühelos reich zu werden.

Besonders schnell und mühelos reich hingegen wurde die Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis – nämlich qua Geburt. Die bajuwarische Adelige war in der Vergangenheit bereits mit unüberlegten, undifferenzierten Aussagen vom Kaliber "In Afrika sterben die Leute, weil sie halt zu viel schnackseln" aufgefallen, die sich auch im Lebenslauf eines Rappers gut machen könnten. Und tatsächlich: Seit einigen Tagen ist auf YouTube eine Art, naja, Rapvideo der Fürstin zu bewundern.

Der sogenannte "Schloss-Rap" der Hochwohlgeborenen soll "ganz spontan", in der Küche (selbstverständlich der Schlossküche!) mit dem Laptop entstanden sein. Thema des, äh, Songs ist die fürstliche Residenz der Gräfin, die sie in wohlfeilen Worten beschreibt. Tja, da sehen selbst die erfolgreichsten Rapper Deutschlands alt dagegen aus. Ein Schloss mit prunkvollen Sälen – dafür hat's bislang noch bei keinem gereicht. Und eine Kutsche ist ja irgendwie schon ein bisschen geiler als immer nur die ollen Mercedese und BMWs, oder?
 

 

Bushido und die Politik

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Bushido will in die Politik, das hatte der Berliner bereits mehrfach verlauten lassen. Bislang waren das allerdings eher vage Ankündigungen, in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" von gestern wurde er hingegen konkreter und bekräftigte seine Absicht, eine eigene Partei zu gründen.

"Ich werde definitiv eine Partei gründen und ich würde versuchen, die Einstellung der Menschen zu ändern", wird Bushido von der "Welt" zitiert. "Bushido for a better world", soll er gar noch hinzugefügt haben.

Anscheinend sieht Bushido sich in der Pflicht. "Ich muss ran! Ich muss in die Politik – und ganz ehrlich: Das kommt auch. Ich weiß, ich hab das mal so aus Spaß gesagt, aber ganz ehrlich, ich glaube, ich würde echt Wähler bekommen."

Früher, so führte er aus, habe er die Sozialdemokraten gewählt. Mit dem Ausscheiden des letzten SPD-Kanzlers Gerhard Schröder aus der Politik sei das aber vorbeigewesen. "Seit Schröder weg ist, wähle ich überhaupt nicht mehr." Auch die Piratenpartei, für viele junge Wähler Synonym für Frische und Unverbrauchtheit, kommt bei ihm nicht gerade gut weg. "Mit Palästinensertuch beim Parteitag erscheinen oder den Freund als Chauffeur einstellen, die sind mir echt zu teenymäßig unterwegs. Zu lasch mit der Verantwortung."

Lobende Worte fand Bushido dagegen für Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Gerade jetzt in der Euro-Zeit hat sie mich positiv überrascht.Dieses oft so devote, duckmäuserische Deutsche, das hat sie nicht. Die haut auf den Tisch, kloppt das weg. Die hat Führungsqualitäten", so der Rapper, der kürzlich einen vieldiskutierten Bambi für Integration gewonnen hatte. "Merkel finde ich cooler als Obama."

 

Prinz Pi sagt „Hallo Musik“

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Heute erscheint, mit einer Woche Verspätung, das Akustikalbum "Hallo Musik" von Prinz Pi. Anlässlich dessen traf rap.de sich mit dem Prinzen, standesgemäß bei Sushi und, äh, Apfelschorle in Kreuzberg.

Dabei erklärte Pi, dass er durchaus zufrieden auf das zuende gehende Jahr 2011 zurückblickt. "Es war auf jeden Fall mein mit Abstand erfolgreichstes Album. Jetzt sind wir in einer ganz kleinen Struktur, aber irgendwie macht es jetzt unheimlich viel Spaß. Und es ist so erfolgreich wie noch nie." Mit seinem Album "Rebell ohne Grund" war Pi als erster einer ganzen Riege deutscher Rapper der Einstieg in die Top 10 gelungen, was er allerdings mit einem lakonischen Grinsen und dem Hinweis "Kunststück – ich habe ja auch als erster releast" bescheiden quittiert.

Mit dem Titel seines Akustikalbum "Hallo Musik" greift Pi die letzten Worte des "Rebell ohne Grund"-Albums ("Tschüss, deutscher Rap – hallo Musik") auf. Eine generelle Absage an Rap als solchen sei das Album aber keineswegs. "Ich möchte einfach nicht mehr in diese Rap-Schublade gesteckt werden. Ich habe aber nichts dagegen, wenn die Leute sagen, dass ich Rap mache und nicht singe, denn das mache ich ja auch. Das ist mein Metier. Meine Ausdrucksform."

Auch das bevorstehende Jahr 2012 sieht Pi im milden Licht hoffnungsfroher Erwartung. 2011 habe viel frischen Wind in die deutsche Rapszene gebracht, und: "Ich denke, dass sich dieser Trend fortsetzt und weiterentwickelt. Es gab ja mal eine Zeit, da gab es Bands wie Fettes Brot. Die waren eine Konsensband. Die fand jeder cool, der nicht per se HipHop cool fand. Die fanden alle cool. Das war Mainstream. Auch bei Fünf Sterne Deluxe war das so. Ich glaube, was Kraftklub und Casper machen, nimmt eine ähnliche Entwicklung. HipHop-basierte Musik kommt wieder im Mainstream an."

Das war natürlich längst nicht alles, was Pi zu sagen, zu meinen und zu erzählen hatte. Das komplette Interview gibt es ab Montag – natürlich auf rap.de.

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